Bärlauch Risotto gehört für mich jedes Jahr zu den ersten Gerichten, sobald die viel zu kurze Bärlauch-Saison startet. Kaum liegt der erste Bund auf dem Wochenmarkt, ist klar: Jetzt ist Frühling! Und dieses Risotto steht ganz oben auf der To-do-Liste.
Aber Moment, was an meinem Risotto vielleicht etwas anderes ist: Ich mache Risotto nie im Topf. Seit ich vor vielen Jahren mal bei der australischen Fernehköchin Donna Hay ein Ofenrisotto entdeckt habe, mache ich es nur noch so. Die Ofen-Variante ist einfach meine Standardmethode geworden. Und ehrlich gesagt auch ein bisschen mein Signature Dish, weil ich bereits zahlreiche Abwandlungen davon veröffentlicht habe.
Der Reis gart dabei ganz einfach in heißer Gemüsebrühe im Ofen, gut abgedeckt und ohne ständiges Rühren. Erst am Ende wird alles einmal cremig mit Butter, Parmesan und in diesem Fall noch Frischkäse verrührt. Das Ergebnis ist genauso sämig wie ein klassisches Risotto, aber deutlich unkomplizierter. Ich bin nach wie vor sehr begeistert von dieser Methode! Für mich ist das auch einfach immer die perfekte Basis: Wenn man das Grundprinzip einmal verstanden hat, lässt sich das Risotto immer wieder neu abwandeln, je nach Saison und Vorrat. Im Frühling eben zum Beispiel mit Bärlauch, Frühlingszwiebeln und Erbsen. Schnell gemacht, wenig Aufwand und trotzdem genau das, was man von einem richtig guten Risotto erwartet!

So funktioniert Ofenrisotto – ohne Rühren
Der größte Unterschied zum klassischen Risotto ist direkt der wichtigste Punkt: Der Reis gart komplett im Ofen und muss dabei nicht wie am Herd ständig gerührt werden. Dafür gebe ich den Reis einfach mit kochend heißer Gemüsebrühe in eine flache, gut verschließbare Form, zum Beispiel eine Lasagneform. Die Form sollte nicht höher als 1-2 cm hoch gefüllt sein, damit alles gut garen kann. Die Form muss anschließend luftdicht abgedeckt werden – verzichtet dabei gerne auf Alufolie, sondern verwendet lieber eine zweite Auflaufform, ein Blech o.ä. Während des Garens im Ofen nimmt der Reis die heiße Flüssigkeit dann ganz gleichmäßig auf und wird quasi von alleine schön cremig.
Erst am Ende, wenn der Reis gar ist, wird das Risotto dann kräftig durchgerührt. Zusammen mit Butter und geriebenem Käse. Genau dadurch entsteht dann diese typische, sämige Konsistenz. Ich gebe hier bei dem Rezept außerdem noch etwas Doppelrahmfrischkäse dazu – der bringt eine leicht säuerliche und frische Note mit, die ich sehr passend finde.
Ihr müsst deswegen nur ein paar Punkte berücksichtigen, dann gelingt euch das Risotto immer:
- Der Ofen muss auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorgeheizt sein
- Die Brühe muss wirklich kochend heiß aus dem Topf kommen
- Die Form muss gut abgedeckt sein, damit der Reis darin garen kann
- Während der 20-minütigen Garphase darf die Form nicht geöffnet und der Reis nicht verrührt werden

Warum Bärlauch perfekt für Risotto ist
Ich liebe Bärlauch in jeglicher Zubereitung, vor allem aber im Risotto. Man hat praktisch keinen Aufwand, erhält aber ein unbeschreibliches und spannendes Aroma. Der Geschmack ist richtig intensiv, etwas knoblauchig, dabei aber frisch und mild. Gerade in der Kombi mit dem cremigem Reis finde ich das perfekt. Ich gebe ihn auch bewusst erst nach dem Ende der ersten Garzeit dazu, damit er nur heiß wird und Farbe und Geschmack gut erhalten bleiben.
Zusammen mit Frühlingszwiebeln und Erbsen bekommt man so ein richtig schön frisches, grünes Frühlingsgericht mit spannenden Aromen, das auch gut satt macht.

