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Vegan-vegetarisches Dinner im vegetarischen Fine Dining Restaurant Amano verde im Radisson Blu Media Harbour, Düsseldorf

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Fine Dining und vegan sind nicht unbedingt zwei Wörter, die regelmäßig im gleichen Satz auftauchen. Vegan ist zwar – auch wenn die Veganer das sicher nicht so gerne hören – ein absolutes Trendthema, allerdings nicht im Highclass-Bereich. Warum eigentlich nicht? Schon längst hat jeder erkannt, dass das Thema Veganismus keine Eintagsfliege ist, die von der Generation „Leinenhose und Gesundheitsschlappen“ im stillen Kämmerlein praktiziert wird. Im Gegenteil: längst ist diese Lebenseinstellung salonfähig und gesellschaftlich akzeptiert. Räucher-Tofu und Mandelmus sind keine schwer erhältlichen Sonderzutaten mehr, sondern in aller Munde. Genau wie grüne Smoothies und Soja-Bolognese. Nur ist das Thema eben nicht unbedingt in den großen Hotels und Restaurants angekommen. Bis jetzt.

Im Düsseldorfer Medienhafen liegt ein schickes Radisson Blu Hotel mit angeschlossenem Hotel-Restaurant. Bis vor einem Monat war das noch ein sehr klassisches Restaurant mit Jakobsmuscheln und Rinderfilet auf der Karte. Doch seit Anfang Juni ist alles anders: Amano Verde ist der neue Name, die Karte rein vegetarisch und hauptsächlich sogar vegan, oft auch lactose- oder glutenfrei. Chefkoch Dennis Riesen, seit einem Jahr selber überzeugter Veganer, hat sich damit beruflich einen Traum erfüllt. Auf einer kleinen, wechselnden Karte kocht er jetzt statt Steak und Schnitzel veganen lauwarmen Linsensalat auf Orangenchicorée oder vegane Plätzchen von der Paprikapolenta mit Räuchertofu. Es gibt sowohl Gerichte komplett ohne Ersatzprodukte als auch solche mit veganen Riesengarnelen, Züricher Geschnetzeltem aus Soja oder eben Tofu. Damit dürfte sowohl der Geschmack von Fleischessern als auch der von Vegetariern oder Veganern getroffen werden.

Doch vegan allein ist noch nicht alles: die Eier für die vegetarischen Gerichte stammen von einem Bauernhof aus der Nähe, auch Obst und Gemüse kommen vorrangig aus der Region. Die Organisation von geeigneten Lieferanten ist in einer großen Hotelkette gar nicht so einfach, doch Dennis Riesen ist immer bemüht die besten Produkte für seine Gerichte zu bekommen.

Ich selber bin kein Vegetarier, esse aber tatsächlich hauptsächlich vegetarisch – das spiegelt sich ja auch in meinen hier veröffentlichen Rezepten wieder. Deswegen bin ich diesem Konzept gegenüber auch alles andere als abgeneigt und habe mich sehr gefreut, als ich zusammen mit den Bloggerinnen Christina von Feines Gemüse, Mareike von Girlontravel und Samira vom Kochwelt-Blog zum vegetarischen-veganen Dinner ins Amano verde eingeladen war.

Diamond Rosé zum Aperitif

Fingerfood: Avocado Crostini

Nach einem Aperitif mit Diamond Rosé und einer Blindverkostung von Avocado-Crostini, die tatsächlich blind an Eiersalat-Sandwiches erinnerten, durften wir für das Dinner auf die schöne Terrasse umziehen. Am bisher heißesten Tag des Jahres konnte man es dort unter großen Schirmen und bei leichtem Wind richtig gut aushalten. Dennis Riesen ließ es sich nicht nehmen uns auf das Menü einzustimmen und sich bei jedem Gang zu uns zu setzen, um uns etwas zum jeweiligen Gericht zu erzählen und alle unsere Fragen zu beantworten. Zu den einzelnen Gängen gab es noch zwei passende Weine, an denen ich zumindest mal genippt habe. Hervorragend ausgewählt und selbstverständlich vegetarisch!

