Herzhaft

Jambalaya mit Wurst, Huhn und Garnelen

Rezept für leckeres One Pot Jambalaya von moeyskitchen.com
Ich weiß nicht, ob ich schon mal davon berichtet habe, aber ich bin ein ziemlicher Serien-Junkie.
Während mich das normale Fernsehprogramm bis auf den sonntäglichen Tatort recht kalt lässt, komme ich an kaum einer spannenden amerikanischen Serie vorbei. Am Liebsten sind mir dabei noch Showtime- und HBO-Serien.
Und so bin ich vor einiger Zeit aufgrund einer Empfehlung bei der hierzulande eher unbekannten Serie „Treme“ gelandet.
Treme spielt im gleichnamigen Stadtteil Tremé in New Orleans in der Zeit nach Hurrikan Katrina.
Dabei geht es hauptsächlich um die Personen vor Ort, ihre Musik, ihre Küche, ihren Mardi Gras und ihre alltäglichen Probleme mit dem Wiederaufbau.
Das Schöne ist, dass vor allem das Lebensgefühl in Form von Blechblasmusik und Jazz sowie der typischen Louisiana-Küche vermittelt wird.
Ich kann die Serie nur jedem empfehlen, der Interesse an der amerikanischen Südstaatenkultur hat.
Durch das Gucken der Serie habe ich mich auch vermehrt für eben diese typische Südstaatenküche in Louisiana interessiert. Diese ist geprägt von der der Cajun-Küche, einer eher einfachen und regionalen Küche der französischstämmigen Einwanderer und der kreolischen Küche, die darauf aufbauend noch mehr klassische französische Einflüsse mit einbringt. Die typischsten Gerichte sind dabei Gumbo und Jambalaya.
Rezept für leckeres One Pot Jambalaya von moeyskitchen.com

Hauptzutaten sind dabei die so genannten „Holy Trinity“: Zwiebeln, grüne Paprika und Staudensellerie.
Und da geht es auch schon mit mangelnder Authentizität bei mir los: ich bin kein großer Fan von grüner Paprika und Staudensellerie akzeptiere ich maximal ganz fein gehackt mit Möhren und Zwiebeln in der Bolognese. Deswegen handelt es sich bei meiner Jambalaya-Version um eine etwas veränderte Version.
Wer es jedoch ganz klassisch zubereiten möchte, ersetzt meine rote Paprika durch grüne und gibt einfach zusammen mit der Paprika noch 2-3 fein gewürfelte Selleriestangen mit ins Jambalaya.

Rezept für leckeres One Pot Jambalaya von moeyskitchen.com

Ein weiteres Problem stellt die klassische Jambalaya-Wurst für mich dar: dabei handelt es sich um eine so genannte Andouille-Wurst, die hauptsächlich aus Innereien besteht. Ich weiß nicht mal, ob man diese französische Wurst bei uns problemlos erhält, zudem ist sie mir zu grobstückig.
Stattdessen kann man sie ganz gut, wenn auch nicht authentisch, mit Chorizo oder Chorizo-Bratwurst ersetzen. Ich habe letztere verwendet, weil sie dem Original noch irgendwie am Ähnlichsten war. Möglicherweise passt aber auch eine ganz normale grobe Bratwurst gut in diesen Eintopf.

Rezept für leckeres One Pot Jambalaya von moeyskitchen.com

Klassischer Bestandteil sind außerdem Garnelen oder Scampi (Kaisergranaten). Ich persönlich mag Meeresfrüchte außer Muscheln nicht sehr gerne. Man kann sie aber immerhin wunderbar auf seinem Teller finden und abgeben. Darüber hat mein Mann sich dann sehr gefreut. Ich habe bereits vorgepulte Bio-Garnelen verwendet.
Insgesamt gefällt mir die Zubereitung eines Jambalayas ausgesprochen gut und ich kann es mir auch prima als Grundlage für weitere Reis-Eintopf-Gerichte vorstellen.

