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Sous-vide Kochkurs mit Hubertus Tzschirner

Mittwoch, 19. Juni 2013

Letzten Samstag schwelgte ich mit ein paar anderen Kochbegeisterten im absoluten Foodie-Himmel: wir hatten einen kleinen, im privaten Rahmen stattfindenden Kochkurs von und mit Hubertus Tzschirner gebucht.

Da ich natürlich mitbekommen hatte, dass die liebe Tina vom Blog Foodina seit einiger Zeit im Besitz eines Thermalisierers ist und außerdem auch das Sous-vide Kochbuch von Hubertus hat, habe ich sie gefragt, ob sie denn nicht auch mitmachen will. Und sie wollte!
Ihren ausführlichen und reich bebildernden Bericht gibt es genau hier:
Sous Vide-Kochkurs mit Hubertus Tzschirner

Hubertus ist nämlich der Autor dieses wunderbaren Sous-vide Buches aus dem Fackelträger Verlag:

Kennengelernt habe ich Hubertus im vergangenen Oktober auf der Frankfurter Buchmesse und durfte seitdem ein paar Mal in den Genuss seiner köstlichen Gerichte kommen.
Und auch wenn ich selber aus Kosten- und Platzgründen bisher weder einen Kammervakuumierer noch einen Thermalisierer besitze, finde ich den Gedanken des Sous-vide Kochens durchaus reizvoll.

Deswegen war ich sehr froh, als wir einen Termin gefunden hatten und am vergangenen Samstag gemeinsam mit Hubertus kochen konnten.

Und was er für uns vorbereitet hatte! Insgesamt waren 8 Gänge geplant - schon nach dem Vierten war ich so satt. Das ganze Happening ging um 13 Uhr los und endete erst gegen 22 Uhr. Und wir haben währenddessen eigentlich ständig gegessen. Entsprechend karg fiel dann der Sonntag aus, um da schon mal vorzugreifen.



Während uns Hubertus in die Grundbegriffe und Techniken einführte, gab es erst mal köstliches Münchner Malzbrot und Chili-Baguette mit frischen Dips:



Neuentdeckung des Tages Nummer 1: eingelegte sizilianische Kapernblätter und Bronzefenchel
Erkenntnis des Tages Nummer 1: Hüttenkäse in Verbindung mit getrockneten Tomaten ist gar nicht so bäh, wie ich immer dachte...

Und schon folgte die Neuentdeckung Nummer 2 und einiges Lehrreiches zum Thema Garpunkte, Gardauer und Konsistenzen: Das Onsen-Ei, in dessen Genuss wir später auch noch kommen sollten:


Und dann ging es auch schon mit dem ersten Gang los: Wassermelone mit Estragon und Limette mariniert, serviert mit Estragonsauce, Feta und Blüten.


Die Wassermelone wird vorbereitet und in die Vakuumbeutel geschichtet.
Soweit kenne ich die Prozedur schon von meinem 50€-Standard-Balkenvakuumierer...


Dieses Mal durfte ich aber zum ersten Mal einen von diesen sehr großen und sehr teuren Kammervakuumierern bedienen.


Da macht zugegebenermaßen schon das Zugucken Spaß.
Und das direkte Ergebnis ist schon erstaunlich - guckt euch nur mal die Farbe der Wassermelone vorher und nachher an!


Und so sah das perfekte Ergebnis dann aus, das wir mit Hubertus fachmännischer Hilfe wunderschön angerichtet haben, wie ich finde...



Das Rezept für die Melone findet sich im Buch auf den Seiten 144 und 229.

Weiter ging es mit einem bei 46 °C 20 Minuten lang gegarten und dann abgeflämmten Lachsfilet auf mit Dill und Senfsaat marinierten Salatgurken und Bergamotte, das zusätzlich noch mit glimmenden Whisk(e)yholzfassresten beraucht wurde. Klingt kompliziert, sieht irre aus und schmeckt bombastisch!

