Herzhaft

Los geht die Topf-Saison! Teil 1: Szegediner Gulasch

Ich bin, wie ja schon mal erwähnt, großer Herbst-Fan. Nicht nur wegen der angenehmen Temperaturen (ich bin mehr so der Winter-Typ) und der bunten Blätter, sondern vor allem wegen der vielen deftigen Gerichte in Form von Aufläufen, Eintöpfen und Suppen. Im Sommer knabbert man ja doch meist eher Salat oder legt sich was auf den Grill, wenn es mal schön ist. Wobei ich mich da ja nie so dran halte und auch im Mai Chili con carne koche.

Jetzt, Mitte November, wir gehen stark auf den 1. Advent zu (14 Tage noch…), man sieht seinen Atem in der Luft, die Handschuhe sind schon ausgepackt, der Wintermantel ist seit ein paar Tagen wieder fester Bestandteil der Ausstattung – da kann man ruhig mal die Bräter, Töpfe und Auflaufformen auspacken und sich an die deftige Winterküche machen.
Was ich schon immer mal selber machen wollte, aber irgendwie noch nie gemacht habe, wurde gestern dann fällig – eine große Portion Szegediner Gulasch.
Gehts eigentlich noch jemandem so, dass er Sachen, die er früher üüüberhaupt gar nicht ausstehen konnte jetzt total gerne isst?
Sauerkraut ist so ein typisches Beispiel bei mir. Meine Mutter behauptet zwar, dass ich als Kind Sauerkraut gemocht habe, meine Erinnerung sagt mir da aber was ganz anderes. Und so stand dieses Gericht ungefähr 2 Jahrzente nicht auf meinem Speiseplan.
Bis ich letztes Jahr in unserer Kantine zum ersten Mal Szegediner Gulasch gegessen habe und seitdem regelmäßig verspeise.
Mittlerweile könnte ich mich in Sauerkraut reinsetzen und direkt pur essen. Wieso mochte ich das bloß nie?
Ich hole das jetzt jedenfalls nach und habe gestern selber mein erstes Szegediner Gulasch gekocht. Köstlich!
Hier das Rezept, um 2 gute Esser satt zu bekommen:
Szegediner Gulasch – frei interpretiert und mit Tipps unserer Köchin
75 g Speck, gewürfelt
400 g Schweineschulter, direkt vom Metzger zu Gulasch gewürfelt
3 mittelgroße Zwiebeln, fein gewürfelt
1 Knoblauchzehe, gepresst
1 Tl Paprikapulver, edelsüß
1 Dose Sauerkraut (385 g Abtropfgewicht), bei mir Bio
1/2 l Fleischbrühe (oder 1 Bio-Rinderbrühwürfel auf 1/2 l Wasser)
150 g Saure Sahne
Kümmel nach Belieben
Salz, Pfeffer
Rapsöl zum Braten
als Beilage: 4 mittelgroße Kartoffeln
Etwas Rapsöl in einen großen Topf geben und erhitzen.
Speckwürfel darin unter Rühren auslassen, danach in eine Schüssel beiseite stellen.
Evtl. noch etwas Öl nachgießen, dann das Gulasch-Fleisch in 2 Portionen rundherum anbraten und ebenfalls beiseite stellen.
Im verbliebenen Fett die Zwiebelwürfel zusammen mit dem Knoblauch anbraten, mit dem Paprikapulver bestäuben und kurz rösten. Dann das Sauerkraut aus der Dose dazugeben und kurz mit andünsten. Speckwürfel und Fleisch wieder dazugeben und gut unterrühren. Die Brühe angießen, den Topf schließen und das ganze bei mittlerer bis niedriger Hitze etwa 1, 5 Stunden sanft köcheln lassen. Dabei gelegentlich umrühren.
Etwa 30 Minuten vor Ende der Garzeit die Kartoffeln schälen, halbieren und in Salzwasser oder im Dampfgarer garen.
Das Gulasch vom Herd nehmen und 3/4 der Sauren Sahne unterrühren, evtl. mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Kartoffeln mit dem Gulasch anrichten, jeweils einen Klecks Saure Sahne darauf geben und nach Belieben mit dem Kümmel bestreuen.
Guten Appetit!

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4 Kommentare

  • Antworten
    Karin
    13. November 2011 um 19:35

    das ist ja toll… auch dein ERSTES Szegediner Gulasch? da hatten wir ja heute die gleiche Idee… sieht sehr lecker aus. Liebe Grüße Karin

  • Antworten
    nata
    13. November 2011 um 21:06

    Oh, das muss ich unbedingt auch nochmal kochen. Da kriegt man direkt Appetit, wenn man das Foto sieht…

  • Antworten
    Frau V
    14. November 2011 um 6:02

    Das Phänomen kenn ich! 🙂 Bei uns gab´s gestern Kartoffelauflauf mit frischem Rosenkohl. Das wär bei mir als Kind undenkbar gewesen und hätte in einem Hungerstreik geendet!!!
    Aber heutzutage kommen die damals verhassten – wie Rosenkohl, Spargel, Sauerkraut, Breitlauch – regelmäßig auf den Tisch!

  • Antworten
    Maja
    14. November 2011 um 8:59

    Hehe, Schwester, das wundert mich nicht 😉 Geht mir auch so mit diesen Dingen.
    Ganz köstlich wars!

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