Herzhaft

Sommer in Gläsern: milder Ajvar 2.0

Juhu, da bin ich wieder!
Nach zwei wunderbaren Urlaubswochen und miesem Jetlag in den vergangenen Tagen, bin ich wieder im hier und jetzt angekommen. Zwischendurch war das mit Zeit und Raum gar nicht so einfach für mich.
Vergangene Woche lief ich noch in Shorts und bei 30 °C durch New York und hab Eis gegessen, jetzt sitze ich in Strickjacke auf dem Sofa und trinke Tee.
Ich kann und will noch nicht wahr haben, dass der Sommer vorbei ist und noch weigere ich mich erfolgreich Socken und feste Schuhe zu tragen (dafür Schal und Jacke…).
Vielen Dank noch mal an meine lieben Gastautoren, die mich hier in den vergangenen beiden Wochen mit tollen Tipps und Rezepten vertreten haben!


Aber es hilft ja alles nichts – die Zeit der Eisrezepte ist wohl erst mal vorbei.
Doch bevor es bei mir wieder herbstlich zugeht und der erste Kürbis Einzug hält, möchte ich die letzten Spätsommeraromen noch einfangen.
Momentan gibt es noch heimische reife Tomaten, Paprika und Zucchini. Bei mir zu Hause wird deswegen momentan noch wie verrückt eingekocht, um den Sommer noch ein bisschen länger behalten zu können. Ich nenne das Sommer in Gläsern. Ich nehme jetzt so viel mit, wie ich tragen kann (bzw. meine Regale…) und hab so auch im Herbst und Winter immer Sommer zu Hause.

Auch wenn Einkochen bzw. Einwecken für viele den Charme von Omas Kellerregal und gruseligen Gläsern hat, die man nach Jahrzehnten findet und den Inhalt nicht mehr definieren kann, ist es sogar ziemlich hip und vor allem praktisch.
Gerade wenn man berufstätig ist und unter der Woche nicht viel Zeit zu kochen hat – hat man auf Vorrat eingekocht, kann man sich in Minutenschnelle ein tolles Mahl zaubern.
Gerade wenn man nicht so viel Platz im Gefrierschrank hat, ist Einmachen die bessere Wahl.
Bei mir stehen Chili con carne und Bolognese eingemacht im Schrank und dieser Tage folgen noch Tomatensauce und dieser wunderbare Ajvar mit all seinen Sommeraromen.
Vor zwei Jahren habe ich zum ersten Mal einen schnellen Ajvar gezaubert – und es hat fantastisch geschmeckt. Damals habe ich ihn nicht haltbar gemacht, sondern musste das Glas recht zügig aufbrauchen.
Und weil ich meistens zu faul bin und es mir zu aufwendig ist, greife ich häufiger mal auf ein fertiges Glas aus dem türkischen Supermarkt zurück.
Aber warum nicht einmal in die Küche stellen, den Aufwand betreiben und immer wieder davon essen können?
Dank Marktbesuch gestern, hatte ich jetzt endlich die Gelegenheit (und Zeit) und habe den letzten Ajvar optimiert und auf Vorrat eingekocht.

selbstgemachter Ajvar, eingekocht und serviert mit Fladenbrotchips

Hier kommt jetzt meine Version 2.0 – sie enthält neben Auberginen auch gelbe Paprika für den Geschmack.
Ich esse Ajvar wahnsinnig gerne als kalte Sauce zu Lamm, im Couscous-Salat, zu Bulgur oder einfach auf knusprigem Brot oder als Dip.
Hier habe ich einfaches geröstetes Fladenbrot dazu gereicht:
Ein Fladenbrot wird in möglichst schmale Streifen geschnitten und flach auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gelegt. Mit etwas Olivenöl beträufeln und dann mit Meersalz und einer Kräuter- bzw. Gewürzmischung nach Wahl bestreuen. Dukka, Sumagh und Za’atar passen hervorragend!
10-15 Minuten bei 200 °C im Ofen rösten, dann leicht abgekühlt servieren.
Die Idee dazu stammt von Steph vom Kuriositätenladen!

