Süß

Sommerfrisches Zitronen-Mascarpone-Törtchen oder: wie ich meine Liebe zu kleinen Törtchen entdeckt habe

Ich bin gerade total auf den Geschmack von kleinen Törtchen gekommen. Das habe ich nicht zuletzt zwei meiner Lieblingsblogs bzw. Lieblingsbücher zu verdanken: zum einen Linda von Call me Cupcake und ihrem Buch Linda Lomelino: Torten* sowie Jessi von Törtchenzeit und ihrem Buch Törtchenzeit: All you need is sweet*, über das ich hier schon berichtet habe: Törtchenzeit-Buchparty.

Kleine Küchlein, in 15 cm Durchmesser-Formen (ja, eigentlich „Förmchen“) gebacken und zwischen Creme gestapelt, dann verziert… Hach, ein absoluter Traum, bei dem ich momentan wirklich ins Schwärmen gerate.

Große opulente Torten und Kuchen waren gestern – heute finde ich kleine, feine Kuchen und Törtchen viel schöner. Die Kollegen ärgert es vielleicht, weil sie jetzt Montagmorgens schneller sein müssen, wenn sie noch ein Stück bekommen möchte, aber ansonsten sind diese Törtchen ungemein praktisch: sie sind einfacher und schneller zu backen; sie sind einfacher im Umgang und brechen nicht so leicht auseinander; sie lassen sich besser im Kühlschrank verstauen; sie passen auf alle schönen Teller usw. usf.

Anschnitt des Törtchens - hier sieht man die drei Lagen und die Cremefüllung

Jahrelang hatte ich ja mehr oder weniger keinen Bock auf filigrane Verzierungen und alles, was irgendwie nach Aufwand aussieht. Deswegen gab es auch schon ewig keine Cupcakes mehr, was eigentlich echt schade ist. Dank dem Supertrend „Naked Cakes“ und rustikalerer Törtchen-Anblicke, hat sich mein Interesse aber wieder gewandelt und ich habe gerade einen Mordsspaß am  Zusammenbauen. Lego Technik für Mädchen, quasi.

In einer alten Ausgabe der Australian Womans Weekly habe ich ein ganz simples Rezept für ein Zitronen-Mascarpone-Törtchen gefunden, das ich einfach mal ein bisschen aufgepeppt und modifiziert habe.
Herausgekommen ist ein super saftiger Kuchen mit herrlicher Mascarpone-Creme – das Törtchen hält sich dadurch im Kühlschrank problemlos 2-3 Tage. Zum Einstieg in die Törtchen-Welt benötigt man auch nicht wahnsinnig viel Werkzeug und kann auch erstmal komplett auf Spritzbeutel und -tüllen verzichten. Für den Anfang reicht eine einfache Palette oder sogar der Messerrücken von einem flachen Messer.

Zitronen-Mascarpano-Torte in klein - hier sieht man den "Naked Cake" Effekt gut

Noch ein Wort zum Thema Backformen für kleine Törtchen, da nicht jeder unbedingt diese 15 cm Winz-Formen zu Hause hat. Jessi empfiehlt im Blog und Buch Silikonformen zum Backen – die habe ich für zu schwer erhältlich oder zu teuer empfunden und hab mein erstes Törtchen in einer kleinen, handelsüblichen Springform gebacken. Das Ergebnis war leider ein Flop – die Hitzeverteilung war nicht so super und der Rand ist auch nicht schön geworden. Anstatt gleichmäßig aufzugehen, hat der Teig eine blöde Kuppe gemacht, die dann später zur Kuhle eingefallen ist. Außerdem war der Teig viel zu kompakt und wurde gar nicht richtig fluffig.

Nachdem ich also immer noch keine Lust auf Silikonformen hatte, habe ich jetzt die perfekte Form für mich gefunden: eine so genannte PushPan. Die gibt es exklusiv über den Link bei Lakeland. Es handelt sich dabei um eine Form aus eloxiertem Aluminium mit herausnehmbaren Boden, an dem sich ein Silikonring befindet. So können auch flüssige Teige nicht auslaufen. Ich bin jedenfalls sehr begeistert von den Teilen und habe sie mir direkt in verschiedenen Größen bestellt. Sie sind nicht besonders teuer und momentan auch im Sonderangebot erhältlich. Ich möchte sicherheitshalber darauf hinweisen, dass das hier keine bezahlte Werbung ist – ich habe die Formen selber gekauft und bin von dem Preis-Leistungs-Verhältnis und dem Backverhalten so begeistert, dass ich sie gerne aus eigener Überzeugung empfehlen möchte. Ähnliche Formen, nur ohne den Silikonring gibt es übrigens auch bei Cynthia Barcomi im Shop namens „Biskuitbodenform“, davon besitze ich auch ein paar und kann die guten Backeigenschaften hier auch sehr empfehlen. Nur mal so zum Vergleich.

