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Ich und die Silikonformen oder Mini-Zitronen-Gugl

Mit Anlauf – hüpf – springe ich noch schnell auf den vorbeifahrenden Zug auf, bevor er auch schon wieder weg ist.
Der Trend heißt Minigugl oder auch Kuchenpralinen und is(s)t momentan in aller Munde. Kaum ein Blog, der noch keine Minigugl-Rezepte veröffentlicht hat.
Auslöser ist wohl die Seite http://www.dergugl.de/. Die niedlichen Küchlein sind dort bestellbar und in München in diversen Läden käuflich zu erwerben.


Und ich kann mich diesen entzückenden kleinen Backwerken einfach nicht verwehren – kleine Guglhupfe sind einfach nur süß. So wie Hundebabies und denen kann man sich ja schließlich auch nicht verwehren.
Immer wieder bin ich um das Feine Kuchenpralinen-Set* herumgeschlichen, geschrieben von der „Erfinderin“ und Seiteninhaberin der genannten Seite oben, allerdings haben mich die Amazon-Rezensionen zu den Fehlern im Buch immer wieder abgeschreckt. Und sooo nötig brauche ich das ja auch nicht.
Just in in einem dieser Momente hatte ich eine unheimlich nette und persönliche Mail von einer netten Dame von der Firma Silikomart im Postfach.

Ich bekomme – wie vermutlich jeder andere Blogger auch – relativ häufig und regelmäßig Anfragen von Firmen zu Produkttests, Werbeplatzierungen usw. Da sind oft die absurdesten Sachen dabei, die mit meinem Blog so gut wie null komma gar nix gemeinsam haben und so werden die meisten dieser Anfragen erfolgreich von mir ignoriert oder abgelehnt. Mal abgesehen davon bin ich langsam auch wirklich gelangweilt von diversen halbherzigen Tests und Vorstellungen von Produkten, mit denen man sich nicht identifizieren kann – Hauptsache sie sind umsonst. Das bin ich nicht und das ist nicht mein Stil und das dürftet ihr mittlerweile mitbekommen haben.
Manchmal ist aber auch etwas dabei, das mich interessiert und so eben auch geschehen bei dieser wahnsinnig netten Anfrage von Silikomart.
Die Firma vertreibt – wie der Name schon sagt – Silikon-Produkte in Form von Pralinen- und Backformen jeder Art.
Silikonformen und ich, wir sind uns aber bisher nicht so ganz geheuer und genau das schrieb ich auch an Silikomart. Irgendwie traue ich diesen wabbeligen, grellbunten Plastikformen einfach nicht. Ich hätte immer Angst, dass alles in sich zusammensackt oder ich Plastikteile in meinen Backwaren habe. Deswegen besitze ich genau eine einzige Form und die war ein Geschenk…
Die Dame am anderen Ende der E-Mail war aber weiterhin sehr nett und sehr bemüht und lud mich zu einem unverbindlichen Test ein. Ich dürfe gerne ehrlich sein und es ginge nicht darum zu „erzählen, wie toll unsere Produkte sind, sondern um Ihre konkrete Erfahrung mit den Formen“.
Nachdem ich dann noch bei Paule gesehen hatte, dass sie diverse Silikomart-Formen besitzt und diese empfiehlt, war ich durchaus interessiert den Silikonformen doch noch mal eine Chance einzuräumen. Und ich hatte ja nichts zu verlieren. Nachdem dann auch Alice über ihre anfängliche Silikon-Abneigung  berichtete und einen Produkttest machte, sagte ich schließlich zu.

Die nette Mitarbeiterin schickte mir eine Broschüre mit verschiedenen Produkten, die für den Test vorgesehen waren und da dort rein zufällig eine Minigugl-Form auftauchte, nahm ich natürlich diese und erhielt kurz darauf ein Päckchen aus Italien.
Und deswegen kommt jetzt hier von mir ein ganz leckeres Zitronenkuchen-Rezept samt ehrlichem Produkttest.
Der Geburtstag einer lieben Freundin stand an und das war für mich die perfekte Gelegenheit für mich die Form zu testen, um ihr ein kleines Mitbringsel fertig zu machen.

