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11. Althoffs Festival der Meisterköche 2013 auf Schloss Bensberg

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Am vergangenen Sonntag war es soweit: Ich hatte die Ehre als Gast beim 11. Althoffs Festival der Meisterköche im Althoff Grandhotel Schloss Bensberg dabei sein zu dürfen.
Zusammen mit Stevan von NutriCulinary und Sophia von Cucina Piccina verbrachte ich einen ziemlich verregneten August-Sonntag im wunderschönen Schloss Bensberg, um es uns mal in kulinarischer Hinsicht so richtig gut gehen zu lassen.
Barmusik, Springbrunnen, Ansicht Park Schloss Bensberg

Und um es vorweg zu sagen: meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht!
Ich habe unglaublich gute Weine trinken dürfen und die ein oder andere kulinarische Überraschung erlebt.
Der so genannte „Walking Lunch“ ist ein Erlebnis für sich und nach den ersten 5 Gläsern Wein kann man sich in den diversen Flügeln und Etagen des Schlosses durchaus mal etwas verirren…
Kein Großevent ohne Schlachtplan – dachten wir und überlegten uns genau, wann wir wohin gehen wollen.
Mit uns waren etwa 700 weitere Gäste vor Ort, die sich an mehr als 12 Stationen mit insgesamt 27 Michelin-Sternen, 229,5 Gault Millau-Punkten und 36,5 Feinschmecker-F erfreuen wollten.
Es war also entsprechend voll, als man sich zum Champagner-Empfang in der Hotel-Lobby traf, bei dem die Köche der Reihe nach vorgestellt wurden.
Weil es am weitesten entfernt lag und gerade so richtig schüttete, machten wir uns auf dem Weg zum Vendôme, dem hauseigenen Spitzenrestaurant (Platz 10 der „The World’s 50 Best Restaurants“ ) unter der Leitung von Joachim Wissler (3 Michelin-Sterne, 19,5 Gault-Millau-Punkte), der vom FEINSCHMECKER zum Koch des Jahres 2013 gekürt wurde.
Dort servierte der Hausherr Kapuzinerkresse-Gazpacho mit Gäsenlebereis und Apfel-Birkensaft-Granité sowie Weidelamm BBQ Zitrus erfrischt, Sommer-Gemüsesalat mit Fenchelpollen, weiße Tomatenbutter.
Was für ein Auftakt! Dazu gab es einen 1998 Vina Tandonia Blanco Reserva aus der Bodega R. López de Heredia, Rioja, Spanien – die 6 Jahre Faßreifung ließen sich nicht leugnen, der Weißwein war kräftig und fast schon sherryartig in Geruch und Geschmack.

Joachim Wissler, Kapuzinerkresse-Gazpacho mit Gäsenlebereis und Apfel-Birkensaft-Granité sowie Weidelamm BBQ Zitrus erfrischt, Sommer-Gemüsesalat mit Fenchelpollen, weiße Tomatenbutter., 1998 Vina Tandonia Blanco Reserva aus der Bodega R. López de Heredia, Rioja, Spanien

 Unser nächster Halt sollte bei Thomas Martin (2 Michelin-Sterne, 17 Gault-Millau-Punkte) aus dem Jacobs Restaurant im Hotel Louis C. Jakob in Hamburg sein.

