Herzhaft

Zucchini-Tarte mit Ziegenfrischkäse und Parmesan-Knusperboden

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich in einer Ausgabe der „Essen und Trinken“ geblättert und bin dabei über ein sehr lecker klingendes Rezept gestolpert. Es handelte sich dabei um eine Tarte aus einem Mürbeteigboden, in den Parmesan eingebacken wurde. Belegt war sie mit Ziegenfrischkäse und Zucchini.

Ich gab die Zeitschrift weiter, ohne mir das Rezept zu notieren und bekam dann vor kurzem total Lust auf eben diese Tarte. Die deutschen Zucchini sind jetzt soweit und ich liebe vor allem diese kleinen hocharomatischen Exemplare sehr. Auf der verzweifelten Suche nach dem Rezept habe ich mich durch gefühlt 15 Ausgaben der „Essen und Trinken“ geblättert, Kollegen befragt, einen Hilferuf bei Facebook gestartet, doch nichts half. Keiner kannte das Rezept, keiner hatte es gesehen. Habe ich mir das Rezept vielleicht nur eingebildet? Oder davon geträumt? War es vielleicht doch eine andere Zeitschrift? Oder in einer  Ausgabe vom letzten Jahr? Lebe ich in einer mysteriösen Zwischenwelt?
All diese Fragen konnte ich leider nicht abschließend beantworten – das Rezept bleibt verschollen.

Zucchini-Ziegenfrischkäse-Tarte mit Parmesan, serviert auf einer Schieferplatte

Aber ich wäre ja kein Foodblogger, wenn ich mich nicht an der Sache – im wahrsten Sinne des Wortes – festgebissen hätte. Wie schwer kann so eine Tarte schon sein? Basteln wir uns doch einfach unsere eigene! Ha! Und Freunde, soviel kann ich schon mal sagen: Der Hammer!

Ich hab also munter Zutaten zusammengeworfen und eine ganz eigene Zucchini-Tarte mit Ziegenkäse geschaffen, die meine Erwartungen mehr als übertroffen hat.

Frisch gebackene Zucchini-Ziegenkäse-Tarte mit Parmesan, auf einer Schieferplatte

Dank Parmesan im Boden erinnert sie auf allerbeste Art an Käsecracker. Durch Ziegenfrischkäse und etwas Ei, in Verbindung mit provencalischen Kräutern, schmeckt die hauchdünn gehobelte Zucchini nach wohliger Sommerwäme, duftend blühenden Kräutergärten und lauen Sommerabenden unter rauschenden Blättern. Ich werde noch peotisch vor lauter Glückseligkeit.

Aber mal ernsthaft: das hier ist eine klare Nachbackempfehlung. Ob als kleine Vorspeise zu einem Salat, kalt als Lunch oder als kleiner Snack – die Tarte ist wirklich schnell gebacken und schmeckt in jeder Form ganz ganz köstlich. Für mich schon mal der Geschmack des Sommers 2014.

Zucchini-Ziegenkäse-Tarte mit Parmesan, angerichtet auf einer Schieferplatte

Der Boden der Tarte ist übrigens eine Adaption eines süßen Obstkuchens, den ich kurz zuvor bei Michaela von Grain de Sel entdeckt hatte. Dabei handelte es sich um eine Tarte Rustique, die ich mal eben etwas umgemodelt hatte. Wunderbar zu vearbeiten und geschmacklich wirklich herausragend!

Schmeckt bestimmt auch toll mit Tomaten oder Möhren. Statt Ziegenfrischkäse geht auch sicher normaler Frischkäse oder aber Feta. Seid kreativ – das Rezept ist unheimlich dankbar und wandlungsfähig!

Zucchini-Ziegenkäse-Tarte, angeschnitten auf einer Schieferplatte serviert

Zucchini-Tarte mit Ziegenfrischkäse und Parmesan-Knusperboden

für eine längliche Tarteform mit 11 x 35 cm Größe

Für den Parmesan-Knusperboden

110 g Mehl
30 g frisch geriebener Parmes
60 g Ziegenfrischkäse
60 g kalte Butter in Stücken
1/2 Tl Salz
1/2 Tl Cidre-Essig oder Balsamico bianco
weiche Butter für die Form

Für den Belag

75 g Ziegenfrischkäse
75 g Saure Sahne
1 Ei<
1/2 Tl Kräuter der Provence
1 kleine Zucchini (max. 200g)
Meersalz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

Alle Teigzutaten schnell in einem Multizerkleinerer, mit den Händen oder den Knethaken des Handrührers zu einem glatten Teig verkneten. Teig in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Die Tarteform (am besten mit Hebeboden) gut mit weicher Butter einfetten. Den Ofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Den Teig auf einer möglichst nur sehr leicht oder gar nicht bemehlten Arbeitsfläche in Größe der Tarteform dünn ausrollen (ca. 2-3 mm) und in die Form legen. Boden und Seiten gut andrücken, überstehende Ränder abschneiden und den Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen. Bis zur Verwendung den Teig in der Form jetzt in den Kühlschrank stellen.

Zwischenzeitlich die Füllung vorbereiten:
Ziegenfrischkäse, Saure Sahne, das Ei und die Kräuter mit einem Pürierstab oder einem Mixer gründlich durchrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen und beiseite stellen.
Die Zucchini gut waschen, aber nicht schälen, die Enden abschneiden. Die Zucchini längs entweder auf einem sehr dünn eingestellten Gemüsehobel oder mit Hilfe eines Sparschälers in sehr dünne Scheiben hobeln.
Die Füllung auf den vorgekühlten Tarteboden gießen und gleichmäßig verteilen. Die Zucchinischeiben gleichmäßig der Länge nach und überlappend auf der Füllung verteilen. Noch mal mit etwas Salz und Pfeffer würzen.

