Himbeer Scones mit Pistazien und weißer Schokolade sind das britische Teegebäck in seiner sommerlichen Variante: saftige Beeren, knackige Kerne und Schokolade, die beim Backen karamellisiert. Der Teig ist in wenigen Minuten zusammengerührt, nach 25 Minuten im Ofen stehen sie frisch auf dem Tisch. Zum Frühstück, zum Brunch oder ganz klassisch zur Tea Time.
Ursprünglich veröffentlicht im April 2014. Im Juli 2026 mit überarbeiteten Original-Bildern, ausführlicheren Tipps zu Teig und Backzeit und einer neuen Rezeptkarte aktualisiert.
Dieses Rezept stammt aus einer Zeit, in der ich regelmäßig beruflich nach London gefahren bin. Messe, danach Kensington und im Gepäck auf dem Rückweg lag jedes Mal frische Clotted Cream. Die gab es in Deutschland damals nur in speziellen British Shops, im normalen Supermarkt habe ich sie nie gesehen. Selbst in England musste ich dafür in die größeren Läden.
Viele Jahre Jahre später ist das eine der Entwicklungen, über die ich mich ehrlich freue: Clotted Cream steht inzwischen in immer mehr deutschen Kühlregalen. Der Grund, aus dem ich sie damals im Koffer nach Hause getragen habe, ist trotzdem derselbe geblieben. Sie ist der Begleiter für Scones, und Scones wiederum sind das Gebäck für den Sonntagmorgen: kein Hefeteig, keine Gehzeit, keine Planung. Eine halbe Stunde, ein bisschen Rühren, fertig. Genau deshalb backe ich sie seit den Anfängen des Blogs, ob mit Erdbeeren und Sahne im Teig oder eben so wie hier.
Bei diesen Scones treffen saftige Himbeeren auf knackige Pistazien und süße weiße Schokolade. Ich mochte das Trio so gerne, dass ich es zwei Monate später gleich noch einmal verarbeitet habe, damals als Himbeer-Pistazien-Granola mit weißer Schokolade. Manche Kombinationen lassen einen einfach nicht los.

Worum es bei diesen Himbeer Scones geht
Das Interessante an dieser Kombination ist, dass jede der drei Zutaten etwas macht, das die beiden anderen brauchen. Die Himbeeren bringen Säure und Saft in einen Teig, der von sich aus eher einerseits trocken und andererseits buttrig ist. Die weiße Schokolade bringt die Süße, die dem Grundteig fehlt — 75 g Zucker auf 350 g Mehl sind nach deutschen Gebäck-Maßstäben nämlich fast nichts. Und die Pistazien bringen Biss und ein bisschen Salz gegen die Süße.
Der Moment, in dem das Rezept sein eigenes Argument liefert, kommt im Ofen. Weiße Schokolade karamellisiert beim Backen überall dort, wo sie an die Oberfläche kommt. Sie schmilzt nicht einfach weg, sondern wird an den Rändern goldbraun und bekommt einen Karamellton, den sie roh überhaupt nicht hat. Genau deshalb funktioniert sie hier besser als Zartbitter: Sie ist keine klassische Schokolade im Teig, sondern wie eine zweite Zuckerschicht mit Röstaromen.
Und weil die Himbeeren dann dagegen halten, droht das alles nicht ins zu Süße zu kippen. Das ist übrigens auch der Grund, aus dem ich diese Scones am liebsten pur esse. Clotted Cream und Konfitüre passen wunderbar dazu, aber im Gegensatz zu klassischen Scones brauchen diese hier keine Begleitung, um zu schmecken. Damit lassen sie sich auch wunderbar mitnehmen oder statt Kuchen servieren und sind nicht zwingend Frühstück oder Tea Time.
Worauf es bei den Zutaten ankommt
Die Butter muss kalt sein. Und zwar kalt aus dem Kühlschrank, nicht kalt im Sinne von „stand zehn Minuten auf der Arbeitsplatte“. In Flöckchen kommt sie ins Mehl und wird mit den Fingerspitzen, einem Messer oder einem Pastry Cutter eingearbeitet, bis eine krümelige Masse entsteht. Diese Krümel sind das, was die Scones später locker macht. Sie schmelzen beim Backen und hinterlassen kleine Hohlräume. Wenn die Butter vorher weich ist, verschwinden sie im Teig und das Gebäck wird kompakt statt locker.
