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Cremige Rösttomatensauce aus dem Ofen

Ich muss meine akute Faulheit mal so langsam überwinden. Ich hänge in meiner Planung mittlerweile schon wieder so hinterher, dass ich einige meiner Sommerrezepte aufs nächste Jahr verschieben oder euch irgendwann demnächst geschickt unterjubeln muss.

Heute ist plötzlich Herbst – zumindest meteorologisch. Innerlich ist schon lange Herbst und die Sehnsucht nach Suppen und Eintöpfen steigt. Ich muss euch heute aber noch unbedingt ein Rezept mit auf den Weg geben. Das hat es letztes Jahr nämlich schon nicht in den Blog geschafft. Dieses Jahr habe ich es erneut gemacht und fast hätte ich es wieder verpennt. Jetzt kommt es aber doch noch in letzter Sekunde.

Die Rede ist von einer so simplen wie genialen Rösttomatensauce aus dem Ofen. Dazu werden sonnengereifte Tomaten (die es aktuell noch gibt!) langsam mit Zwiebeln, Knoblauch und Kräutern im Ofen schmurgeln gelassen. Es entsteht eine unglaublich intensive Sauce, die nach Sommer schmeckt. Und eingeweckt hat man das ganze Jahr etwas davon! Deswegen empfehle ich unbedingt die Sauce gleich auf Vorrat einzukochen. So mache ich es auch immer.

Im letzten Jahr habe ich die Sauce nicht verbloggt, weil ich sie mit der Schale der Tomaten verarbeitet habe. Damit hat man, trotz pürieren, immer noch Schalenstücke von der Tomatenschale in der Sauce und das ist irgendwie nicht schön.

Pastasauce, serviert mit frischen Tagliatelle, Parmesan und Basilikum

Deswegen empfehle ich, die Tomaten unbedingt vor der Verarbeitung zu häuten. Das geht auch echt simpel – einritzen und Eiswasser kann man sich sparen. Ich nehme einfach einen großen Topf und bringe Wasser zum Kochen. Die Tomaten am Stück kommen einfach so in den Topf und die Haut platzt nach etwa 30 Sekunden auf. Sobald das passiert, nimmt man sie einfach aus dem Wasser und lässt sie etwas abtropfen und auskühlen. Danach kann man sie problemlos enthäuten und den Strunk herausschneiden. Das war es auch schon.

Der Rest funktioniert im Ofen quasi von alleine – super simpel. Dabei entstreht eine unheimlich tolle Farbe und eine geniale Cremigkeit der Zutaten.
Sobald die Sauce fertig gegart ist, wird sie nur püriert und abgefüllt – man kann sie sowohl in gefriergeeignete Behälter füllen und portionsweise einfrieren oder aber in geeignete Gläser umfüllen und einkochen. So spart man sich Platz im Froster und hat das ganze Jahr über eine schmackhafte Sauce im Vorratsschrank. Wie genau ich die Sauce einkoche, schreibe ich unten.
Jetzt kommen wir aber erst mal zum Rezept, für dieses Stückchen Sommer im Glas.

eingekochte Tomatensauce aus dem Ofen im Glas

Rösttomatensauce aus dem Ofen

für 2 große Bleche (ca. 6-8 Gläser)

Zutaten

30 mittelgroße reife Tomaten (Strauchtomaten, Romatomaten o.ä.)
1 kleine Knolle Knoblauch
4 mittelgroße Zwiebeln
einige Zweige italienische Kräuter wie Thymian, Rosmarin und Majoran
Meersalz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
extra natives Olivenöl

Zubereitung

Den Backofen auf 150 °C Ober- und Unterhitze oder 130 °C Heißluft bzw. Umluft vorheizen.
Zwei große Backbleche bzw. Fettpfannen großzügig mit Olivenöl beträufeln und alles gründlich einfetten.

Die Tomaten gründlich waschen, häuten (siehe oben) und den Stielansatz entfernen.
Halbieren und die Tomatenhälften mit der Schnittkante nach unten auf die Bleche legen. Auf jedes Blech sollten etwa 30 Tomatenhälften passen, sie können auch überlappen und aufeinander liegen.
Den Knoblauch schälen, zerteilen und pro Blech etwa 3-6 Zehen (je nach Geschmack) locker zwischen den Tomaten verteilen.

Die Zwiebeln ebenfalls schälen und vierteln. Gleichmäßig auf die beiden Bleche verteilen.
Kräuter nach Belieben waschen, trocken schütteln und am Zweig gleichmäßig auf die Bleche verteilen.
Die Bleche bei Umluftverwendung gleichmäßig im Ofen verteilen und gleichzeitig einschieben. Bei Verwendung von nur einem Blech oder von Ober- und Unterhitze, das Blech auf der mittleren Leiste in den Ofen schieben.
Die Tomaten bei geschlossener Ofentür etwa 2 Stunden langsam garen lassen, bis sie leicht karamellisieren und weich werden.

Die Temperatur auf 200 °C Ober- und Unterhitze bzw. 180 °C Heiluft (oder Umluft) erhöhen und die Tomaten noch etwa 20-30 Minuten weitergaren, bis sie schön bräunen, aber nicht verbrennen.
Bei der Verwendung von zwei Blechen gleichzeitig, sollten sie jeweils nach der Hälfte der Zeit getauscht werden, damit alles gleichmäßig gart.

