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English Muffins von 1951 - ein wirklich altes Schätzchen

Donnerstag, 15. November 2012


Dorothée von bushcooks kitchen ruft diesmal zum aktuellen Kochevent bei Zorra auf.

Wobei „aktuell“ von mir gerade sehr großzügig ausgelegt ist, befinde ich mich doch gerade mal wieder quasi in der letzten Sekunde der Abgabefrist. Das Event geht noch bis heute um Mitternacht...
Thema diesmal: Blog-Event LXXXII - Alte Schätzchen

Blog-Event LXXXII - Alte Schätzchen (Einsendeschluss 15. November 2012)

Das fällt mir ehrlichgesagt gar nicht so leicht.
In den letzten Jahren habe ich bei zwei Umzügen großzügig ausgemistet und mehrere hundert Kochbücher paketweise bei Ebay verhökert. Ich bin sonst eigentlich kein großer Fan von alten Schätzchen. Ausnahmen gibt es natürlich, keine Frage. Dazu gehören ganz liebgewonnene Bücher genau wie Familienerbstücke oder ältere Bücher, zu denen ich eine besondere Bindung habe.

Mein Anspruch an Kochbücher hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Ich habe zwar eine große Sammelleidenschaft, allerdings ist mir die Qualität wichtiger als die Quantität. Grabbeltisch-Kochbücher findet man bei mir nicht mehr, Massenmarktkochbücher ebenfalls nicht.
Ich habe meine Kochbuchsammlung deswegen in den letzten paar Jahren komplett umgemodelt und sammel nur noch namhafte und hochwertige Bücher. Der aktuelle Stand liegt deswegen bei plus/minus 250 Exemplaren. Davon sind wohl nicht mehr als 5 (!) Exemplare vor dem Jahr 2000 erschienen. Zur Erklärung muss ich sagen, dass die richtigen Schätze, klassische Grundkochbücher usw. aber auch bei meiner Mutter und Großmutter stehen.
Das was ich als „altes Schätzchen“ bezeichnen würde, kann ich aus meiner Sammlung genau an drei Fingern abzählen.

Kochen mit Jamie Oliver“ hat mich vor mittlerweile 10 Jahren zum Kochen gebracht. Das erste „richtige“ Kochbuch, das ich mit 18 Jahren bekommen habe. Ein wuschelköpfiger junger Engländer, der dröge klassische Kochbücher  auf den Kopf stellte. Das Buch ist jetzt knapp 10 Jahre alt und die älteren von euch mögen darüber lachen. Für mich es aber DAS alte Schätzchen aus meiner Kochbuchsammlung.

Backvergnügen wie noch nie“ – ein klobiges braunes und eher unansehnliches Backbuch, erstmals erschienen 1978. Ich habe die Ausgabe von 1987 von meiner Oma geerbt und finde bis heute beim Blättern immer wieder kleine Zettelchen von ihr, wenn sie etwas zu einem Rezept vermerkt hat. Meine Mutter hat das Buch auch in der Küche und ich kenne eigentlich kaum jemanden, der es nicht hat. Es war wohl DAS Backbuch der 80er-Jahre. Und es hatte Farbfotos, das war wohl besonders revolutionär. Ich gucke bis heute gerne in das Buch, weil es etliche Klassiker und Grundrezepte enthält, gleichzeitig aber auch eher moderne Sachen, die ich nicht in die 70er und 80er eingeordnet hätte.

A World of Good Eating – Recipes from around the World” ist wohl das älteste Schätzchen in meiner Sammlung und ein Flohmarktfund. Es handelt sich um ein kleines vergilbtes Heftchen mit Spiralbindung. Laut Vorsatz ist das Buch aus dem Jahr 1951, so ganz klar ist aber nicht, ob es nur auf alt getrimmt ist oder wirklich aus diesem Jahr stammt. Eine Tante Anna hat das Büchlein „gewidmet zum fleißigen Gebrauch“ im Februar 1980 an irgendjemanden geschenkt. Jetzt wohnt das Büchlein bei mir. Es ist ganz niedlich illustriert und sieht aus wie handschriftlich geschrieben. 
Im Vorsatz steht außerdem „A Collection of Old and New Recipes From Many Lands – Tested in the kitchen of a New England Housewife and Published for the Enjoyment of Many American Families“.  Gedruckt ist es in den USA, eine ISBN oder ähnliches gibt es aber natürlich nicht.
Nach dem sehr lieben Vorwort folgt eine Länderküche, die in „British Isles“, „China“, „France“, „Germany“, „Italy“, „Poland“, „Scandinavia“ und „America“. Im Teil mit den deutschen Rezepten finden sich zum Beispiel „Zitronen Brädchen“, „Pfeffernuise (Pepper Nuts“, „Schwabisches Fleisch“, „Apfel Strudel“ und „Rahmkuchen (cheese cake)“, letzterer mit „Zwieback crumbs“ und der Quark wurde auch schon durch cream cheese ersetzt.
Putzig ist wohl das richtige Wort für dieses Buch. Es enthält so viele schöne Klassiker und sieht einfach ganz entzückend aus. Deswegen habe ich mich auch für dieses alte Schätzchen entschieden.



Bei der Rezeptauswahl hat man natürlich die Qual der Wahl, enthält das Büchlein so viele schöne Rezepte.
Ich habe mich letztendlich für einen echten Klassiker entschieden, der vor allem in den USA zu den Grundnahrungsmitteln gehört: English Muffins. Das Rezept findet sich natürlich bei den „British Isles“, stammen die Muffins wie der Name schon sagt doch ursprünglich von hier. English Muffins kann man vom Frühstück bis zum Abendbrot reichen und man findet sie in diversen Varianten in sämtlichen US-Supermärkten. Ein Klassiker ist zum Beispiel ein Egg Benedict.



