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Festival du Livre Culinaire – Paris Cookbook Fair 2013

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Puh, in den letzten beiden Wochen bin ich ganz schön herumgekommen – Köln – Paris – Düsseldorf – Barcelona und schließlich bin ich wieder in Köln. Wie ihr vielleicht schon auf meiner Facebookseite mitbekommen habt und wie ich schon angekündigt habe, hatte es mich am 23. Februar in die Stadt der Liebe verschlagen! In kulinarischer Mission, versteht sich. Zusammen mit Steph vom Kuriositätenladen bin ich an einem wirklich bitterkalten Samstag nach Paris gereist. Anlass war die jährlich stattfindende „Paris Cook Book Fair“ (dieses Jahr vom 22. bis 24. Februar 2013), veranstaltet von Gourmand International.

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Schon seit einigen Jahren verfolge ich diese Messe und bin jedes Jahr am Überlegen, ob ich nun hinfahren soll oder nicht. Die Strecke Köln-Paris ist dank des Thalys wirklich ein Klacks, allerdings scheiterte es bisher immer an Mitreisenden und meist war mir die Fahrt für einen Tagesausflug dann doch einfach zu teuer. Messen kommen auch immer so plötzlich…

Dieses Jahr fand die Messe jedoch zum ersten Mal im schönen Carrousel du Louvre, im Herzen von Paris statt, es lag eine Einladung von Buchcontact vor und mit Steph hatte ich eine wunderbare Mitreisende gefunden, mit der ich zusammen im Auftrag der Hüttenhilfe nach Paris reisen durfte. Für die Kochbuch-Rezensionen der Hüttenhilfe habe ich bisher zwei Kochbücher rezensiert und Steph und ich sollten uns jetzt mal gemeinsam die Messe angucken und darüber berichten. Und genau das tue ich auch hiermit.

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

So trafen wir uns also an einem trüben und eiskalten Samstag Ende Februar in der Stadt der Liebe und machten uns auf zum wohlklingenden „Festival du Livre Culinaire“ im Carrousel du Louvre…

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Als bekennende Sammlerin und leidenschaftliche Leserin von deutsch- und englischsprachigen Koch- und Backbüchern hatte ich große Erwartungen an diese besondere Messe. Die Verleihung der zugehörigen Awards gibt es schon seit 1995, seit 2009 werden regelmäßig in Paris jedes Jahr die besten und schönsten Kochbücher des Jahres geehrt und ausgezeichnet. Auch in diesem Jahr gab es Aussteller aus 171 Ländern, was die große Vielfalt an einzigartigen und landestypischen Kochbüchern ausmacht.

Die „Best in the World Award“-Verleihung fand in drei Schritten statt:

  • zuerst gab es einen nationalen Vorentscheid Anfang Dezember 2012 für alle in den vergangenen 12 Monaten erschienenen Büchern. Die dortigen Gewinner qualifizieren sich dadurch für den internationalen Wettbewerb
  • im Januar 2013 wurde dann von der Jury eine Liste der Nominierten veröffentlicht, auf der jeweils 5 bis 6 Bücher aus verschiedenen Ländern in den einzelnen Kategorien stehen
  • am 23. Februar 2013 fand dann die jährliche Preisverleihung der „Best in the World Award“-Auszeichnung anlässlich des Festival du Livre Culinaire statt

Neben der Verleihung der Awards am Samstagabend gab es außerdem von Freitag bis Sonntag eine Ausstellung der nominierten Bücher, eine Messe und ein Rahmenprogramm mit Podiumsdiskussionen, Kochshows und Vorträgen. Gastland in diesem Jahr waren nach Italien 2011 und China 2012 schließlich die USA. Sie sind ganz klar die führende Nation, was die Verkaufszahlen von Kochbüchern angeht. Zum Vergleich: Deutschland liegt auf Platz 2, die USA verkaufen aber fünfmal so viele Kochbücher wie Deutschland. Da muss ich wohl doch noch etwas mehr zuschlagen, als ich es ohnehin schon tue

Das Rahmenprogramm der Messe richtete sich in erster Linie an Verleger, Autoren und sonstige Fachbesucher, die sich vor allem mit dem Kauf und Verkauf von Lizenzen und Rechten beschäftigen. So gab es einige Runde Tische und Vorträge zu den Themen Zukunft der Buchläden, Rechteeinkauf, Internationale Kochbuchtrends usw.

