Rezept für cremiges Ofenrisotto mit grünem Spargel und Feta. Dieses Spargel Risotto aus dem Ofen gart komplett ohne Rühren und ist in 35 Minuten fertig. Mit Schafsmilch-Feta und frischem Zitronenabrieb bekommt das einfache Risotto grüner Spargel das gewisse Extra – ein echtes Knallerrezept für die Feierabendküche in der Spargelsaison!
Manche Rezepte begleiten mich hier im Blog schon so lange, dass ich gar nicht mehr weiß, wie es vorher war. Das Ofenrisotto mit grünem Spargel gehört dazu – zum ersten Mal habe ich es 2013 verbloggt, mitten im Spargel-Endspurt kurz vor dem Johannistag. Heute, über ein Jahrzehnt später, steht es bei uns immer noch regelmäßig auf dem Tisch, sobald die ersten Stangen grüner Spargel beim Hofladen nebenan auftauchen.
Dass ich Ofenrisotto überhaupt so liebe, verdanke ich Donna Hay. Die hatte vor Jahren mal die grandiose Idee, Risotto einfach in Brühe im Ofen garen zu lassen, statt 25 Minuten am Herd zu rühren. Seitdem ist diese Methode bei mir der absolute Star der schnellen Feierabendküche. Ich mache mir das Leben einfach und lasse den Ofen die Arbeit machen. Und weil ich auch nach all den Jahren noch überzeugt bin, dass dieses Rezept zu den besten Spargelrezepten überhaupt gehört, war es höchste Zeit für ein Update: neue Bilder, ausführlichere Anleitung, alle Tipps, die sich bei mir im Laufe der Jahre so angesammelt haben.
Mein Herz gehört übrigens ganz eindeutig dem grünen Spargel. Weißen esse ich seltener. Aber mindestens zweimal pro Saison klassisch mit Hollandaise. Grüner Spargel muss nicht geschält werden, hat einen intensiveren Geschmack und lässt sich viel flexibler in Gerichten verarbeiten. Für dieses Ofenrisotto definitiv die richtige Wahl.

Warum ihr dieses Ofenrisotto lieben werdet
- Kein ständiges Rühren am Herd – das Risotto gart komplett in der Auflaufform im Ofen. Ihr habt 30 Minuten Zeit für andere Dinge, während es vor sich hin gart.
- In 35 Minuten auf dem Tisch – 5 Minuten Vorbereitung, 30 Minuten Ofen, fertig. Perfekt für die schnelle Feierabendküche.
- Cremig wie ein klassisches Risotto – durch das Unterrühren von kalter Butter und frisch geriebenem Parmesan am Ende wird es genau so cremig, wie es sein soll. Die italienische Technik heißt übrigens „Mantecatura“ und sie macht den Unterschied zwischen ganz okay und einfach genial!
- Der Twist mit Feta und Zitrone – Klassischer Schafsmilch-Feta bringt würzige Salzigkeit, der frisch abgeriebene Zitronenabrieb Frische. So einfach und so gut.
- Vegetarisch und saisonal – mit guter Gemüsebrühe und vegetarischem Parmesan ein richtig schönes Spargelgericht für alle, die auf Fleisch verzichten wollen.
- Nur eine Auflaufform dreckig – One-Pot-Prinzip im Ofen, minimaler Abwasch. Ich liebe es!
- Gelinggarantie – ich habe das Rezept in den letzten zwölf Jahren unzählige Male nachgekocht. Es funktioniert. Je nach verwendeter Reissorte und Ofen, kann es auch mal 5-10 Minuten länger dauern. Aber es klappt.
Was ist Ofenrisotto eigentlich?
Klassisches Risotto wird ja am Herd zubereitet: Zwiebeln andünsten, Reis anrösten, mit Wein ablöschen, dann Brühe kellenweise zugeben und etwa 20-25 Minuten rühren, bis der Reis bissfest und cremig ist. Wer das schon mal an einem langen Donnerstagabend nach der Arbeit gemacht hat, weiß: Das ist nicht immer das, wonach einem gerade wirklich der Sinn steht. Bei mir muss es abends schnell gehen!
Und Ofenrisotto funktioniert anders. Reis und heiße Brühe wandern zusammen in eine flache Auflaufform, werden mit Alufolie, einer weiteren Auflaufform oder einem passenden Deckel abgedeckt und garen dann bei 200 °C im Ofen. Nach 30 Minuten ist der Reis gar, hat die gesamte Brühe aufgesogen und wird zum Schluss mit Butter und Parmesan aufgeschlagen. Durch die Stärke des Arborio-Reises wird das Ergebnis cremig wie ein gerührtes Risotto – ganz ohne Akrobatik am Herd.
Die Methode habe ich bei Donna Hay entdeckt, die Australierin ist dafür bekannt, unkomplizierte Küche clever zu machen. Seitdem gibt es bei mir im Blog eine ganze Reihe von Varianten: Bärlauch Risotto aus dem Ofen und Ofenrisotto mit Mangold und Ziegenfrischkäse etwa. Das Spargelrisotto gehört seit jeher zu meinen liebsten Varianten.

