Herzhaft

Glück im Topf: Saftiges Malzbiergulasch mit Semmelknödeln

Heute hatten wir den ersten richtigen Regentag seit wir umgezogen sind. Ungemütlich, windig und vor allem nass. Gut, dass ich mit einem Buch auf meinem kleinen Erkersofa eingekuschelt sitzen konnte und es schön warm hatte. Da bietet sich natürlich auch wieder deftiges Essen an und da die Topfsaison ja quasi erst losgeht, wurde es mal wieder Zeit für richtiges Slow- und Soulfood.

Ich habe vor einiger Zeit ja schon mal von meinem liebsten Sommerkochbuch berichtet. Von der gleichen Autorin gibt es nun auch die Winterküche: Voller Wärme, Kraft und Sinnlichkeit*. Keine Frage, das ist schon vor einiger Zeit bei mir eingezogen und ich habe es fleissig durchgeackert.
Als erstes habe ich jetzt das „Malzbiergulasch mit Kümmel (und böhmischen Semmelknödeln)“ nachgekocht.
Der Untertitel des Buches lautet nicht umsonst „Voller Wärme, Kraft und Sinnleichkeit“. Schon beim Durchblättern würde man sich am liebsten mit einem heißen Kakao am Kamin in eine Decke kuscheln. Ich konnte Zimt, Nelken und saftige Braten quasi riechen!
Es stehen noch einige weitere Rezepte aus diesem Buch auf meiner Nachkochliste, weil es zum beispiel Gerichte mit alten Gemüsesorten und vieles mit Sauerkraut und Kohl gibt, worauf ich mich freue.
Hier aber erst mal das Rezept für Malzbiergulasch, was ich natürlich mal wieder etwas abgewandelt habe.
Malzbiergulasch mit Semmelknödeln
für 3-4 Portionen
Für das Gulasch
2 Zwiebeln
2 kleine Möhren
1 kleine Stange Lauch
2 dünne Stangen Staudensellerie
ca. 900 g Oberschale oder Nacken vom Schwein, direkt vom Metzger in 2-3 cm große Stücke zerteilt
1 Tl ganzer Kümmel, leicht zerstoßen
1 El Tomatenmark
0,5 l Malzbier
1 Tl Piementon de la Vera (oder rosenscharfes Paprikapulver)
1 Tl getrockneter Majoran
1 Bio-Rinderbrühwürfel
Butterschmalz
evtl. Speisestärke
Saure Sahne, Petersilie und Kümmel zum Servieren
Die Zwiebeln und Möhren schälen und in feine Würfelchen schneiden.
Den Lauch putzen und waschen und nur das Weiße ebenfalls in feine Würfel zerteilen.
Den Stangensellerie ebenfalls gut waschen und fein würfeln.
Etwas Butterschmalz in einem großen Bräter sehr heiß erhitzen.
Das Fleisch hineingeben und von allen Seiten gut anbraten, dann herausnehmen.
Das klein geschnitte Gemüse mit dem Kümmel im restlichen Fett gut anbraten.
Das Tomatenmark dazugeben und kurz anrösten.
Mit etwas Malzbier ablöschen, kurz einkochen lassen und dann mit dem restlichen Bier aufgießen.
Die Gewürze und den Brühwürfel dazugeben, gut unterrühren und dann das ganze mit geschlossenem Deckel bei niedriger Temperatur etwa 1:30 bis 2 Stunden schmoren lassen.
Falls die Sauce nicht sämig genug wird, zum Schluss etwas Speisestärke in kaltem Wasser verrühren und das Gulasch damit etwas binden.
In der Zwischenzeit die Semmelknödel zubereiten.
Für die Semmelknödel:
4 Brötchen (es funktioniert sowohl frisch als auch altbacken)
1 Zwiebel
1/2 Bund krause Petersilie
2 Eier
100g Mehl
175 ml Milch
Salz, Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss
Butter
Speisestärke
Die Brötchen in etwa 1 cm große Würfel schneiden und portionsweise in einer Pfanne in etwas Butter knusprig bräunen, danach abkühlen lassen.
Die Zwiebel schälen und fein würfeln, in etwas Butter glasig andünsten, danach ebenfalls abkühlen lassen.
Die Petersilie waschen und fein hacken, dann mit der gedünsteten Zwiebel gut vermengen.
In einer Rührschüssel aus Eiern, Mehl und Milch eine Art Pfannkuchenteig mixen, gut mit den Gewürzen abschmecken und dann die Zwiebel-Petersilie-Mischung darunter rühren. Die Brotwürfel dazugeben und gut unterheben.
Die Masse für mindestens 30 Minuten gut durchziehen lassen.
Etwas Speisestärke auf ein Brettchen geben. Die Hände leicht bestäuben und aus der Masse 8 Knödel formen, diese dann leicht in der Speisestärke wälzen.
In einem sehr großen Topf Wasser zum Kochen bringen und gut salzen. Die Temperatur runterstellen, die Knödel ins Wasser gleiten lassen und bei leicht geöffnetem Topfdeckel etwa 20-25 Minuten ziehen lassen.
In einem Durchschlag etwas abtropfen lassen.
Die Semmelknödel auf einen tiefen Teller geben und mit dem Gulasch bedecken.
Zum Servieren jeweils einen Klecks Saure Sahne auf das Gulasch geben, mit Petersilie dekorieren und noch etwas Kümmel darüber streuen.
Ein wirklich leckeres Gericht. Es ist zwar etwas aufwändiger und zeitintensiv, das lohnt sich aber auf jeden Fall!
Vor allem die Semmelknödelzubereitung mit dieser Art Teig war mir neu. Ich habe die Brötchen vorher nie geröstet und stattdessen mit warmer Milch übergossen. Im Originalrezept wird eine Art Serviettenknödel geformt, der dann aufgeschnitten wurden. Ich bin aber mehr ein Fan von klassischen Knödeln.
Sehr lecker, wird es auf jeden Fall wieder geben!

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4 Kommentare

  • Antworten
    FoodEpix
    4. Dezember 2011 um 1:16

    This looks delicious. Would love for you to share this with us over at foodepix.com.

  • Antworten
    Mila
    4. Dezember 2011 um 9:40

    Das ist ja lustig, genau das habe ich gestern auch gekocht! Und natürlich wieder nicht fotografiert…!

    Ich habe das ganze mit Wildschwein gekocht und dazu selbst gemachte Bandnudeln serviert. Soooo lecker!

    LG Mila

  • Antworten
    Maja
    4. Dezember 2011 um 12:11

    Oh, mit Wildschwein hört sich das aber auch gut an, Mila 🙂 Tolle Idee, stelle ich mir auch sehr lecker vor.
    LG Maja

  • Antworten
    amy@currylime.com
    4. Dezember 2011 um 14:44

    This looks so wonderfully good for a cold December evening. Thank you for the recipe!

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