Rezepte im September heißt bei mir vor allem eins: Es wird wieder gebacken! Nach den heißen Sommermonaten liegen jetzt Zwetschgen und Pflaumen in den Hofläden und auf den Märkten und die ersten Äpfel sind reif. Dazu kommt der erste Kürbis, regionale Zwiebeln und noch viel mehr. Und dann wäre da noch der Federweißer, zu dem bei uns im Rheinland einfach ein Zwiebelkuchen gehört.
Zwetschgenkuchen ist für mich absolute Kindheit. Bei meiner Kölner Oma hieß er Prummetaat und wenn im September das Blech aus dem Ofen kam, war irgendwie klar, dass der Sommer nun vorbei ist. Bis heute ist das für mich klassisch der Moment, in dem die Backsaison für mich beginnt. Nicht erst im Oktober mit den Kürbissen, sondern jetzt, mit einem Blech voller Zwetschgen.
In meinem Elternhaus stand im Garten ein riesiger Zwetschgenbaum, dessen Äste so hoch ansetzten, dass wir an die besten Früchte einfach nie dran kamen. Oben war das Obst oft überreif, unten pflückten wir, was ging. Meine Eltern hantierten mit Leitern und irgendwann hatten wir eine Pflückhilfe mit einem Beutel an einem Teleskopstiel. Unsere Nachbarskinder hatten eigene Stände, um ihre Pflaumen zum Sommerferienende am Gartenzaun zu verkaufen und ich glaube so viel Pflaumenkuchen wie in diesen Jahren meiner Kindheit, habe ich nie wieder gegessen.
Der September ist ein Übergangsmonat und genau das macht ihn für mich so reizvoll und interessant. Mittags ist es meist noch sommerlich, die Sonne geht aber früher unter und abends wird es so frisch, dass man eine Jacke braucht. Für mich ist das einfach die perfekte Jahreszeit und ich liebe den Herbst! Deswegen findet ihr hier in meiner Rezeptsammlung für den September auch alles, was man braucht: Kuchen für den Nachmittag und was Herzhaftes für die ersten kühlen Abende.

Pflaumen und Zwetschgen kommen jetzt kistenweise
Ich liebe jede Form der Pflaume, aber Zwetschgen sind für mich immer die erste Wahl beim Backen, weil sie fester sind und weniger Saft abgeben. Pflaumen sind süßer und saftiger und schmecken hervorragend als Kompott und Mus. Wenn ihr auf dem Markt die Wahl habt, greift für Kuchen am besten zu den länglichen Früchten mit gut lösbarem Kern.








Diese und weitere Rezepte mit Pflaumen und Zwetschgen findet ihr außerdem in einer eigenen Sammlung.

Zum Federweißer gehört Zwiebelkuchen
Jetzt im September beginnt die Weinlese und schon bald steht der erste Federweißer im Laden. Dazu gehört unbedingt ein Zwiebelkuchen und ich persönlich liebe solche saisonalen Kochrituale. Zwiebeln haben streng genommen keine klassische Saison, weil sie Lagergemüse sind und das ganze Jahr über verfügbar. Die Saison ist jetzt quasi der Anlass und der Übergang vom Sommer in den Herbst. Die folgenden Rezepte verbindet, dass die Zwiebeln alle langsam und bei niedriger Hitze gegart werden, wodurch sie weich und süß werden.





Der erste Kürbis ist da
Meist ist der Kürbis ein typisches Gemüse für den Oktober. Rein von der Ernte her stimmt das aber schon lange nicht mehr. Ich habe schon im August Hokkaido geerntet, auf dem Markt liegen bereits zahlreiche Exemplare aus der Region und meist habe ich auch einfach schon ab Mitte September Lust drauf. Deswegen gibt es hier schonmal drei leckere Rezeptideen für den Saisonstart, der Rest folgt im Oktober.



Meine 10 liebsten Kürbisrezepte habe ich außerdem in einer eigenen Sammlung zusammengestellt.

Jetzt geht es mit den Äpfeln los!
Ab Anfang September geht es bei mir in der Region mit den Äpfeln los. Die ersten Frühsorten sind schon verfügbar, ab Ende September sind die meisten Sorten verfügbar. Bei mir läuft der Ofen dann für Apfelkuchen quasi bis November durch. Hier kommen meine ersten liebsten Rezepte, die schon gut mit den frühen Sorten funktionieren.







Trauben und Quitten sind jetzt am besten
Trauben und Quitten werden im September gerne übersehen, gerade wenn es mit Äpfeln und Birnen auf dem Marktstand los geht. Trauben landen meist als Snack im Obstkorb, dabei werden sie im Ofen geröstet wunderbar süß und intensiv. Quitten sind den Aufwand der Verarbeitung wert und haben nur eine kurze Saison. Probiert die Rezepte unbedingt mal aus!