Was macht dieses Spargel Risotto so besonders?
Drei Komponenten machen den Unterschied zu einem normalen Ofenrisotto mit Spargel:
Der grüne Spargel. Er muss nicht geschält werden, bringt mehr Eigengeschmack als weißer Spargel und behält beim Mitgaren im Ofen einen schönen Biss. Durch das schräge Schneiden verteilt er sich gleichmäßig im Reis.
Der Schafsmilch-Feta. Statt nur Parmesan unterzurühren, kommt am Ende noch zerbröckelter Feta übers Risotto. Das klingt nach viel Käse – und das ist es auch. Aber die Kombination aus würzigem Parmesan und säuerlich-salzigem Feta harmoniert hervorragend mit dem milden Spargel. Ich verwende ausdrücklich Schafsmilch-Feta (also den geschützten, griechischen Feta g.U.), keinen „Hirtenkäse“ aus Kuhmilch. Der Unterschied ist geschmacklich erheblich.
Der Zitronenabrieb. Das ist die eigentliche Geheimzutat. Ein bisschen frisch abgeriebene Schale von einer Bio-Zitrone, kurz vor dem Servieren übers Risotto gestreut, hebt die Spargelaromen und bringt Frische. Ohne schmeckt es gut – mit ist es nochmal eine ganz andere Liga. Probiert es unbedingt mal aus und überspringt den Schritt nicht.
Welche Zutaten brauche ich für das Ofenrisotto?
- Arborio-Reis – mein Standard-Risottoreis. Er nimmt viel Flüssigkeit auf, gibt ordentlich Stärke ab und wird dadurch schön cremig. Carnaroli funktioniert genauso gut, ist nur schwerer zu bekommen. Ribe habe ich auch schon probiert, funktioniert genauso gut. Und ehrlich gesagt, ich habe von euch schon Rückmeldung bekommen, dass es auch mit einfachem Milchreis oder Sushireis funktioniert. Wichtig ist einfach ein stärkereicher, kurzer, rundlicher Reis.
- Gemüsebrühe – hier liegt der größte Hebel für den Geschmack. Wenn ihr meine selbst gemachte Gemüsebrühe im Vorrat habt, nutzt die. Ansonsten ein Bio-Gemüsebrühepulver ohne Geschmacksverstärker. Die Brühe muss kochend heiß sein, sonst verlängert sich die Garzeit im Ofen.
- Grüner Spargel – frisch vom Wochenmarkt oder Hofladen, fest und mit nicht zu trockenen Schnittstellen. Lieber etwas dünnere Stangen als dicke, dann gart er gleichmäßiger mit.
- Parmesan am Stück – bitte nicht fertig geriebene Beutelware. Der Unterschied in Aroma und Cremigkeit ist deutlich. Für eine vegetarische Variante gibt es mittlerweile gute Alternativen ohne tierisches Lab.
- Kalte Butter – gute Süßrahmbutter, möglichst aus Weidehaltung. Sie kommt eiskalt in Würfeln ins fertige Risotto und sorgt für die samtige Textur.
- Schafsmilch-Feta – echter griechischer Feta g.U., kein Hirtenkäse-Imitat. Macht geschmacklich wirklich einen Unterschied.
- Bio-Zitrone – nur der Abrieb, für die frische Note am Schluss. Verwendet den Zitronensaft einfach anderweitig.