Auch die Gurke erlebt schon beim Vakuumieren eine farbliche Veränderung und durch das Marinieren im Vakuum wird sie fast durchsichtig, so dass jede Faser zu sehen ist.
Der Lachs war einfach nur perfekt - noch nie habe ich einen so köstlich gegarten Lachs probieren dürfen. Da bekommt "auf den Punkt" plötzlich eine ganz neue Dimension...









Der Lachs findet sich im Buch auf Seite 137, die Dillgurke auf den Seiten 151 und 223.

Als nächsten Gang gab es dann eine Entenbrust, die 35 Minuten bei 62 °C gegart wurde.
Danach wurde die Ente mit der Hautseite nach unten schön kross in der Pfanne angebraten.
Erkenntnis des Tages Nummer 2: Nicht umständlich das Salz auf die Ente werfen und in der halben Küche verteilen - Salz in die Pfanne geben und die Ente darauf legen - genial!
Serviert wurde das ganze mit Weinbergpfirsichen, Pfefferkirschsauce und karamellisierten Cashews.
Auch hier wieder: Wow! Die zarteste und saftigste Ente meines Lebens, einfach nur köstlich.





Das Rezept für die Superente steht im Buch auf Seite 114.


Nach Geflügel kommt ja bekanntlich Fisch und so musste als nächstes ein Fischgericht her - dabei kam auch das berühmte Onsen-Ei zum Einsatz.
Es gab Kabeljau mit Onsen-Ei, weißem Spargel und Tatsoi mit Kräuterseitlingen.



Hubertus verwendet ein unheimlich großes Spektrum an essbaren Blüten, Wildkräutern und Micro Leafs, die er vom Keltenhof bezieht.
Die Neuentdeckung Nummer 3 bestand deswegen aus "Tatsoi", "Micro roter Amaranth" und "rotem Oxalis", nur um mal ein paar Beispiele aus der Vielzahl der mir bis dato völlig unbekannten Pflanzen zu nennen. Das ganze ist aber super spannend!

Die Zubereitung des Onsen-Eis wird übrigens im Grundlagenkapitel des Buches ausgiebig besprochen.
Das Rezept für den Spargel (25 Minuten bei 85 °C) befindet sich im Buch auf Seite 139.


Nach Fisch kommt dann natürlich wieder Fleisch und einfach direkt noch mal Fisch, wir lassen uns ja nicht lumpen.
Der nächste Gang bestand also aus knusprig gegrilltem Schweinebauch, der vorher 24 Stunden bei 65 °C gegart wurde. Serviert wurde er auf mit Essig und Vanille marinierten Apfelwürfeln. Auch diese Geschmackskombination war wieder irre.
Dazu gab es außerdem noch einen Wels (Waller), der in Serranoschinken eingewickelt 25 Minuten bei 52 °C gegart und anschließend in der Pfanne rundherum knusprig angebraten wurde.
Als Beilage gab es ein Erbsenmus sowie eine sous-vide gegarte und anschließend gegrillte Karotte, dazu einen Rote-Bete-Schaum.



Das Rezept für den marinierten Apfel steht im Buch auf Seite 59, der 24-Stunden-Schweinebauch befindet sich auf Seite 83, die Erbsen stehen auf den Seiten 104 und 133 und der Wels im Schinkenmantel findet sich in ähnlicher Form auf Seite 151.


Wenn ich richtig mit gezählt habe, hatten wir zu dem Zeitpunkt schon 5 Gänge verputzt. Im Grunde war ich auch schon ziemlichsatt, weil alles so köstlich war und ich immer alles brav aufgegessen hatte.
Da wusste ich aber auch noch nichts vom noch folgenden Schweinenacken, Rindersteak, den Garnelen und dem Gemüse, das noch folgen sollte...

