Süß

Geschenkidee aus der Küche: Saftiger Stollen mit gerösteten Haselnüssen und Nougat, gebacken im Glas

Stellt euch mal folgendes Szenario vor: Ein Abend mit mehreren Foodies. Wir kochen zusammen, schnippeln den ganzen Tag und kriegen selber langsam ein bisschen Hunger. Ich rufe „Ich hab einen Stollen mitgebracht!“, packe meinen Stollen aus, schneide ihn in Scheiben und stelle ihn bereit. Keine Reaktion. 10 Minuten später, der Stollen ist immer noch unberührt. Ich sage noch mal: „Leute, der Stollen ist angeschnitten, greift bitte zu!“. Betretene Gesichter. „Du, Maja, also, ähm. Ich mag Stollen ehrlichgesagt nicht so, tut mir leid.“ Entschuldigendes Schulterzucken. Ich sage: „Ja Mensch, das passt doch prima, ich auch nicht! Das ist ein total simpler, feiner Hefe-Butter-Stollen, gefüllt mit leckeren Nougatstücken und gerösteten Haselnüssen!“. Man hört Messer fallen und Füße trappeln. In Nullkommanix ist der Stollen verputzt, man verlangt umgehend das Rezept: „Hättest du das mal gleich gesagt!“.

Weihnachtsgeschenke aus der Küche: Rezept für Hefe-Butter-Stollen mit gerösteten Haselnüssen und Nougat im Glas
Also sage ich es gleich: Ich mag keinen klassischen Stollen. Das tut mir auch voll leid, weil ich weiß, mit wie viel Liebe und Hingabe solche Stollen gebacken werden. Aber Rumrosinen, Orangeat und Zitronat – das geht leider gar nicht und ich kann das einfach nicht essen. Nichtsdestotrotz finde ich die Idee eines Hefegbäcks, das mit Unmengen an flüssiger Butter bestrichen und unter einer dicken Schicht Puderzucker schlafen gelegt wird, großartig. Und deswegen musste da was rein, was schmeckt. Und wie das schmeckt!
Weihnachtsgeschenke aus der Küche: Rezept für Hefe-Butter-Stollen mit gerösteten Haselnüssen und Nougat im Glas
Die Idee für einen Stollen im Glas als Geschenkidee habe ich aus einer älteren Ausgabe von essen und trinken für jeden tag. Da handelt es sich aber um einen ziemlich klassischen Stollen. Ich backe meinen Nougat-Haselnuss-Stollen aber jetzt auch einfach im Glas. Oder als normalen Stollen vom Blech, wie man ihn gerade braucht. Mit dem Teig funktioniert beides. Hier schreibe ich das Rezept in erster Linie für die Glasvariante auf, weil es nicht nur eine tolle Geschenkidee ist, sondern man so eben immer einen quasi frischen Stollen im Haus hat. Für den spontanen Adventskaffee oder dringenden Kuchenbedarf zwischendurch. Ihr könnt aus dem Teig aber auch wie gesagt ganz schlicht zwei bis drei kleine Stollen formen. Den Teig einfach zum Rechteck ausrollen und von zwei Seiten her einschlagen. Ab auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech und backen, bis der Stollen etwas gebräunt, aber nicht zu dunkel wird, ungefähr genauso lang wie die Glasvariante, ggf. ein paar Minuten länger. Danach wird der Stollen auch noch warm mit flüssiger Butter getränkt und anschließend dick mit Puderzucker bestäubt. Dann wickelt man ihn gut in Folie ein. Ich finde ja, dass er schon nach einem Tag durchziehen schmeckt. Wer die Geduld und Muße hat, kann ihn aber auch gerne 2-4 Wochen in den kühlen Keller legen und dann anschneiden. Die Variante im Glas sollte auch kühl gelagert werden und ein paar Tage durchziehen dürfen.
Weihnachtsgeschenke aus der Küche: Rezept für Hefe-Butter-Stollen mit gerösteten Haselnüssen und Nougat im Glas
Wichtig für die Verarbeitung ist, dass ihr euch genug Zeit nehmt und den Vorgaben im Rezept folgt. Die Nougatmasse muss unbedingt vorher aus dem Kühlschrank kommen, weil sie sonst im Teig schmilzt und ihn verfärbt. Ja, diese Erfahrung habe ich wegen akuter Ungeduld bereits selber gemacht… Die Haselnüsse sollten außerdem vor Verwendung unbedingt geröstet und geschält werden. Das ist für den Geschmack absolut entscheidend, auch wenn es natürlich mehr Aufwand ist.
Jetzt kann also nichts mehr schief gehen und ihr könnt noch rechtzeitig vor Weihnachten in die Stollenproduktion einsteigen!
Weihnachtsgeschenke aus der Küche: Rezept für Hefe-Butter-Stollen mit gerösteten Haselnüssen und Nougat im Glas

Butterstollen mit gerösteten Haselnüssen und Nougat

für 4-5 Weck-Gläser zu je 500 ml oder 2 normale Stollen vom Blech

Zutaten

200 g Nussnougat (Nougatmasse, keine Schokocreme)
150 g ganze Haselnüsse
500 g Weizenmehl (405)
30 g frische Hefe
125 ml lauwarme Milch
250 g weiche Butter zzgl. etwas für die Gläser
75 g Zucker
1/2 Tl Salz
50 g gemahlene Mandeln oder Haselnüsse
100 g geschmolzene Butter
reichlich Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung

Den Nougat in den Kühlschrank legen, damit die Masse schnittfest wird.
Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Haselnüsse auf ein Backblech verteilen und im vorgeheizten Ofen etwa 8-10 Minuten rösten, bis sie anfangen zu duften.
Danach aus dem Ofen nehmen und die Nüsse noch heiß auf ein sauberes, trockenes Küchenhandtuch gleiten lassen. Das Tuch zwischen den Händen rubbeln, so dass die Häute der Nusskerne sich alle ablösen. Die sauberen Nusskerne erst auskühlen lassen, dann sehr grob hacken. Den Ofen auf 150 °C herunterschalten.

Das Mehl in eine große Rührschüssel geben. Die Hefe direkt mit den Fingerspitzen in das Mehl hinein kneten und gut verteilen. Die Milch, die weiche Butter in Stückchen, den Zucker und das Salz hinzufügen und mit dem Knethaken der Küchenmaschine bzw. des Handrührgeräts oder den Händen einige Minuten lang zu einen glatten, kompakten Hefeteig kneten.
Die Schüssel mit einem feuchten Tuch abgehen und den Teig an einem warmen Ort eine halbe Stunde ruhen lassen.

Bei der Verwendung von Weckgläsern zwischenzeitlich die sauber ausgespülten Gläser und Glasdeckel im 150 °C heißen Ofen etwa 10-15 Minuten sterilisieren, danach vollständig auskühlen lassen. Die Gummiringe der Deckel etwa 5 Minuten in kochendem Wasser auskochen, danach auf sauberem Küchenpapier auskühlen lassen.

Den Nougat aus dem Kühlschrank nehmen und die feste Masse mit einem scharfen Messer in etwa 0,5 cm große Würfel schneiden. Die Nougatstückchen zusammen mit den Haselnusskernen nur kurz unter den Teig kneten, damit der Nougat nicht schmilzt. Danach wieder abdecken und noch mal etwa eine halbe Stunde bei Raumtemperatur ruhen lassen.

Zwischenzeitlich den Ofen wieder auf 180 °C hochschalten. Die Weckgläser mit der weichen Butter bis etwa 3 cm unter den Rand auspinseln und mit den gemahlenen Nüssen ausstreuen. Übriges Nussmehl entfernen. Dein Teig vorsichtig in die Gläser geben, dabei darauf achten, dass der Rand nicht verschmutzt wird. Die Gläser nur zu 3/4 mit dem Teig befüllen.
Die Gläser auf das Rost auf die untere Schiene des Ofens stellen und den Stollen im Glas etwa 35-40 Minuten backen, bis er gebräunt ist. Ggf. nach etwa 25 Minuten mit etwas Alufolie abdecken, damit die Oberfläche nicht verbrennt.

Um einen normalen Stollen zu backen einfach ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Teig in zwei Teile teilen. Jeweils ein Teigstück vorsichtig zu einem Rechteck formen, dann die Längsseiten jeweils einschlagen, eine Seite zu 2/3, die andere Seite zu 1/3. Die beiden Stollen auf das Blech setzen und etwa 40-45 Minuten auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Ofen backen, bis die Oberfläche leicht gebräunt ist.

Den fertig gebackenen Stollen aus dem Ofen nehmen und die Gläser bzw. das Blech auf ein Kuchengitter stellen.
Den Stollen im Glas sofort noch heiß mit reichlich flüssiger Butter bestreichen, dabei den Rand des Glases sauber halten. Die Oberfläche des Stollens dick mit Puderzucker bestäuben. Den Gummiring jeweils auf den Glasdeckel setzen, den Deckel auf die sauberen Gläser aufsetzen und sofort mit Klammern verschließen. Beim Abkühlen zieht sich ein Vakuum, das das Glas verschließt und den Stollen haltbar macht.
Den Stollen auf dem Blech ebenfalls mit reichlich Butter einpinseln und dick mit Puderzucker bestreuen. Auf dem Blech vollständig auskühlen lassen, danach gut in Folie einwickeln und kühl (aber nicht im Kühlschrank) lagern.
Vor dem Anschneiden sollten die Stollen jeweils 2-3 Tage lagern und durchziehen. Sie halten sich im Glas, wenn sauber gearbeitet wurde, bestenfalls mehrere Wochen.

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2 Kommentare

  • Antworten
    Tine von den Foodistas
    11. Dezember 2015 um 8:44

    Hallo liebe Maja,
    das ist wirklich eine schöne Idee, die würde meinem Papa gut gefallen. Der liebt Gebäck mit Nougat. Vielleicht muss ich ihm da mal ein Gläschen unter den Weihnachtsdaum legen.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Tine von den Foodistas

  • Antworten
    Lars
    16. Dezember 2015 um 15:48

    Das klingt ja mal nach einer leckeren Alternative zum üblichen Stollen. Mal gucken ob ich das vor Weihnachten noch nachgebacken bekomme. 😉

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