Beim Backpulver verwende ich Weinsteinbackpulver, wie in jedem meiner Backrezepte mit Backpulver. Den typischen Beigeschmack von herkömmlichem Backpulver schmecke ich in Gebäck sofort heraus und Scones sind genau so ein Fall. Weinsteinbackpulver ist milder, kommt ohne Phosphate aus und steht inzwischen in jedem Supermarkt. Wer damit kein Problem hat, kann normales Backpulver nehmen. Geschmacklich finde ich persönlich den Umstieg trotzdem lohnend.
Die Himbeeren dürfen frisch sein oder aus dem Tiefkühler kommen. Frische wasche ich kurz ab und tupfe sie gründlich trocken, weil jedes zusätzliche Wasser im Teig landet. TK-Himbeeren gebe ich gefroren dazu und lasse sie nicht auftauen, sonst zerfallen sie beim Unterheben und färben den ganzen Teig rosa. Beides funktioniert, und das ist der Grund, aus dem dieses Rezept nicht an den Sommer gebunden ist.
Die Pistazien können gesalzen oder ungesalzen sein und ob geröstet oder nicht, ist Geschmackssache. Ich persönlich verwende sie gerne geröstet und gesalzen. Das ist oft günstiger und die Salzigkeit plus das Geröstet gibt genau den Crunch und Geschmack, den ich mir wünsche. Sie kommen ganz oder höchstens grob zerteilt in den Teig, nicht fein gehackt, sonst verlieren sie ihren Biss. Die weiße Schokolade hacke ich von der Tafel, statt Drops zu nehmen: Drops sind so gebaut, dass sie ihre Form behalten, und genau das karamellisierte Zerlaufen wollen wir hier ja gerade. Die genauen Mengen findet ihr unten in der Rezeptkarte.

So gelingt das Himbeer Scones Rezept
Der Ablauf ist wirklicj kurz und einfach. Mehl, Zucker, Backpulver und Salz mischen, die kalte Butter einarbeiten, bis es krümelt. Ei und Sahne getrennt verquirlen und in einem Schwung dazugeben. Und jetzt kommt der einzige Moment, an dem dieses Rezept scheitern kann: Es wird kurz und kräftig gerührt, aber nur so lange, bis das Mehl grob untergearbeitet ist. Nicht länger. Ein Scones-Teig soll nicht glatt sein, er soll gerade eben zusammenhalten. Jede Minute Rühren mehr macht ihn zäher.
Danach kommen Himbeeren, Pistazien und Schokolade dazu und werden nur noch grob untergehoben. Der Teig wandert auf die bemehlte Arbeitsfläche und wird mit den Händen zu einer etwa 3 Zentimeter hohen Scheibe gedrückt. Nicht geknetet, nicht ausgerollt. Mit einem scharfen großen Messer schneide ich daraus 8 Stücke, wie einen Kuchen. Ausstechen kann man auch, dann muss man die Reste aber wieder zusammendrücken, und der zweite Durchgang wird nie so locker wie der erste. Die Kuchenstück-Methode ist einfacher und sieht rustikaler aus, was mir hier ohnehin lieber ist. Die genauen Zeiten und Mengen findet ihr unten in der Rezeptkarte.
Übrigens, wenn ihr mal etwas anderes ausprobieren wollt, findet ihr bei mir auch das originale irische Scones-Rezept aus der Ballymaloe Cookery School.
Drei Tipps aus meiner Küche
- Der Zucker zum Bestreuen ist optional. Er schmilzt beim Backen nicht komplett, sondern bleibt als feine knusprige Schicht auf der Oberfläche liegen. Das ist der Kontrast zum weichen Inneren.
- Ich backe im unteren Drittel des Ofens, damit die Unterseite Farbe bekommt. Wenn die Scones nach etwa 20 Minuten unten fertig, oben aber noch blass sind, schiebe ich sie für die letzten Minuten einfach eine Schiene höher. Das ist zuverlässiger, als von Anfang an in der Mitte zu backen.
