Dies und Das

Jeden Tag ein Buch! Rezension vom Backbuch „Anniks Lieblingskuchen“ von Annik Wecker (DK Verlag)

Annik Wecker betreibt seit 2013 ein eigenes Café namens „Anniks Café“ in München-Schwabing. Schon vorher war sie begeisterte Hobbybäckerin und veröffentlicht bereits seit 2008 erfolgreich Bücher bei Dorling Kindersley. „Anniks Lieblingskuchen“ ist nun insgesamt ihr achter Titel. 2008 erschien bereits „Anniks göttliche Kuchen“, 2011 „Anniks göttliche Desserts“.
Nun gibt es also ihre Lieblingskuchen. Es handelt sich dabei um komplett neue Rezepte, die sie in ihrem Café ausgiebig getestet hat.

Anniks Lieblingskuchen*
von Annik Wecker
aus dem Dorling Kindersley Verlag

Cover Anniks Lieblingskuchen von Annik Wecker

Copyright DK Verlag

Das Buch passt von der Aufmachung her hervorragend zum Thema: mädchenhafte Pastelltöne in zartem Rosa und und Türkis, die Buchtitel in Schreibschrift, auf dem Cover eine hübsche rosafarbene Himbeertorte. Die gibt es dann auch tatsächlich als Rezept im Buch, was ja heutzutage bei Buchcovern gar nicht mehr so selbstverständlich ist.
Es handelte sich um eine gebundene Hardoverausgabe mit Leinenrücken, dadurch bekommt das Buch eine ganz besondere Wertigkeit. Und es gibt auch ein Lesebändchen, ebenfalls in zartem Türkis – wunderbar! Nicht zu vergessen ist das schöne rosa Vorsatzpapier im Polka-Dot-Muster. Insgesamt sieht man: das Buch wurde mit viel Liebe fürs Detail zusammengestellt und produziert.

Jeden Tag ein Buch! Rezension vom Backbuch "Anniks Lieblingskuchen" von Annik Wecker (DK Verlag)

Nach dem umfangreichen Inhaltsverzeichnis folgt eine zweiseitige Einführung mit persönlichem Vorwort von Annik Wecker und eine Seite mit kurzen Tipps zu den verwendeten Zutaten und allgemeine Hinweise zum Backen sowie eine Seite mit Hinweisen auf die 10 beliebtesten Kuchen in Anniks Café mit Angabe der Seitenzahl im Buch zum Nachbacken.
Das zweiseitige Register am Ende des Buchs enthält sowohl die Rezeptnamen als auch einzelne Zutaten sowie Zubereitungsarten.

Insgesamt gibt es fünf Kapitel mit Rezepten, die sehr spannend und clever unterteilt sind, nämlich in Schnell, Alltäglich, Außergewöhnlich, Prächtig und Besondere Anlässe. Im Anschluss an jedes dieser Kapitel folgt ein nettes kleines Extra, nämlich die Rubrik „1 Teig – 10 Kuchen“, von Gugelhupf über Tartes, Käsekuchen und Panna-Cotta-Torte bis hin zu Rührteig. Hier gibt es schöne Ideen für Abwandlungen und einfache Grundrezepte.
Nach dem ausführlichen Rezeptteil folgt noch ein umfangreiches Basiswissen mit den Grundteigen, Backtechniken, Küchenausstattung, Tipps für die Kuchendeko, Gesundes Backen und Backzutaten umrechnen. Kurz und bündig bekommen gerade Backanfänger hier noch wertvolle Tipps an die Hand – ich kann diese Kapitel mit den Erklärungen und Tipps nur jedem Leser ans Herz legen.
Die Rezepte selber sind kurz und präzise gehalten, häufig wird auf den Basiswissen-Teil verwiesen, zum Beispiel zum Blindbacken von Mürbeteig. Das finde ich nicht störend, sondern sehr angenehm, weil sich die Rezeptbeschreibung dadurch auf das Wesentliche begrenzt.

