Dies und Das/ Süß

Kochbuch-Rezension von „Mias süße Kleinigkeiten“ von Mirja Hoechst – mit Rezept für Pistazieneis aus Thermomix und Eismaschine

Mia heißt eigentlich Mirja Hoechst (nein, wirklich nicht mit ö) und ist Fotografin und Bloggerin. Vielen dürfte sie allerdings auch einfach als „Die Küchenchaotin“ bekannt sein. So heißt nämlich ihr Blog und dem Namen macht sie auch alle Ehre. Finger halb absäbeln, gegen Schränke laufen, teure Mixer fallen lassen – kann sie alles und hat sie schon für uns getestet. Mia ist halt ein kleiner Tollpatsch und das macht ihre Küchenabenteuer einfach so liebens- und lesenswert, weil man sich doch das ein oder andere Mal wiedererkennt und stets für gute, authentische Unterhaltung gesorgt ist.

Seit Neuestem ist Mia auch noch Autorin – ihr erstes Buch Mias süße Kleinigkeiten – Die besten Rezepte der Küchenchaotin* ist aktuell im Thorbecke Verlag erschienen und hält genau das, was es verspricht: eine Vielzahl an leckeren, klebrigen, süßen, mega süßen und noch süßeren Kleinigkeiten, bei denen einem schon beim Durchblättern das Wasser im Mund zusammenläuft.

Buchcover: Mirja Hoechst - Mias süße Kleinigkeiten - Die besten Rezepte der Küchenchaotin, erschienen im Jan Thorbecke Verlag

© Jan Thorbecke Verlag

Und so komme ich nach gefühlten Ewigkeiten endlich wieder mal dazu eine Rezension zu schreiben und diesmal liegt mir das auch persönlich am Herzen. Denn das Buch ist wirklich toll und ich freu mich riesig für Mia. Und falls noch irgendjemand zweifelt, so hilft hoffentlich meine Rezension bei der Entscheidungsfindung. Außerdem hab ich pünktlich zum Frühlingsanfang auch noch direkt das Rezept für Mias Pistazieneis im Gepäck, das ich für den Thermomix abgewandelt habe. Mittlerweile mache ich alle meine Eisrezepte nur noch darin, weil es nichts einfacheres gibt, als Eiermassen perfekt auf Temperatur zu halten. Das Originalrezept von Mia für die Zubereitung mit Topf und viel Rühren findet ihr im Buch auf Seite 127 zum Nachmachen.

je eine Kugel selbst gemachtes Pistazieneis in einem kleinen Gläschen, dekoriert mit Pistazien

Kommen wir aber erst mal zum Buch:
Zartrosa und fliederfarben kommt es im handlichen Format von 19 x 24 cm mit 136 Seiten daher. Und Mia zwinkert uns schon vom Hingucker-Cover her verschmitzt und etwas eingemehlt zu. Das süße Bild hat übrigens die ebenfalls bloggende Fotografin Franzi von Wo geht’s zum Gemüseregal? gemacht. Der Pappeinband ist schön dick, das Papier matt und griffig. Und mit den hübschen Lilatönen, die sich durch das ganze Buch ziehen, kriegt man mich sowieso.

Mias süße Kleinigkeiten ist unterteilt in eine kurze Einleitung und die mit jeweils 10 Rezepten gleich großen Kapitel „Auf die Hand“, „Törtchen und Küchlein“, „Aus Schüsseln und Gläsern“, „Tartes und Tartelettes“ sowie „Aus dem Eisschrank“.
Die Schrift ist schön groß und gut lesbar gehalten, insgesamt sind die Texte aber angenehm kurz und persönlich. Immer wieder verrät uns Mia ihre besten Tipps und Tricks, dazu leitet sie jedes Kapitel und alle Rezepte mit einer kleinen, persönlichen Anmerkung ein.
Das Layout ist insgesamt eher schlicht gehalten, die Schriften sind modern, aber nicht zu verspielt und die Farben passen hervorragend dazu. Alle Rezepte sind sauber aufgeteilt, gut gegliedert und damit absolut anwenderfreundlich. Neben einem Titel, einer kurzen persönlichen Einleitung, der Rezeptanleitung und oft auch einem Tipp, gibt es eine klar strukturierte Zutatenliste und noch den Hinweis auf die Stückzahl bzw. Größe.

Die Foodfotografie stammt natürlich auch von Mia selber und entspricht insgesamt dem Stil, den wir von ihr kennen – großformatige Fotos aus einer sehr nahen Perspektive, mit Blick auf das Wesentliche. Die Backwerke und Kleinigkeiten stehen absolut im Mittelpunkt, zu viel Deko oder Chichi gibt es hier nicht.
Die Rezepte bilden eine bunte Mischung aus absoluten Lieblingsrezepten, bei denen wirklich jeder fündig wird. Neben vielen Klassikern kommen auch ein paar spannende neue Ideen oder Abwandlungen zum Einsatz.

