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Von Schüttelmaschinen, Monster-Staubsaugern, viel Staub und grünen Bäumen: ein Besuch auf der Walnussplantage – Reisebericht zur kalifornischen Walnussernte Teil 2

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Ihr mögt Walnüsse? Prima! Dann nehme ich euch jetzt mit auf eine Reise zur Walnussernte in Kalifornien. Deutschland ist nämlich Hauptimporteur für kalifornische Walnusskerne – achtet mal im Supermarkt drauf. Auf den meisten Tüten mit geknackten Walnüssen steht „Kalifornische Walnüsse“. Insgesamt werden allein in Kalifornien jedes Jahr 350.000 Tonnen Walnüsse geerntet und in 40 Länder weltweit importiert. Dabei hat jedes Land einen anderen Anspruch: für Italien werden beispielsweise hauptsächlich ganze Nüsse in der Schale gefordert, für Korea sollen es eher die kleineren hellen Kerne im wiederverschließbaren Beuteln sein.

Das Hauptgebiet für den Anbau von Walnüssen in Kalifornien liegt rund um den so genannten Fruitbelt im Central Valley. Dieses Tal erstreckt sich auf über 600 km Länge und mit bis zu 80 km Breite in Zentral-Kalifornien. Auf den über 50.000 Quadratkilometern werden etwa 250 verschiedene landwirtschaftliche Produkte von Mandeln über Obst und Gemüse bis hin zu Wein angebaut. Allein die Walnussplantagen im Fruchtgürtel nehmen dabei über 90.000 Hektar Fläche ein. 4.600 Walnussanbauer gibt es in Kalifornien – die meisten der Farmen befinden sich seit Jahrzehnten in Familienbesitz.

links: Kreuzung einer Schwarznuss mit einer englischen Walnuss, rechts: Lawrence Sambado, Inhaber von Prima Noce Packing, einer Walnussplantage

Und auf genau so einer Farm waren wir Anfang Oktober zur Erntezeit zu Besuch, ganz offiziell war es die California Walnut Commission’s 2014 International Harvest Tour, zu der ich mit Sandra, Simone und Zorra reisen durfte.

Zusammen mit weiteren Pressevertretern und Bloggern aus China und Indien besuchten wir Lawrence Sambado bei Prima Noce Packing in Linden, etwa 150 km östlich von San Francisco entfernt. Lawrence und sein Kollege Mike nahmen uns mit auf eine der vielen Plantagen und zeigten uns, wie die Ernte abläuft. Je nach Sorte und Standort werden die kalifornischen Walnüsse zwischen August und November geerntet. Wichtigstes Erkennungsmerkmal für den Reifegrad der Nüsse ist das Aufplatzen der äußeren grünen Fruchtschalen. Brechen sie auf und fallen ab, sind die Nusskerne reif und die Walnüsse bereit zur Ernte.

In Kalifornien wird die dort heimische Schwarznuss mit der Englischen Walnuss veredelt – das sieht man auf dem Foto oben links sehr gut: der Stamm unten und die Wurzeln sind schwarz, oben heraus wächst ein deutlicher hellerer Stamm. Der Baum ist damit perfekt auf die regionalen und klimatischen Bedingungen angepasst: Im Central Valley gibt es durchschnittlich über 300 Sonnentage im Jahr, milde Temperaturen und vor allem nährstoffreiche Lehmböden – die idealen Voraussetzungen für den Anbau von Walnüssen. Ein Walnussbaum trägt übrigens zum ersten Mal nach etwa fünf bis sieben Jahren Früchte, kann dann aber auch über 100 Jahre abgeerntet werden. Bei einem Durchschnittsertrag von etwa 4.000 Nüssen pro Baum und Saison, kommt da also einiges zusammen…

Und wer jetzt glaubt, dass die Walnüsse mühsam von Hand von den Bäumen gepflückt werden, der irrt sich! Die Ernte funktioniert fast vollautomatisch und ist unheimlich spannend anzusehen:

Eine Walnussplantage, bereit zur Ernte: eine staubige Angelegenheit bei strahlendem Sonnenschein

Schritt 1:

Zuerst wird der Boden zwischen den Walnussbäumen frei gefegt, damit keine Steine oder heruntergefallene Äste mehr auf den Lichtungen liegen.

Eine Schüttelmaschine rüttelt mit ihren Greifarmen so lange an den Bäumen, bis die Walnüsse herunterfallen

Schritt 2:

Kleine, wendige Fahrzeuge mit Greifarmen fahren an die Bäume, setzen die Zangen an die Äste an und rütteln die Bäume kräftig durch. Diese so genannten „Schüttelmaschinen“ erledigen die Hauptaufgabe, indem sie so von Baum zu Baum fahren und so lange kräftig rütteln, bis die reifen Nüsse von den Ästen fallen. Eine ziemlich staubige Angelegenheit!

