Unterwegs

Kulinarischer Reisebericht Berlin

Wer mir bei Twitter und Instagram folgt, hat sicher mitbekommen, dass ich letzte Woche in Berlin war. Hauptanlass war die re:publica 14, die übrigens ziemlich gigantisch und überwältigend war.
Ich hab so viele liebe Menschen wiedergetroffen und auch kennen gelernt und hatte einen riesigen Spaß mit euch allen – es war eine echt tolle Zeit!

Ein bisschen Freizeit hatte ich aber nebenbei auch noch und die habe ich natürlich für kulinarische Erkundungstouren genutzt. Beim letzten Berlin-Besuch hab ich das nämlich versäumt. Diesmal hatte ich bloß die Kamera nicht dabei, deswegen gibt es die ultimative Smartphone- und Instagram-Ausbeute. Das ist heutzutage sicher ganz ok, auch wenn ich mich schon mal vorab für die Bildqualität entschuldigen muss. Ihr seid hier sonst natürlich was besseres gewohnt.

Also, einmal zurücklehnen, Fotos angucken und Tipps aufsaugen, falls ihr sie bisher noch nicht gekannt habt. Ich war jedenfalls schwer begeistert und hoffe, dass der ein oder andere reisende Foodie hier auch noch eine Anregung für den nächsten Berlin-Trip bekommt.
Klar kann ich nicht die ganze Stadt zeigen und so mega viel habe ich diesmal auch nicht geschafft – auch die Klassiker wie das KaDeWe habe ich diesmal ausgelassen – dafür habe ich meiner Meinung nach echte Highlights gehabt, die ich hier mit euch teilen möchte.

Punkt 1 auf der elementar wichtigen Foodie-Liste sind natürlich Burger.
In so ziemlich jeder Stadt schießen die hippen Burgerläden seit ein paar Jahren wie Pilze aus dem Boden und von diesem Trend ist kein Ende in Sicht. Ich muss aber auch gleich vorweg nehmen, dass wir hier in Köln glückselig sein können, da wir sowohl Die fette Kuh als auch die Beef Brothers haben. Je nachdem wo man sich also gerade in der City aufhält (in der angesagten Südstadt liegt die Kuh, im ebenso angesagten Belgischen Viertel sind die Beef Brothers zu Hause), ist immer für den besten Burgergenuss gesorgt. Dafür steht man gerne an, wartet gerne und stinkt hinterher gerne nach Frittenfett. Zugegeben, ich verwende den Gebrauch von „angesagt“ und „hip“ hier ganz schön oft. Das soll auch gar nicht abwertend gemeint sein, aber es ist einfach alles so trendy und angesagt. Nichtsdestotrotz – die Burger schmecken und sind genial und ich hab bisher schlicht und einfach noch nichts besseres gegessen. Nicht mal in London oder New York. Also kommt alle nach Köln und schlemmt euch ins Burgerparadies!

