Süß

Selbstgemachte kandierte Orangenschale mit und ohne Zartbitterschokolade – Vorsicht: Rezept mit Suchtgefahr!

Kennt ihr das, wenn ihr etwas neues in der Küche ausprobiert habt, das eigentlich so klein und unscheinbar ist, euch dann aber komplett umgehauen hat?
Ein solches Erlebnis hatte ich am vergangenen Wochenende und schwanke seitdem immer noch zwischen purem Erstaunen und wasserimmundzusammenlaufender Euphorie.
Nachdem ich Anfang Dezember das große Glück hatte nach einem heißen Tipp von Katharina in meinem denn’s Bio-Supermarkt die in unseren Breitengraden eher selten zu findenden Meyer Lemons zu entdecken, stand ich tagelang in der Küche, um Dinge aus Zitronen zu produzieren: Zitronen-Kekse. Lemon Curd. Abgeriebene, getrocknete Zitronenschale. All diese Rezepte bin ich euch im Übrigen noch schuldig, aber das ist eine andere Geschichte…

kandierte Orangenschale ohne Schokolade, als Snack im Glas serviert

Jedenfalls war schnell klar, dass ganz dringend auch tolle Bio-Orangen her müssen, nachdem ich online bei der Zitrusfrucht-Recherche ein ganz wunderbares Rezept für selbstgemachte kandierte Orangenschalen gefunden habe: DIY Candied Orange Peel
Also habe ich tapfer auf die Ernte der köstlichen mallorquinischen Navel-Orangen gewartet, hin und her geplant, bestellt und schließlich sogar einen Tag frei genommen, um mich 7 kg feinsten Orangen zu widmen, die ganz bequem und super günstig von Fet a Sóller zu mir nach Hause kamen. Wie auch schon vorher war die Qualität der Ware hervorragend – ich musste nur eine angeschimmelte Orange aus der Kiste aussortieren, der Rest war tadellos. Ich hatte auch zum ersten Mal Avocados mitbestellt – daraus wurde die beste Guacamole meines bisherigen Lebens. Auch die Wurst- und Käse-Spezialitäten und natürlich die Oliven sind echt genial!

fertige kandierte Orangenschale, nach dem Trocknen in Zucker gewälzt, auf einem Backblech mit Backpapier

Zurück zu den Orangen. Christina hatte auch erst vor kurzem Orangen im großen Stil importiert und hat ihr Rezept für kandierte Orangenschale um Zartbitterschokolade ergänzt und bereits hier verbloggt: Kandierte Orangenschalen mit Zartbitterschokolade. Was für eine geniale Idee. Mit Schokolade schmeckt doch eigentlich alles besser!
Nachtrag vom 21.02.2014: Karin von Lisbeths Cupcakes & Cookies macht es übrigens genauso: Kandierte Orangenschalen {spicy}!

Allerdings war es mir zu viel Frickelei die weiße Haut von der Schale abzuschälen. Die Orangen machten außerdem einen so tollen Eindruck, dass ich einfach mal darauf vertraut habe, dass sie auch mit Haut schmecken. Der sagt man ja sonst eigentlich nach, dass sie ziemlich bitter ist. In meiner Version wird sie jedoch absolut entbittert – man bekommt tolle gleichmäßige Streifen hin und hat deutlich weniger Aufwand. Probiert es mal selber aus!
Sie schmecken übrigens auch ohne Schokolade schon ganz köstlich – ich hab nur die Hälfte in Zartbitterschokolade getaucht und den Rest „natur“ belassen.
Hier mein Rezept für eigentlich viel zu wenige (ca. 2 Hände voll), aber so unfassbar leckere, handmade und homemade Orangenschale mit Schokolade.