Mini-Zitronen-Gugl

für ca. 18 Stück (1 Form)

50 g weiche Butter
75 g feinster Zucker
2 Eier Größe M
90 g Mehl
1/4 Tl Natron
50 g Saure Sahne
abgeriebene Schale von 1/2 Bio-Zitrone
nach Belieben Puderzucker

Den Backofen auf 175 °C vorheizen.
Die Minigugl-Form einfetten und mit Mehl bestäuben, dann gut ausklopfen.
Die Butter zusammen mit dem Zucker einige Minuten lang cremig rühren.
Die beiden Eier einzeln unterrühren und alles zu einer dickcremigen Masse aufschlagen.
Mehl und Natron vermischen und abwechselnd mit der Sauren Sahne unterrühren, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Der Teig darf nicht zu dick sein, ggf. etwas mehr Saure Sahne unterrühren.
Zuletzt die Zitronenschale unterrühren.
Den Teig in einen Spritzbeutel oder in einen Gefrierbeutel füllen und eine Ecke abschneiden.
Mithilfe des Beutels lässt sich der Teig nun problemlos in die kleinen Öffnungen der Form einfüllen.
Die Form nicht zu hoch befüllen, da der Teig noch aufgeht.
Die Form in den Ofen schieben und die Gugl auf der mittleren Einschubleiste etwa 18-20 Minuten backen.
Danach in der Form auf einem Kuchengitter auskühlen lassen, dann stürzen und die Minigugl vorsichtig aus der Form lösen. Vollständig auskühlen lassen, dann je nach Wunsch nett verpacken oder mit Puderzucker bestäuben und sofort servieren.
Für die Verpackung habe ich einfach eine weiße Pappschachtel verwendet, diese mit Hilfe eines Anhängers und mit Masking Tape zugeklebt und schließlich mit einem Labelgerät beschriftet und beklebt.

Kommen wir jetzt aber mal zu der besagten Form, die ich in dem Rezept verwende.
Geliefert wird sie in einer durchsichtigen Plastikverpackung, Modell „SF 132 Mini Fantasy„.  Hier erhältlich*
Das Erste, was mir auffällt ist, dass die Form aus zwei Teilen besteht. Der Silikonform an sich und dem „Backrahmen“, der die Form in Form (haha) halten soll. Das finde ich schlau und habe es bisher noch nirgendwo sonst gesehen. Kein Wunder, offenbar ist das ganze auch patentiert.

Silikonform für kleine Minigugl von Silikomart im Test

Der Zusammenbau ist kein Problem, das ganze fühlt sich dank des Rahmens auch recht stabil an.
Vor der ersten Anwendung sollte man die Form gründlich reinigen – keine Frage, erledigt. Zur besseren Antihaftwirkung soll man die Form dann einmalig einfetten und bemehlen – auch das ist nachvollziehbar und klappt problemlos.
Der Trick mit dem Gefrierbeutel oder Spritzbeutel ist wirklich gut – ein Eisportionierer zum Einfüllen ist definitiv zu groß, mit einem Teelöffel gibt es vermutlich nur Schweinerei. Nachteil ist allerdings: man produziert Müll. Oder aber verwendet einen wiederverwendbaren Spritzbeutel.
Das Einfüllen klappt also problemlos und ohne große Schweinerei.

Der Teig für die Mini-Zitronen-Gugl in der Silikonform

Wie man allerdings sehen kann liegt die Form nicht ganz plan im Rahmen und ich frage mich, ob das halten kann.
Der Ofen bestätigt schließlich den Verdacht – in der Hitze ploppt die Form hoch und rutscht von einem der vier Eckpunkte ab, dabei wölbt sie sich nach oben. Ganz optimal ist das nicht, dadurch geraten einige der Gugl in Schieflage.
Das Backergebnis ist allerdings umso besser, alle Gugl sind relativ gleichmäßig aufgegangen und schön goldgelb gebräunt.
Die nette Dame von Silikomart erklärt, dass man die Silikonformen lieber bei 10 °C weniger Temperatur und dafür 10-15 Minuten länger als handelsübliche Backformen im Ofen lassen soll, weil Silikon sich langsamer erwärmt, die Temperatur danach aber besser hält.
Für die winzigen Teigportionen reichen 15-18 Minuten bei 175 °C aber wunderbar aus für ein saftiges und gleichmäßiges Ergebnis.