Häufige Fragen zum Kochen und Backen im September
Was ist der Unterschied zwischen Pflaumen und Zwetschgen?
Die Zwetschge ist eine Unterart der Pflaume. Sie ist länglicher, fester und säuerlicher, ihr Kern löst sich leicht. Fürs Backen nehmt ihr Zwetschgen, weil sie ihre Form behalten, für Kompott und Mus gerne auch mal die saftigeren Pflaumen.
Im Handel werden beide Bezeichnungen oft durcheinandergeworfen, deswegen schaue ich auf die Form. Länglich und spitz zulaufend mit einer Naht an der Seite ist die Zwetschge, rund und weich die Pflaume.
Warum wird mein Zwetschgenkuchen-Boden matschig?
Streut eine dünne Schicht Brösel unter das Obst, die den Saft aufsaugt. Ich nehme dafür am liebsten gemahlene Mandeln oder Haselnüsse statt klassischer Semmelbrösel, die saugen genauso gut auf und bringen zusätzlich Geschmack in den Kuchen.
Semmelbrösel sind mir persönlich zu grob, man merkt sie im fertigen Kuchen. Gemahlene Nüsse verschwinden dagegen völlig und machen den Boden nebenbei noch geschmackvoller. Der zweite Punkt ist die Fruchtwahl: Zwetschgen enthalten weniger Wasser als Pflaumen und durchnässen den Teig deshalb von vornherein weniger.
Was ist der Unterschied zwischen Zwiebelkuchen, Zwiebelquiche und Zwiebeltarte?
Der Unterschied liegt im Teig. Zwiebelkuchen ist die rustikale Variante mit Hefe- oder Mürbeteig, vielen Zwiebeln und oft auch mit Speck. Die Quiche ist durch Mürbeteig und cremigen Eierguss feiner. Die Tarte ist hier bei mir die schnelle Variante aus Blätterteig.
Ich mache alle drei, je nach Anlass. Für den Zwiebelkuchen nehme ich persönlich einen Quark-Butter-Teig, weil ich dicke Hefeteigböden nicht so gerne mag. Bei der Quiche kommt extra Frischkäse in den Mürbeteig, dann reißt er beim Ausrollen nicht. Und wenn es schnell gehen muss, greife ich zu Butter-Blätterteig aus dem Kühlregal. Beim Blätterteig lohnt sich der Blick auf die Zutatenliste, die billigen Varianten sind mit Palmöl statt Butter gemacht und das schmeckt man meiner Meinung nach.
Muss ich Hokkaido-Kürbis schälen?
Nein, die Schale vom Hokkaido ist dünn genug, um sie mitzuessen. Beim Garen wird sie außerdem weich und verschwindet püriert in der Suppe. Bei Butternut oder Muskatkürbis müsst ihr dagegen schälen, deren Schale bleibt zäh.
Das ist der Hauptgrund, warum ich für Suppe fast immer Hokkaido nehme: Waschen, halbieren, Kerne raus, würfeln, fertig. Butternut mag ich gerne, wenn er im Ofen geröstet wird, aber für die schnelle Suppe unter der Woche gewinnt der Hokkaido.
Welche Äpfel eignen sich zum Backen?
Nehmt am besten immer eine säuerliche Sorte, die beim Backen nicht sofort zerfällt. Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt für Apfelkuchen Jonagold, Elstar und Boskoop. Boskoop ist der säuerlichste von den dreien, Elstar der zuverlässige Allrounder.
Süße Sorten wie Gala schmecken frisch gegessen gut, im Kuchen gehen sie aber unter, weil ihnen die Säure als Gegengewicht zum süßen Teig fehlt.
Kann man Quitten roh essen?
Nein, die meisten Quittensorten sind roh ungenießbar. Ihr Fruchtfleisch ist hart, holzig und sehr sauer. Gekocht oder gebacken werden Quitten aber wunderbar weich und entwickeln ein tolles Aroma zwischen Apfel und Birne.
Den pelzigen Flaum auf der Schale reibt ihr vor dem Verarbeiten einfach mit einem Tuch ab. Und wenn euch das Schneiden zu mühsam ist: Nach kurzem Vorkochen lassen sich Quitten deutlich leichter zerteilen.
Was kocht ihr im September?
Ich freue mich über eure Rückmeldungen. Schreibt mir gerne in die Kommentare, welches Rezept ihr ausprobiert habt. Und wenn ihr eure Ergebnisse zeigen mögt, markiert mich bei Instagram unter @moeyskitchen.
Neue Rezepte direkt aufs Handy
In meinem WhatsApp-Channel teile ich jedes neue Rezept und immer mal wieder saisonale Tipps aus meiner Küche. Ihr müsst nichts kommentieren und niemand sieht, wer sonst noch dabei ist.
Das Sommergemüse ist noch nicht durch
Zucchini, Tomaten, Paprika und Auberginen gibt es im September weiterhin und oft schmecken sie jetzt sogar noch intensiver als im Hochsommer. Wer die letzten warmen Tage nutzen will, findet in meinen Rezepten für den August alles dazu.
Im Oktober wird es dann richtig orange
Was jetzt anfängt, wird im Oktober zum Hauptthema. Dann kommen die Kürbis-Aufläufe, der Kürbiskuchen und alles, was den Ofen lange laufen lässt. Und die Äpfel bleiben uns bis in den November erhalten!