Die Tarte im Ofen auf der mittleren Schiene etwa 30 bis 35 Minuten backen, bis der Rand goldbraun und knusprig und die Füllung gestockt ist.
Kurz auf einem Kuchengitter in der Form auskühlen lassen, dann die Tarte vorsichtig aus der Form heben und sofort oder lauwarm servieren. Dazu passt ein grüner Salat. Sie schmeckt aber auch kalt. Bewahrt man sie im Kühlschrank auf, wird der Boden eher weich, deswegen sollte man sie noch am selben Tag genießen.

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13 Kommentare

  • Antworten
    Anne
    2. Juli 2014 um 6:38

    Ohhhhh, Zucchini + Ziegenfrischkäse + Parmesan klingt nach Traumkombi. Rezept ist gespeichert :>

  • Antworten
    Mia
    2. Juli 2014 um 7:05

    Die Tarte ist ja mal der Hammer! Nicht nur die Bilder sind wunderhübsch, ich habe auch ganz zufällig noch eine fast reife Zucchini auf dem Balkon stehen, die sich ganz vorzüglich in diesem Leckerchen machen würde. Schon gepinnt 😉
    Liebe Grüße, Mia

  • Antworten
    Sandra / from-snuggs-kitchen
    2. Juli 2014 um 7:38

    Oh ja, dabei! Ich liebe Ziegenfrischkäse! Und dann noch so wenig Ei in einer Tarte – perfekt für mich 😀
    Ich werde auf alle Fälle berichten 😀

  • Antworten
    Vanessa
    2. Juli 2014 um 7:52

    Und was für eine Traumkombi! :>

  • Antworten
    Charlotte
    2. Juli 2014 um 16:11

    Wenn die Tarte nur annähernd so gut schmeckt wie sie aussieht, ist sie göttlich! Ich werde das auch direkt morgen rausfinden. In meinem Kühlschrank sind zufällig noch eine Zucchini und Ziegenfrischkäse – das werte ich als Zeichen. 😉

  • Antworten
    pe.
    2. Juli 2014 um 18:32

    Das gefällt mir ausgesprochen gut und ich werd es nachbacken – danke für das Rezept 🙂

  • Antworten
    Kiki
    3. Juli 2014 um 11:31

    uuuh, das sieht einfach nur super aus! das wird auf jeden Fall in den nächsten Tagen nachgebastelt! Eine Käsecrackerkruste?! Besser geht es doch gar nicht mehr 🙂 vielen Dank, für das super Rezept! Liebste Grüße, Kiki

  • Antworten
    Tonkabohne Sabine
    3. Juli 2014 um 14:41

    Liebe Maja,
    Mit der Tarte hast Du Dich selbst übertroffen, sieht die köstlich aus 🙂
    Ich wusste gar nicht, das es Cidre Essig gibt?!
    Da muss ich mal in der Märchen Schauen,bin ja gerade in der Bretagne.
    Herzliche Grüsse,
    Sabine

  • Antworten
    grain de sel
    3. Juli 2014 um 18:28

    Das sieht aber wirklich sehr knusprig aus. Da hat Langeweiler Zucchini keine Chance, seine Schwächen auszuleben. Tolle Abwandlung 😉

  • Antworten
    Sarah
    9. Juli 2014 um 8:56

    Ich habe die Tarte gleich ausprobiert und habe anstatt "normales Mehl", Kichererbsenmehl verwendet, die Kombination mit dem Parmesan ist unschlagbar…ein Genuss mhmhmmm. 🙂

  • Antworten
    multikulinaria
    22. Juli 2014 um 17:01

    Bloß gut, dass Dich der Ehrgeiz gepackt und Du eine eigene, vllt. sogar spannendere Variante, der Tarte entwickelt hast. Muss auf die Nachkochliste. Unbedingt.

  • Antworten
    Anonym
    30. September 2014 um 6:28

    Hallo liebe Maja, ich glaube, ich kenne das Rezept, das Du ursprünglich gesucht hast. Schau doch mal unter Living at Home: Zucchini Flatbread. Das ist zwar etwas anders, mit einem Hefeteigboden, und kleingeschnittenen Aprikosen, aber ebenfalls mit Parmesan, Ziegenfrischkäse etc. Ganz köstlich. Habe es schon ausprobiert, und würde beim nächsten Mal noch Chiliflocken darüberstreuen, als Kontrast zur Süße der Aprikosen… Ich mag Deine Blog übrigens sehr, tolle Rezepte, toll fotografiert. Deine Müsli-Rezepte sind super. Bitte weiter so ! Liebe Grüße aus Bielefeld sendet dir Iris

  • Antworten
    The Cooking Spoon
    5. Oktober 2014 um 15:25

    Hallo Maja, vielen Dank für das schöne Rezept! Ich habe es etwas verändert, weil im Hause Spoon nicht jeder auf Ziegenkäse steht, dafür habe ich Knoblauch und Rosmarin dazugegeben…. mmhhh, so lecker!!

    Ich habe das Ganze heute mit Verlinkung auf deinen tollen Blog gepostet:
    http://www.the-cooking-spoon.blogspot.de/2014/10/zucchini-frischkase-tarte.html

    Liebe Grüße, Kirsten

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