So wurden die folgenden beiden Gänge einfach kurzerhand zu einem Freestyle-Buffet umfunktioniert, an dem sich jeder bedienen konnte:





Der Grill war vom Schweinebauch ohnehin noch heiß, deswegen wurden Schweinenacken, Rib-Eye-Steak und Maiskolben aus ihrem Wasserbad befreit und zusammen mit den Garnelen noch mal gut auf dem heißen Grill angeschmurgelt.
Dazu gab es eine Art japanische Süßkartoffel namens Kotobuki (Danke, Tina!), die geschmacklich und von der Konsistenz her an Pastinake erinnerte.
Als kühl-scharfen Kontrast servierte Hubertus uns dazu ein Gazpacho-Eis aus dem Pacojet.
Das Rib-Eye-Rezept steht auf Seite 63 im Buch, der Schweinenacken auf Seite 64.


Und dann hatten wir es auch schon fast geschafft.
Aber was wäre eine solches Menü ohne ein würdiges Dessert zum krönenden Abschluss?!

Und so gab es eine köstliche Ananas, die mit Zimtblüten und Vanille mariniert wurde und dann auch im Wasserbad schwimmen durfte.
Serviert wurde sie mit Kokos-Eis aus dem Pacojet, griechischem Joghurt, karamellisierten Cashewkernen und Estragonsauce.
Das war wirklich ein perfekter Abschluss!


Das Rezept für die Ananas steht im Buch auf den Seiten 133 und 193.

Als kleines Gimmick gab es dann noch frische Erdbeeren, die in Marshmallow Fluff getunkt und mit dem Brenner abgeflämmt wurden.



Zu so einem grandiosen und umfangreichen Menü braucht man ja auch außerdem noch etwas zu trinken.
Wir hatten das große Glück, dass Christina Fischer von "Die GENUSS Werkstatt"- ihres Zeichens ausgezeichnete Sommeliere und Buchautorin von Wein und Speisen - Leidenschaft mit System, das ebenfalls im Fackelträger Verlag erschienen ist - Teil unserer illustren Runde war:


Sie hatte ohne das Menü vorher zu kennen einfach mal eine Auswahl von ein paar feinen Tropfen mitgebracht. Ich hatte schon ein paar Mal das Vergnügen von ihr ausgewählte Weine zu trinken und auch dieses Mal waren die Weine großartig und sie harmonierten vor allem hervorragend zu den einzelnen Gängen!






Was für ein toller Tag!
Meinen herzlichsten Dank noch mal an den lieben Hubertus für seine tolle Vorbereitung und seine Geduld.
Einige aus unserer Gruppe waren ja keine Unbekannten für ihn und so hatten wir richtig viel Spaß und einen ganz wunderbaren Tag zusammen.

Dankeschön auch an unseren charmanten Gastgeber, der uns seine Küche so selbstlos zur Verfügung gestellt hat! In deinem tollen Garten zu sitzen hat den gleichen Effekt wie in Urlaub zu fahren!

Sous-vide ist schon eine wirklich praktische und vielseitige Zubereitungsart. Vor allem lässt sich alles problemlos und einfach vorbereiten, was gerade dann, wenn man Gäste hat wirklich praktisch ist.
Ich denke ich werde mal ein paar Experimente mit meinem Balkenvakuumierer und dem Thermomix starten...

*alle Amazon-Links sind Affiliate-Links

Die Metro-Kochherausforderung geht in die dritte Runde - meine Premiere!

Freitag, 14. Juni 2013

Der Metro-Genussblog hat vor kurzem zur dritten Runde der Metro-Kochherausforderung aufgerufen.
Die ersten beiden Runden sind an mir vorbeigegangen, aber nachdem ich Anna und Carmen vom Metro-Genussblog im Februar persönlich kennen lernen durfte, haben sie mich zur dritten Runde mit eingeladen.

