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Irland – Tag 3: Im Bulman Pub in Kinsale und auf der Rinderfarm in Old Head

Irland-Rundreise mit Kerrygold, Bord Bia und Tourism Ireland: Bulman Pub in Kinsale und Rinderfarm in Old Head

Wenn man das Restaurant The Bulman in Kinsale betritt, begeistert zuerst vor allem der Ausblick: In einer leichten Senkung gelegen, befindet sich das historische Gebäude fast auf Meereshöhe und bietet einen phänomenalen Blick auf den Hafen von Kinsale. Im unteren Bereich des Gebäudes befindet sich die Bar mit lockerer Pub-Atmosphäre. Steigt man jedoch die glatt geölten Holzstufen empor, steht man plötzlich in einem gediegenen Restaurant mit maritimem Dekor.

Irland-Rundreise mit Kerrygold, Bord Bia und Tourism Ireland: Bulman Pub in Kinsale und Rinderfarm in Old Head

Pearse begrüßt uns in seiner Küche. Die ist zwar klein, aber gut ausgestattet und ziemlich hell. Pearse hat die Fenster nachträglich einbauen lassen, vorher gab es dort kein Licht und es wirkte für ihn, als würde man in einer Höhle kochen. Heute ist Spontanität angesagt und Pearse präsentiert, was er frisch aus der Region geliefert bekommen hat. Es gibt schimmernde Austern, prächtige Garnelen, glänzende Jakobsmuscheln und einen fangfrischen Lachs. Schnell ist man sich einig, wie man diese Köstlichkeiten zubereiten wird: Möglichst naturbelassen, nur mit leichten, ergänzenden Aromen vollendet. Fast alles hier stammt aus der Gegend von Kinsale, nur wenig kommt aus einer Entfernung von mehr als 20 km. Die Gegend ist bekannt für ihr Seafood.

Irland-Rundreise mit Kerrygold, Bord Bia und Tourism Ireland: Bulman Pub in Kinsale und Rinderfarm in Old Head

Irland-Rundreise mit Kerrygold, Bord Bia und Tourism Ireland: Bulman Pub in Kinsale und Rinderfarm in Old Head

Und so filetiert Shane den Lachs fachmännisch, wie er es von einem japanischen Sushi-Meister gelernt hat und schneidet das Lachsfilet in feine Scheiben. Das Sashimi wird mit etwas geröstetem Sesam, Schnittlauch, Koriander und einer von Pearse selbst hergestellten Teriyaki-Sauce angemacht. Die Garnelen werden geöffnet und bei hoher Temperatur kurz auf dem heißen Grill gebraten. Sie brauchen nur wenig Salz, Pfeffer und Knoblauchöl, weil ihr Eigengeschmack so intensiv und einzigartig ist.

Die Jakobsmuscheln hat Pearse schon vorbereitet – in Irland entfernt man den Rogen nicht, wie man es in Deutschland tut. Pearse und Shane sind sich einig, dass gerade dieses Stück oft das bessere und viel geschmacksintensiver sei als das klassische Muskelfleisch. Die Jakobsmuscheln landen in der Pfanne, werden heiß angebraten und schließlich mit Kerrygold-Butter verfeinert. Das verleiht ihnen ein feines, nussiges Aroma. Die Austern werden geöffnet und aus den Schalen gelöst. Wieder ist man sich einig: Nur etwas Zitronensaft drangeben, sonst nichts. Und schon steht er auf dem Tisch, der Seafood-Teller. Alles schmeckt frisch, rein, nach Meerwasser und einfach nach Irland. Gute Zutaten brauchen einfach nicht viel drumherum.

Irland-Rundreise mit Kerrygold, Bord Bia und Tourism Ireland: Bulman Pub in Kinsale und Rinderfarm in Old Head

Irland-Rundreise mit Kerrygold, Bord Bia und Tourism Ireland: Bulman Pub in Kinsale und Rinderfarm in Old Head

Irland-Rundreise mit Kerrygold, Bord Bia und Tourism Ireland: Bulman Pub in Kinsale und Rinderfarm in Old Head

Irland-Rundreise mit Kerrygold, Bord Bia und Tourism Ireland: Bulman Pub in Kinsale und Rinderfarm in Old Head

Mittags treffen wir Mark und Robert Chamber zum Lunch in Old Head. Was wir bestellen: Irish Beef natürlich! Die beiden Brüder betreiben nämlich zwei Rinderfarmen in der Gegend von Old Head und produzieren dort Irish Beef von verschiedensten Rassen wie dem Hereford, Black Angus, Limousin und Charolais. Mit Burgern und Steaks gestärkt fahren wir zur Weide der zweijährigen Rinder. Bunt gemischt stehen die Tiere neugierig am Zaun. Im Gegensatz zu unseren deutschen Kühen sind sie Menschen nicht so sehr gewohnt und beobachten uns zunächst mit etwas Abstand. Doch schnell kommen sie näher und zeigen sich begeistert von der Kamera. Egal wo Matthias mit seiner Kamera hingeht, die Herde folgt ihm neugierig.