Deswegen war es für Berlin nicht so einfach, als ich mich auf Burgerladen-Suche machte.
Ich konnte nur exakt in einen Laden gehen und habe deswegen im Vorfeld ausgiebig recherchiert, wo es mich denn hinführen sollte. Auch hier ist die Masse der coolen Läden mit crazy Namen enorm. Nach vielen Vergleichen und Erfahrungsberichten und Tipps von Einheimischen, die von den typischen Touriläden abgeraten haben, bin ich schließlich und ausgerechnet bei BBI – Berlin Burger International gelandet. In Neukölln. Und damit touristenfrei. Doch irgendwie ist Neukölln auch das neue Kreuzberg und deswegen passt dieser kleine schrammelige Burgerladen perfekt da rein. Keine Ahnung, was schrammelig bedeutet, aber es passt einfach ziemlich gut. Zuerst wär ich fast dran vorbeigelaufen, dann hab ich die Burgerbude betreten. Sehr hip, sehr abgedreht. Überall kleben Aufkleber, Schaufensterpuppen starren auf einen und wegen der lauten elektronischen Musik brüllt man die Bestellung einem der netten jungen Männer zu, die die Patties wenden. Dazu ist es dort kleiner als in meinem Arbeitszimmer – draußen sitzen ist aber sehr nett und ich hab auch eine Ecke gefunden, in der ich interessiert und burgermampfend die lustigen Aufkleber lesen konnte.
Ich hab mich für einen klassischen Cheeseburger mit Pommes entschieden. Aber auch nur, weil ich den 3-Käse-Hoch irgendwie übersehen habe. Keine Ahnung, wie das passieren konnte… Und die Chili-Cheese-Fries sahen auch hammergut aus!
Getränke nimmt man sich einfach aus dem Kühlschrank. Ich hab mich natürlich standesgemäß für eine Rhabarberschorle entschieden. Fast wäre es eine Flasche Club Mate geworden, aber davon hatte ich schon reichlich auf der re:publica getrunken.
Es war gut was los, allzu lang musste ich aber nicht warten. Serviert wurde ein Prachtstück von Burger – Mayo und Ketchup nimmt man sich einfach selber. Hausgemachte Saucen wie eine Guacamole kann man sich extra dazu bestellen.
Bevor ich weiter ausschweife: Der Burger war echt lecker. Tolles, saftiges Fleisch, super gebraten. Dazu eine wilde Salatmischung. Brötchen und Pommes wirkten zwar nicht wie selbstgemacht, aber da sind wir wie gesagt in Köln auch echt verwöhnt. Also: Wer in Berlin ist, nichts gegen laute Musik und einen kleinen wilden Laden hat, dem kann ich Berlin Burger International absolut empfehlen.
Wer nicht in Berlin ist, sollte aber dringend nach Köln kommen!

Nächster Punkt auf der Liste – bei mir in chronologischer Reihenfolge meines Berlin-Besuchs ist natürlich das obligatorische Frühstück. Frühstücken im Café ist einfach immer super. Auch da hab ich schon viel durch, muss aber sagen, dass das beste Frühstück immer noch das im Café Franck hier in Köln ist.
Wenn ich so weitermache wird das hier noch ein kulinarischer Reisebericht Köln. Dabei fällt mir auf – warum schreibe ich nichts über meine Stadt?! Notiz an mich – dringend viel mehr Köln-Tipps im Blog geben! Es lohnt sich wirklich!
Nun aber zurück zum Frühstück in Berlin. Da habe ich auch fleißig recherchiert, bin aber direkt wieder, wie beim letzten Mal im Suicide Sue hängengeblieben. Der Laden ist einfach so schön und gemütlich und nett und das Frühstück echt toll. Irgendwo zwischen Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain, nicht weit vom Helmholtzplatz, liegt dieses nette Café. Man kann hier wunderbar frühstücken aber auch Kaffee und Kuchen oder ein Süppchen genießen. Zum Frühstück gibt es eine große Auswahl an hausgemachten Aufstrichen und einen Brotkorb und dann wird fleißig losgeschmiert. Ich finde das Konzept genial und war froh, mich mal wieder für das Suicide Sue entschieden zu haben.

Für das Frühstück am nächsten Morgen (Samstagmorgen) wäre ich gerne ins Café Zuckerfee gefahren, das Frühstück La Feé dragée hört sich gigantisch an. Oder? Doch bei Regenwetter und ohne Reservierung war es leider unmöglich noch einen Platz zu bekommen. Ist aber vorgemerkt für den nächsten Berlin-Besuch!