Rezept für leckeres One Pot Jambalaya von moeyskitchen.com

Jambalaya mit Wurst, Huhn und Garnelen

für 4 Portionen

Zutaten:

1 Hähnchenbrustfilet, ohne Haut und Knochen (ca. 150 g)
2 Chorizo-Bratwürste oder grobe Bratwürste oder alternativ etwa 150 g Chorizo-Wurst am Stück
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 rote (oder authentisch: grüne) Paprikaschote
nach Geschmack: 2-3 Selleriestangen
2 Tomaten
1 Bund Frühlingszwiebeln
1/2 Bund glatte Petersilie
1 El Butter
2 El Tomatenmark
650 ml Hühnerbrühe
250 g Langkornreis
Saft von 1/2 Zitrone
16-20 vorbereitete (und falls tiefgefroren, bereits aufgetaute) Garnelen oder Scampis, ohne Schale und bereits entdarmt
Rapsöl oder Sonnenblumenöl zum Braten
Meersalz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Chiliflocken, (geräuchertes) Paprikapulver
1 Lorbeerblatt, getrockneter Thymian, getrockneter Oregano

Zubereitung:

Jambalaya benötigt einiges an Vorbereitungszeit zum Schneiden, Hacken und Würfeln der ganzen Zutatenkomponenten. Die Zubereitung an sich geht wirklich schnell, man muss jedoch ein bisschen Zeit für die Vorbereitung einplanen und kocht das Gericht besser beim ersten Mal an einem entspannten Wochenende.

Zunächst wird das benötigte Huhn vorbereitet, gewaschen und mit Küchenpapier trocken getupft. Überschüssiges Fett und Sehnen von dem Filet wegschneiden und alles in mundgerechte, jedoch nicht zu kleine Stücke würfeln.
In eine Schüssel geben, mit Salz, Pfeffer, etwas Chili und Paprikapulver nach Geschmack bestreuen und alles gut vermischen.

Die Schüssel gut verschließen und bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen.
Die Chorizo-Bratwürste in Scheiben schneiden und ebenfalls bis zur Verwendung kalt stellen.
Jetzt geht das große Schnippeln des Gemüses los:
Zwiebeln und Knoblauch schälen, fein würfeln und zusammen in einer Schüssel bereitstellen.
Die Paprika gut waschen, halbieren, von Kernen und Scheidewänden befreien und würfeln. Beiseite stellen.
Wer Sellerie mag und verwenden möchte: die Stangen gut putzen und in feine Würfel schneiden, zur Paprika geben.
Die Tomaten ebenfalls waschen, halbieren, den grünen Strunk herausschneiden und ebenfalls würfeln, in eine separate Schüssel geben.

Die Wurzeln der Frühlingszwiebeln abschneiden, die äußerste Schicht entfernen, gut waschen und sowohl die hellen als auch dunklen Teile der Zwiebeln in dünne Ringe schneiden.
Die Petersilie waschen, trocken schütteln und nicht zu fein hacken. Ebenfalls beiseite stellen.

Außer einem ausreichend großen Bräter wird nicht mehr zur Zubereitung benötigt.
Etwas Raps- oder Sonnenblumenöl in den Bräter geben und diesen auf hohe Temperatur erhitzen.
Zuerst werden die Wurstscheiben hineingegeben und rundherum knusprig braun angebraten, insgesamt etwa 5 Minuten lang. Mit einem Schöpflöffel hinausholen und wieder in eine ausreichend große Schüssel geben.

Im verbliebenen Öl nun die Hühnchenbrustwürfel rundherum gut anbraten. Sie müssen nicht durchgaren, dürfen von außen aber schon leicht bräunen. Ebenfalls herausnehmen und zu den Wurstscheiben geben.

Die Butter in den Topf geben und im restlichen Bratöl schmelzen lassen, dann die gehackten Zwiebeln und Knoblauchzehen dazugeben und leicht glasig anbraten.
Paprika (und optional: Sellerie) dazugeben und mit anbraten, danach die Hälfte der vorbereiteten Frühlingszwiebeln.
Nun das Lorbeerblatt, etwas Thymian und Oregano und das Tomatenmark dazugeben und alles anschwitzen. Zuletzt die gewürfelten Tomaten dazugeben.

