Herzhaft

Goethes Leibspeise: Grüne Sauce

Heute hatte ich mal wieder große Lust auf ein Lieblingskinderessen: Grüne Sauce!
Früher mal als „Frankfurter Grüne Sauce“ bekannt, muss man heute höllisch aufpassen, diesen Begriff zu verwenden, wenn man nicht die ganz korrekt bemessenen Zutaten verwendet. Der Begriff ist nämlich mittlerweile geschützt.
Bei mir ist es also nur noch „Mamas Grüne Sauce“, so.
Als gebürtige Hessin bin ich quasi mit Goethes Leibspeise aufgewachsen. Grüne Sauce war auch eines der ersten Gerichte, das ich als Kind selbst zubereitet habe.

Ich erinnere mich noch an die samstäglichen Markttage, wenn ich mit Mama die Kräuter gekauft habe. Die gabs natürlich erntefrisch und in Papier eingewickelt bei jedem Gemüsehändler.
Das ist hier im Rheinland schon was anderes, aber zumindest zu dieser Jahreszeit (Gründonnerstag gehts los) bekommt man hier auch die original Kräutermischung.
Drin sein dürfen nur die folgenden 7 Kräuter: Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Sauerampfer, Kresse, Pimpinelle und Borretsch!
Natürlich gibts neben der geschützten Bezeichnung zig verschiedene Rezepte, die alle original und alle Goethes Lieblingsessen gewesen sein sollen. Wer weiß, vielleicht mochte er ja lieber was ganz anderes.
Ist aber auch egal. Ich mache meine Grüne Sauce seit fast 20 Jahren so wie Mama es mir beigebracht hat (Mama ist zwar eigentlich Amerikanerin, ist aber in Hessen aufgewachsen und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Marktfrau auch ihre Finger im Spiel hatte und ihr Lieblingsrezept für „Grie Soß“ verraten hat).
Für 2 (hungrige) bis 4 (normalessende) Personen:
2 hartgekochte Eier pellen. Die Eier halbieren, das Eigelb aus dem Eiweiß drücken und in eine große Schüssel geben.
1 El Sonnenblumenöl und 1 Tl mittelscharfen Senf zum Eigelb geben und das ganze zu einem cremigen Brei verrühren. Im Grunde hat man damit seine Mayonnaise gemacht, ich bin aber dekadent und gebe noch 1 El Mayo extra dazu und rühre das ganze glatt.
2 Becher (a 200 g) Saure Sahne oder Schmand (ich bevorzuge Schmand) einrühren und gründlich untermischen.
1 große Gewürzgurke sehr fein würfeln und untermischen.
1 Bund Grüne Saucen Kräuter (gibts auch TK) fein hacken und unterrühren.
Das Eiweiß ebenfalls fein hacken und unter die Sauce mischen.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Ich esse Grüne Sauce am liebsten pur zu Pellkartoffeln.
Wenn ich in der alten Heimat bin aber auch gerne mal zum Tafelspitz.
Ein tolles einfaches Gericht, dass ich vor allem sehr gerne komplett zusammenmatsche und dann lauwarm esse. Wie als Kind eben.

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7 Kommentare

  • Antworten
    talamasca
    5. Mai 2011 um 20:31

    Mama hatte's zu Ostern versprochen. Gab's aber nicht 🙁
    Aber gut, muss ich sie eben selbst machen 🙂

    Ich liiiiiebe grüne Soße!

  • Antworten
    Nina
    5. Mai 2011 um 20:47

    Oh, ich liebe grüne Sauce und Dein Bild macht mir gleich Hunger! Obwohl wir im "Grie-Soß-Einzugsgebiet" wohnen, habe ich das erste Mal grüne Sauce gegessen als ich schon Erwachsen war, bei meiner Mutter gab es das nie 🙁 Wir essen neben den Kartoffeln auch gerne noch hartgekochte Eier dazu.

  • Antworten
    Sarah
    5. Mai 2011 um 22:03

    Wenn das ein Lieblingsessen von dir ist, und auch von Goethe, dann werde ich mir das auch mal merken 🙂 Pellkartoffeln esse ich nämlich total gerne und die Sauce hört sich sehr gut dazu an.

  • Antworten
    Maja
    6. Mai 2011 um 6:36

    Ich bin ja sowieso ein riesiger Kartoffelfan (lieber als Pasta!) und mochte schon als Kind alles gerne, was man auf dem Teller vermatschen kann. "Arme Leute Essen" hieß das früher immer, wenn es Salz- oder Pellkartoffeln mit Quark und Gemüse wie Spinat oder Erbsen dazu gab und ich stundenlang alles auf meinem Teller zusammenmischen konnte. Das mag ich bis heute sehr gerne und esse es immer wieder mal 😉

  • Antworten
    Miri
    6. Mai 2011 um 9:30

    Ich matsche auch furchtbar gerne mein Essen und es ist mir auch egal, wie das dann aussieht. Hauptsache es schmeckt und das tut es so viel besser 😉
    Bei uns gibt es an Gründonnerstag auch immer grüne Soße (bin ja Hessin und da gehört das genaus dazu wie Äbbelwoi und Handkäs mit Musik zum Sommer). Allerdings hat in meine Familie die "grüne Soße" nicht wirklich was mit dem Original zu tun. Besteht nämlich eigentlich nur aus saurer Sahne, Quark, süßer Sahne und evtl. Milch für die Konsistenz. Nicht zu vergessen Salz, Pfeffer, Essig, Senf und hartgekochte Eier. Jetzt kommt das Untypische: nur eine Sorte Kräuter kommt in unsere Soße, nämlich Schnittlauch in fast schon unverschämter Menge. Müsste eigentlich also Schnittlauchsoße heißen. Ich liebe es.

    LG
    Miri

  • Antworten
    Maja
    6. Mai 2011 um 11:44

    Genau die Mischung meine ich aber auch so zu Pellkartoffeln, Miri 😉 In Schnittlauch könnte ich mich auch reinsetzen!

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    MrsCake
    6. Mai 2011 um 17:43

    Ich oute mich ebenfalls als "Brei-Esserin" 🙂 Gerade Pellkartoffeln mit Quark liebe ich!!! Deine grüne Soße hört sich toll an. Probiert habe ich sie noch nie, aber das wird glaube ich bald nachgeholt!

    Liebe Grüße,
    MrsCake

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