Und so kam es, dass ich nach ein paar Telefonaten mit "meinem" zuständigen Metro-Warenhaus in Köln eine Kiste mit lauter leckeren Zutaten an einem Freitagnachmittag Ende Mai abholen durfte.
Ganz klar war die Aktion für die Beteiligten wohl nicht - ich sollte nämlich nachgucken, ob alles Bestellte auch enthalten sein. Gar nicht so einfach, wenn es sich doch um einen Überraschungswarenkorb handelt...


Zwei der ursprünglich angegeben Zutaten, nämlich die wilden Tomaten und die französischen Gourmet-Kartoffeln waren nicht vorhanden und wurden kurzerhand durch ähnliche Zutaten ersetzt.

Lustig finde ich außerdem zu sehen, wie die unterschiedlichen Läden die Kisten gepackt haben - so landeten bei ein paar von uns Bloggern gleich 100 Tütchen Ahoi-Brause im Körbchen, andere bekamen eine ganze Kiste wilde Tomaten oder jungen Spinat.

Konkret waren die Zutaten:
- ein französisches Loué-Freiland-Hähnchen
- eine Flasche Weißwein "Riesling Roter Hang", Rheinhessen 2012
- eine Flasche Argan-Öl
- eine Dose Persisches Blausalz
- ein Glas Pesto Genovese
- eine Flugmango
- eine Schale Babyspinat
- eine Schale Bio-Strauchtomaten (als Ersatz für die wilden Tomaten)
- ein Beutel Drillinge (als Ersatz für Franceline-Kartoffeln)
- ein Stück Ingwer
- eine Dose Ahoi-Brausepulver
- eine Packung Filo-/Strudelteig
(alle diese Zutaten wurden mir unentgeltlich von der METRO Cash & Carry Deutschland GmbH zur Verfügung gestellt!)

Sofort ratterte es in meinem Kopf los, was man daraus alles zaubern könnte.
Die Form der Präsentation ist uns relativ frei überlassen, ich wollte jedoch ein klassisches 3-Gänge-Menü kochen.
Wichtig ist, dass wirklich alle Zutaten verwendet werden müssen - weglassen gilt nicht!
Ich hab auch versucht außerdem so wenig wie möglich an "Fremdzutaten" dazu zu geben, damit die Produkte aus dem Warenkorb voll zur Geltung kommen können.
Und das ist mit einem solchen tricky Warenkorb gar nicht so leicht, weil das ganze ja auch einigermaßen stimmig sein soll... Und was macht man überhaupt mit Brausepulver, außer es mit Wodka zu trinken?

So habe ich hin und her überlegt, mir Gerichte ausgedacht und wieder verworfen und bin schließlich bei einer Art "französisch-orientalischem" Menü gelandet, falls es so etwas gibt:

Vorspeise:
Tomaten-Pesto-Päckchen auf Spinat-Ingwer-Salat

Hauptgericht:
Coq au Riesling mit Kartöffelchen

Dessert:
Mango-Crème brûlée mit Himbeer-Brause-Gugl
(Die Créme brûlée schon am Vortag zubereitet)



Tomaten-Pesto-Päckchen auf Spinat-Ingwer-Salat
für 4 Portionen

Für die Päckchen:
6 Strudelteigblätter a 40 x 60 cm
1 Ei
ca. 50 ml  Milch
ca. 200 g Pesto Genovese
4 Strauchtomaten, entkernt und fein gewürfelt
Persisches Blausalz, Pfeffer
etwas Öl oder Butter für das Blech

Den Backofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
Den Strudelteig etwa 10 Minuten vor Verarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen.
8 Mulden eines Muffinblechs mit etwas Öl oder weicher Butter einfetten.
Die Teigblätter jeweils in vier Rechtecke schneiden, so dass man insgesamt 24 solcher Rechtecke erhält.
Das Ei mit der Milch verquirlen.

Jeweils ein Strudelteigrechteck auf ein Arbeitsbrett legen. Die Oberfläche mit etwas Eiermilch bestreichen und ein weiteres Rechteck darauf legen. Wieder mit Ei bestreichen und ein weiteres Rechteck darauf legen.
Insgesamt hat man nun einen dreichschichtigen Strudelteig.