frisch gebackene Minigugl in der Silikonform

Silikon kühlt dann auch relativ schnell wieder aus, wie man sieht bleibt die gewölbte Form aber erst noch bestehen.
Dafür lassen sich die Minigugl kinderleicht aus der Form lösen. Es klebt nichts an und es bleibt nicht dran hängen.
Insgesamt bin ich doch erstaunt, wie gut die Silikonform und ich uns vertragen haben. Dafür, dass ich ihr vorher nichts zugetraut habe, hat sie mich von ihren Backeigenschaften überzeugt.
Es riecht nach nichts außer frisch gebackenem Kuchen und ich habe nicht das Gefühl, dass es sich um ein billiges Material handelt, auch wenn es sehr dünn ist. Dafür wirkt das Material sehr glatt und gleichmäßig und in keiner Form spröde.
Der Backrahmen konnte mich aber nicht überzeugen. Leider hält er nicht und die Form springt immer wieder ab. Das Material der Form ist auch so dünn, dass genau der von mir befürchtete „Wabbel“-Effekt eintritt und man die Form kaum vernünftig auf ein Blech stellen kann. Also versuche ich den Rahmen so gut wie möglich festzuhalten – solange die Form darin eingespannt ist, hat alles eine Top-Stabilität.

Alles in allem ist mein erster Versuch sehr gut gelungen und ich konnte die Form danach problemlos in der Spülmaschine reinigen.
Laut Hersteller muss man die Form beim zweiten Mal nicht mehr einfetten. Ich frage mich, wie das funktionieren soll, denn eingebrannt sieht sie nicht aus und selbst wenn, ist bei der Fahrt in der Spülmaschine bestimmt alles abgegangen.
Dennoch fülle ich den Teig in die unvorbereitete Form und backe Schoko-Minigugl.
Nach dem Auskühlen tritt aber genau das ein, was ich erwartet habe – etwa 1/3 der Minigugl bleibt zur Hälfte in der Form kleben und lässt sich nicht sauber herauslösen.
Ein weiterer Test mit dem selben Teig steht also an, dieses Mal fette und bemehle ich die Form jedoch vorher. Und tada – dieses Mal geht im wahrsten Sinne des Wortes alles glatt. Auch hier kann mich das Backergebnis wieder überzeugen – gleichmäßige Bräunung, schön saftige und lockere Minigugl.
Insgesamt kann ich sagen, dass mich das Backergebnis überzeugt. Die Form hat eine tolle Größe für nette kleine Mitbringsel und ich kann mich über die grundsätzliche Handhabung nicht beschweren.
Lediglich der Backrahmen ist verbesserungswürdig und ich hoffe, dass der Hersteller sich da noch was einfallen lässt.
Auch vertraue ich nicht auf die angebliche Antihafteigenschaft, sondern werde die Form auch weiterhin vor dem Gebrauch einfetten und bemehlen.

Alle mit einem * gekennzeichneten Links sind Amazon-Affiliate-Links. Es handelt sich hierbei um eine persönliche Empfehlung. Nähere Hinweise zum Affiliate-Programm finden sich im Impresssum.

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13 Kommentare

  • Antworten Christin

    Hallo Moey,
    ich bin von Silikonbackformen total überzeugt! Ich habe eine Guglhupf-Form, eine Kasten-Form und Muffinförmchen aus Silikon und kann nur Positives davon berichten! Ich backe meine Cupcakes immer in Silikonförmchen und bin total überzeugt davon! Die Mini-Gugl wollte ich auch mal ausprobieren. Über diese Silikonformen werde ich mal nachdenken 😉
    Lieben Gruß Christin

    23. September 2012 um 19:49 Uhr
  • Antworten sandra / from-snuggs-kitchen

    Wunderbar, Zitronenkuchen wollte ich diese Woche auch noch backen, jetzt habe ich ja ein Rezept 🙂
    Lecker schauen sie aus, Merci

    24. September 2012 um 5:12 Uhr
  • Antworten Sarah Se

    Ich hatte bei meinem ersten Versuch darauf vertraut, dass man nicht einfetten braucht und das Ende vom Lied war, dass es Kuchen Brösel gab.
    Aber ich geb der Form nochmal eine Chance und zwar dieses Mal eingefettet.
    LG Sarah