Stattdessen bin ich einfach ein bisschen rumgelaufen und aufs Mahlzeit gestoßen.
Eigentlich eine Sandwich- und Suppenbar, am Wochenende wird aber Frühstück serviert. Und was soll ich sagen: ich bin begeistert! Die Lage auf der Schönhauser Allee ist prima, draußen gibt es reichlich Plätze zum Leute gucken. Man bestellt ganz lässig am Tresen und kriegt sein Essen dann an den Tisch gebracht. Das Konzept ist auch sehr modern und jung, viele Tafeln verraten, was es gerade so gibt und das Frühstück würde ich mal als Geheimtipp bezeichnen, fernab von der klassischen Schrippe (= Brötchen) mit Käse oder Wurst. Ich hab das Veggie-Frühstück bestellt und den eigentlich vorgesehenen Edamer gegen Feta getauscht. Was ne tolle Platte! Serviert wird auf einem Holzbrettchen und die Mischung bestand in diesem Fall aus Butter, Marmelade, mit Petersilie angemachtem Feta, geriebenem Parmesan, Brie, Frischkäse, Tomate-Mozzarella mit Pesto, gebratener Aubergine, Hummus und einem gekochten Ei. Im Brotkorb lagen neben einer Scheibe Toast noch zwei wunderbar knusprige, dicke Scheiben dunkles Brot. Das perfekte Frühstück, voll nach meinem Geschmack! Ihr solltet unbedingt mal an einem schönen Sommersamstag oder – sonntag hierhin kommen, das wunderbare Frühstück draußen genießen und dazu einen leckeren Flat White schlürfen.

Mein letzter kulinarischer Weg führte mich in die Markthalle Neun.
Kleine Anmerkung: Das Berliner Zalando Outlet liegt nur 5 Minuten Fußweg davon entfernt, möglicherweise habe ich da noch einen Abstecher hin gemacht…
Die Markthalle 9 ist ein wahres Kleinod in Kreuzberg – lasst euch nicht vom Kik und Aldi darin abschrecken, die Foodstände sind einfach der Hammer!
Donnerstagsabends ist Streetfood-Zeit, Freitags und Samstags ist Markt. Ich glaube ich war insgesamt 4 Stunden hier…

Denn als ich reingelaufen bin, gedankenversunken auf mein Telefon starrte, stand ich plötzlich vor Hugh Fearnley-Whittingstall! Wie toll ist das denn bitte?! Falls jemandem der etwas kompliziert klingende Name nichts sagt: er ist erfolgreicher Kochbuchautor und Fernsehkoch aus Großbritannien und betreibt das „River Cottage„. Jetzt stand er also da und signierte fleißig Bücher.
Die Kantine in der Markthalle hatte Gerichte aus Hughs neuem Buch „Drei gute Dinge auf dem Teller“ nachgekocht und er wurde vor seinen Büchern stehend vor allem von Engländern erkannt. Die meisten deutschen Besucher kannten ihn nicht, für die Briten ist er aber so eine Art Robbie Williams des Kochens. Und dabei ist er so nett! Er hat ganz freundlich mit allen geplaudert, sich ausgetauscht, Bücher signiert, Autogramme gegeben und Fotos gemacht. Ich bin dafür auch zu sehr Fan um mich zu zieren und musste natürlich auch ein Bild mit ihm machen…

Und dann bin ich auch noch Cathrin von Berlin Tidbits über den Weg gelaufen, die mich mit reichlich Tipps und Empfehlungen versorgt hat. Schade, dass ich am kommenden Wochenende auf der Next Organic nicht dabei sein kann!

Insgesamt hat mich die Markthalle IX sehr an die Marktzeit in der Fabrik in Hamburg-Ottensen erinnert. Darüber habe ich hier bereits berichtet: Kulinarischer Reisebericht Hamburg.

Ein wirklich geniales Konzept, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei ist. Von Küchenzubehör über Pflanzen, frisches Obst und Gemüse aus der Region, Brot, Pasta, Tapas, Fisch, Fleisch bis hin zu ganzen Menüs kann mir hier wirklich alles bekommen, was das Herz begehrt! Und das alles in ausgewählt guter Qualität und meist aus der Region.

Ich hatte jedoch eine Mission. Zwei Namen sind mir in einem Zeitungsartikel vor einiger Zeit im Gedächtnis geblieben: Glut und Späne und Big Stuff Smoked BBQ.

Bei Glut und Späne dreht sich alles um den Fisch – roh, mariniert, geräuchert – hier kommen Fischfans voll auf ihre Kosten. Ich hab mich für eine kleine Portion Ceviche als Vorspeise entschieden – lecker! Hier überzeugen vor allem Qualität und Nachhaltigkeit.