- Direkt nach dem Backen kommen die Scones vom Blech aufs Kuchengitter. Auf dem heißen Blech garen sie nach und die Unterseite wird zäh. 10 Minuten auskühlen, dann servieren – warm sind sie am besten.

Kann ich für Himbeer Scones auch TK-Himbeeren verwenden?
Ja, TK-Himbeeren funktionieren genauso gut wie frische, und genau deshalb backe ich diese Scones das ganze Jahr über. Sie kommen gefroren direkt aus der Packung unter den Teig, ohne Auftauen.
Frische Himbeeren sind im Juli und August natürlich unschlagbar, aber der Unterschied im fertigen Gebäck ist kleiner, als man denkt — die Beeren werden im Ofen ohnehin weich und geben ihren Saft ab. Wichtig ist nur, dass sie nicht nass in den Teig kommen: frische kurz abbrausen und gründlich trocken tupfen, tiefgekühlte Himbeeren gar nicht erst antauen lassen.
Was serviert man zu Himbeer Scones, wenn man keine Clotted Cream bekommt?
Clotted Cream steht inzwischen in immer mehr deutschen Supermärkten, sonst führen British Shops sie. Wer keine bekommt, nimmt gute Butter oder schlägt Sahne steif.
Eine Leserin hat mir hier vor Jahren in den Kommentaren ihre Lösung verraten: Mascarpone mit etwas saurer Sahne verrührt. Das kommt der Konsistenz erstaunlich nahe und ist in jedem Supermarkt zu bekommen. Und noch ein Wort zur Konfitüre: Bei diesen Scones ist sie wirklich optional, weil die Himbeeren im Teig die Fruchtigkeit schon mitbringen. Bei klassischen Scones ohne Füllung sähe das anders aus. Die habe ich hier zum Beispiel bei den Rhabarber-Buttermilch-Scones mit Clotted Cream und Erdbeerkonfitüre serviert.
Kann ich Himbeer Scones vorbereiten oder einfrieren?
Frisch gebacken sind sie am besten, aber sie lassen sich problemlos einfrieren. Einzeln luftdicht verpacken und zum Servieren bei 100 °C etwa 15 Minuten aufbacken, dann schmecken sie fast wie am Backtag.
Für einen Frühstückstisch am Wochenende reicht das völlig aus: einfrieren, morgens in den Ofen, fertig. Wenn es schneller gehen soll, backe ich Scones inzwischen gerne im Airfryer auf, etwa drei Minuten bei 150 °C. Dann wird die Oberfläche wieder leicht knusprig und das Innere warm und weich. Was ich nicht empfehle: den rohen Teig vorbereiten und über Nacht stehen lassen. Das Backpulver arbeitet dann schon, und die Scones gehen im Ofen nicht mehr richtig auf.
Ihr habt die Himbeer Scones gebacken? Dann freue ich mich sehr über eure Bewertung mit den Sternen unter der Rezeptkarte und über einen Kommentar — gerade bei einem Rezept, das ich nach vielen Jahren noch einmal von vorne aufgeschrieben habe, interessiert mich eure Rückmeldung wirklich. Und wenn ihr sie fotografiert: markiert mich gerne mit @moeyskitchen und #moeyskitchen bei Instagram, ich schaue mir jedes Bild an.

Himbeer Scones mit Pistazien und weißer Schokolade
Zutaten
- 350 g Weizenmehl Type 405
- 75 g Zucker
- 2,5 TL Weinsteinbackpulver
- 1 Prise Salz
- 90 g kalte Butter in Flöckchen
- 1 Ei Größe M/L
- 175 ml Sahne
- 75 g frische oder tiefgefrorene Himbeeren frische Himbeeren waschen und trocken tupfen
- 50 g Pistazienkerne gesalzen, geröstet oder nicht nach eigenem Geschmack
- 50 g weiße Schokolade grob gehackt
- Mehl für die Arbeitsfläche
- evtl. etwas Zucker zum Bestreuen optional
Zubereitung
- Den Backofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Mehl, Zucker, Backpulver und Salz in einer großen Schüssel vermischen. Die Butterflöckchen darauf geben und mit einem Pastry Cutter, einem Messer oder den Fingerspitzen in die Mehlmischung einarbeiten. Es sollte eine krümelige Konsistenz entstehen. Ich lass das oft auch einfach meine Küchenmaschine oder den Thermomix erledigen.