Diese Platte nun vorsichtig mit 1-2 Tl Pesto bestreichen, ohne dass der Teig reißt.
Die Teigplatte anheben und mittig in eine Mulde des Muffinblechs setzen, so dass eine Art Schale mit überstehenden Seiten entsteht.

In diese Mulde nun etwa 1-2 El von den gehackten Tomaten geben. Etwas Persisches Blausalz und frisch gemahlenen Pfeffer darüber streuen und die überstehenden Strudelteigränder miteinander verzwirbeln und nach oben drehen, so dass eine Art Säckchen entsteht.
Die Oberseite wieder mit etwas Eiermilch bestreichen.

Mit den restlichen Zutaten genauso verfahren, bis man insgesamt 8 solcher Säckchen im Muffinblech hat.
Das Muffinblech ins untere Drittel des vorgeheizten Ofens schieben und die Tomaten-Pesto-Päckchen etwa 15-17 Minuten goldbraun und knusprig backen.


Für den Salat:
150 g Babyspinat, gewaschen und abgetrocknet
2 El Balsamico bianco oder Weißweinessig
1 Tl Honig
1-2 El Argan-Öl
4 El Sonnenblumen- oder Rapsöl
1 daumengroßes Stück Ingwer, geschält und fein gerieben
Persisches Blausalz, frisch gemahlener Pfeffer
optional: etwas gewürfelter Feta

Den vorbereiteten Babyspinat gleichmäßig auf 4 Schalen oder tiefe Teller verteilen.
Essig, Honig, Salz und Pfeffer mit dem Schneebesen kräftig verschlagen, bis sich Honig und Salz weitgehend aufgelöst haben.
Unter ständigem Rühren erst das Argan-Öl, dann das neutrale Pflanzenöl untermischen, bis eine homogene Vinaigrette entsteht.
Zum Schluß den geriebenen Ingwer unterrühren.
Die Vinaigrette gleichmäßig über dem Spinat verteilen und nach Belieben noch etwas Feta darüber krümeln.

Die fertig gebackenen Tomaten-Pesto-Päckchen vorsichtig aus dem Blech heben, ohne dass sie aufreißen und auf den Spinatsalat setzen. Lauwarm als Vorspeise servieren.


Ich habe zum ersten Mal Arganöl probiert und finde es pur etwas zu herb im Geschmack. Verdünnt man es aber mit etwas neutralem Öl, bekommt es einen ganz feinen Geschmack, der erstaunlicherweise wunderbar mit Honig und Ingwer harmoniert.
Das Persische Blausalz schmeckt angenehm salzig und hat wirklich eine hübsche Farbe, allerdings löst es sich nur schwer auf und ist vielleicht besser für die Mühle geeignet.
Allein aus farblichen Gründen habe ich etwas Feta dazugegeben, den es aber bei den einzelnen Geschmackskomponenten wirklich nicht gebraucht hätte.



Coq au Riesling mit Kartöffelchen
für 4 Portionen

6 Schalotten, geschält und fein gewürfelt
2 Knoblauchzehen frisch oder confiert, geschält und fein gehackt
250 ml Hühnerfond (am besten selbstgemacht)
250 ml Riesling
200 ml Sahne
200 g Crème fraîche
1 Lorbeerblatt
1 kg feine Kartoffeln, z.B. Drillinge, geschält und halbiert
1 ganzes Freiland Loué-Hähnchen, ca. 1,8 kg
frisch gemahlenes Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer
Butter und Olivenöl zum Braten
evtl. eiskalte Butter zum Binden der Sauce
evtl. frische oder getrocknete französische Kräuter zum Garnieren

Jeweils 1 El Butter und Olivenöl in einen großen Topf geben.
Die Schalotten und den Knoblauch darin sanft bei mittlerer Temperatur anschwitzen und glasig dünsten.
Mit Riesling und Hühnerfond ablöschen, das Lorbeerblatt dazugeben und offen bei mittlerer Temperatur etwa 5 Minuten einkochen lassen.
Sahne und Crème fraîche dazugeben und nochmal etwa 5 Minuten sanft einköcheln lassen.
Danach das Lorbeerblatt entfernen und die Sauce mit einem Pürierstab oder in einem Blender fein pürieren.
Beiseite stellen.

