Herzhaft

Vegetarisches Winter-Soul-Food: Käsespätzle mit geschmorten Zwiebeln

Der Winter kommt und mit ihm endlich die herzhaften Gerichte wie leckere Käsespätzle! Wer hat bei 12 oder 17 Grad schon wirklich Lust auf Fondue oder Schmorgerichte? Jetzt wird es etwas frischer draußen und bei mir kommt langsam aber sicher die Sehnsucht auf nach wohlig wärmendem Soul Food für die kalten Tage.
Außerdem habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen wieder vermehrt Basisrezepte und Klassiker zu verbloggen. Ich hätte schwören können, dass ich viel mehr der Dinge, die regelmäßig auf meinen Tisch kommen, es auch schon auf den Blog geschafft haben. Stimmt aber nicht. Also jetzt die guten alten Klassiker und los geht es mit Käsespätzle.
Die Idee zum Rezept stammt aus einem meiner liebsten Kochbücher: Winterküche: Voller Wärme, Kraft und Sinnlichkeit* von Tanja Dusy. Die Ideen für Winterrezepte sind unheimlich vielseitig und einfach umzusetzen. Das Rezept habe ich nach meinem Geschmack etwas umgewandelt und die Zubereitungsschritte angepasst.

Vegetarisches Winter-Soul-Food: Rezept für Käsespätzle mit geschmorten Zwiebeln
Käsespätzle sind für mich so richtig echtes Essen für die Seele – wenn der Käse Fäden zieht und die süß-würzigen Zwiebeln sich mit dem herzhaften Käse vermengen. Hach. Ich kenne niemanden, der keine Käsespätzle mag. In manchen Regionen heißen sie Kässpatzn, Chäschnöpfli oder auch Käsknöpfle und die leckersten habe ich bisher in einer kleinen Berghütte in Tirol gegessen. Das kann aber auch dem Umstand geschuldet sein, dass ich bisher noch nie in der Schweiz war und sie dort noch nicht probiert habe…
Vegetarisches Winter-Soul-Food: Rezept für Käsespätzle mit geschmorten Zwiebeln
Zubereitungsmöglichkeiten und die einzig wahren Rezepte gibt es wie Sand am Meer – wie immer, wenn es um Klassiker geht. Manche bereiten Käsespätzle direkt in der Pfanne zu, andere wie einen Auflauf im Ofen. Ich habe mich jedoch dafür entschieden die Spätzle nur im Ofen warm zu halten und abwechselnd mit dem geriebenen Käse in eine Auflaufform zu schichten, so dass der Käse schmilzt, sie aber nicht weiter überbacken oder schmoren. So bleiben sie warm, trocknen nicht aus und der Käse schmilzt bestmöglich, zieht wunderbare Fäden und vermischt sich hervorragend mit den Spätzle.
Vegetarisches Winter-Soul-Food: Rezept für Käsespätzle mit geschmorten Zwiebeln
Ich serviere sie mit geschmorten Zwiebeln – die dürfen langsam in der Pfanne vor sich hin brutzeln bis sie braun und süßlich werden. Dafür verwende ich die großen Gemüsezwiebeln, die von Natur aus nicht zu scharf sind, sondern immer eine leichte Süße haben. Natürlich kann man statt der beiden großen Gemüsezwiebeln auch einfach 4-5 normale Zwiebeln verwenden. Eine passende Alternative zu den Schmorzwiebeln wären ansonsten auch selbst gemachte, knusprige Röstzwiebeln.
Als Käse kommt klassischerweise natürlich Emmentaler oder Bergkäse in Betracht. Auch da gibt es jedoch große Qualitätsunterschiede und ein echter Allgäuer oder Schweizer Emmentaler passt am besten zu diesem Gericht.
Eventuell vorhandene Reste kann man übrigens wunderbar wie einen Auflauf erwärmen und überbacken oder mit etwas Butter in einer Pfanne braten – auch sehr lecker!
Vegetarisches Winter-Soul-Food: Rezept für Käsespätzle mit geschmorten Zwiebeln

Käsespätzle mit geschmorten Zwiebeln

für 4 große Portionen

Für die Spätzle

500 g Mehl
4 mittelgroße Eier
250 ml Milch
2 Tl Salz
250 g Emmentaler am Stück
frischer Schnittlauch in Röllchen geschnitten, zum Servieren
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Für die Schmorzwiebeln

2 große Gemüsezwiebeln
50 g Butter
eine Prise Zucker
eine Prise Salz

Zubereitung

Für die Spätzle, Mehl, Eier, Milch und Salz in eine große Rührschüssel geben und mit dem Rühraufsatz der Küchenmaschine oder mit einem Holzlöffel kräftig zu einem zähflüssigen Teig verschlagen, bis dieser Blasen wird. Die Rührschüssel abdecken und den Teig etwa 10 Minuten ruhen lassen.

Zwischenzeitlich für die Schmorzwiebeln die Butter in einer sehr großen Pfanne zerlassen. Die Zwiebeln schälen und in feine Ringe schneiden oder hobeln. Die Zwiebeln bei schwacher bis mittlerer Hitze mit aufgelegtem Deckel unter gelegentlichem Rühren etwa 15 bis 20 Minuten sanft schmoren lassen, bis sie langsam Farbe annehmen. Dann mit etwas Zucker und Salz abschmecken.