Zu jedem Rezept gibt es einen Einleitungssatz, einen Hinweis auf die Kuchengröße und die zu verwendende Backform. Die Zutatenauflistung ist kurz und bündig und in der Reihenfolge der Verwendung im Rezept sortiert. Oft gibt es auch noch einen Extratipp und einen kleinen Kasten mit Hinweisen, wie z.B. „vegan“, „gut zu variieren“, „braucht Vorbereitung“ oder „mit Fertigteig“.
Jedes Rezept, bis auf die Kategorie „1 Teig – 10 Kuchen“ besteht aus einer Doppelseite mit ganzseitigem Rezeptbild und oft auch noch kleinen Schritt-für-Schritt-Bildern auf der Rezeptseite selber. Gerade bei Backbüchern mit ausgefalleneren Kreationen finde ich das besonders wichtig.

Auch das Schriftbild ist sehr angenehm lesbar, die Rezeptbeschreibung gut in einzelne Blöcke unterteilt, die Zutaten für den Teig und extra Füllungen getrennt aufgeführt, so dass alles sehr geordnet und systematisch aufgeteilt ist. Das gefällt mir ausgesprochen gut und ist bei komplizierten Rezepten auch unabdingbar. Die Darstellung ist damit anders als erwartet schnörkellos und schlicht. Das gefällt mir.

Jeden Tag ein Buch! Rezension vom Backbuch "Anniks Lieblingskuchen" von Annik Wecker (DK Verlag)

Ich bin mir sicher, dass jeder in diesem Buch Rezepte findet, die zu seinem Geschmack passen. Hier wird eine unglaublich große Bandbreite an verschiedensten Kuchen abgedeckt – ich bin absolut begeistert von der Auswahl und Vielfalt. Immerhin handelt es sich um rund 120 Rezepte mit 180 Farbfotos.
Von schneller Mascarponetarte mit Himbeerglasur ohne Backen, über Buttermilchkuchen vom Blech oder Zimtschneckenkuchen bis hin zu Tarte Tatin mit Pfirsich und Rosmarin, klassischem Bienenstich oder ausgefallenerem Avocadokuchen mit Blaubeeren oder Kokos-Mango-Kuchen mit Marshmallows.
Für jeden Anlass und jede Gelegenheit findet man hier einen passenden Kuchen oder eine passende Tarte oder Torte: vom Kindergeburtstag über die Firmenfeier bis hin zum Weihnachtsdessert. Ich habe unheimlich viele spannende Anregungen und Ideen gefunden.

Das Rezept für den „Apfel-Schichtkuchen“ habe ich bereits nachgebacken und hier veröffentlicht: APFEL-SCHICHTKUCHEN NACH ANNIK WECKER AUS „ANNIKS LIEBLINGSKUCHEN“ (DK VERLAG)

Apfelkuchen, Apfel-Schichtkuchen, Annik Wecker, Anniks Lieblingskuchen, Dorling Kindersley

Besonders erwähnenswert ist noch, dass die Kuchenfotos und das komplette Foodstyling ebenfalls von Annik Wecker stammen, genau wie die ganzen Rezepte. Das finde ich außergewöhnlich und bewundernswert. Schon in der Einleitung schreibt sie, dass sie alle Kuchen direkt aus ihrem Ofen in ihrem kleinen Garten bei Tageslicht fotografiert hat. Ohne Tricks und Schummelei. Das ist in meinen Augen äußerst sympathisch und suggeriert uns Hobbybäckern, die ihre Rezepte nachbacken möchten: das können wir auch, bei uns kann das auch so aussehen! Teilweise sind die Fotos zwar etwas unscharf oder überbelichtet, aber das verzeiht man aufgrund dieses Mammutprojekts. Wer die absolute high-end Studio-Fotografie erwartet, wird vielleicht enttäuscht. Wer aber weiß, was dahinter steckt und ein bisschen wie Annik Wecker sein möchte, dürfte sich mit diesem Backbuch sehr wohl fühlen. Hier steht kein Sternekoch, der den Teller millimetergenau drapiert, sondern jemand wie du und ich und der uns zeigt, was jeder mit ein bisschen Mut und Geduld einfach hinbekommen kann.