Tipps für ein extra cremiges Risotto
Wie auch im Topf steht und fällt ein gutes Risotto mit der Konsistenz. Die gelingt beim Ofenrisotto auch richtig gut, wenn ihr ein paar Punkte beachtet.
- Rührt das Risotto am Ende wirklich kräftig durch. Das ist der Moment, in dem die Stärke aus dem Reis gelöst wird und alles diese typische, cremige Bindung bekommt.
- Gebt Butter und Käse immer erst ganz am Schluss dazu. Wenn ihr das zu früh macht, geht ein Teil der Cremigkeit verloren und das Risotto wird eher schwer als sämig. Das Unterrühren dauert 1-2 Minuten und funktioniert am besten mit einem einfachen Kochlöffel oder einem Teigschaber.

So könnt ihr das Ofenrisotto ganz einfach variieren
Genau deshalb liebe ich diese Zubereitung so sehr: Wenn ihr das Grundprinzip einmal verstanden habt, könnt ihr das Risotto immer wieder neu abwandeln!
Bärlauch ist im Frühling perfekt, aber genauso gut funktionieren auch:
- grüner Spargel
- Spinat
- Mangold
- Zucchini
- Pilze
Auch beim Käse könnt ihr variieren – je nachdem, was ihr gerade da habt oder worauf ihr Lust habt: frisch geriebener Parmesan, Pecorino oder Grana Padano. Statt normalen Frischkäse funktioniert auch Ziegenfrischkäse oder weicher Blauschimmelkäse richtig gut.


Bärlauch Risotto aus dem Ofen
Zutaten
- 200 g Risottoreis z.B. Arborio oder Ribe
- 700 ml kochend heiße Gemüsebrühe funktioniert auch mit gutem Brühepulver oder Fond
- 40 g frische Bärlauchblätter
- 3-4 Frühlingszwiebeln
- 70 g junge Erbsen TK
- 40 g frisch geriebener Grana Padano, Parmesan oder Pecorino ggf. etwas mehr zum Servieren
- 40 g Butter
- 100 g Doppelrahmfrischkäse
- Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Zubereitung
- Den Backofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Reis und Brühe in eine große flache Auflaufform geben, so dass der Boden etwa 1-2 cm hoch bedeckt ist.

- Die Auflaufform luftdicht abdecken und für 20 Minuten auf das Backrost ins untere Drittel des vorgeheizten Ofens stellen.
- In der Zwischenzeit die Bärlauchblätter verlesen und putzen. Große Blätter längs halbieren, dann alle Blätter quer in etwa 0,5 cm breite Streifen schneiden.
- Die Frühlingszwiebeln putzen und Wurzeln und den dunkelgrünen Blattteil wegschneiden. Den weißen und hellgrünen Teil in dünne Ringe schneiden.
- Nach 20 Minuten Backzeit die Auflaufform aus dem Ofen nehmen, den Deckel vorsichtig öffnen (es dampft sehr) und Bärlauchstreifen (evtl. einige Blättchen zum Garnieren zurückbehalten), Frühlingszwiebelringe und tiefgekühlte Erbsen kurz unter den Reis rühen.

- Die Form wieder abdecken und für weitere 10 Minuten in den Ofen stellen. Backzeit ggf. um ein paar Minuten verlängern, sollte der Reis noch zu fest sein.
- Nach der Garzeit aus dem Ofen nehmen, wieder vorsichtig den Deckel entfernen und sofort den frisch geriebenen Käse und die Butter unterrühren. Das klappt am besten mit einem Holzlöffel direkt in der Auflaufform. Es dauert ungefähr 1-2 Minuten, bis Käse und Butter geschmolzen sind und alles eine sehr cremige Konsistenz bekommt. Zum Schluss noch den Frischkäse unter das Risotto rühren.