Milder Ajvar, selbstgemacht und mit Fladenbrotchips serviert

Milder Ajvar 2.0

für etwa 6-7 Gläser zu je 200 ml

4 kleine aromatische Auberginen
2 rote Gemüsepaprika
2 gelbe Gemüsepaprika
1,2 kg milde rote Spitzpaprika (ca. 10 Stück)
4 reife Roma-Tomaten
8 Knoblauchzehen mit Schale
100 ml extra vergine Olivenöl
2 El Condimento bianco oder Balsamico bianco
Meersalz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Olivenöl für das Blech

Den Backofen auf 200 °C vorheizen und möglichst den Grill mit hinzuschalten. Ich habe dafür die Funktion Heißluft-Grillen.
Ein sauberes Backblech mit Olivenöl einpinseln.
Auberginen, Gemüsepaprika und Spitzpaprika gründlich waschen, halbieren und von Stielansätzen und Samen befreien. Die Tomaten gründlich waschen und den grünen Stielansatz herausschneiden.
Auberginen und Gemüsepaprika mit der Hautseite nach oben auf das vorbereitete Backblech setzen und ins obere Drittel des Ofens einschieben.
Etwa 30 Minuten rösten, bis das Gemüse weich gegart ist und die Haut schwarz wirft und Blasen wirft.
Dann aus dem Ofen nehmen, in eine Schüssel geben und sofort mit Frischhaltefolie abdecken. 10 Minuten ruhen lassen.
Das Blech erneut mit Olivenöl einpinseln, jetzt die Spitzpaprika mit der Hautseite nach oben auf das Blech setzen. Die Tomaten im ganzen und die ungeschälten Knoblauchzehen mit aufs Blech geben.
Wieder in den Ofen schieben und erneut etwa 20-30 Minuten rösten.
In der Zwischenzeit die Auberginen- und Paprikahälften häuten und das Fruchtfleisch in eine ausreichend große und hohe Schüssel geben.
Die fertig geröstete Spitzpaprika ebenfalls in einer Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und 10 Minuten ruhen lassen, danach häuten und hinzugeben.
Die Haut der Tomaten löst sich von alleine, hier auch nur das Fruchtfleisch mit in die Schüssel geben.
Den weichen Knoblauch direkt aus der Schale mit in die Schüssel drücken.
Das ganze Gemüse nun vorsichtig mit dem Pürierstab zerkleinern. Entweder ganz glatt rühren oder noch etwas stückig lassen. Das klappt auch im Stabmixer-Mixbecher ganz gut.
Ich würde es immer etwas stückiger lassen und nicht zu fein pürieren, aber das ist Geschmackssache.
Olivenöl, Condimento oder Balsamico, Meersalz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer mit einem Kochlöffel oder Schneebesen gründlich unterrühren und gut abschmecken.
Der Ajvar ist damit fertig und muss nur noch abkühlen.
Man kann ihn nun in Gläser füllen und einige Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Ich würde empfehlen den Ajvar haltbar zu machen und einzuwecken:
Dazu werden 6-7 saubere Einmachgläser (Marmeladengläser, Saucengläser usw. sind natürlich auch möglich) mit etwa 200 ml Inhalt auf einem Backblech im 150 °C heißen Ofen 15 Minuten lang sterilisiert.
Die Deckel werden 5 Minuten in kochendem Wasser vorbereitet.
Der noch heiße Ajvar wird mit einem Einmachtrichter direkt in die ausgekühlten Gläser abgefüllt und mit den noch heißen Deckeln gut verschlossen.
Ich stelle die Gläser nun in einen Topf, entweder mit einem passenden Drahtgitter oder einem Geschirrhandtuch auf dem Boden und gieße soviel warmes Wasser an, bis die Gläser zu 3/4 im Wasser stehen.
Ich bringe das Wasser zum Kochen, schalte dann auf eine niedrige Stufe herunter und lasse die Gläser für 45 Minutem im köchelnden Wasser stehen.
Danach kühlen sie auf einem Gitter auf Raumtemperatur aus.
Sobald sie abgekühlt sind, kann man testen, ob alle Gläser ein Vakuum gezogen haben. Sollte sich ein Deckel wölben oder auf Druck nachgeben, sollte man das Glas lieber in den Kühlschrank stellen und bald verbrauchen.

milder Ajvar, mit Fladenbrotchips serviert

In letzter Sekunde möchte ich dieses Rezept auch direkt beim Event „9 Jahre kochtopf Blog-Event – Neuauflage Braun Food-Blogger-Kochbuch!“ einreichen.
Da ich das letzte Kochbuch schon verpasst habe, versuche ich diesmal mit diesem wirklich genial leckeren Ajvar mein Glück!