Den Käse zwischenzeitlich auf einer Vierkantreibe vorsichtig raspeln.

Den Backofen auf 70 °C Umluft vorheizen und eine hohe ofenfeste Form (mit Deckel) mit Butter einfetten und mit in den Ofen stellen.

Reichlich gesalzenes Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. Den Spätzleteig portionsweise durch eine Spätzlepresse oder einen Spätzlehobel ins Wasser drücken und einige Minuten kochen lassen, bis sie an die Oberfläche aufsteigen.
Fertige Spätzle abschöpfen, abtropfen lassen und in die Ofenform geben.

Etwas vom geriebenen Käse darüber streuen, den Deckel aufsetzen und die nächste Portion Spätzle ins kochenden Wasser drücken. Abwechselnd fertige Spätzle und geriebenen Käse in der Form schichten, bis alles verbraucht ist.<

Die fertigen Käsespätzle vorsichtig vermengen, bis der Käse Fäden zieht und zusammen mit den geschmorten Zwiebeln anrichten.

Mit Schnittlauchröllchen und frisch gemahlenem Pfeffer bestreut servieren.

Vegetarisches Winter-Soul-Food: Rezept für Käsespätzle mit geschmorten Zwiebeln

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13 Kommentare

  • Antworten
    Arthurs Tochter
    16. Januar 2016 um 17:42

    Uuuaaaaaahhhh! Ich will das. Alles!
    Ich weiß gar nicht, wann ich die letzten Käsespätzle gegessen habe. Muss Jahre her sein.

    • Antworten
      Maja
      16. Januar 2016 um 18:17

      Na dann wird es aber allerhöchste Zeit 😉

  • Antworten
    Fee ist mein Name
    16. Januar 2016 um 20:43

    Jetzt habe ich Futterneid. Ausgeprägten Futterneid. Ich durfte zuletzt im Kleinwalsertal selbstgemachte Käsespätzle kosten und jetzt gerade wünschte ich es wäre September 2015.

  • Antworten
    unsermeating
    17. Januar 2016 um 12:04

    Kääässpätzle – herrlich! Kaum ein Gericht macht mich glücklicher! Die geschmorten Zwiebeln müssen einfach sein, die geben den richtigen Kick. Und die "Winterküche" find ich auch ein sehr gelungenes Kochbuch. Schönen Sonntag dir noch! Miriam

  • Antworten
    Tanja Gammer
    17. Januar 2016 um 18:54

    Hmm sooo lecker! Muss ich auch wieder mal machen, jetzt wo ich sie bei dir hier sehe
    LG
    Tanja

  • Antworten
    Ela
    18. Januar 2016 um 10:55

    Hier in Bayern bin ich verwöhnt – ich habe noch nie Spätzle selbst gemacht sondern immer in bayerischen Lokalen oder auf einer Alm gegessen.. Wenn ich deine Bilder so angucke, muss ich sie aber auch dringend mal selbst machen!! Ich liebe Kasspatzn einfach 🙂
    Liebe Grüße,
    Ela

  • Antworten
    Anna C.
    18. Januar 2016 um 13:43

    ganz nobel wirds natürlich mit handgeschabte Spätzle.. und grüner Salat gehört dazu. Hmm.

  • Antworten
    papierbotschaften
    19. Januar 2016 um 5:58

    Hallo, meine Familie und ich liiiiiiiieben Käsespätzle. Rezept ist mit Wasser statt Milch. Ich werde deine Version bald testen und bin ganz gespannt…… auch auf die weiteren Basis-Rezepte!
    Winterliche Grüße Christel

  • Antworten
    Julia
    30. Januar 2016 um 16:51

    Als ich noch in München gelebt habe, bekam ich (meist in Augustiner-Brauhäusern) immer gute Käsespätzle. Aber hier im Rheingau: Diaspora! Da hilft bei akuter Käsespätzle-Sucht auch kein Riesling mehr. Danke für das Rezept. Jetzt mach' ich sie halt selber. ÄTSCH!

  • Antworten
    Martina
    25. Februar 2016 um 15:12

    Die Schmorzwiebeln hören sich super an, sehen auch ganz toll aus! Wir machen oft Käsespätzle, die lieben die Kinder und wir auch. Bisher haben wir immer (weil´s natürlich auch schneller geht) die Röstzwiebeln aus dem Supermarkt drüber gestreut…aber ich werde Schmorzwiebeln mal probieren!
    LG
    Martina

    • Antworten
      Maja
      26. Februar 2016 um 21:11

      Probier das unbedingt mal aus, Martina! Es schmeckt wirklich ganz anders und so viel besser!
      LG Maja

  • Antworten
    Lisa
    5. Februar 2017 um 17:32

    Das klingt nach einem richtig leckeren Rezept, vielen Dank dafür! Selbstgemachte Spätzle schmecken einfach total super und sind schnell gemacht. In Kombination mit den Zwiebeln schmeckt es wahrscheinlich total gut. Ich freue mich schon, dass Rezept so schnell wie möglich auszuprobieren.

    Viele Grüße
    Lisa

    • Antworten
      Maja
      5. Februar 2017 um 21:27

      Viel Spaß beim Ausprobieren 🙂

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