Diese einfache Kürbissuppe aus Hokkaido, Kartoffeln und Möhren steht in 40 Minuten auf dem Tisch und braucht nur einen Topf. Sie ist cremig und herzhaft und funktioniert ohne Ingwer, Kokosmilch oder Orangensaft. Der Kürbis steht im Mittelpunkt. Mein Geheimtipp ist etwas Currypulver!
Es gab hier bei mir im Blog jahrelang keine „ganz normale“ Kürbissuppe. Das ist mir erst aufgefallen, als ich meine Best of Kürbis-Rezeptsammlung zusammengestellt habe. Eine Ofen-Variante von Kürbissuppe mit Apfel gibt es, aber nicht die Suppe, die wirklich jedes Jahr als erstes bei mir auf den Tisch kommt, sobald es kühler wird und die ersten Hokkaidos auf dem Bauernhof nebenan in der Auslage liegen.
Und ich habe mich dabei bewusst gegen alles entschieden, was sonst so in immer mehr Rezepten in Kürbissuppe eingerührt wird. Ich wollte es puristisch halten und meinem hervorragenden Bio-Kürbis das Rampenlicht überlassen. Deswegen landet in meinem Rezept hier keine Kokosmilch, kein Ingwer und auch kein Orangensaft. Nicht, weil das nicht schmeckt – ich mag das alles sehr – sondern weil es den Kürbis gerne mal überdeckt. Wenn ich im September die erste Kürbissuppe koche, will ich den Kürbis auch schmecken.
Was stattdessen bei mir drin ist: Kartoffel und Möhre. Die Kartoffel gibt der Suppe eine Basis und Bindung, ohne dass man Mehl oder Sahne bräuchte. Die Möhre bringt dazu die erdige Süße und etwas Farbe. Ich kaufe diese Sachen am liebsten vom selben Bio-Hof in meiner Nachbarschaft und empfehle euch gute, regionale Zutaten zu verwenden.

Warum diese Kürbissuppe ohne Ingwer und Kokosmilch auskommt
Ich verwende für diese Suppe bewusst Hokkaido, auch wenn ich Butternut Kürbis genauso liebe. Der Hokkaido bringt aber schon von sich aus ein nussiges Aroma mit, das fast schon an Maronen erinnert. Das ist auch der Grund, warum diese Suppe so wenig braucht. Der Kürbis alleine liefert den Geschmack, der Rest unterstützt nur. Die Möhre verstärkt die Süße, die Kartoffel sorgt für ein cremiges Mundgefühl und die Gemüsebrühe hält alles zusammen. Mehr Bausteine braucht es einfach nicht.
Die Cremigkeit entsteht hier in meiner Suppe also über Stärke aus der Kartoffel und nicht über Fett aus Sahne oder Kokosmilch. Der Schmand kommt ganz am Schluss als i-Tüpfelchen auf die Suppe und nicht vorher. Er ist ein eigener, leicht säuerlicher, fettreicher Kontrast. Dazu toppe ich die Suppe mit gerösteten Kürbiskernen. Die Suppe braucht das nicht unbedingt, aber ich liebe den Biss als Topping oben drauf.
Der halbe Teelöffel Currypulver ist der einzige Ausreißer von dem, was ich bisher geschrieben habe. Und der ist Absicht. Das Curry macht die Suppe nicht automatisch indisch, sondern einfach ein bisschen wärmer und aromatischer. Wer es lieber klassisch mag ohne die weichen Nuancen, kann es auch einfach weglassen. Aber ich kann euch sehr empfehlen, es zu probieren. Ein bisschen Currypulver in der Kürbissuppe ist mein Geheimtipp und ich möchte nicht mehr drauf verzichten!