Das Hähnchen waschen und trocken tupfen.
Mit Hilfe eines großen Messers oder einer Geflügelschere in 2 Bruststücke, 2 Keulen mit Oberschenkel und 2 Flügel zerteilen. Fett und Haut entfernen und zusammen mit den Karkassen beiseite stellen.
Aus den Resten, also Fett, Haut und Knochen lässt sich wunderbar neuer Hühnerfond kochen. Wenn das nicht sofort gemacht werden soll, lassen sich diese Teile bis dahin sehr gut einfrieren.
Die 6 Hühnerteile salzen und pfeffern.


Erneut etwas Butter und Olivenöl in einem Bräter oder einer sehr großen Schmorpfanne erhitzen und die Hähnchenteile von allen Seiten gleichmäßig anbraten, danach aus der Pfanne nehmen.
Die geschälten und halbierten Kartoffeln in die Pfanne legen, kurz von allen Seiten anrösten und mit der Riesling-Sauce aufgießen.
Die Hähnchenkeulen und -Flügel dazulegen, einen Deckel auflegen und die Mischung etwa 15 Minuten bei niedriger Hitze sanft schmoren.
Dann erst die Hähnchenbrüste mit dazugeben und alles weitere 15-20 Minuten ganz sanft ziehen lassen, bis die Kartoffeln und das Fleisch gar sind.
Falls die Sauce zu dünnflüssig ist, die Pfanne bzw. den Bräter in den letzten 5 Minuten öffnen, damit sie weiter einkocht oder so lange eiskalte Butterstückchen einrühren, bis die Sauce abgebunden ist.

Alles gleichmäßig auf vier tiefe Teller verteilen und sofort als Hauptgang servieren.


Klassischerweise kocht man dieses Gericht eigentlich mit einem Riesling aus dem Elsass. Dann gehören aber auch Pilze mit hinein und keine Kartoffeln. Typische Beilage wären dann auch entweder Spätzle oder einfach Baguette. Bei mir gibt es deswegen die selbst erfundene hessisch-französische  Variante "Giggel mit Riesling un Kadöffelschen" - Grüße in die alte Heimat!
Da ich keine Pilze mag, Kartoffeln aber dafür umso mehr, habe ich mich für diese Version des Schmorgerichts entschieden.
Es ist zugegebenermaßen nicht sonderlich fotogen und auch etwas farblos, allerdings brauchte ich nach der Vorspeise auch keine Gemüse-Beilage mehr. Um einen Hauch Farbe dran zu bringen, habe ich noch etwas getrocknete Kräuter der Provence darüber gestreut.



Mango-Crème brûlée mit Himbeer-Brause-Gugl
für 4 Portionen

Für die Mango-Crème brûlée:
400 ml frische Bio-Schlagsahne
150 ml frische Bio-Vollmilch
5 frische Bio-Eigelb
75 g feiner Zucker
1 reife Flugmango, geschält und das Fruchtfleisch fein püriert
Mark von 1 ausgekratzten Vanilleschote
feiner Zucker zum Karamellisieren

Den Backofen auf 150 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. 2-3 Liter Wasser zum Kochen bringen.

Schlagsahne, Milch und Eigelb mit dem Schneebesen gut verquirlen.
Zucker, Mangopüree und Vanillemark dazugeben und nochmals gründlich durchmixen.

