Herzhaft/ Süß

Selbst gemachte süße Tomatenmarmelade zu Brot und Käse

Oh je. Hier macht man was mit. Gerade noch koche ich wärmende Gemüsesuppe und kaufe die ersten Kürbisse ein, zack, da ist der Sommer zurück. Ich höre von Kollegen, die Zucchinis ernten, andere schreiben von den ersten (!) reifen Himbeeren des Jahres. Und Tomaten! Überall hängen noch Tomaten oder reifen frisch geerntet noch nach.

Toll. Gerade wo ich meine Sommersachen weitgehend schon wegsortiert oder in die Altkleidersammlung gegeben habe, herrscht in Köln schon seit Tagen feinstes T-Shirt-Wetter. Aber ich will mich ja nicht beschweren, sondern beglücke euch lieber noch schnell mit einem weiteren Tomaten-Rezept, das ich sonst auf nächstes Jahr hätte verschieben müssen.

Ihr habt richtig gelesen, da steht Tomaten-Marmelade. Vielleicht wäre Tomaten-Konfitüre politisch korrekt, allerdings versteht ihr sicher, was ich meine. Es geht tatsächlich um eine süße Marmelade aus Tomaten. Warum auch nicht? In Spanien und anderen Mittelmeerländern wird Tomatenmarmelade wie selbstverständlich gekocht. Ich war ehrlichgesagt erst skeptisch, als ich mir vor einigen Monaten in einem griechischen Restaurant einen gegrillten Halloumi mit Tomatenmarmelade bestellt habe. Insgesamt war das aber so stimmig, dass mir der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf ging. Und als ich meine Ofentomatensauce eingekocht habe, habe ich gleich noch ein bisschen Marmelade dazu gekocht. Man sollte eine Sorte wählen, die viel Fruchtfleisch und wenig Kerne enthält. Zum Beispiel Romatomaten oder Ochsenherztomaten.

Das Rezept ist wirklich super simpel, so als ob ihr Erdbeermarmelade kochen würdet. Man benötigt nur die frischen, reifen Tomaten, Gelierzucker und in diesem Fall frisches Vanillemark. Das unterstreicht die Süße der Tomaten noch ganz fabelhaft.
Es gibt auch noch viele andere Möglichkeiten der Kombination, zum Beispiel mit Chili, Ingwer, Essig oder Kräutern in einer etwas herzhafteren Variante. Ich wollte hier nur heute gern die süße Version vorstellen. Bestimmt probiere ich aber auch noch eine eher Chutney-artige Variante aus.

Man kann die Marmelade pur wie einen Fruchtaufstrich auf dem Brot essen – ich finde aber, dass sie in Verbindung mit verschiedenen Hart- und Weichkäsesorten und frischem Brot noch besser zur Geltung kommt. Damit passt sie perfekt auf die Käseplatte oder auch als Dip für gegrilltes Gemüse oder eben den besagten Halloumi-Käse. Probiert es mal aus! Man kann auch prima erst mal nur die Hälfte der Zutaten verwenden und die Tomatenmarmelade zur Probe kochen, bevor man in die Großproduktion startet.

Tomatenmarmelade, serviert mit Käse und frischem Brot

Süße Tomatenmarmelade

für ca. 4 Gläser zu je 250 ml

Zutaten

1,5 kg reife Tomaten
500 g Gelierzucker 2:1
Mark von 1 Vanilleschote
Saft von 1 Zitrone

Zubereitung

Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. Die Tomaten nach und nach mit einer Schöpfkelle hineingeben und etwa 1-2 Minuten ziehen lassen, bis die Haut aufplatzt. Danach aus dem Wasser nehmen und etwas auskühlen lassen.

Die Tomaten danach vorsichtig häuten, halbieren, den Strunk und die Kerne entfernen und das Fruchtfleisch je nach Geschmack fein würfeln oder pürieren – ich hab es im Thermomix zu einem feinen Püree verarbeitet, weil ich eine ganz glatte Konsistenz wollte. Wer es stückiger mag, würfelt das Tomatenfruchtfleisch einfach nur.

Die Tomaten mit dem Gelierzucker, Vanillemark und Zitronensaft in einem großen Topf gründlich vermischen. Einen Deckel auflegen und die Mischung etwa 1 Stunde durchziehen lassen.

Danach noch mal alles gut durchrühren, langsam zum Kochen bringen und unter regelmäßigem Rühren 3-4 Minuten sprudelnd kochen lassen, bis die Marmelade geliert. Ggf. einen Geliertest machen, indem man etwas von der heißen Marmelade auf einen kalten Teller gibt. Erstarrt die Marmelade recht schnell, ist die fertig. Ansonsten noch 1-2 Minuten unter Rühren weiterkochen und erneut testen.

Die fertige Marmelade noch kochend heiß in zuvor gut ausgespülte und möglichst sterilisierte Gläser* geben, mit den Deckeln gut verschließen und für 10 Minuten auf den Kopf stellen. Danach umdrehen und vollständig erkalten lassen.

Einmachgläser sterilisieren

Ich empfehle die Gläser und Deckel vor Verwendung in der Spülmaschine oder mit heißem Wasser gründlich zu reinigen. Gut abtrocknen und in den kalten (!) Ofen auf das Ofenrost stellen. Die Temperatur auf 150 °C Ober- und Unterhitze einschalten und die Gläser ab Erreichen der Temperatur noch 10 Minuten im Ofen lassen. Danach vorsichtig aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter gut auskühlen lassen.
Die Twist-Off-Deckel bzw. bei Weckgläsern die Gummiringe sollten genau wie der Einmachtrichter und die Schöpfkelle etwa 5 Minuten in kochendem Wasser sterilisiert und danach auf Küchenpapier zum Abtropfen gelegt werden.
Die Gläser dann zügig befüllen und gut verschließen.