Ein Favorit für die Nachbackliste ist sicher der Lemon-Curd-Streuselkuchen: auf einen simplen Hefeteig kommt einfach (selbst gemachtes) Lemon Curd und darauf Streusel. Genial einfach und mal etwas anderes als der klassische Butterkuchen. Auch die Weiße Nusstarte lässt mir direkt das Wasser im Mund zusammen laufen: knuspriger Mürbeteigboden trifft auf sahnige Füllung mit cremiger weißer Schokolade und karamellisierten Nüssen. Herz, was willst du mehr?! Das Salzige Karamelleis schmilzt auf dem Bild gerade langsam vor sich hin und sieht so cremig aus, dass man sofort hineinbeißen möchte. Auch das muss dringend nachgemacht werden.

Das erste von mir nachgemachte Rezept ist jedoch das für selbst gemachtes Pistazieneis. Hab ich noch nie gemacht. Wieso eigentlich? Bei Mia sieht es jedoch so simpel aus, dass ich es kurzerhand einfach ausprobiert habe.
Übrigens sucht man Kalorienangaben vergeblich – und das ist auch gut so. Hier steht ganz klar der Genuss im Vordergrund und Mia hat uns wirklich eine ganz wunderbare Zusammenstellung von süßen Kleinigkeiten an die Hand gegeben. Anfänger finden hier leicht umzusetzende Rezepte für den Einstieg ins Backen. Aber auch für ambitionierte Hobbybäcker gibt es reichlich schöne Ideen und Anregungen. Der Stil ist unheimlich persönlich  gehalten – stimmungsvolle Bilder aus Mias Küche und ihre besten Tipps nehmen den Leser an die Hand und machen aus dem Buch mehr als nur eine Rezeptsammlung: ein persönliches Kochbuch zum Liebhaben und Verschenken!

Mirja Hoechst
Mias süße Kleinigkeiten – Die besten Rezepte der Küchenchaotin*
Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern, 2015
ISBN 978-3-7995-0585-7
19,99 Euro
136 Seiten,  19 x 24 cm

Eisparty mit vielen kleinen Portionen Pistazieneis in kleinen Schälchen

Pistazieneis

(Rezept für Thermomix und Eismaschine*)

für ca. 700 g

Zutaten

75 g Zucker
75 g geschälte und ungesalzene Pistazienkerne
1 Prise Salz
4 frische Bio-Eigelb
250 ml Vollmilch
250 g Sahne
1 Tl Vanilleextrakt

Zubereitung

Zucker, Pistazienkerne und Salz in den Thermomix geben und etwa 30 Sekunden lang bei Stufe 8-10 fein zerkleinern. Sollte die Mischung noch zu stückig sein, noch mal nachmixen, bis alles möglichst fein vermahlen ist.

Eigelb, Milch, Sahne und Vanilleextrakt dazu geben, alles etwa 10 Sekunden bei Stufe 7-8 vermixen und die Mischung dann 15 Minuten, 80 °C, Stufe 2-3, ohne Deckel rühren, bis die Masse angedickt und cremig ist. Sollte die Eismasse noch nicht cremig genug sein und am Rücken eines Holzlöffels kleben bleiben, einfach noch mal 5-10 Minuten bei gleicher Temperatur und Stufe weiterrühren lassen.

Die Mischung in einen verschließbaren Behälter umfüllen und mehrere Stunden kühl stellen.

frisches Pistazieneis, gerade in der Eismaschine angerührt

Die kalte Masse nach Anleitung der Eismaschine in etwa 40-45 Minuten zu einem cremigen Eis verarbeiten.
Sofort genießen, den Rest einfrieren und innerhalb von etwa 1-2 Tagen verbrauchen.
Guten Appetit!

Das Buch wurde mir für meine Rezension freundlicherweise vom Jan Thorbecke Verlag unentgeltlich zur Verfügung gestellt.
Alle mit einem * gekennzeichneten Links sind Amazon-Affiliate-Links. Es handelt sich hierbei um eine persönliche Empfehlung. Nähere Hinweise zum Affiliate-Programm finden sich im Impresssum.

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5 Kommentare

  • Antworten
    Barbara Furthmüller
    24. März 2015 um 6:21

    Das Pistazieneis hat mich im Buch auch gleich angelacht, mein Lieblingseis – und ich habe es warum auch immer auch noch nie selbst gemacht…

    Deine Rezension trifft es auf den Punkt, wirklich ein schönes Buch.

  • Antworten
    Mia | Kuechenchaotin
    24. März 2015 um 10:44

    Vielen Dank für deine lieben Worte! Ich freue mich, dass dir das Buch so gut gefallen hast und dass du ausgerechnet einen meiner Eis-Favoriten nachgekocht/-gefroren hast 🙂
    1000 Grüße und Umarmungen!
    Mia

  • Antworten
    Anonym
    24. März 2015 um 12:49

    Super, dass du das Rezept auf dem TM umgeschrieben hast. DANKE :).
    lg
    Sigrid

  • Antworten
    Anonym
    24. März 2015 um 12:50

    huppsss…. den TM natürlich 😉

  • Antworten
    Tonkabohne Sabine
    26. März 2015 um 17:40

    Liebe Maja,
    Ein tolles Buch stellst Du da vor 🙂
    Ich kannte weder den Blog noch die Autorin …
    Herzliche Grüße,
    Sabine

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