Rezepte im August heißt bei mir: Zucchini in allen Varianten, Tomaten, die endlich schmecken, dazu Paprika, Auberginen und reife Pfirsiche. Hier sammle ich meine liebsten Rezepte für den Hochsommer, sortiert nach dem, was gerade auf dem Markt liegt. Vieles davon steht in einer halben Stunde auf dem Tisch, anderes ist ein entspanntes Wochenend-Projekt.
Ich gebe zu, Tomaten und ich haben ein kompliziertes Verhältnis. 10 Monate im Jahr sind sie mir zu säuerlich, zu wässrig und zu fest und im Salat brauche ich sie dann gar nicht. Aber jetzt, wenn die heimischen Freilandtomaten reif werden und wochenlang Sonne abbekommen haben, bin ich komplett drin. Vollreife Ochsenherztomaten, die im Mund zergehen, Cherrytomaten, deren Süße beim Reinbeißen aufplatzt.
Genau darum geht es im August. Nicht um das, was theoretisch Saison hat, sondern um das, was gerade so gut ist, dass ihr es nicht verpassen solltet. Der August ist der Monat mit der größten Auswahl im ganzen Jahr und hier im Rheinland merke ich das jede Woche auf dem Markt: Die Kisten stehen voll, die Preise sind niedrig und alles riecht nach Sommer.
Und dann ist da die andere Seite. Wer Zucchini im Beet hat, kennt das Problem nicht mit zu wenig, sondern mit zu viel. Für beides habe ich hier Rezepte gesammelt, für die Fülle und für die Frage, wohin damit. Sortiert nach Zutaten, damit ihr direkt bei dem landet, was gerade bei euch in der Küche liegt.
Zucchini, wenn es plötzlich zu viele sind
Eine einzige Pflanze versorgt eine ganze Familie und wer regelmäßig erntet, bekommt noch mehr. Deswegen sammle ich Zucchini-Rezepte, die größere Mengen aufnehmen, ohne dass es nach Resteverwertung schmeckt. Ein Tipp vorweg: Kleine Zucchini sind weniger wässrig und aromatischer als die großen, die man im Beet übersehen hat. Für Tarte und Galette lohnt sich der Griff zu den kleinen Exemplaren.









Noch mehr Ideen findet ihr in meiner Sammlung der besten Zucchini-Rezepte.

Tomaten schmecken jetzt so gut wie sonst nie
Was ich oben über meine Tomaten-Skepsis geschrieben habe, gilt nur für den Rest des Jahres. Im August greife ich zu, so oft es geht und kaufe am liebsten die bunten Sorten vom Markt. In den Rezepten hier unten findet ihr beides: Gerichte, in denen die Tomate roh und pur im Mittelpunkt steht und solche, in denen sie lange im Ofen schmort und dabei richtig süß wird.







Alle meine Tomatenrezepte habe ich außerdem in einer eigenen Sammlung zusammengestellt.

Paprika und Aubergine bringen den Süden auf den Teller
Im August haben auch Paprika und Auberginen aus regionalem Anbau Hochsaison. Beide vertragen Hitze und Zeit im Ofen ausgesprochen gut und beide schmecken lauwarm oft besser als heiß. Praktisch, wenn Gäste kommen, weil ich dann schon am Nachmittag fertig bin.










Pfirsich und Melone sind das Süße im August
Bei Steinobst ist der August der Monat für Pfirsiche und Nektarinen, dazu kommen Melonen und die letzten Beeren. Reife Pfirsiche erkennt ihr am Duft, nicht am Aussehen. Wenn sie am Stielansatz nicht süß und lecker riechen, lasst sie liegen oder legt sie zu Hause noch ein paar Tage neben einen Apfel.