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13 Kommentare

  • Antworten
    Christina
    16. September 2013 um 6:16

    Sieht sehr lecker aus, muss ich mir merken. Das wäre auch schon eine schöne Idee für Weihnachten…! Och nee, noch nicht daran denken…:)

    Liebe Grüße, Christina

  • Antworten
    zorra
    16. September 2013 um 9:14

    Das sieht köstlich aus und dann auch noch die tollen Einmachtipps. Dankeschön fürs Mitmachen. Ach ja und das Ajvar hat durch die Peperoni auch Vitamin C, das hilft gegen Erkältung, wegen ohne Socken und feste Schuhe. ;-)))

  • Antworten
    woszumessn
    16. September 2013 um 20:56

    ui, ayvar wollt ich auch mal selber machen:) wie sehr schmeckt man denn die aubergine raus? bin am überlegen, ob ich die weglassen sollte, weil mir das lila freakgemüse einfach nicht schmeckt, egal in welcher form ichs bis jetzt probiert hab…
    grüßle =)

  • Antworten
    Uschi
    20. Juni 2016 um 23:08

    Dein Rezept sieht so toll aus, danke dir … wird demnächst nachgekocht … Mal ne Frage, kann man die gefüllten Gläser auch in einen Weckkessel sterilisiert werden, wenn ja, wie lange und auf welche Temperatur bitte ?

    • Antworten
      Maja
      26. Juni 2016 um 20:57

      Hallo Uschi,

      das geht auf jeden Fall! Leider habe ich aber keinen Einkochautomaten und kann deswegen nichts zur Dauer und Temperatur sagen. Hast du denn vielleicht eine Bedienungsanleitung mit Empfehlungen dabei?

      Viele Grüße
      Maja

  • Antworten
    Uschi
    30. Juni 2016 um 21:55

    Dankeschön für deine Antwort … Ich habe meinen Weckkessel gerade eben erhalten und muss da mal schauen ob ich dazu was finde .. Ich lass es dann auch wissen ..
    Lg Uschi

    • Antworten
      Maja
      30. Juni 2016 um 23:00

      Prima, ich hoffe, dass du tolle Ergebnisse erzielst!

      Viele Grüße
      Maja

      • Antworten
        Uschi
        6. Juli 2016 um 13:29

        Hallo Maja .. habe da was gefunden bei Weck Online .. und zwar kann man die Ajvar im Weckkessel bei 90° ca 30 Minuten einwecken..
        Lg Uschi

        • Antworten
          Maja
          14. Juli 2016 um 22:07

          Vielen Dank für den Hinweis, Uschi! Hast du es schon ausprobiert?

          Viele Grüße
          Maja

  • Antworten
    Uschi
    19. Juli 2016 um 16:41

    Maja .. Ich habe das Ajvar nach dein Rezept zubereitet und eingeweckt und 2 Zucchinis mit reingearbeitet .. habe 4 1/2 Gläser à 400 ml rausbekommen .. das halbe Glas ist schon gekostet worden und ich muss sagen ‚Tipptopp‘ echt lecker !!
    Vielen Dank fürs Rezept <3
    Schade das ich kein Foto zufügen kann
    Lg Uschi

    • Antworten
      Maja
      22. Juli 2016 um 10:14

      Das freut mich sehr, Uschi! Vielen Dank für dein Feedback. Zucchini ist auch eine tolle Idee!
      Lass es dir schmecken 🙂

      Viele Grüße
      Maja

  • Antworten
    Anika
    23. April 2017 um 11:45

    Oh ein tolles Rezept. Ich bin gerade auf den Trichter geko, dass man ein fabelhaftes Joghurtdressing mit Ajvar machen kann und war daher eh auf der Suche nach einem Rezept zum Selbermachen.

    • Antworten
      Maja
      23. April 2017 um 21:27

      Das klingt aber auch nach einer ganz tollen Idee! Das notiere ich mir direkt mal zum Ausprobieren 🙂

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