Welchen Reis nehme ich am besten?
Für klassisches Risotto gibt es drei gebräuchliche Sorten: Arborio, Carnaroli und Vialone Nano. Ich verwende seit Jahren Arborio, weil er überall erhältlich ist und zuverlässig cremige Ergebnisse liefert. Carnaroli gilt unter Italien-Fans als der König unter den Risottoreis-Sorten – er behält mehr Biss und nimmt noch mehr Flüssigkeit auf. Wenn ihr ihn bekommt, probiert ihn gerne. Vialone Nano ist eher für sehr cremige, fast suppige Risottos geeignet. Ribe habe ich neu ausprobiert und das funktioniert auch prima.
Was ihr nicht nehmen solltet: Langkornreis oder Basmati. Die haben nicht die nötige Stärkestruktur, damit das Ofenrisotto cremig wird.
Kann ich das Spargel Risotto auch vorbereiten?
Das ist tatsächlich die Crux bei jedem Risotto: Es schmeckt frisch am besten. Wenn es zu lange steht, verliert es seine cremige Konsistenz und wird zäh. Mein Tipp: Bereitet alles vor (Spargel schneiden, Brühe heiß halten, Käse reiben) und schiebt die Auflaufform dann in den Ofen, wenn ihr wisst, dass in 30 Minuten gegessen wird.
Reste kann man am nächsten Tag aufwärmen – am besten mit einem Schuss heißer Brühe in einer Pfanne. Oder ihr macht daraus Arancini, also frittierte Risotto-Bällchen mit Mozzarella-Kern. Das lohnt sich wirklich!
Tipps und Tricks für das beste Ofenrisotto
- Verwendet eine flache, breite Auflaufform. Der Reis sollte mit der Brühe nur 1-2 cm hoch stehen. Ist die Form zu schmal und tief, gart der Reis nicht gleichmäßig und wird oben trocken, unten matschig.
- Die Brühe muss kochend heiß sein, wenn sie zum Reis kommt. Ich setze sie gleich auf, wenn ich den Ofen vorheize, und halte sie bis zum Einsatz am Köcheln. Kalte Brühe verlängert die Garzeit massiv.
- Alufolie wirklich straff verschließen bzw. einen gut schließenden Deckel verwenden. Wenn Dampf entweicht, gart der Reis nicht richtig und die Flüssigkeit verkocht zu schnell. Wer es nachhaltiger mag, nimmt eine ofenfeste Form mit Deckel – Le Creuset, Staub oder ähnliche gusseiserne Bräter funktionieren super!
- Nur einmal zwischendurch umrühren, und zwar wenn der Spargel nach 15 Minuten dazu kommt. Mehr nicht. Jedes zusätzliche Lüften der Folie kostet Dampf und Temperatur.
- Butter muss kalt sein, wenn sie am Ende unter den Reis kommt. Das ist die klassische italienische Mantecatura-Technik und entscheidend für die seidige Konsistenz.
- Parmesan immer frisch reiben. Der Geschmacksunterschied zu abgepacktem Käse ist erheblich. Eine Mikroplane-Reibe (auch für den Zitronenabrieb perfekt) ist eine der besten Anschaffungen für die Küche.
- Falls das Risotto nach dem Finish zu fest wirkt: Einen Schuss heiße Brühe oder heißes Wasser unterrühren, bis die Konsistenz stimmt. Risotto muss fließen, nicht kleben. Es soll „all’onda“ sein, also wellig.
- Sofort servieren. Die Teller oder Schalen am besten kurz vorwärmen, dann bleibt es länger cremig.

Ofenrisotto mit grünem Spargel und Feta
Zutaten
- 200 g Arborio-Risottoreis oder eine andere Variante
- 700 ml kochend heiße Gemüsebrühe selbst gemacht oder aus Bio-Gemüsebrühepulver ohne Zusätze
- 500 g grüner Spargel
- 50 g frisch geriebener Parmesan am Stück oder eine vegetarische Alternative ohne tierisches Lab
- 40 g kalte Butter in Würfeln
- 70-80 g Feta griechischer Feta g.U. aus Schafsmilch
- 1 TL frisch abgeriebene Schale von einer Bio-Zitrone
- frisch gemahlener schwarzer Pfeffer zum Servieren
Zubereitung
- Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Gemüsebrühe in einem Topf zum Kochen bringen und heiß halten.
- Den Reis in eine flache, breite Auflaufform geben. Mit der kochend heißen Brühe übergießen, sodass der Boden 1-2 cm hoch bedeckt ist. Einmal kurz mit einem Löffel glatt streichen. Die Form straff mit Alufolie abdecken (oder mit einem ofenfesten Deckel verschließen) und auf dem Rost im unteren Drittel des vorgeheizten Ofens platzieren. 15 Minuten garen.
- In der Zwischenzeit den grünen Spargel vorbereiten: Die holzigen Enden abschneiden, die untere Hälfte der Stangen bei Bedarf schälen (bei dünnem grünen Spargel nicht nötig). Die Stangen schräg in 4-5 Stücke schneiden.