Häufige Fragen zum Kochen im August
Was mache ich mit zu vielen Zucchini?
Sortiert die Ernte erst und verteilt sie dann: Weiche Zucchini kommen sofort in die Pfanne oder in den Ofen, feste plant ihr für die Woche ein und den Rest raspelt ihr und friert ihn portionsweise ein.
Geraspelt eingefroren sind Zucchini später ideal für Puffer, Suppen und Schokokuchen, weil die Konsistenz dort ohnehin keine Rolle spielt. Für Salat oder Tarte taugen sie nach dem Auftauen nicht mehr, dafür fehlt ihnen der Biss. Und ganz ehrlich: Verschenken ist auch eine Form der Verwertung. Kleine Mengen nehmen Nachbarn und Kollegen deutlich lieber als eine Zucchini von der Größe eines Unterarms.
Warum schmeckt meine Zucchini bitter und kann ich sie noch essen?
Bittere Zucchini gehören in den Müll. Der Bitterstoff Cucurbitacin ist giftig und lässt sich weder durch Kochen noch durch Braten entfernen. Wenn ein roher Bissen bitter schmeckt, entsorgt ihr die ganze Frucht.
Das betrifft vor allem Zucchini aus eigenem Anbau, wenn das Saatgut aus einer Kreuzung mit Zierkürbissen stammt. Gekaufte Ware ist selten betroffen, aber ausgeschlossen ist es nicht. Deswegen probiere ich bei Zucchini aus dem Garten immer ein kleines rohes Stück, bevor eine ganze Pfanne daran hängt. Das kostet fünf Sekunden und erspart im Zweifel einen sehr unangenehmen Abend.
Wie verwerte ich viele Tomaten auf einmal?
Einkochen ist der beste Weg. Rösttomatensauce aus dem Ofen ist am vielseitigsten und trägt euch durch den Winter. Wer etwas anderes will, kocht süße Tomatenmarmelade, die zu Käse und aufs Brot passt.
Für die Sauce nehme ich die Tomaten, die schon sehr weich sind, und lasse sie bei niedriger Temperatur lange im Ofen. Je reifer, desto besser das Ergebnis. Wichtig sind saubere, heiß ausgespülte Gläser, dann hält sich beides problemlos bis ins nächste Frühjahr. Und die Marmelade ist nebenbei ein schönes Mitbringsel, wenn man irgendwo eingeladen ist.
Soll ich frische Tomaten nehmen oder gehen auch Dosentomaten?
Für alles, was ohnehin gekocht wird, sind gute Dosentomaten völlig in Ordnung. Sie werden sonnengereift eingelegt und schmecken außerhalb der Saison besser als blasse frische Ware. Frische Tomaten hebe ich mir für rohe oder kurz gegarte Gerichte auf.
Das sage ich bewusst so deutlich, weil in der Foodblog-Welt oft der Eindruck entsteht, es müsse immer alles frisch sein. Im August greife ich natürlich zu den frischen. Ab Oktober aber ist eine gute Dose die ehrlichere Wahl. Wenn ihr frische Strauchtomaten in eine Sauce geben wollt, überbrüht sie kurz mit kochendem Wasser und zieht die Haut ab.
Muss ich Auberginen vor dem Braten salzen?
Zum Entbittern nicht mehr. Moderne Sorten enthalten laut Verbraucherzentrale so wenig Bitterstoffe, dass das Salzen dafür überflüssig ist. Sinnvoll bleibt es beim Braten und Frittieren, weil die Aubergine dann weniger Öl aufsaugt.
Durch das Entwässern verliert die Frucht allerdings auch Aroma. Deswegen salze ich nur, wenn ich in der Pfanne brate. Für Ofengerichte lasse ich es weg und pinsele die Scheiben stattdessen dünn mit Öl ein, bevor sie bei hoher Hitze in den Ofen kommen. Roh gegessen werden Auberginen übrigens nicht, dafür sorgt das Solanin.
Was koche ich im August, wenn es zu heiß zum Kochen ist?
Kalte Suppen und Salate mit Substanz. Salmorejo braucht nur Tomaten, Brot, Olivenöl und einen Mixer und macht durch das eingeweichte Brot richtig satt. Die Wassermelonen-Gazpacho funktioniert nach demselben Prinzip.
Wenn der Ofen doch laufen muss, schalte ich ihn morgens an, solange die Wohnung noch kühl ist. Ofengemüse und Rösttomatensauce schmecken lauwarm oder kalt genauso gut, also spricht nichts dagegen, sie vorzuziehen. Abends kommt dann nur noch der Salat dazu.
Was kocht ihr im August?
Ich freue mich immer über eure Rückmeldungen. Schreibt mir gerne in die Kommentare, welches Rezept ihr ausprobiert habt und wie es geworden ist. Und wenn ihr eure Ergebnisse zeigen mögt, markiert mich bei Instagram unter @moeyskitchen. Ich schaue mir das wirklich alles an!
Neue Rezepte direkt aufs Handy
In meinem WhatsApp-Channel teile ich jedes neue Rezept und immer mal wieder saisonale Tipps aus meiner Küche. Ihr müsst nichts kommentieren und niemand sieht, wer sonst noch dabei ist.
Der September gehört den Pflaumen
Zum Monatsende geht es langsam los mit Zwetschgen und Pflaumen und dann wird bei mir wieder gebacken. Bis der eigene September-Beitrag steht, findet ihr meine liebsten Rezepte dafür schon in meiner Sammlung Best of Pflaumen und Zwetschgen.