Vorspeise: Paprika Crème brûlée mit Rosmarin und Rucola (vegetarisch)
Der erste Gang war eine herzhafte Paprika Crème brûlée mit Rosmarin und Rucola – nicht vegan, aber unheimlich köstlich und reichhaltig. Direkt mein absoluter Favorit, diese Kombination aus rauchig-milder Paprika mit Zuckerkruste!
Zwischengang: Süßkartoffelsuppe mit Sesam und Apfelchip (vegan)
Darauf folgte eine ebenfalls äußerst köstliche, vegane Süßkartoffelsuppe mit Sesam und Apfelchip.
Dennis Riesen, Executive Chef im Amano Verde mixt einen frischen Green Smoothie auf der Terrasse des Radisson Blu Media Harbour

Zwischendurch konnten wir noch zusammen einen frischen Green Smoothie mixen und genießen.

Vor dem Hauptgericht durften wir einen Blick in die Hotelküche werfen und den beiden werkelnden Köchen über die Schulter gucken. Da es noch einen Bistrobereich und den Zimmerservice im Hotel gibt, der klassisches Hotel-Food wie Club Sandwiches anbietet, gibt es in der Küche verschiedene Bereiche für vegane und nicht vegane Lebensmittel. Steak und Tofu landen so weder in der gleichen Pfanne noch im gleichen Ofen und haben auch im Kühlhaus ganz eigene Bereiche. Hier sind wirklich Profis am Werk, die wirklich alle Bedürfnisse ihrer verschiedenen Gäste bestmöglich erfüllen.

Blick hinter die Kulissen: In der Küche des Amano Verde wird die vegane Hauptspeise zubereitet: vegane Riesengarnelen

Das Hauptgericht wurde uns im Restaurantbereich serviert: das Design ist sehr edel und zeitlos und auch der Teller erfüllte genau diese Ansprüche vom Fine Dining. Es gab ein perfekt abgestimmtes cremiges Mango-Risotto mit gerösteten Sonnenblumenkernen und veganen Garnelen. Das Gericht ist komplett vegan und wir erfuhren von der Entwicklung der perfekten Risotto-Konsistenz mit veganem Käse und veganer Butter. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen – und das sage ich als absoluter Risotto-Fan mit reichlich Butter und Parmesan. Garnelen mag ich allerdings auch in „echt“ nicht, ich hab das vegane Pendant aber natürlich probiert und muss sagen, dass Geschmack und Konsistenz täuschend echt sind. Die Zubereitung war wirklich großartig! Besagte Garnelen bestehen übrigens aus Yamswurzeln, Stärke, Gewürzen und Paprika für die Farbe und gehören damit auf jeden Fall zu den veganen Alternativen mit den wenigsten Zusatzstoffen. Das ist nämlich für mich persönlich ein ganz eigenes Thema – ich kann mich mit einer veganen Lebensweise in Bezug auf die Ersatzstoffe einfach nicht ganz anfreunden. Natürlich kann man auch komplett darauf verzichten. Veganer, die aufgrund des Tierschutzes vegan leben, auf den Geschmack und den Einsatz von Milchprodukten aber nicht verzichten möchten, sind allerdings auf Austauschprodukte angewiesen. Bei mir geht es ja schon damit los, dass ich Margarine nicht mag und Butter nicht gegen Margarine und ihre lange Liste der Inhaltsstoffe austauschen könnte. Das gleiche gilt für Produkte wie Sojamilch, -sahne, -joghurt, -quark usw. Habe ich früher immer den Einsatz von Tofuwürstchen oder Sojabratlingen in Fleischform als unnötige Spinnerei abgetan, kann ich es jetzt absolut nachvollziehen und verstehe, dass Menschen, die den Geschmack und das Aussehen mögen, darin einen adäquaten Ersatz finden können, wenn sie nicht ganz darauf verzichten möchten. Für mich ist das aber zum Beispiel keine Alternative.