- In einer kleineren Schüssel das Ei kurz mit dem Schneebesen verquirlen. Die Sahne gut untermixen. Die Sahnemischung dann in die große Schüssel geben und alles mit einem Holzlöffel oder dem Knethaken der Küchenmaschine kurz und kräftig verrühren. Nicht zu lange rühren, sondern nur so lange, bis das Mehl grob untergearbeitet ist.
- Die Himbeeren, Pistazien und gehackte weiße Schokolade dazugeben und ebenfalls grob unterrühren.
- Den Teig aus der Schüssel auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche kippen und vorsichtig mit den Händen zu einem etwa 3 cm hohen Kreis formen. Wie einen Kuchen in 8 gleichgroße Teigstücke schneiden. Alternativ kann man mit einem Servierring auch Kreise ausstechen.
- Nach Belieben die Teigstücke noch mit etwas Zucker bestreuen, dann etwa 20-25 Minuten im unteren Drittel des Ofens backen, bis die Scones leicht gebräunt sind. Evtl. noch etwas höher einschieben und ein paar Minuten weiter oben backen.
- Danach direkt vom Blech nehmen und auf ein Kuchengitter setzen. Etwa 10 Minuten leicht auskühlen lassen, dann direkt frisch servieren.
Hinweise
- Die Backzeit liegt je nach Ofen zwischen 20 und 25 Minuten. Die Scones sind fertig, wenn sie leicht gebräunt sind.
- Statt frischer Himbeeren könnt ihr das ganze Jahr über tiefgekühlte verwenden. Diese nicht auftauen lassen, sondern gefroren unter den Teig heben.
- Man kann die Scones einzeln luftdicht verpackt einfrieren und zum Servieren bei 100 °C etwa 15 Minuten aufbacken.

Weitere Rezepte für Scones hier im Blog
Wenn ihr am Wochenende sowieso schon den Ofen anhabt – hier sind meine anderen Scones-Rezepte, quer durch alle Jahreszeiten.










8 Kommentare
Melli
26. April 2014 um 15:58Wow, Himbeeren, Pistazienund weisße Schokolade sind wirklich eine unglaubliche Kombination. Da ich Scones bisher weder gegessen noch gebacken habe, habe ich sie mit diesem tollen Trio nachgebacken.
Maja
28. April 2014 um 8:20Ich hoffe, dass sie dir auch so gut schmecken!
Viel Spaß beim Nachbacken,
viele Grüße,
Maja
Arthurs Tochter
27. April 2014 um 6:34Liebe Maja, ich koche Kaffee und Du backst. Deal? 😉
Maja
28. April 2014 um 8:19Unbedingt, da bin ich dabei – wann? 😉
Kai
27. April 2014 um 9:40Verdammt! Für ein Sonntagsfrühstück ist es jetzt (11.45 Uhr) schon zu spät – darf die Scones mit Himbeeren auch zum Sonntagskaffee am Nachmittag machen und essen? ;-)Viele Grüße,Kai
Maja
28. April 2014 um 8:20Na klar, Scones kann man auch prima zum zweiten Frühstück essen! Oder zur Kaffee- und Kuchen-Zeit. Natürlich auch zum 5-Uhr-Tee. Oder als Nachtisch nach dem Abendessen. Oder als Mitternachtssnack. Scones gehen einfach immer 🙂
(Isa) Bella
1. Mai 2014 um 7:42Gut, dass ich genau jetzt mal wieder ein paar Blogs durchstöbere- Feiertagsfrühstück ist nämlich noch nicht fertig. Ich bin dann mal in der Küche (und ich hab wieder erwarten sogar weiße Schokolade da)…Danke für die Idee und einen schönen Feiertag, Bella
Joan
6. August 2014 um 11:35OMG Scones sind sowieso Lieblinge bei mir und dann noch in dieser Edel-Version ….herrlich!!! Clotted Cream ist natürlich der Traum für jeder Scones-Liebhaber, aber weil auch in München Mangelware, mische ich Mascarpone und etwas Saure Sahne….abartig, ich weiß, aber ich mag's 😉 LG Joan