Irland-Rundreise mit Kerrygold, Bord Bia und Tourism Ireland: Bulman Pub in Kinsale und Rinderfarm in Old Head

Die Kühe sind ausgeglichen, freundlich und wirken zufrieden. Sie leben 10 Monate im Jahr auf den weiten grünen Wiesen an der irischen Atlantikküste. Alle paar Tage werden sie auf neue, saftige Weiden getrieben und ernähren sich so zu über 90% rein von Gras. Der Blick von hier oben ist fantastisch: Die Atlantikküste ist in Laufweite, der Strand von Kinsale Beach nicht weit entfernt. Mark erzählt, dass hier im Sommer tausende von Menschen an den weißen Sandstrand kommen, um zu baden. Dafür hat er jedoch keine Zeit. 17 km läuft er am Tag und das nicht etwa nur geradeaus. Das merken wir spätestens als wir für den Besuch der Kälber mit ihren Müttern einen grünen Hügel hinauf klettern. Was für eine Aussicht!

Zu den Mutterkühen müssen wir Abstand halten. Sie beschützen ihre zwei Monate alten Kälber. Diese bleiben insgesamt 9 Monate bei ihren Müttern, bis sie langsam entwöhnt werden und schließlich mit ihren Altersgenossen in eine Herde kommen. 2,5 Jahre Zeit gibt man den Rindern hier zum Aufwachsen, bevor sie geschlachtet werden. Bis dahin kennen sie die Ställe nur im tiefsten Winter und fressen dann Silage und Heu. Der Betrieb ist komplett auf Nachhaltigkeit eingestellt: Die Aufzucht der Rinder, der Wechsel der Weiden, all das beruht auf einem eigenen System, um die bestmögliche Fleischqualität zu erzielen. Auch hier setzt man bewusst auf Qualität statt auf Quantität.

Irland-Rundreise mit Kerrygold, Bord Bia und Tourism Ireland: Bulman Pub in Kinsale und Rinderfarm in Old Head

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Das Konzept von den Chambers ist ganz besonders: Sie betreiben zwei Farmen auf dem gleichen Land: Der eine Bruder kümmert sich um die Aufzucht der Kälber und die Betreuung der Mutterkühe. Der andere Bruder übernimmt die Halbstarken dann und zieht sie in eigenen Herden von etwa 30-40 Tieren auf. So hat jeder seine Aufgabe und jeder Handgriff sitzt. Den Betrieb haben sie von ihren Eltern übernommen, die ihn wieder von ihren Eltern übernommen haben.

Das ursprüngliche, 150 Jahre alte Farmhaus steht noch, rundherum hat sich die Familie neuere Häuser gebaut. Bei jedem Gespräch merkt man, wie verbunden und verwurzelt Mark und Robert und ihre Ehefrauen mit ihrer Region und ihrem Beruf sind. Sie agieren ruhig und bedacht und behandeln die Tiere mit größtem Respekt. Es gibt keine hektischen Bewegungen, keine lauten Rufe. So präsentieren sich die Jungtiere auch problemlos von ihrer besten Seite für ihr Publikum. Wir alle sind fasziniert von der Haltung der Tiere, der großartigen Aussicht und der Gelassenheit im Umgang in diesem Familienbetrieb.

Irland-Rundreise am Wild Atlantic Way mit Kerrygold, Bord Bia und Tourism Ireland

 

 

Irland-Rundreise mit Kerrygold, Bord Bia und Tourism Ireland: Bulman Pub in Kinsale und Rinderfarm in Old Head

Alle Artikel meiner Irland-Rundreise:
IRLAND – TAG 1: FLUG NACH DUBLIN UND FAHRT NACH CORK
IRLAND – TAG 2: ENGLISH MARKET UND BALLYMALOE COOKERY SCHOOL IN CORK
IRLAND – TAG 3: IM BULMAN PUB IN KINSALE UND AUF DER RINDERFARM IN OLD HEAD
IRLAND – TAG 4: VON DER MILCHFARM BIS ZUM IRISCHEN CHEDDAR IM COUNTY CORK
IRLAND – TAG 5: VON LIMERICK UND ADARE BIS ZU DEN CLIFFS OF MOHER

Offenlegung: Zu der Rundreise durch Irland wurde ich von Kerrygold, Bord Bia und Tourism Ireland eingeladen. Die Erfahrungen und Erlebnisse sind meine eigenen Eindrücke.

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4 Kommentare

  • Antworten
    Caroline
    27. April 2017 um 9:07

    Oh, was für schöne Bilder! Kinsale und Old Head sind für mich eines der schönsten Flecke in Irland. Habe immer die Rinder um die tolle Aussicht beneidet 😉

    Viel Spaß noch und viele Grüße,
    Caro

    • Antworten
      Maja
      1. Mai 2017 um 16:17

      Ich war auch total angetan von diesem Fleckchen und der unfassbar tollen Aussicht auf den Kinsale Beach 🙂

  • Antworten
    Yvonne
    27. April 2017 um 13:56

    Schön urig sieht das aus! Genauso stellt man sich doch einen gemütlichen Pub vor! 😀
    Hach… ich bin ganz neidisch auf diese saftige grüne Gras!

    • Antworten
      Maja
      1. Mai 2017 um 16:16

      Es war auch ganz wunderbar und total schön 🙂

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