Nahaufnahme des Tortenstücks des Zitronen-Mascarpone-Törtchens

Ansonsten empfehle ich sehr die Tortenböden einzeln zu backen. Ich bin kein Fan vom Backen von einem Klumpen Kuchen, den man danach versucht irgendwie hübsch in Form zu säbeln. Einzeln gebackene Böden gehen viel besser auf, garen gleichmäßiger und kühlen auch schneller wieder aus. Deswegen habe ich von jeder Größe immer mindestens 2-3 Formen. Zwei von den kleinen Formen passen auch gut gleichzeitig in den Ofen. Das wäre also eine Investition, die ich absolut empfehlen würde, wenn man öfter mal Törtchen backen möchte. So nach und nach macht es dann auch sicher Sinn in die oben erwähnten Kuchenpaletten und Spritztüllen zu investieren, wenn die Verzierung doch noch etwas hübscher und ausgefallener werden soll.

Und bevor das hier jetzt zum Monster-Tutorial wird, gehen wir mal lieber ganz schnell zum Rezept über – so kompliziert ist das nämlich wirklich gar nicht!

Gesamtansicht des Zitronen-Mascarpone-Törtchens

Zitronen-Mascarpone-Törtchen

für ein Törtchen mit 15 cm Durchmesser

Für den Zitronen-Boden

125 g weiche Butter
250 g Zucker
3 Eier, Größe L
abgeriebene Schale und 50 ml Saft von 1/2 unbehandelten Zitrone
225 g Mehl
2 Tl Weinsteinbackpulver
1 Prise Salz
125 ml Vollmilch
weiche Butter und etwas Mehl für die Form

Für die Zitronen-Mascarpone-Creme

250 ml kalte Schlagsahne
175 g Mascarpone
75 g Puderzucker, gesiebt
abgeriebene Schale von 1/2 unbehandelten Zitrone (Rest vom Boden)

Zubereitung

Den Backofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
2 oder 3 Backformen (siehe oben) mit 15 cm Durchmesser mit weicher Butter einfetten und mit etwas Mehl bestäuben.

Die weiche Butter zusammen mit dem Zucker dickschaumig aufschlagen. Am besten funktioniert das in einer Küchenmaschine oder mit dem Handmixer in einer großen Rührschüssel. Mehrere Minuten kräftig aufschlagen, bis sich der Zucker weitgehend aufgelöst hat. Er hast dann die drei Eier einzeln gut untermischen und nach jedem Ei gut verrühren, bevor man das nächste dazu gibt. Wenn alles gut vermischt ist, als nächstes die Zitronenschale zusammen mit dem Zitronensaft einrühren.

In einer kleineren Schüssel das Mehl mit dem Backpulver und Salz vermischen. Abwechselnd die Mehlmischung und die Milch zum Teig geben und nur noch kurz, aber gründlich unterrühren.

Den Teig in drei Teile aufteilen und gleichmäßig in die vorbereiteten Backformen gießen. 1-2 Backformen gleichzeitig in den Ofen stellen und die Böden etwa 20-25 Minuten backen, bis sie gleichmäßig aufgegangen und leicht gebräunt sind. Zur Sicherheit eine Stäbchenprobe machen.

Die fertig gebackenen Böden etwa 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann vorsichtig herausnehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Falls nötig, kann die Form jetzt erneut verwendet werden, um insgesamt drei Böden zu backen.

Währenddessen das Frosting zubereiten:
Die kalte Schlagsahne in einer sauberen Schüssel steif schlagen und beiseite stellen.

Mascarpone mit dem Handrührer oder der Küchenmaschine in einer großen Rührschüssel einmal cremig aufschlagen. Den gesiebten Puderzucker und den Zitronenabrieb dazugeben und gründlich unterrühren, bis eine cremige Masse entsteht.

Nun vorsichtig die steifgeschlagene Sahne nach und nach unter die Masse rühren, dabei aufpassen, dass die Creme nicht zusammenfällt, sondern luftig-leicht aufgeschlagen wird und eine gleichmäßige Konsistenz entsteht.<
Ggf. bis zur Verwendung noch ein paar Minuten in den Kühlschrank stellen.

Einen der kalten Tortenböden auf einen Teller oder eine Tortenplatte legen und mit 1/4 der Creme bestreichen. Den nächsten Tortenboden auflegen und wieder 1/4 der Creme gleichmäßig darauf verteilen. Mit dem letzten Boden abschließen und die restliche Creme darauf geben. Die Creme zuerst nur leicht um die Torte herum verteilen. Das geht am Besten mit einer Winkelpalette oder normalen Palette. Sie soll zwar „geschlossen“ sein, trotzdem sollte man die Böden noch durchscheinen sehen. Den Rest gleichmäßig oben auf dem Abschlussboden verteilen und entweder glattstreichen oder nach Wunsch verzieren.