Jetzt die Hühnerbrühe angießen und die ganze Mischung aufkochen lassen.
Den Reis dazugeben und gut unterrühren.
Wurstscheiben und Hühnchenstücke wieder in den Topf geben, alles gut durchrühren, den Deckel aufsetzen und die Temperatur reduzieren.
Bei mittlerer Hitze nun 20 Minuten zugedeckt köcheln lassen.

Danach den Deckel abnehmen, die restlichen Frühlingszwiebeln (bis auf ein paar Ringe zum Garnieren), die gehackte Petersilie (bis auf 1-2 Tl zum Garnieren), den Zitronensaft und die Garnelen unterrühren.
Den Topf vom Herd ziehen und mit dem Deckel wieder gut verschließen.
Die Mischung einfach nochmal 15 Minuten stehen und ziehen lassen. Die Garnelen garen wunderbar in der Resthitze und werden dadurch auf den Punkt gar.
Nach den 15 Minuten noch mal alles gut durchrühren, das Jambalaya auf Teller verteilen und mit den restlichen Frühlingszwiebeln und der restlichen Petersilie bestreut sofort servieren.

Das alles liest sich sicher sehr aufwändig, im Grunde ist das Gericht neben der ganzen Schnippelei jedoch schnell gemacht und wirklich unkompliziert in der Zubereitung.

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7 Kommentare

  • Antworten
    FeeMail
    27. Januar 2013 um 20:18

    Deine modifizierte Version entspricht voll meinem Geschmack. Wird gemerkt!

  • Antworten
    Sarah
    27. Januar 2013 um 20:51

    Hallo Maja,
    ich bin durch ein Special in der Living at home auf die Cajun-Küche aufmerksam geworden, nachdem ich Flusskrebscocktails und Maisbrot probiert habe, steht nun Jambalaya ganz weit oben auf der Liste. Ich glaube das Rezept ist so ähnlich wie deines, werde vor dem Kochen nochmal vergleichen. Chorizo war jedenfalls dabei, und das finde ich eine gute Alternative.
    Deine Bilder sind wie immer sehr ansprechend, ich bekomme wirklich Hunger, wenn ich das sehe!
    Gruss,
    Sarah

  • Antworten
    Anonym
    28. Januar 2013 um 9:48

    Sieht sehr lecker aus, dein Jambalaya. Ich mach das oft nach der Trinidad-Tobago-Art. Unten in eine feuerfeste Form wird der Reis gegeben. Drauaf kommt gebratenes Hack vermischt mit Tomatenketchup, Senf, Staudensellerie, Zwiebeln, Paprika. Dann wird alles mit passierten Tomaten aufgegossen und oben auf das Hack kommen Speckstreifen. Es wird im Ofen gegart bis der Reis weich ist.
    lg Kathie Jo

  • Antworten
    MissHasenbein
    17. Februar 2013 um 20:03

    Ich habe es gestern nachgekocht.. Sowas leckeres !!

    Echt der Hammer , wird definitiv nochmal gemacht!!

    Lg die Kim

  • Antworten
    Anonym
    17. April 2013 um 20:49

    Habe heute das Gericht nachgekocht, und ich muss sagen dass wirklich toll geschmeckt hat! Vorallem hat mir die Konsitenz sehr gefallen und dass die Zutaten an sich unspektakulär sind, aber zusammen war es wunderbar!
    Die Hähnchenbruststücke habe ich vor dem Anbraten noch in Speisestärke gewälzt, da bleiben sie dann schön saftig!
    Viele Grüße Carina

  • Antworten
    siebenkilopaket
    12. August 2015 um 16:03

    Hallo Maja,

    was für ein Gedicht! Ich habe es gestern nachgekocht und konnte mich kaum wieder einkriegen 🙂 Danke dass du so tolle Rezepte teilst!

    Ganz liebe Grüße
    Daniela

  • Antworten
    Was ist... Jambalaya? | speisekarte.de/blog
    29. Oktober 2017 um 10:01

    […] Euch läuft schon das Wasser im Munde zusammen? Dann holt euch mit diesen einfachen Rezepten Jambalaya nach Hause: mit einem leckeren Rezept für klassische Jambalaya oder auch mit Jambalaya mit Wurst, Huhn und Garnelen. […]

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