Gerade deswegen und wegen des erwähnten ausführlichen Basisteils glaube ich, dass es sich hierbei auch um ein wunderbares Einsteigerbuch handelt, das sicher auch vielen Menschen die Angst vorm Backen, speziell von Hefe- oder Mürbeteig nehmen kann.
Aber auch erfahrenere Hobbybäcker dürften wegen der außergewöhnlichen Kreationen voll und ganz auf ihre Kosten kommen.
Ich persönlich sehe mich schon eher im erfahreneren Backbereich und ich mag auch gerne Hochglanzfotos. Mir persönlich ist das Buch etwas zu mädchenhaft rosa und auch der Stil der Fotos trifft nicht unbedingt meinen Geschmack. Aber das ist wie gesagt eben rein eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Die Rezeptauswahl und die gut geschriebenen Beschreibungen überzeugen mich dafür umso mehr.
Ich habe schon einige sehr spannende Rezepte gefunden, die ich gerne nachbacken möchte.
Das Buch schafft es nicht unbedingt zum Standardwerk, trifft die „Lieblingskuchen“ aber schon ziemlich gut und ist ein bunter Mix aus einfachen, schnellen, klassischen und außergewöhnlichen Kuchen für jeden Geschmack und Anlass.
Eine tolle Geschenkidee vor allem für jüngere Hobbybäckerinnen, die ihre ersten Backversuche starten oder ihre Grundkenntnisse ausbauen wollen.

Annik Wecker
Anniks Lieblingskuchen*
Dorling Kindersley Verlag GmbH, München, 2013
ISBN: 978-3-8310-2441-4
24,95 €
272 Seiten, 25,3 x 29,7 cm, Gebunden mit Leinenrücken
rund 120 Lieblingskuchen-Rezepte

Das Buch wurde mir für meine Rezension freundlicherweise vom DK Verlag unentgeltlich zur Verfügung gestellt.
Alle mit einem * gekennzeichneten Links sind Amazon-Affiliate-Links. Es handelt sich hierbei um eine persönliche Empfehlung. Nähere Hinweise zum Affiliate-Programm finden sich im Impresssum.

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5 Kommentare

  • Antworten
    Christina
    12. November 2013 um 11:57

    Die Rezension hat mir total gut gefallen! Ich habe selber überhaupt kein Buch von ihr. Ich glaube, dass ich bei ihr als Frau von Konstantin Wecker anfangs immer das Gefühl hatte, der Gatte hat das Hobby finanziert. Wahrscheinlich tue ich ihr da sehr unrecht, vielleicht gebe ich ihr mal eine richtige Chance.
    Liebe Grüße, Christina

    • Antworten
      Maja
      12. November 2013 um 13:11

      Vielen Dank, Christina!
      Ich hatte vorher nur das Tarte-Buch, das sie zusammen mit Alfons Schuhbeck gemacht hat.
      Ihre Ideen und Kreationen finde ich aber ganz wunderbar, sie selber kommt mir unheimlich bodenständig und sympathisch vor – deswegen gucke ich mir jetzt auch noch ihre anderen Bücher an 🙂

  • Antworten
    Karens Backwahn
    12. November 2013 um 13:59

    Liebe Maja,

    ich habe das Buch auch daheim :-). Ich finde die Rezepte ebenso toll und die Bilder etc. Layout und Co. ein wenig "langweilig". Aber auf die Rezepte kommt es ja an, nicht wahr :-).

    Liebste Grüße
    Karen

    P.S. Ich habe den Zitronenkuchen daraus gebacken… YUMMI sag ich nur

    • Antworten
      Maja
      12. November 2013 um 14:59

      Vielen Dank für deine Einschätzung dazu!
      Ich denke auch, dass es auf die Rezepte ankommt und man ja eben sieht, wieviel Herzblut in diesem Buch steckt. Und ich glaube, dass es da auch eine ganz große Zielgruppe gibt, die bestimmt eine Menge Spaß mit dem Buch hat.
      Und die Rezepte sind wirklich toll – ich poste demnächst noch ein weiteres, sehr spannendes Rezept aus diesem Buch, das mich auch sehr begeistert hat!

  • Antworten
    kleinundzuckersüß
    6. Januar 2014 um 20:10

    Eine tolle Rezension! Ich habe die Bücher schon öfter mal in der Buchhandlung durchgeblättert, aber nie gekauft. Das Layout hat mich nicht angesprochen, aber ich wusste auch nicht, dass sie die Fotos selber macht! Wenn du sagst, die Rezepte seien toll, muss ich mir das vielleicht nochmal überlegen und das Buch noch einmal durchblättern… 😉

    Liebe Grüße
    Barbara

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