Die fertigen Tomaten aus dem Ofen nehmen, die Zweige entfernen und alles in einen hitzefesten Blender (oder Thermomix) geben bzw. in eine große, hitzebeständige Schüssel oder in einen Topf. Mit dem Blender, Thermomix oder mit einem Pürierstab die Sauce mixen, bis die gewünschte stückige oder glatte Konsistenz erreicht ist. Mit Meersalz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken.

Danach kann die Sauce portionsweise in gefriergeeignete Behälter umgefüllt und eingefroren werden.

Oder aber ihr kocht sie ein, um sie haltbar zu machen und länger aufzubewahren, damit ihr auch im Winter noch etwas davon habt.

Natürlich kann man sie ansonsten auch sofort mit frischer Pasta (ich benutze am Liebsten die Sorten von Ppura dafür, auf den Bildern sind die Pappardelle zu sehen) und frisch geriebenem Käse servieren.

Einmachtipp

Dazu werden 6-8 saubere Einmachgläser (Marmeladengläser, Saucengläser usw. sind natürlich auch möglich) mit etwa 200 ml Inhalt auf einem Backblech im 150 °C heißen Ofen 15 Minuten lang sterilisiert.
Die Deckel werden 5 Minuten in kochendem Wasser vorbereitet.
Die noch heiße Rösttomatensauce wird mit einem Einmachtrichter direkt in die ausgekühlten Gläser abgefüllt und mit den noch heißen Deckeln gut verschlossen.

Ich stelle die Gläser nun in einen Topf, entweder mit einem passenden Drahtgitter oder einem Geschirrhandtuch auf dem Boden und gieße soviel warmes Wasser an, bis die Gläser zu 3/4 im Wasser stehen.
Ich bringe das Wasser zum Kochen, schalte dann auf eine niedrige Stufe herunter und lasse die Gläser für 45 Minutem im köchelnden Wasser stehen.

Danach kühlen sie auf einem Gitter auf Raumtemperatur aus.
Sobald sie abgekühlt sind, kann man testen, ob alle Gläser ein Vakuum gezogen haben. Sollte sich ein Deckel wölben oder auf Druck nachgeben, sollte man das Glas lieber in den Kühlschrank stellen und bald verbrauchen.

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10 Kommentare

  • Antworten Joan de Groot

    mmjammm … gute Idee Maja! ich werde gleich morgen auf dem Viktualienmarkt mal schauen ob ich noch eine Ladung nachgereifte Tomaten bekomme. Ich liebe geröstete Tomatensauce, auch mache ich oft geröstete Paprika mit rein. Yummy. Ich lasse aber die Schalen dran. Mein Thermomix macht das schon, und die fitzekleine Püncktchen die dann noch zu sehen sind stören mich nicht. Danke! LG von Joan

    23. September 2014 um 9:04 Uhr
    • Antworten Maja

      Das stimmt Joan, der Thermomix kriegt die Schalen gut klein. Allerdings mag ich die Sauce lieber etwas stückig und nicht komplett durchpüriert. Und da stören die Schalen dann leider schon.
      Ich drück dir die Daumen, dass du noch so tolle Tomaten findest 🙂

      Viele Grüße,
      Maja

      23. September 2014 um 10:25 Uhr
  • Antworten Ela

    Ohh wie lecker! Die probier ich ganz sicher bald aus 🙂
    LG
    Ela

    23. September 2014 um 9:23 Uhr
  • Antworten lieberlecker

    Das ist einfach ein unglaublicher Geschmack, voller Umami und man könnte süchtig werden (oder bin ich es schon?) 🙂
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    23. September 2014 um 10:34 Uhr
  • Antworten frl. wunderbar

    Pasta und Tomaten geht doch irgendwie immer. Seelentrösterrezept ;D

    23. September 2014 um 14:44 Uhr
  • Antworten Moritz

    Hallo Maja,

    das liest sich ja mal "babyeierleicht" und auch für "nicht kochende Männer" geeignet.
    Hier ist gerade Einweckzeit. Überall stehen Weckgläser rum – leere und volle. Meine Frau übertreibt es jedes Jahr mehr. Diese Tomatensauce werde ich ihr mal vorschlagen. Denn "Warmmachen" kann ich am besten. 😉

    Herzlichst Moritz

    23. September 2014 um 15:28 Uhr
  • Antworten Kai Brückner

    Hmmm, das sieht "zum Reinsetzen" gut aus – einfach tomatös!
    Grüße,
    Kai

    23. September 2014 um 17:12 Uhr
  • Antworten Lukas

    Mhhh………das ist so lecker 🙂 und hört sich absolut gesund an. Die Kräuter und die Tomaten sind immer eine gute Kombination. Dann noch ein gutes Glas Wein dazu und man fühlt sich wie im Süden.

    26. September 2014 um 18:28 Uhr
  • Antworten Katharina

    ganz tolles Rezept, mit den selbst gezogenen Fleischtomaten nach- und eingekocht – superlecker, vielen Dank!

    9. Oktober 2014 um 19:31 Uhr
  • Antworten Charlotte Valerie

    hmm das ist ja mal eine nette abwechslung gegenüber der herkömmlichen tomatensauce! danke für das tolle rezept!

    7. November 2014 um 19:22 Uhr
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