Worauf es beim Kürbis und den weiteren Zutaten ankommt
Beim Kürbis verwende ich Hokkaido und zwar bewusst mit Schale. Die Schale ist beim Hokkaido essbar, wird beim Kochen weich und lässt sich deswegen problemlos fein mitpürieren. Das spart nicht nur Arbeit beim Schälen, sondern gibt der Suppe auch automatisch eine kräftige Farbe. Wichtig ist dabei nur, ihn gründlich abzuschrubben und schadhafte Stellen einfach wegzuschneiden. Generell empfehle ich Bio-Kürbisse aus regionalem Anbau, weil man meiner Meinung nach den Unterschied schmecken kann!
Bei den Kartoffeln nehme ich hier bewusst eine regionale mehligkochende Sorte, weil die am meisten Stärke abgibt. Genau diese Stärke nutze ich zur Bindung meiner Suppe. Man muss aber auch aufpassen, dazu im nächsten Abschnitt gleich mehr.
Bei der Gemüsebrühe fange ich lieber knapp an und gieße nur soviel an, dass das Gemüse gerade bedeckt ist. Nachgießen kann man immer noch, wenn ich beim Pürieren merke, dass es noch zu dick ist. Eine zu dünne Suppe wieder einzudicken ist kein großer Spaß. Wenn ihr selbst gemachte Gemüsebrühe verwendet oder eine hochwertige Bio-Brühe, werdet ihr definitiv einen Unterschied schmecken.
Beim Schmand ist nur der Zeitpunkt entscheidend. Sowohl Schmand als auch saure Sahne haben zu wenig Fett, um beim Kochen stabil wie Sahne zu bleiben. Das heißt, sie würden ausflocken, wenn sie in die kochende Suppe kommen. Deshalb verwende ich sie erst zum Servieren. Wollt ihr vorher schon etwas Cremiges einrühren, empfehle ich euch Crème fraîche. Zieht den Topf aber trotzdem vorher vom Herd und rührt erst dann die Crème ein.

So wird die Kürbissuppe cremig und nicht klebrig
Der Ablauf der Zubereitung ist wirklich einfach: Zwiebeln langsam glasig dünsteb,dann Kartoffeln und Möhren dazu geben und kurz mit dünsten. Dann kommt der Kürbis dazu, der mit der Brühe angegossen wird. Deckel drauf und alles wird leicht köcheln lassen, bis es weich ist. In der Zeit kann man die Petersilie vorbereiten und die Kürbiskerne anrösten.
Der einzige kritische Moment kommt dann beim Pürieren – und der hat mit den Kartoffeln zu tun. Wer jetzt nämlich zu lange und zu stark püriert, zerschlägt die Kartoffelstärke soweit, dass die Suppe klebrig, fast kleistrig werden kann. Und das lässt sich dann nicht mehr retten. Püriert also lieber zu wenig als zu viel. Man kennt das vor allem von Kartoffelbrei. Also haltet den Pürierstab nur so lange rein wie nötig und arbeitet euch einmal zügig durch. Ich nutze gerne den Thermomix und mixe alles nicht länger als vielleicht 15-20 Sekunden durch.
Nach dem Pürieren erhitze ich die Suppe noch einmal, schmecke sie ab und serviere sie dann mit Schmand, Petersilie und gerösteten Kürbiskernen. Die genauen Zeiten und Mengen findet ihr unten in der Rezeptkarte.