Hauptgericht: cremiges Mango-Risotto mit gerösteten Sonnenblumenkernen und veganen Garnelen (vegan)

Das Dessert möchte ich nicht vorenthalten, das war nämlich auch ganz großartig: frische Ananas mit Minzzucker, serviert mit einem Grüntee-Sorbet. Eine unheimlich spannende und gut harmonisierende Kombination und ebenfalls vegan.

Dessert: frische Ananas mit Minzzucker und Grüntee-Sorbet (vegan)

Mir hat das Menü insgesamt sehr gut gefallen. Es war aus verschiedenen Gerichten von der momentanen, regulären Karte zusammengestellt und hat mich wirklich überzeugt. Wir sind alle satt geworden, es fehlte an nichts und steht einem fleischhaltigen 4-Gänge-Menü in nichts nach. Man merkt, dass die Verantwortlichen, allen voran Dennis Riesen absolut hinter ihrem Konzept stehen, sich Gedanken darum machen und damit eine Lücke schließen, die Fine Dining und Veganismus bzw. Vegetarismus bisher getrennt hat. Die Preise brauchen sich nicht verstecken und das Preis-Leistungs-Verhältnis kann sich wirklich sehen lassen: die teuerste Vorspeise kostet momentan 12,50 €, die Garnelen sind das teuerste Hauptgericht mit 16,50 €. Das ist in meinen Augen absolut angemessen.

Ich möchte mich bei allen Beteiligten, vorrangig bei Simone Mitterer von der Agentur DigitasLBi AG, Susann Bothe und Thorsten Brückmann vom Radisson Blu Media Harbour Hotel und dem Executive Chef Dennis Riesen ganz herzlich für die nette Einladung und den schönen Abend bedanken. Das Konzept konnte selbst mich als Fleischesser überzeugen und ich möchte das Amano Verde hiermit deswegen wirklich gerne weiterempfehlen.

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3 Kommentare

  • Antworten
    Barbara
    4. August 2014 um 8:56

    Das merke ich mir für meinen nächsten Düsseldorf-Besuch. Danke fürs Berichten!

  • Antworten
    die caddü
    4. August 2014 um 10:22

    Das klingt ja echt abgefahren. 😀
    Von veganen "Ersatzprodukten" lasse ich eigentlich meist gerne die Finger, da ich schon zu oft ins Klo gegriffen habe. Ich bin da sehr Probierfreudig, da es keinem Tier schadet und war bis jetzt einfach enttäuscht…
    Hauptsächlich muss ich aber sagen, dass alles, was ich probiert habe Fertigprodukte aus dem Supermarkt waren. Ein veganes Steak sieht da nicht nur aus wie ein Radiergummie, sondern schmeckt auch so. GRAUSAM. >_> Die Veganen Burgerscheiben von "Fun" oder wie die Marke heißt habe ich kurzerhand nach zwei Bissen weggeworfen. Ich hatte gedacht, ich hätte versehentlich den Pappkarton auf den Burger gepackt und nicht die Patties. Ein Graus! X_____x
    Ich würde mich aber dazu hinreißen lassen, dieses Restaurant auszuprobieren. Wenn die Speisen von einem Könner frisch zubereitet werden, dann ist das sicherlich was anderes. 😀 Vegetarisch esse ich dagegen sehr gerne. Ich kann gut und gern auf Fleisch verzichten und habe meinen Konsum wirklich stark reduziert und achte auf einen GESUNDEN Fleischkonsum, statt alles in mich reinzufressen, wie das der Durchschnittsdeutsche leider heutzutage tut. Immer wieder faszinierend, dass es Menschen gibt, die meinen, dass ein vegetarisches Menü aus nem Salatblatt und einem Stück Brot besteht. XD

    Im großen und Ganzen: Dankeschön für den Bericht und den Tipp. 😀

  • Antworten
    Tonkabohne Sabine
    4. August 2014 um 18:49

    Liebe Maja,
    Solche Restaurants sollte es mehr geben…
    Ein toller, informativer Bericht 🙂
    Herzliche Grüsse,
    Sabine

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