    24. September 2012 um 10:24 Uhr
  • Antworten Paule

    Hallo,
    die Mini-Gugl sehen absolut verführerisch aus!!
    Ich habe einige Silikonformen von Silikomart und bin sehr zufrieden. Ich habe sie lediglich das 1. Mal leicht eingefettet, danach nicht mehr. Geklebt hat noch nie was. Allerdings spüle ich sie immer auf der Hand und gebe sie nicht in die Spülmaschine. Ich glaube das stand auch so in der Beschreibung, bin mir aber nicht ganz sicher. Vielleicht habe ich es auch sonst wo aufgeschnappt.
    LG, Paule

    24. September 2012 um 18:57 Uhr
  • Antworten Maja

    Hier wird die Spülmaschine mehrfach erwähnt. Vielleicht versuche ich es aber nächstes Mal ohne 🙂

    25. September 2012 um 11:28 Uhr
  • Antworten Jessie

    Meine Silikon-Muffinform benutze ich auch gerne für kleine Portionen Parfait. Lässt sich super einfach rausdrücken, ganz ohne anwärmen.

    10. Oktober 2012 um 8:15 Uhr
  • Antworten ilmondodiselezione

    Ich habe heute auch mal wieder Mini-Gugl in dieser Form gebacken, ohne einfetten (und ohne Backrahmen, der war nämlich nicht dabei) und ich muß sagen, der verwendete Teig ließ sich super rausholen nach dem Backen!

    Wenn du magst, schau mal bei mir rein, ich werde das Rezept auf jeden Fall posten. Außerdem veranstalte ich Mini-Guglhupf-Wettbewerb, bis Mittwoch kann man sich noch anmelden 😉

    Liebe Grüße, Claudia

    20. Januar 2013 um 23:50 Uhr
  • Antworten Julia

    Ich wäre sehr an dem Rezept für die Schokoladengugl interesseiert 🙂

    24. Januar 2013 um 14:00 Uhr
  • Antworten Karti

    Deine Gugl sind ja mal richtig Mini. Ich habe eine normale Mini Gugl Form und meine sind etwas größer – das Fieber packt einen doch ziemlich schnell. Nächste Woche werde ich die nächsten machen und freue mich schon 🙂 Gestern habe ich das erste mal meine Silikonform ausprobiert, weil ich Schokofondantherzen gebacken habe {Rezept auf meinem Blog} und finde Silikon super 🙂

    14. Februar 2013 um 8:46 Uhr
  • Antworten Anonym

    Ich habe viele Silikonformen. Allerdings von anderen Firmen. Wenn man sie in die Spülmaschine gibt, muss man sie vor jedem Gebrauch einfetten. Wäscht man sie von Hand, entfällt das Einfetten.

    Ich backe eigentlich nichts mehr ohne Silikon.

    15. Februar 2013 um 22:17 Uhr
  • Antworten Nata

    Ein tolles Rezept! Ich liebe Zitronenkuchen und die Gugl sind auch wunderbar geworden!

    Eine Frage:
    Kann ich das Rezept auf meinem 'ziemlich verstaubten' Blog setzten? Natürlich mit Link zu deinem Rezept?
    LG, Nata

    20. März 2013 um 18:03 Uhr
  • Antworten ullatrulla

    Huhu Maja,

    ich hab Deine Gugl scho länger auf der Liste, nun hab ich sie endlich gebacken: http://www.ullatrullabacktundbastelt.blogspot.de/2013/06/heute-ist-der-kuchen-blau-rezept-fur.html

    Lieben Dank für das tolle Rezept!
    Viele Grüße, Daniela

    23. Juni 2013 um 10:57 Uhr
  • Antworten Birgit

    Die Rezepte machen auch dem Untalentiertesten Mut, mal was Neues auszuprobieren. Die Silikonförmchen helfen übrigens auch bei ersten Backversuchen. Von Hand zu spülen würde ich empfehlen, auch beschichtete Pfannen sollten immer von Hand gespült werden. Viele Grüße, Birgit.

    22. April 2015 um 15:40 Uhr
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