Womit ich meine Kürbissuppe toppe
Ganz ohne Topping ist mir persönlich die Kürbissuppe zu weich. Nicht geschmacklich zu langweilig, es geht mir rein um die Textur. Für mich braucht auch eine pürierte Creme-Suppe etwas, auf das man beißen kann und was den Grundgeschmack unterstreicht und ergänzt.
- Geröstete Kürbiskerne sind für mich der Standard. Ich röste sie ohne Fett in einer kleinen Pfanne knusprig, bis sie anfangen zu springen. Der Schritt ist natürlich optional, aber es lohnt sich!
- Ein Löffel Schmand und etwas grob gehackte Petersilie geben Textur und eine weitere Geschmackskomponente. Die Säure vom Schmand hebt die Süße von Kürbis und Möhre etwas an, die Petersilie durchbricht den erdigen Geschmack mit Frische.
- Kürbiskernöl ist ein weiterer Klassiker, den ich zur Suppe liebe. Ein paar Tropfen über den Schmand geträufelt heben den Geschmack noch mal an.
- Croûtons wären eine weitere Ergänzung, wenn ihr es noch sättigender haben wollt. Altbackene Brötchen, in grobe Stücke gezupft und in etwas Butter angebraten, passen hervorragend dazu!
So könnt ihr die Kürbissuppe abwandeln
- Im Ofen geröstet statt gekocht. Das ist meine zweite Kürbissuppe mit Apfel und Ingwer. Sie schmeckt deutlich kräftiger, weil der Kürbis Röstaromen bekommt und mehr Wasser verliert.
- Statt Schmand zu verwenden, könnt ihr natürlich auf den Klassiker Kokosmilch zurückgreifen. Dadurch wird die Suppe vegan und auch etwas süßer. Hier würde jetzt auch der frische Ingwer gut dazu passen.
- Wenn ihr es schärfer und würziger mögt, könnt ihr den Curryanteil auf 1 TL erhöhen oder eine halbe rote Chilischote fein gehackt mit den Zwiebeln andünsten.
- Als Hauptgericht ergänzt ihr einfach gebratene Garnelen oder knusprigen Speck und Croûtons oder serviert die Suppe mit einem kräftigen Brot.
Drei Tipps aus meiner Küche
- Werft die Kerne aus dem Hokkaido nicht weg! Sauber gepult, trocken getupft und dann in der Pfanne geröstet, passen sie perfekt als Topping, ohne dass man eine Tüte Kerne kaufen muss!
- Streut das Curry nicht erst in die fertige Suppe! Wenn ihr Curry zum Würzen verwenden möchtet, gebt das Pulver schon mit zu den angedünsteten Zwiebeln. Durch das Fett lösen sich die Aromen besser heraus.
- Die Suppe schmeckt mir persönlich am nächsten Tag noch besser! Wenn ich die Zeit habe, koche ich sie schon am Vorabend und wärme sie am nächsten Tag auf. Erst dann kommen die Toppings frisch dazu.
Häufige Fragen zur Kürbissuppe
Kann man Kürbissuppe wieder aufwärmen?
Ja, man kann die Kürbissuppe problemlos wieder aufwärmen. Sie schmeckt am zweiten Tag oft sogar noch besser. Dabei ist es nur wichtig, dass man sie langsam und bei niedriger Hitze erwärmt und den Schmand wirklich erst beim Servieren auf den Teller gibt.
Im Kühlschrank hält sich die Suppe gut verpackt etwa 2-3 Tage. Ich fülle sie dafür in eine Box mit Deckel und erwärme sie dann am liebsten wieder in einem Topf. Gut umrühen und dann nochmal abschmecken.
Kann man Kürbissuppe einfrieren?
Ja, Kürbissuppe kann man in der Grundversion ohne Toppings problemlos einfrieren. So hält sie mehrere Monate. Mit Milchprodukten wie Sahne oder Schmand eingefroren, verliert sie allerdings an Cremigkeit. Beim Auftauen können sich außerdem Wasser und Milchanteil voneinander trennen.
Ich koche die Suppe ganz normal wie im Rezept angegeben und friere sie dann portionsweise in geeigneten Behältern ein. Lasst nach oben hin etwas Platz, weil sich die Suppe beim Einfrieren ausdehnt. Ich lasse sie dann meist über Nacht im Kühlschrank auftauen und erwärme sie dann erst vorm Servieren. Abschmecken ist nochmal wichtig, weil Gewürze im Gefrierfach an Aroma verlieren können.
Funktioniert das Rezept auch mit Butternut statt Hokkaido?
Ja, absolut, aber mit zwei Anpassungen: Butternuss-Kürbis muss geschält werden. Und er ist milder und süßer als Hokkaido, dazu bleibt sein Fruchtfleisch auch beim Kochen fester.
Die Suppe wird dadurch feiner und samtiger, aber eben auch weniger nussig und geschmackvoll. Das kräftige Aroma kommt vom Hokkaido. Ich würde bei der Verwendung von Butternut deswegen die Kartoffelmenge etwas reduzieren, weil der Kürbis selber schon cremiger ist.