Dort wurde ein Thaicurry vom Atlantikhummer serviert – eine äußerst spannende Kombination.
Dazu gab es einen wunderbaren Moselriesling: 2012 Riesling – Felsenterrasse vom Weingut Jabelius-Lichter, Mosel, Deutschland.
Thomas Martin, Thaicurry vom Atlantikhummer, 2012 Riesling - Felsenterrasse vom Weingut Jabelius-Lichter, Mosel, Deutschland
Weiter ging es in die Bel Etage.
Unser erster Halt: das Überraschungsgericht, serviert von Onno Kokmeijer (2 Michelin-Sterne, 17 Gault-Millau-Punkte) aus dem Restaurant Ciel-Bleu im Hotel Okura in Amsterdam, Niederlande.
Die Überraschung hatte es in sich: Königskrabbe mit Avocado und milder beurre blanc in einem Mantel aus süßen Sellerie-Krokant – was für eine Offenbarung!
Dazu gab es einen 2003 Cabernet Sauvignon Vinya La Scala Gran Reserva aus der Bodega Jean Leon, Penedès, Spanien.
Onno Kokmeijer, Königskrabbe mit Avocado und milder beurre blanc in einem Mantel aus süßen Sellerie-Krokant, 2003 Cabernet Sauvignon Vinya La Scala Gran Reserva aus der Bodega Jean Leon, Penedès, Spanien
Gleich daneben ging es mit Sushi-Variationen von Masanori Tomikawa (1 Michelin-Stern, 16 Gault-Millau-Punkte) aus dem Restaurant Yamazato im Hotel Okura in Amsterdam, Niederlande weiter.
Er servierte ganz klassisch California rolls, Lachs, Thunfisch, Dorade und Garnele. Dazu gab es einen großartigen 2011 Puilly Fumé „Aubaine“ von der Domiane Jonathan Pabiot, Loire, Frankreich.
Masanori Tomikawa, California rolls, Lachs, Thunfisch, Dorade und Garnele, 2011 Puilly Fumé "Aubaine" von der Domiane Jonathan Pabiot, Loire, Frankreich
Man kann sich sicher gut vorstellen, dass ich jetzt schon ziemlich glückselig war…
Nachdem es trotz des schlechten Wetters äußerst warm war, waren wir sehr dankbar ein nettes Plätzchen am offenen Fenster auf der Bel Etage ergattert zu haben.
Dort blieben wir dann auch ein bisschen länger als geplant, genossen den köstlichen Puilly Fumé und quatschten uns fest, was uns später noch in kulinarischer Hinsicht zum Verhängnis werden sollte…
Als nächstes betraten wir den großen Ballsaal und fingen an der Station von Christian Scharrer (2 Michelin-Sterne, 18 Gault-Millaut-Punkte) aus dem Buddenbrooks Restaurant im A-Rose Resort Travemünde.
Er präsentierte Gänseleber „Fürst Pückler“ und ich war begeistert von den Komponenten und dem Arrangement. Ein echtes Highlight: Gänseleber mit Kakaopulver! Nicht süß, nur herb, großartig.
Dazu gab es eine 2006 Riesling-Auslese Nackenheim Rothenberg vom Weingut Gunderloch, Rheinhessen, Deutschland – einer meiner absoluten Favoriten des Tages!
Christian Scharrers Gäsenleber Fürst Pückling und 2006 Riesling-Auslese Nackenheim Rothenberg vom Weingut Gunderloch, Rheinhessen
Nächster Halt war direkt gegenüber, bei Nils Henkel (2 Michelin-Sterne, 19 Gault-Millau-Punkte) aus dem Gourmetrestaurant Lerbach vom Althoff Schlosshotel Lerbach – dem Schwester- und Nachbarhotel.
Er präsentierte auch direkt zwei Gerichte: Geröstete Makrele, Gurke in Texturen, Couscoussalat – wir haben schlicht vergessen daszu probieren…
Stattdessen genossen wir das Onglet vom Rind, Barbecuejus, Mais, Vogelmiere – butterzartes Fleisch, kräftige Mais-Beilagen.
Ich habe dazu den 2010 Chassagne-Montrachet blanc von der Domaine Bernard Moreau, Burgund, Frankreich probiert, der sehr würzig schmeckte und auch gut zum kräftigen Fleisch harmonierte. Ich bin und bleibe einfach Weißwein-Trinker, egal was es gibt.
Nils Henkel, Geröstete Makrele, Gurke in Texturen, Couscoussalat, Onglet vom Rind, Barbecuejus, Mais, Vogelmiere, 2010 Chassagne-Montrachet blanc von der Domaine Bernard Moreau, Burgund, Frankreich
Tim Raue (2 Michelin-Sterne, 19 Gault-Millau-Punkte) aus Berlin wollten wir nicht verpassen und machten und deswegen als nächstes auf in den Salon Goethe. Es war mittlerweile 15:30 Uhr, die Veranstaltung lief also seit 2 Stunden, doch dann das böse Erwachen: Aus! Tim Raue war weg, sein Wasabi, Kaisergranat, Mango ebenfalls. Sehr schade! Doch zuviel rumgetrödelt?
Dafür gab es noch Wein und der war wieder eine richtige Offenbarung: 2011 Riesling – Kallstadter Saumagen vom Weingut Koehler-Ruprecht, Pfalz, Deutschland, den ich nie als Riesling erschmeckt hätte. Er war kräftig, fruchtig, mit Gräser- und Karamellnoten, was für ein Geschmack!
Tim Raue, Kaisergranat, Wasabi, Mango und 2011 Riesling - Kallstadter Saumagen vom Weingut Koehler-Ruprecht, Pfalz, Deutschland
Gegenüber, bei Thierry Thiercelin (1 Michelin-Stern, 3 Hauben Gault-Millau) aus dem Gourmetrestaurant Le Belrose im Althoff Hotel Villa Belrose in Saint-Tropez bekamen wir aber noch ein Lammfilet unter einer Tomatenkruste auf Zitronen-Sablé mit Kapern, Ratatouille-Gemüse und Basilikum-Sauce. Mir hat es geschmeckt: einfach, solide, gut zubereitet! Ich mag sowas und mir gefiel die Kombination äußerst gut, auch wenn sie im Vergleich zu den anderen Gerichten eher etwas langweilig und farblos wirkte.