Daneben gab es außerdem eine Showküche mit Vorführungen bekannter (TV-)Köche, die Rezepte aus ihren aktuellen oder nominierten Büchern kochten. Wir haben uns kurz die Show von Gianfranco Vissani aus Italien angesehen. Mir war der Name bisher komplett unbekannt, in Italien ist er aber anscheinend ein Star, hat seine eigenen TV-Shows und bringt Kochbücher heraus. Insgesamt muss ich sagen, dass ich außer Annabel Langbein und Chakall die wenigsten der anwesenden prominenten Köche und Autoren kannte.

Im Eingangsbereich der Messe gab es zunächst eine Ausstellung aller nominierten Bücher. Die Aufteilung fand dabei nach Ländern statt, die Präsentation der Bücher war insgesamt aber recht einfach gehalten und wirkte etwas lieblos mit wenig Licht auf teilweise klapprigen Regalbrettern und einigen wahllos herumstehenden Tischen. Man konnte die Bücher aber in Ruhe durchblättern und studieren. Insgesamt waren sowohl Messe als auch Ausstellung an diesem Samstagmittag recht wenig besucht, so dass wir uns Zeit lassen und etwas stöbern konnten.

(Ich entschuldige mich schon mal für die schlechte Qualität der Bilder – die Bücher in den Regalen waren wirklich äußerst ungünstig ausgeleuchtet)

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Durch die verschiedensten Sprachen und Länder bekam man einen ganz guten Eindruck davon, was für Kochbücher wo auf der Welt offenbar gerade aktuell sind.
Insgesamt sind die internationalen Trends recht einheitlich: neben Backbüchern zu den Themen Cupcakes, Cakepops und Schokolade geht es vor allem um natürliches Kochen mit frischen Zutaten. Einige besondere Ausnahmen gab es natürlich auch (zum Beispiel „Kochen mit Insekten“ auf Niederländisch), große Überraschungen oder wirklich außergewöhnliche neue Bücher fehlten jedoch.
Ich war ganz froh darüber in Ruhe gucken zu können, insgesamt wirkte die Atmosphäre dieser Ausstellung jedoch etwas trostlos und traurig. Ich hätte mir eine ansprechendere Präsentation gewünscht – die eher außergewöhnliche Location hätte dies sicher zugelassen.
Unter dieser Galerie lag die Bar, an der vor allem die Weinbücher präsentiert wurden und es Diskussionen und Vorträge zu diesem Thema gab. Drumherum gab es einen kleinen Sandwichstand und 2-3 kleinere Aussteller mit Produkten wie Marmelade und Schinken. Insgesamt war jedoch auch hier nichts los, es versammelten sich immer nur eine handvoll Leute, um den Vorträgen zu lauschen.
Weiter ging es in die Messehalle – laut Katalog sollte es immerhin über 80 Aussteller geben, es wirkte insgesamt jedoch deutlich weniger. Viele Stände sahen schon sehr abgegrast aus oder waren ganz verlassen. Die Messestände selber waren meist sehr einfach und standardmäßig gehalten, auch hier hätte ich im Vorfeld deutlich mehr erwartet, sei es in Form von ansprechender Standausstattung oder schöner Präsentation der Bücher.

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Neben den reinen Verlagsständen (soweit ich sehen konnte, konnte man nur bei Phaidon direkt Bücher kaufen) gab es dann im hinteren Bereich einen kleinen Stand der bekannten Pariser Kochschule „Le Cordon Bleu„, die Kunst aus Zucker präsentierten und direkt vor Ort vorführten. Das Ergebnis ist dann sicher Geschmackssache…

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Außerdem gab es noch einen kleinen Bereich mit einer Ausstellung älterer Bücher.

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Und schließlich gab es noch eine kleine Bühne mit der Showküche. Der Platz war auch dabei eher beengt und mehr als etwa 50 Personen konnten den Shows nicht beiwohnen, ohne nichts mehr sehen zu können.