Habt ihr die Kürbissuppe gekocht? Dann würde ich mich riesig über eure Bewertung in der Rezeptkarte freuen! Hinterlasst mir doch auch gerne einen Kommentar und verratet mir, ob ihr die Suppe mit oder ohne Curry zubereitet. Wenn ihr ein Foto macht, markiert mich gerne bei Instagram unter @moeyskitchen

Einfache Kürbissuppe mit Hokkaido, Kartoffeln und Möhren
Zutaten
- 1 Zwiebel
- 2 mittelgroße mehligkochende Kartoffeln ca. 250 g
- 3 mittelgroße Möhren ca. 150 g
- 1/2 TL Curry optional
- 1 mittelgroßer Hokkaido-Kürbis ca. 800 g
- 800 ml Gemüsebrühe ca. 700-900 ml
- einige Stiele glatte Petersilie
- 50 g Kürbiskerne optional
- 150 g Schmand oder Sahne alternativ: Saure Sahne oder Crème fraîche
- Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- neutrales Pflanzenöl zum Braten
Zubereitung
- Zwiebel schälen und in grobe Stücke schneiden. Etwas Öl in einem großen Topf auf mittlere Temperatur erhitzen. Zwiebelstücke langsam glasig anbraten, sie sollen dabei keine Farbe annehmen. Währenddessen die Kartoffeln und Möhren schälen und in ca. 2 cm dicke Würfel schneiden. Zusammen mit dem Currypulver zu den Zwiebeln geben und sanft andünsten.
- Kürbis gründlich waschen, aber nicht schälen. Lediglich schadhafte Stellen an der Schale wegschneiden. Kürbis halbieren und die Kerne mit einem Esslöffel entfernen. Halbierten Kürbis erst in Spalten und dann auch in 2 cm große Stücke schneiden. Mit in den Topf geben und gut unterrühren. Jetzt nur soviel Gemüsebrühe angießen, dass das Gemüse gerade so bedeckt ist. Lieber mit etwas weniger Flüssigkeit starten. Topf abdecken und etwa 20-25 Minuten köcheln lassen, bis alles weich gegart ist.

- Währenddessen die Petersilie waschen und trocken schütteln. Blättchen von den Stielen zupfen und fein hacken. Nach Belieben die Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett leicht rösten, dann abkühlen lassen.
- Suppe anschließend mit dem Pürierstab, im Standmixer oder im Thermomix kurz fein pürieren. Sollte sie zu dick sein, noch etwas Wasser oder Gemüsebrühe hinzufügen. Erneut erhitzen. Nach Belieben mit etwas weiterem Currypulver abschmecken und mit Salz und Pfeffer würzen.

- Suppe auf Teller verteilen und jeweils etwa 1-2 EL Schmand oder Sahne leicht einrühren. Mit gehackter Petersilie und gerösteten Kürbiskernen bestreuen und sofort servieren.
Hinweise
- Einfrieren: Am besten ohne Schmand und ohne fertige Würze einfrieren, dann hält die Basis mehrere Monate. Über Nacht im Kühlschrank auftauen, danach abschmecken und verfeinern.
- Aufwärmen: langsam bei mittlerer Hitze, Schmand erst auf dem Teller dazu. Im Kühlschrank hält die Suppe rund drei Tage.
- Brühe: Lieber knapp angießen, nach dem Pürieren lässt sich immer noch verdünnen.
- Butternut statt Hokkaido: schälen, schmeckt milder und süßer.

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Bei „Fix auf dem Tisch“ sammeln wir seit 2020 in wechselnden Runden schnelle Rezepte zu einem gemeinsamen Thema. Für die Kürbis-Runde haben die anderen Blogs diese Rezepte beigesteuert.
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S-Küche – Cremige Kürbis Pasta
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Nom Noms food – Schnelle und einfache Pasta mit käsiger Kürbis-Linsen-Soße
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1x umrühren bitte aka kochtopf – Herbstliche Empanada mit Kürbis & Chorizo

1 Kommentar
Denis
28. Oktober 2021 um 20:20Ich liebe Kürbissuppe! Schönes Rezept!