Thierry Thiercelin, Lammfilet unter einer Tomatenkruste auf Zitronen-Sablé mit Kapern, Ratatouille-Gemüse und Basilikum-Sauce
Wieder zurück im großen Ballsaal machten wir dann Halt bei Dirk Luther (2 Michelin-Sterne, 19 Gault-Millau-Punkte) vom Restaurant Meierei im Alter Meierhof Vitalhotel in Glücksburg.
Dort bekamen wir die letzten Portionen Sardine, Fenchel, Tomate. Klingt unspektakulär, war aber ein absolutes Highlight. Sagt jemand, der eigentlich überhaupt keinen Fenchel mag und Tomaten auch nicht zum Lieblingsgemüse zählt… Die ganze Komposition war aber absolut fantastisch.
Dazu gab es einen 2012 Grüner Veltliner Der Ott, Spiegel, Rosenberg vom Weingut Bernhard Ott, Wagram, Österreich. Ein weiteres Weinhighlight des Tages!
Dirk Luther, Sardine, Fenchel, Tomate, 2012 Grüner Veltliner Der Ott, Spiegel, Rosenberg vom Weingut Bernhard Ott, Wagram, Österreich
Etwas nervös wegen der teilweise schon leeren Stationen machten wir uns auf in die Business Lounge, um Michael Wignall (2 Michelin-Sterne) vom Restaurant The Latymer im Pennyhill Park Hotel in Surrey, Großbritannien zu erleben. Doch auch hier leider nur noch leere Teller…
Bei seinem Landsmann William Drabble (1 Michelin-Stern) vom Restaurant Seven Park Place im Althoff St. James’s Hotel & Club in London, Großbritannien bekamen wir aber noch Carpaccio von handgefangenen Jakobsmuscheln mit weißer Trüffelvinaigrette und Jerusalem Artischocken. Ich liebe Trüffel in jeder Variation, aber mit Jakosbmuscheln werde ich einfach nicht warm – auch wenn sie handgefangen und hauchfein geschnitten sind.
Der 2012 Chardonnay Azienda Agricola Jermann, Friaul, Südtirol konnte mich dann leider auch nicht mehr überzeugen.
William Drabble, Carpaccio von handgefangenen Jakobsmuscheln mit weißer Trüffelvinaigrette und Jerusalem Artischocken, 2012 Chardonnay Azienda Agricola Jermann, Friaul, Südtirol
In der Trattoria Enoteca des Schlosshotels machten wir noch Halt bei Marcus Graun (15 Gault-Millau-Punkte), der eine ganz solide Marinierte Entenleber mit Kastanien, Pflaumen und Olivenöl-Brioche servierte.
Der dazu servierte 2012 Critone Val di Neto, von der Azienda Vinicola Librandi, Kalabrien, Italien konnte mich allerdings auch nicht überzeugen.
Der 12. und letzte Halt führte uns dann zurück ins Restaurant Jan Wellem zu Denis Feix (2 Michelin-Sterne, 18 Gault-Millau-Punkte) vom Gourmetrestaurant Il Giardino im Columbia Hotel Bad Griesbach.
Er servierte Jakobsmuscheln, Grapefruit, Panang Curry. Ich probierte die Beilagen und fand den Teller sehr spannend.
Der zugehörige 2012 Grüner Veltliner Wechselberg vom Weingut Hans Topf, Kamptal, Deutschland war leider auch schon aus.
Alle bis dahin nicht geschafften Stationen (Christian Jürgens, Hans Sobotka & Holger Lutz und Erik van Loo) hatten zu diesem Zeitpunkt dann auch schon geschlossen. Man darf die Wege bei einem immerhin 4-stündigen Walking Lunch auch nicht unterschätzen.
Im Salon Medici hatte das Team um Marcus Graun noch das Dessertbuffet im „Wild Wild West“-Stil arrangiert: Strohballen, Indianerstatuen, Rauch – was für eine Inszenierung! In einem großen Kreis konnte man das Buffet mit dem Thema „Amerikanische Dessertinterpretationen“ ablaufen und bekam vom Shot über den Cowboy-Kaffee bis zum Eis oder Cheesecake wirklich in zig Varianten was das süße Herz begehrte. Gerne hätte ich die tolle Inszenierung in Bildern festgehalten – die Kulisse war für mich aber leider nicht fotografierbar. Wir waren zu dem Zeitpunkt ohnehin schon ziemlich satt…
Dessertbuffet Wild Wild West, amerikanische Dessertvariationen
Zum Ausklang des Tages gab es noch ein rustikales Buffet in der Lobby: Currywurst, Hot Dogs, Suppe und Käseplatte zu Jazzmusik… Das Buffet haben wir uns entsprechend gespart.
Zu diesem Zeitpunkt war es auch nicht einfach noch an ein Glas Wasser zu gelangen – deswegen ließ ich den Tag so ausklingen, wie ich ihn begonnen hatte: mit einem Glas Champagner.
Wie sich das gehört…

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2 Kommentare

  • Antworten
    Maria
    30. August 2013 um 7:52

    Wow das sieht lecker aus. Sag mal hast du das alles aufgeschrieben? Ich hätte mir nicht eine Sorte Wein merken können^^

    Viele Grüße,
    Maria

  • Antworten
    Sylvia
    1. September 2013 um 9:45

    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Urlaub und eine entspannte Blog-Pause! Ich freue mich aber trotzdem schon wieder auf Deine Rezepte! 🙂 LG Sylvia

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