Eine Schüttelmaschine rüttelt so lange an den Bäumen, bis die Nüsse zu Boden fallen
Eine Kehrmaschine pustet und fegt die heruntergefallenen Walnüsse zu langen Reihen zusammen

Schritt 3:

Jetzt kommen die „Kehrmaschinen“ von Schritt 1 wieder zum Einsatz: Sie pusten und fegen die heruntergefallenen Walnüsse zu langen schmalen Reihen zusammen.

Eine große Kehrmaschine fegt und pustet die Walnüsse am Boden zu langen Reihen zusammen
Eine weitere Maschine befördert die Walnüsse vom Boden über ein Förderband in große Container

Schritt 4:

Zum Schluss kommt der „Staubsauger“ zum Einsatz, ein Fahrzeug, das die Walnüsse vom Boden aufsaugt, über ein Förderband aufsammelt und in großen Containern sammelt. In diesem Schritt werden Äste und die grünen Hüllen gleich weitgehend automatisch mit aussortiert.

Von dort aus, gelangen die Walnüsse dann an die nächste Station – sie werden zu Prima Noce Packing gefahren, sortiert, vorgewaschen und gebürstet, getrocknet und landen dann schließlich in der Produktion. Frische Walnüsse sind nämlich noch unheimlich weich, hell, süßlich und leicht mehlig und für meinen Geschmack ungenießbar. Sie enthalten noch rund 20% Feuchtigkeit – durch die Trocknung sinkt der Gehalt auf 8% und sie werden so knackig und nussig, wie wir sie kennen. Doch das wird das Thema beim nächsten Bericht sein. Dann gibt es auch noch ein paar praktische Tipps zur Lagerung.

Frisch geerntete und vom Baum gefallene Walnüsse und ein frischer, weicher Walnusskern

Hier noch ein paar weitere Links für zusätzliche Informationen und spannende Berichte:

Reisebericht zur kalifornischen Walnussernte Teil 1 – mein erster Bericht über die Reise: Besuch in der amerikanischen Botschaft in Berlin und Walnusscocktails
http://www.walnuss.de/ – die offizielle Webseite der California Walnut Commission mit vielen Rezepten und spannenden Hintergrundinformationen
http://www.premiumwalnuts.com/index.html – die offizielle Webseite von Prima Noce Packing
Reisebericht Teil 1 von Sandra – der erste Bericht von From Snuggs Kitchen
Reisebericht Teil 2 von Sandra – der zweite Bericht von From Snuggs Kitchen
Reisebericht Teil 1 von Simone – der erste Bericht von S-Küche
Reisebericht Teil 2 von Simone – der zweite Bericht von S-Küche
Reisebericht von Zorra – der Bericht über die Walnusscocktails in Berlin von 1 x umrühren bitte aka Kochtopf

Mein herzlichster Dank für dieses einmalige Erlebnis und die nette Einladung geht an das Team von Fleishman-Hillard Germany GmbH, insbesondere an Christine, Eva und Ricarda für die tolle Organisation und die California Walnut Commission, insbesondere an Jennifer und Michelle für die Betreuung vor Ort.
Die Informationen über den Walnussanbau und die Walnussernte stammen von der California Walnut Commission.

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5 Kommentare

  • Antworten
    Sandra von from-snuggs-kitchen
    24. November 2014 um 9:43

    Ach, wenn ich das hier so alles wieder sehe – wir sollten noch mal hinfahren und uns alles anschauen, damit wir es ja nicht vergessen 😉 Es war so toll mit Euch!

  • Antworten
    Tonkabohne Sabine
    24. November 2014 um 18:44

    Liebe Maja,
    Dein Beitrag hat mir sehr gut gefallen 🙂
    Sehr informativ und tolle Fotos.
    Herzliche Grüße,
    Sabine

  • Antworten
    Franz Bauer
    25. November 2014 um 8:17

    Hallo, lieb Maja,
    habe erst im TV einen Bericht über die Wasserknappheit in Kalifornien gesehen,
    hoffe das es da mal richtig regnet, so das es weiter sooooo leckere Walnüsse zu
    genießen gibt.
    Liebe Grüße,
    Franz

  • Antworten
    _rheingruen
    29. November 2014 um 8:41

    Wahnsinnig die vielen Walnussbäume in deinem spannenden Bericht. Unseren einen Walnussbaum im Garten liebe ich auch sehr. Die Nüsse fallen von selbst… Danke dir für den Beitrag. Ganz herzlichen Gruß, Iris

  • Antworten
    Zypresse
    2. Januar 2015 um 10:49

    Oh Walnüsse aus Kalifornien… ja, die brauche ich auch viel in meiner Küche. Die geben so einen schönen crunch und passen zu so vielem, Und jetzt weiss ich endlich, wo sie herkommen, wie geerntet wird und und.
    Habe Deinen Blog heute im Rahmen des Kommentiertages entdeckt und schaue jetzt öfter vorbei!

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