Was mich aber noch mehr interessiert hat ist das Big Stuff Smoked BBQ. Feinstes Pulled Pork und Beef Brisket – aber immer nur so lange der Vorrat reicht. Und der Zeitraum zwischen der vollen Tafel bis zum „Sold out“ ist nicht lang. Ein Geheimtipp scheint das schon lange nicht mehr zu sein und ich verstehe bestens warum. Ich war früh genug da um noch eine kleine Platte zu erwischen: feinstes Pulled Pork, butterzart mit einer leicht scharfen, hausgemachten Sauce – genial. Dazu frische, ebenfalls hausgemachte Limonade – einfach himmlisch!

Nachtisch zu essen war danach leider nicht mehr möglich, aber Cathrin hatte mir Frau Zellers Kuchen wärmstens ans Herz gelegt, deswegen musste ich noch ein Stück von dem genialen Walnuss-Karamell-Cheesecake mitnehmen. Ein Traum!

Die verwendeten Zutaten von Frau Zeller stammen weitgehend aus dem Berliner Umland, das meiste wird in Bio-Qualität verarbeitet. Auch hier schmeckt man die Qualität und die Liebe, die in allem steckt.

Beim anschließenden Spaziergang durch Kreuzberg Richtung U-Bahn kam ich noch an einem kleinen Trödelladen namens Pony Hütchen vorbei, den ich euch auch noch unbedingt empfehlen muss. Hier gibt es fabelhafte Props für Foodies in Hülle und Fülle! Von Schränken und Vitrinen über Bilderrahmen bis hin zu ganzen Servicen, Vintage-Tortenplatten und Emaille-Schüssel sowie Zigarrenschachteln und Keksdosen gibt es hier alles, was das Fotografenherz begehrt. Werft unbedingt mal einen Blick rein. Auf der ganzen Straße gibt es weitere kleine Trödelläden mit einem ähnlichen Sortiment. Schade, dass ich mit dem Flugzeug da war und nicht mehr mitnehmen konnte…

Und das wars dann auch schon mit meinem kulinarischen Reisebericht.
Ich bin schwer begeistert von Berlin und muss unbedingt bald wiederkommen, um noch viel mehr zu entdecken und auszuprobieren. Es waren aber auch echt nur Highlights dabei, die ich euch allen wärmstens ans Herz legen kann.
Ich freue mich auch riesig über weitere Tipps für meinen nächsten Besuch – denn der kommt bestimmt!

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4 Kommentare

  • Antworten
    Tonkabohne Sabine
    14. Mai 2014 um 18:26

    Liebe Maja,
    Da hattest Du ja eine tolle Zeit in Berlin.
    Also da hab ich jetzt total gestaunt Dich mit Hugh auf einem Bild zu sehen, grins…
    Ich mag seinen Stil sehr und habe auch die Bücher von ihm.
    Er macht auch beim Fish Fight mit, da ich RTL Living schaue, hab ich das Glück seine Sendungen zu sehen.
    Hach um diese Begegnung beneide ich Dich sehr 🙂
    Herzliche Grüsse,
    Sabine

  • Antworten
    Lena
    15. Mai 2014 um 7:05

    Hach ja, Berlin!
    Die Markthalle Neun ist wirklich klasse, leider war bei meinem letzten Besuch Ferienzeit und Winter und daher viel geschlossen. Aber im Juni gehts wieder nach Berlin und dann schau ich dort wieder vorbei! Danke für den Tipp mit Pony Hütchen ist auch gemerkt! Aber bei meinen endlos langen Berlinliste ist das eine never ending story ;)!

  • Antworten
    Paola
    16. Mai 2014 um 6:05

    Hallo Maja,
    wo in Köln bekomme ich denn die sagenhaften Burger? Du hast mich neugierig gemacht! 🙂
    Viele Grüße
    Paola

  • Antworten
    Sarah von "How I met your Papi"
    26. Mai 2014 um 22:35

    Ja ja ja ja ja jaaaaaaaaaaaa Moey, bitte viel viel mehr über Köln schreiben *.* Ich bin mehrmals im Jahr in Köln und probiere gerne Neues aus. Ich liebe Köln, meine liebste Lieblingsstadt. Ich würde mich mega freuen, viel viel mehr über Köln hier zu lesen <3

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