Kandierte Orangenschale, getrocknet, in Zucker gewälzt und frisch in geschmolzene Zartbitter-Schokolade getaucht

Kandierte Orangenschale mit Zartbitterschokolade

Zutaten

4 ungespritzte und ungewachste Bio-Orangen (z.B. Navel oder Navel late)
frisches kaltes Wasser zum Entbittern und Kandieren
350 g Zucker plus etwa 50 g Zucker zum Wälzen
50-100 g Zartbitterschokolade, nach Belieben

Zubereitung

Die Orangen gründlich waschen, abschrubben und sorgfältig trocken reiben.
Von beiden Enden jeweils eine Spitze abschneiden, damit die Orangen plan aufliegen.
Die Schalen jetzt von einem Ende zum anderen (von oben nach unten) einritzen, so dass man sie quasi in vier gleichmäßige Teile viertelt.

Die Orangenschalenviertel vorsichtig zusammen mit der weißen Haut darunter vom Fruchfleisch abschälen.
Das Fruchtfleisch anderweitig verwenden oder direkt essen.
Die Schalenviertel nun ganz nach Belieben längs oder quer (bei mir quer) in etwa streichholzdünne Streifen schneiden.

Diese Streifen nun in einen breiten Topf mit schwerem Boden geben und mit frischem kalten Wasser bedecken. Das Wasser zum Kochen bringen, dann sofort vom Herd nehmen, das Wasser abgießen und die Streifen noch zwei weitere Male mit kaltem Wasser bedecken, aufkochen und abgießen. Das soll die Bitterstoffe entziehen. Die Schale dann in einer kleinen Schüssel zur Seite stellen.

In einer anderen kleinen Schüssel den Zucker mit 150 ml Wasser verrühren und die Mischung dann in den leeren Topf gießen.
Das Zuckerwasser aufkochen und 5 Minuten lang leicht köcheln lassen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.

Die Orangenschalen-Streifen jetzt in das Zuckerwasser geben und die Hitze soweit reduzieren, dass die Mischung die ganze Zeit ganz leicht simmert. Die Schalen sollten dabei bedeckt sein. Etwa 1 Stunde bei geschlossenem Deckel ganz sanft köcheln lassen, dabei nicht umrühren, sondern höchstens den Topf ganz leicht schwenken.

Nach Ende der Kochzeit die Schalen durch ein Sieb abgießen, den restlichen Sirup dabei auffangen. Viel mehr als 1-2 El dürften nicht übrig bleiben – er schmeckt aber unglaublich lecker und man kann damit toll Tee oder Joghurt süßen.

Die kandierten Schalenstücke jetzt vorsichtig voneinander trennen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech nebeneinander ausbreiten.
Mindestens 3-4 Stunden, besser über Nacht offen trocknen lassen.
Danach die noch leicht klebrigen Schalen in einer kleinen Schüssel mit Zucker wälzen.

Am nächsten Tag die Schokolade im Wasserbad oder in einem kleinen Topf bei niedrigster Hitze sanft schmelzen lassen. In ein kleines Glas oder eine Schüssel gießen und die getrockneten Orangenstäbchen mit jeweils einer Seite etwa bis zur Hälfte in die Schokolade tauchen. Zurück aufs Backpapier legen und vollständig trocknen lassen.

Die Stäbchen halten sich luftdicht verpackt sicher ein paar Tage – bei uns waren sie aber innerhalb kürzester Zeit aufgegessen, deswegen habe ich an dieser Stelle leider keine Erfahrungswerte…

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16 Kommentare

  • Antworten
    Frau Feinschmeckerle
    19. Februar 2014 um 19:03

    Ich stehe auch total auf die Sachen bin Fet à sollér! Schöne Idee!

  • Antworten
    Tinka B.
    19. Februar 2014 um 19:11

    Ich hab das mal mit Ingwer probiert, das ging völlig daneben! Die Orangen würd ich jetzt zu gern probieren!
    LG
    Tinka

  • Antworten
    Zaubergenuss
    19. Februar 2014 um 19:36

    Das Rezept macht aber wirklich neugierig! Hört sich super lecker an. Vielleicht trauen wir uns da mal ran 😉
    Liebe Grüße, Andrea & Mirja

  • Antworten
    bajka
    19. Februar 2014 um 19:58

    Oh, ich will auch. Ich bestell auch gern bei Fet a Sóller. Habe hier noch 3 Kilo Navel Orangen aus meiner letzten Bestellung liegen und weiß jetzt auch was ich damit machen werde.
    Danke für das Rezept!