Die Mischung in vier ausreichend große, backofenfeste Förmchen füllen und diese vorsichtig auf ein tiefes Backblech, in eine ausreichend große und hohe Backform (z.B. Lasagneform) oder in die Fettpfanne des Ofens stellen.
Soviel kochendes Wasser angießen, bis die Förmchen zu 3/4 im Wasser stehen.

Die Crème brûlée etwa 50-55 Minuten im Ofen stocken lassen, bis die Oberfläche etwas fester geworden ist.
Danach erst auf Zimmertemperatur abkühlen und schließlich über Nacht im Kühlschrank vollständig erkalten lassen.

Vor dem Servieren etwa 1 El feinen Zucker in jedes Förmchen streuen, gleichmäßig verteilen und die Oberfläche mit einem Flambierbrenner gleichmäßig karamelliesieren.
Zusammen mit den Himbeer-Brause-Gugl servieren.



Für 12 Brause-Gugl:
1 Ei
40 g feiner Zucker
50 g Mehl
50 g geschmolzene Butter
2 Tütchen Ahoi-Brause Himbeergeschmack
Puderzucker zum Bestreuen
Butter und Mehl für die Form

Den Backofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
Eine Minigugl-Form einfetten und mit Mehl ausstreuen, die Reste gut ausklopfen.

Das Ei mit dem Zucker gründlich verquirlen, dann das Mehl untermixen.
Vorsichtig die geschmolzene Butter unterheben und erst ganz zum Schluß das Brausepulver unterrühren.

Den Teig sofort gleichmäßig in die Mulden der Backform verteilen und die Minigugl etwa 10-12 Minuten backen, bis sie schön aufgegangen und goldbraun sind.
In der Form auskühlen lassen, dann vorsichtig herauslösen.
Mit Puderzucker bestreut jeweils 3 Brause-Gugl zusammen mit der Crème brûlée servieren.


Eine klassische Vanille-Crème brûlée harmoniert hervorragend mit der milden Süße der Mango. Das Gewicht des erhaltenen Mangopürees ist eher nebensächlich, deswegen habe ich auch nur eine Mango als Referenz angegeben.
Die Brause hat mir dabei mehr Probleme bereitet - in meiner Vorstellung sollte sie vor allem als Backtriebmittel agieren und gleichzeitig ein bisschen Fruchtaroma abgeben.
Die ersten Versuche Minigugl oder Madeleines zu backen, landeten aber in der Tonne, weil ich eindeutig zu viel Brausepulver verwendet habe. Das entstandene Gebäck war eher schwammartig und hielt überhaupt nicht zusammen.
Erst als ich das Pulver reduziert habe, war das Ergebnis gut. Man schmeckt wirklich ein ganz leichtes Aroma heraus, dazu sind die Küchlein super saftig und locker.
Brause wird zukünftig bestimmt mal wieder zum Einsatz in Backwaren kommen!


Mir hat die Teilnahme an dieser Aktion riesigen Spaß gemacht!
Von selber wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen Argan-Öl oder Persisches Blausalz zu kaufen oder mit Brausepulver zu backen.
Der Warenkorb hat mir insgesamt sehr gut gefallen - die Zutaten waren entweder alle Bio, Markenprodukte  oder von der hochwertigen Eigenmarke der Metro.
Gerade das Pesto Genovese war super lecker und es war genau das drin, was in ein Pesto hineingehört - inkl. Olivenöl und Pinienkerne.
Das werde ich sicher mal wieder kaufen, um etwas für Notfälle im Schrank stehen zu haben.
Das Hähnchen war ebenfalls von hervorragender Qualität und sehr saftig und zart im Geschmack. Ich habe es wirklich bis zum letzten Fitzelchen verwendet und bin schon sehr gespannt auf den Hühnerfond, den ich aus den ganzen Resten kochen möchte.

Vielen lieben Dank an Anna und Carmen für die Organisation des Warenkorbs und dass ich an dieser Aktion teilnehmen dürfte - gerne bin ich auch beim nächsten Mal wieder dabei!
 

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