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13 Kommentare

  • Antworten
    Bianca (Bibi)
    4. Oktober 2014 um 17:00

    Das sieht so lecker aus. Ich würde sofort gerne ein Stückchen Brot mit diesem leckeren Käse und etwas Tomatenmarmelade drauf haben wollen. Können wir tauschen? Du bekommst von mir Apfel-Chutney und ich ein Glas von der Tomatenmarmelade? Ich wünsche Dir jedenfalls ganz viel Spaß in Californien und bin schon sehr gespannt was Du berichten wirst. Hab eine tolle Zeit und wenn Du zurück in Köllefornia bist, treffen wir uns. Ganz lieben Gruß Bibi

  • Antworten
    conjanrw
    4. Oktober 2014 um 20:18

    Auch wenn es ungewöhnlich ist, klingt es ganz klar nach einem Rezept für mich. Ich muss nur mal wegen der Menge überlegen, ich esse einfach doch eher selten Marmelade und da wären 1,5 kg Früchte vielleicht etwas viel. Und die Tomatensaison neigt sich ja auch eher dem Ende… Hach ist das kompliziert! Aber ich will das machen!

  • Antworten
    Sarah von das Knusperstübchen
    4. Oktober 2014 um 21:27

    Hallo liebe Maja,
    es ist wirklich verrückt, die Welt steht Kopf. Als mein Nachbar mir letztes Wochenende ein Schälchen Himbeeren aus seinem Garten hochreichte, war ich auch total verdutzt. Jetzt noch Himbeeren? Ähnlich sieht's auch hier mit den Tomaten aus… die sind ja jetzt gerade köstlich. Bei Tomatenmarmelade war ich zunächst ähnlich verdutzt. Du hast jedoch vollkommen recht, warum eigentlich nicht?! Wenn ich es dieses Jahr nicht mehr schaffe, wird es für nächstes Jahr vorgemerkt. 🙂

    Liebe Grüße
    Sarah

  • Antworten
    Nina
    5. Oktober 2014 um 8:12

    Was sieht das großartig aus und ruft laut und deutlich nach mir!
    Danke für das schöne Rezept, so einfach hatte ich es mir nicht vorgestellt.
    Alles Liebe und bis bald, Nina

  • Antworten
    Holger
    16. Oktober 2014 um 19:24

    Tomatenmarmelade und die auch noch süß. Das ist ja eine tolle Idee. Wenn ich dies meiner Frau erzähle fällt sie vom Glauben ab. Noch besser: ich werde es ihr beweisen und nachmachen. Danke für das tolle Rezept. Möchte mehr so ausgefallene Sachen sehen 🙂

  • Antworten
    Anne
    20. Oktober 2014 um 20:55

    Ich muss gestehen, ich hab noch nie Tomatenmarmelade gegessen. Die klingt aber so verlockend, dass ich sie mal ausprobieren sollte :))

    Hab eine feine Woche!
    Anne

  • Antworten
    Nele
    29. Oktober 2014 um 10:49

    Ich habe schon so oft von Tomaten-Marmelade gelesen, aber mich noch nie wirklich daran getraut. Es klingt doch einfach sehr exotisch. 😉 Aber dein Rezept ist so wunderbar einfach und schlicht, vielleicht wage ich mich demnächst mal.
    LG Nele

  • Antworten
    Jasmin Ra
    11. Januar 2015 um 21:55

    Wow. Nachdem wir für uns erst vor kurzem Paprikamarmelade entdeckt haben, kann ich mir gut vorstellen, dass diese Variante mit Tomaten hier ebenfalls meinen Geschmack treffen wird. Ein tolles Rezept, das bald umgesetzt werden wird. Viele Grüße, Jassy

  • Antworten
    Katy
    14. August 2015 um 19:54

    Es sieht nicht nur lecker aus, es klingt auch so. Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren.
    Vielen Dank für die Rezeptidee :0)
    Liebe Grüße
    Katy

  • Antworten
    Monika
    19. Februar 2017 um 7:51

    sehr lecker
    das auf den Kopf stellen ist völlig überflüssig. es bringt nichts

    • Antworten
      Maja
      23. Februar 2017 um 20:24

      Aber es schadet sicher auch nicht 😉

  • Antworten
    Seval
    15. August 2017 um 0:54

    Habe mich genau an d.rezept gehalten , aber ist nicht gelungen (zu flüssig) was habe ich eventuell falsch gemacht?

    • Antworten
      Maja
      22. August 2017 um 19:20

      Hallo Seval,

      normalerweise sollten die Menge von 1,5 kg Tomaten und 500 g Gelierzucker 2:1 zu einer richtig dicken Konfitüre werden.
      Die Tomaten werden ja gehäutet und entkernt, das heißt, dass das ganze wässrige Innenleben entfernt wird.
      Hast du die Mischung denn lang genug ziehen lassen (1 Stunde, wie im Rezept angegeben) und dann mindestens 3 Minuten sprudelnd kochen gelassen? War der Gelierzucker 2:1?

      Viele Grüße
      Maja

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