Festival du Livre Culinaire - Paris Cookbook Fair 2013

Nach einem Rundgang über die teilweise wenig ansprechenden und vor allem wenigen verbliebenen Ständen habe wir die Messe dann nach etwa 2 Stunden auch wieder verlassen und sind noch ein wenig durch Paris spaziert. Ich weiß nicht, ob die Messe bereits so verwaist war, weil abends die Verleihung der Preise stattfinden sollte oder ob der Samstag generell vielleicht eher ein schlechter Besuchstag war, insgesamt wirkte die ganze Veranstaltung auf mich aber recht trostlos. Das mag aber auch daran liegen, dass ich nicht als Fachbesucher, sondern als interessierter Kochbuchsammler unterwegs war und für meinen Geschmack wenig Neues und Spannendes gesehen habe.

Nachfragen bei einzelnen Ständen ergaben aber, dass die ausstellenden Verlage sehr zufrieden mit der Veranstaltung waren. Offenbar gab es doch einiges an Networking und neuen Kontakten, um die eigenen Bücher weiter zu vermarkten. Die wirklich großen Publikumsverlage haben meiner Meinung nach aber komplett gefehlt. Lediglich drei kleine deutsche Verlage stellten aus, auch aus anderen Ländern wie UK und USA fehlten mir die großen bekannteren Verlagshäuser aber komplett. Lediglich Frankreich war – wie erwartet – großflächig aufgestellt.

Ich arbeite ja selber in der Verlagsbranche und fahre regelmäßig auf die Londoner und die Frankfurter Buchmesse, umso enttäuschter war ich davon, dass gerade diese eher kleine und feine Messe nicht überzeugen konnte. Das Potential ist da, in meinen Augen scheiterte es aber an der Umsetzung. Insgesamt war ich als Besucher von dem Angebot und der Präsentation nicht sehr begeistert. Auch wenn die Messe sehr speziell ausgerichtet war und gerade das die Chance wäre in diesem Sektor zu überzeugen, konnte sie mich nicht fesseln. Dazu fehlte es einfach an Büchern und Verlagen.

Bis auf die Entdeckung eines schwedischen Kochbuch-Verlags, der wunderschöne Bücher präsentiert hat, hat sich die Fahrt zur Paris Cookbook Fair damit für mich persönlich nicht gelohnt. Ich würde auch nicht nochmal hinfahren. Lieber gucke ich im Vorfeld gezielt welche Verlage mich interessieren und sehe mir dann die Stände in Frankfurt an, wo ich vieles auch direkt vor Ort kaufen kann. Letztendlich konnten wir uns aber noch einen netten Nachmittag in Paris machen, gut essen und trinken und noch einige französische Spezialitäten einkaufen. Steph ist eine wunderbare Reisebegleitung und wir konnten uns die Zeit noch sehr nett vertreiben – auch wenn der eigentliche Anlass der Reise eher enttäuschend war.

Vielen lieben Dank an die Alin und Sebastian von der Hüttenhilfe für die Einladung nach Paris!

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4 Kommentare

  • Antworten
    Alice
    10. März 2013 um 15:18

    Willkommen zurück 🙂 und danke für den Bericht über die Kochbuchmesse, soviel scheint man da ja wirklich nicht zu verpassen…

    Liebe Grüße
    Alice

  • Antworten
    ideenkind
    10. März 2013 um 17:48

    Hach, da wäre ich gerne dabei gewesen. Bücher stöbern, un dann noch Kochbücher! Ein Traum…

  • Antworten
    Barbara
    10. März 2013 um 18:20

    Danke für Deinen ausführlichen Bericht! Ich hatte mir ja auch erst überlegt, noch 1-2 Tage dran zu hängen, hab's dann aber doch nicht gemacht. Allzu viel habe ich wohl nicht verpasst…

    Aber trotzdem, Paris ist immer eine Reise wert! 🙂

  • Antworten
    Bollis Kitchen
    11. März 2013 um 10:02

    für die frz. Verlagshäuser ist der salon du livre im April die wichtigste Buchmesse mit grossen Ständen, die auch nicht am Samstag verwaist sind.Bizarre ist nur, ich lebe in Paris, und, man hat hier kaum etwas davon mitbekommen, ehrlich gesagt wusste ich von dieser Messe nur aus dt. Foodblogs….Auch die frz. Blogs berichten kaum drüber.

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