Entweder sofort servieren oder bis zur Verwendung in den Kühlschrank stellen.
Das Törtchen hält sich etwa 2-3 Tage im Kühlschrank.

Alle mit einem * gekennzeichneten Links sind Amazon-Affiliate-Links. Es handelt sich hierbei um eine persönliche Empfehlung. Nähere Hinweise zum Affiliate-Programm finden sich im Impresssum.

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11 Kommentare

  • Antworten
    knusperstuebchen
    29. Juni 2014 um 16:02

    Liebe Maja,
    Dein Törtchen ist ganz zauberhaft! Ich bin auch ein großer Fan dieser kleinen Törtchen. Man kann so viele süße Leckereien ausprobieren ohne, dass man gleich eine ganze Woche an einem Kuchen isst.
    Vielen Dank auch für den Backform-Tipp. ich habe bisher auch die ganz einfache kleine Springform verwendet, schaue mir aber gleich einmal Deinen Vorschlag an, klingt ja perfekt. 😉

    Ganz liebe Sonntagsgrüße
    Sarah

  • Antworten
    Christin
    29. Juni 2014 um 16:31

    mmmmmh das sieht aber lecker aus!!!
    Ganz liebe Grüße Christin

  • Antworten
    Annalena
    30. Juni 2014 um 16:03

    OMG ♡ ♡ sieht das lecker aus! Toll, wenn einem beim Lesen schon das Wasser im Mäulchen zusammen läuft. Ich stöber mal noch ein bisschen weiter und hole mir weitere Nasch-Anregungen!

    Doppelt liebe Grüße, Annalena

  • Antworten
    Marmeladekisses
    30. Juni 2014 um 23:15

    Liebe Maja,
    ich finde, dein Törtchen sieht super aus! Kleine Torten sind irgendwie viel hübscher als große opulente Torten. Auch dad kleine Stück auf dem Teller ist toll. Ich habe kleine Torten bisher in leeren Keksdosen gebacken. Das klappt auch gut.
    viele Grüße
    Berit

  • Antworten
    Tonkabohne Sabine
    1. Juli 2014 um 5:39

    Liebe Maja,
    Die Törtchen Größe gefällt mir auch besser.
    Wenn viel Besuch kommt backt man halt einpaar mehr, hüstel…
    Vor allem hat man dann auch mehr Sorten auf dem Tisch stehen.
    Sehr feines Rezept 🙂
    Herzliche Grüsse,
    Sabine

  • Antworten
    textliaison
    1. Juli 2014 um 9:42

    hallo Maja
    allerliebst dein Törtchen. ich finde einige kleine Törtchen bei einem tee-/cafe-klatsch oder sonsteinerrunde einfach sooo schön. danke für diesen post.
    lg
    susanne

  • Antworten
    Kiki
    1. Juli 2014 um 9:45

    nein, ist das ein süßes Törtchen 🙂 da bekomme ich richtig lust, schnell den Kaffeetisch einzudecken und zum Kaffeeklatsch einzuladen 🙂 die wird ganz bestimmt ganz bald einmal ausprobiert 🙂 Liebste Grüße, Kiki

  • Antworten
    Katharina
    14. Juli 2014 um 9:12

    Das sieht wahnsinnig köstlich aus. Die meisten Zutaten habe ich hier. Die Restlichen hole ich nachher und dann ab ans Backen… 🙂

  • Antworten
    ullatrulla
    20. Juni 2015 um 18:14

    Da ist es! Danke für den Tipp.. Ich bin so froh, dass ich hier gelesen habe. Meine Böden wollte ich nämlich auch in einer herkömmlichen, kleinen Springform backen. Dachte, dass das gar keinen Unterschied mache – ups. Ich muss wohl noch bei Lakeland shoppen. Gut, dass ich noch ein paar Tage Zeit habe. Danke für Deine Hilfe!
    Liebe Grüße,
    Daniela

  • Antworten
    Jenny
    5. September 2017 um 22:46

    Guten Tag. Ich habe dein Rezept ausprobiert. Leider wurden die Böden trotzdem sehr kompakt. Ich würde nicht mehr so viel Mehl benutzen!
    Die Füllung war lecker..

    • Antworten
      Maja
      7. September 2017 um 13:46

      Vielen Dank für dein Feedback, Jenny! Tatsächlich hängt es ja ein bisschen davon ab, wie lange man die Masse aufschlägt, wie lange man das Mehl unterrührt und wie gleichmäßig der Ofen backt. Solltest du es noch mal mit weniger Mehl probieren, gib gerne Bescheid, wie dein Ergebnis wurde 🙂
      Viele Grüße
      Maja

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