- Das Risotto direkt auf zwei Teller verteilen, frisch gemahlenen Pfeffer und verbliebene Bärlauchstreifen darüber streuen und nach Belieben mit etwas mehr geriebenem Käse sofort servieren.
Video
Hinweise
- Die Brühe muss wirklich kochend heiß sein, damit der Reis gleichmäßig gart – ggf. die Garzeit verlängern, wenn der Reis noch zu fest ist
- Die Form während der Garzeit nicht öffnen
- Für extra Cremigkeit am Ende kräftig rühren
- Bei Bedarf etwas heiße Brühe unterrühren, wenn das Risotto zu fest ist
Ofenrisotto Rezepte – einfache Varianten für jede Saison
Wenn ihr das Prinzip einmal ausprobiert habt, werdet ihr merken, wie unkompliziert das ist. Ich habe über die letzten Jahre zahlreiche Varianten davon gemacht, zum Beispiel auch mit Spargel oder Mangold. Die passenden Rezepte verlinke ich euch hier gesammelt, da könnt ihr euch direkt inspirieren lassen und euch eure Lieblingsvariante raussuchen:









11 Kommentare
Fräulein Moonstruck
21. April 2013 um 18:24Wow, das sieht echt köstlich aus! :)Liebe Grüße, Ramona
Irene Thut-Bangerter
21. April 2013 um 20:52Einfach und toll, mit angepassten Gemüse auch ohne Zwuschenstopp zuzubereiten und so wäre das Ideal für ein Mittagessen wenn ich unterwegs bin. Danke für die Idee. Liebs grüessliIrene
Anonym
28. April 2013 um 17:16Hallo Maja,
wir haben gerade dein Risotto verputzt und sind schwer begeistert. Ich musste nur die Erbsen gegen Blattspinat tauschen, da ich die nicht mag und am Schluss hab ich noch einen Schluck Weißwein rangetan. Echt lecker, danke für das Rezept!
Viele Grüße
Cathalin
Geske
30. August 2013 um 14:45Hallo Maya,wir haben heute dein Ofenrisotto gemacht…weil Bährlauch nicht zukriegen ist habe ich Basilikum genommen…und weil wir noch Ziegenfrischkäse da hatten kam der statt normalen Frischkäse rein…mmhh war sehr lecker..auch meine bessere Hälfte fand es lecker, dabei ist er kein richtiger Risottofan… 🙂 vielen Dank für das leckere Rezept :)herzliche GrüßeGeske
Geske
28. Oktober 2013 um 17:50Hallo Maya,auch für dieses leckere Rezept gibt es von mir ein dickes Lob..:)))) ich habe es schon in mehreren Variationen nachgekocht und auch meine andere Risotto-skeptische Hälfte fand es sehr lecker sowie mehrere Freunde .. :)vielen Dank :))Geske
Ronja
20. April 2014 um 16:32Hmmmh, das sieht gut aus! Ich liebe Donny Hays Ofenrisottos (Risotti?!) auch sehr…und alles andere auch xD
Claudia
21. April 2026 um 21:13Wirklich ein wunderbares Gericht. Das Risotto gab‘s heute bei uns als Abendessen. Es war einfach und entspannt zuzubereiten und echt total lecker. 🥰
Vielen Dank für das tolle Rezept! 🫶🏻
Claudia
21. April 2026 um 21:16Ups, da hab ich doch vor lauter Begeisterung glatt die 5 Sterne vergessen. 🙈
Hiermit nachgeholt! ☺️
Maja
22. April 2026 um 11:11Ganz lieben Dank für deine nette Bewertung, liebe Claudia ☺️
Anastasia
7. Mai 2026 um 21:35Sehr lecker und so einfach!
Maja
7. Mai 2026 um 22:47Ich freu mich riesig, dass du es ausprobiert hast und es dir auch so gut schmeckt! 🙂