- Nach 15 Minuten die Auflaufform vorsichtig aus dem Ofen nehmen. Die Alufolie vorsichtig öffnen (Achtung, heißer Dampf) und die Spargelstücke kurz unter den Reis rühren. Die Form wieder straff verschließen und für weitere 15 Minuten zurück in den Ofen stellen. Wenn nötig, die Garzeit um 5-10 Minuten verlängern.

- Nach der Garzeit die Form aus dem Ofen nehmen. Alufolie komplett entfernen. Sofort den frisch geriebenen Parmesan und die kalten Butterwürfel einrühren, am besten mit einem Holzlöffel direkt in der Auflaufform. Etwa 1-2 Minuten kräftig rühren, bis Käse und Butter geschmolzen sind und das Risotto eine cremige, fließende Konsistenz bekommt.

- Das Ofenrisotto auf vorgewärmte Teller oder Schalen verteilen. Den Feta darüber bröckeln und mit der frisch abgeriebenen Zitronenschale bestreuen. Nach Belieben mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer servieren.
Hinweise
- Wenn die Gemüsebrühe würzig genug ist, braucht ihr durch den salzigen Käse kein zusätzliches Salz. Immer abschmecken, dann entscheiden.
- Sollte das Risotto nach dem Einrühren von Butter und Parmesan zu fest wirken, einfach einen Schuss heiße Brühe oder heißes Wasser einrühren, bis die Konsistenz passt. Es soll „all’onda“ sein, also wellig fließen, wenn man den Teller leicht neigt.
- Carnaroli-Reis oder Ribe-Reis funktioniert genauso gut wie Arborio. Langkorn- oder Basmatireis sind nicht geeignet.
- Für eine vegane Variante den Parmesan durch einen veganen Hartkäse-Ersatz ersetzen, die Butter durch eine gute vegane Alternative und den Feta durch einen veganen Schafkäse-Ersatz oder weglassen.
- Das Rezept lässt sich problemlos für 4 Personen verdoppeln. Dann eine größere, entsprechend flache Auflaufform verwenden und die Garzeit um 3-5 Minuten verlängern.
Noch mehr Spargel-Rezepte aus meinem Blog
Wer sich durch die Spargelsaison kochen möchte, findet bei mir reichlich Inspiration. Mein Favorit im Frühling ist aktuell der Frühlingssalat mit grünem Spargel, aber auch Spargel-Pizza mit Büffelmozzarella und Spargel-Linguine mit Parmesansauce stehen bei uns regelmäßig auf dem Tisch. Wenn euch die Ofenrisotto-Methode so gut gefällt wie mir, schaut euch auch mein Ofenrisotto mit Bärlauch und Frühlingsgemüse und das ganzjahrestaugliche Ofenrisotto mit Mangold und Ziegenfrischkäse an.










3 Kommentare
like a piece of New York Cheesecake
22. Juni 2013 um 8:23Mein Herz gehört auch ganz klar dem grünen Spargel und er fehlt mir jetzt schon :(Ich zieh' heute auch schnell nochmal los, um noch ein bisschen was zu ergattern – vielleicht wird es ja heute die Spargelpizza mit Büffelmozzarella…Liebe GrüßeCarina
Tina
25. Juni 2013 um 14:18Schade, nun ist die Saison vorbei und ich habe ein neues Spargel-Highlight. Sogar der Mitesser, der richtig froh ist, dass er die Saison nun wieder hinter sich hat war sehr angetan ;o)Liebe GrüsseTina
Stefanie Welsch
14. Juni 2018 um 14:56Heute nachgekocht und sowas von begeistert, super einfach und schnell, dafür umso leckerer 🙂 Freue mich schon auf die anderen Rezepte für Ofenrisotto!
Liebe Grüße, mach weiter so!
Steffi