  • Antworten
    Ann-Katrin
    20. Februar 2014 um 10:24

    Das Rezept macht mich jetzt aber auch neugierig! Die Kombi von Schoko und Orange finde ich grandios! Das mache ich Dir bestimmt bald mal nach! Liebe Grüße 🙂

  • Antworten
    Histamin and other food stories
    20. Februar 2014 um 11:26

    jaja die simplen sachen sind oftmals die besten…! 🙂
    sieht wirklich sehr lecker aus!!
    liebe grüße
    laura&nora

  • Antworten
    Theresa
    20. Februar 2014 um 12:25

    liebe Maja, oh ja, das werde ich jetzt auch mal ausprobieren! Dein Schwärmen ist ansteckend 🙂 Hab dank für das tolle Rezept! Liebe Grüße, Theresa

  • Antworten
    Ela
    20. Februar 2014 um 12:28

    Hach, das sieht so herrlich aus! Das gekaufte Orangeat mag ich so gar nicht.
    Ganz tolles Rezept, danke!
    LG
    Ela

  • Antworten
    Organisation mit Sabine
    20. März 2014 um 7:52

    Wow, das klingt ja toll. Mal sehen, ob ich jetzt noch gute Bio-Orangen auftreiben kann (ist ja schon Frühling :-)), sonst muss ich das nächsten Winter testen…
    LG
    Sabine

  • Antworten
    Marmeladekisses
    21. April 2014 um 20:13

    Das hört sich wahnsinnig gut an! Ich hatte neulich die geschälte Orange in Schoki gedippt und mit Salz bestreut. Ich wäre nie darauf gekommen, die Schale zu benutzen. Echt toll!

  • Antworten
    Evy
    31. Januar 2015 um 12:16

    Orangen-Sirup stelle ich mir lecker vor!

  • Antworten
    Coco
    12. Dezember 2015 um 18:01

    Meine Schalen (hatte die von Grapefruits und Zitronen genommen) köcheln gerade vor sich hin. Bin schon gespannt. �� Ich hab noch einen Tipp für das Wasser vom dreimaligen Auskochen. Da es mir zu schade zum Wegschütten war, habe ich es zum Reinigen benutzt. Säubert nicht nur prima sondern riecht auch noch super. ☺

  • Antworten
    Uddi
    5. April 2016 um 22:40

    Wunderbares Rezept! Allerdings sollte man länger trocknen lassen! Und ich hatte viel mehr Zuckerlösung übrig nach 1 Stunde! Egal – damit kann auch was anfangen. Und nicht vergessen bei aller Schalenverarbeitung: Auch das Fruchtfleisch essen! ;)))

    • Antworten
      Maja
      6. April 2016 um 21:09

      Vielen Dank für deinen Hinweis! Das kommt sicher auch auf die Topfweite und Temperatur an, wie stark man die Flüssigkeit einkocht.
      Und das Fruchtfleisch wird natürlich sowas von verarbeitet 😉

  • Antworten
    Marianne
    4. Dezember 2016 um 15:41

    Hab das Rezept im letzten Jahr schon einige Male gemacht und eben auch wieder – wirklich köstlich. Auf die Schokolade verzichte ich, schmeckt auch ohne ganz prima. Ist ein sehr schönes kulinarisches Geschenk. Habe die Stückchen (natürlich ganz klein) auch schon mal zu meiner selbstgemachte Orangenmarmelade gegeben, auch das ist ein Geschmackserlebnis.
    Danke für das Rezept.

    • Antworten
      Maja
      4. Dezember 2016 um 19:03

      Ich habe meist auch schon gar keine Geduld für die Schokolade und knabbere sie gleich so… Die Idee mit der Orangenmarmelade finde ich auch ganz großartig! Vielen Dank für den tollen Tipp 🙂

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