Auch bei uns bekommt man diese Art von Brötchen. Hier heißen sie einfach schnöde „Toasties“ oder „Toastbrötchen“.
Das Besondere daran ist, dass sie nicht im Ofen, sondern in der Pfanne gebacken werden. Laut Büchlein wurden sie damals dann frisch und warm mit Butter und Marmelade oder Konfitüre serviert. Heutzutage würde man sie wohl noch mal in den Toaster stecken und knusprig auftoasten.

Angaben zur Anzahl oder Portionsgrößen gibt es nicht, genauso wusste ich nicht, wieviel "2 packages yeast" 1951 waren. "6 cups flour" (~ 750 g) kam mir auch etwas viel vor, so dass ich das Rezept halbiert habe. So bekommt man etwa 12-15 English Muffins heraus. Die gute New England Hausfrau hatte wohl viele Münder zu stopfen.

Allerdings kann man diese praktischen Toastbrötchen auch sehr gut einzeln einfrieren und sie schmecken nach dem Auftauen und Auftoasten wie frisch gebacken. Auf Vorrat zu produzieren lohnt sich also!

Im Originalrezept wird nur normales Weizenmehl verwendet, ich mag die gekaufte Vollkornvariante aber sehr gerne und habe deswegen einen kleinen Anteil Weizenvollkornmehl dazugegeben, was das ganze etwas kerniger macht.
Statt dem obligatorischen Shortening verwende ich außerdem die gute alte Butter.



English Muffins 
(oder auch Toasties oder  Toastbrötchen)

für etwa 12-15 Stück

1/2 Würfel frische Hefe (21 g)
125 ml handwarmes Wasser
125 ml Milch
2 El Zucker
1 Tl Salz
50 g Butter
250 g Mehl
150 g Vollkornmehl
Maismehl oder Polentagrieß zum Bestreuen

Ich übersetze hier mal sehr frei die originale Vorgehensweise des Rezepts:

Die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen.
Die Milch vorsichtig erwärmen, Zucker, Salz und Butter dazugeben und so lange erhitzen, bis die Butter geschmolzen ist und sich der Zucker aufgelöst hat. Abkühlen lassen, bis die Mischung nur noch handwarm ist, dann die Hefe-Wassermischung dazugeben.
Die beiden Mehlsorten dazugeben und alles rasch zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Sollte der Teig zu trocken sein, einfach noch etwas Wasser unterkneten. Ist er zu feucht, einfach noch etwas Mehl hinzugeben.

Zu einer Kugel formen, in eine Schüssel legen und mit einem feuchten Küchentuch abdecken. Bei Raumtemperatur etwa 1 Stunde ruhen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.

Danach den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und flachdrücken. Zu etwa 1,5 cm Dicke ausrollen, dann mit einem großen Glas o.ä. Kreise von etwa 9 cm Durchmesser ausstechen. 

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit Maismehl bestreuen. Die ausgestochenen Muffins auf das Blech setzen, ebenfalls mit Maismehl bestreuen, mit einem sauberen trockenen Tuch abdecken und erneut etwa 1 Stunde gehen lassen.



Eine schwere Pfanne oder gusseiserne Pfanne auf mittlere Temperatur erhitzen. Jeweils etwa 4 Teiglinge auf einmal in die Pfanne geben und etwa 7-9 Minuten backen, bis die Unterseite bräunt. Danach wenden und von der anderen Seite erneut 7-9 Minuten backen. Sollten die Muffins zu schnell bräunen, die Temperatur herunterschalten.



Laut Originalrezept kann man sie jetzt wie gesagt aufschneiden und sofort noch warm servieren. Ich würde allerdings empfehlen sie noch mal knusprig zu toasten.


Klein(st)gebäck: Madeleines und Minigugl für Maria

Sonntag, 11. November 2012

Maria sucht...!
Und zwar ihre eigenen Rezepte, von uns umgeändert und nachgemacht.
Anlass ist ihr 2. Bloggeburtstag. Dazu stieg schon eine Woche lang eine tolle Partysause mit genialer Verlosung für alle Leser. Den Abschluss bildet nun das Geburtstagspezial.
Ich bin mal wieder spät dran und hatte im Vorfeld leider auch nicht viel Zeit für was Aufwändiges.
Dabei ist Maria bekannt für ihre großartigen Motivtorten - daran traue ich mich allerdings ohnehin nicht ran, zwei linke Hände und so... Ansonsten ist Maria aber auch generell eher eine Süße und backt hauptsächlich Kuchen, Cupcakes und Kekse. Außerdem hat sie die typisch amerikanische Candybar in Deutschland salonfähig gemacht und präsentiert sie ihrem Freundeskreis zu jeder Gelegenheit.
Ich lese Marias Blog von Anfang an mit und obwohl sie so bekannt geworden ist und hunderte von Followern hat, ist sie nicht abgehoben, sondern bleibt ihrem Stil immer treu. Das mag ich und das macht sie mir sympathisch. Sie ist einfach eine von "uns".



Und auch wenn ich es vorher nicht geschafft habe, reiche ich jetzt noch, am letzten Tag schnell etwas ein. Denn Maria kann nicht nur aufwändig, sondern auch schnell und einfach - Basics und aufgemotzte Grundrezepte kommen bei ihr auch nicht zu kurz.

Beim Stöbern bei ihr, habe ich diese hübschen Madeleines gefunden.
Da ich vor kurzem bei TK Maxx endlich mal eine Silikon-Madeleineform gefunden habe, musste ich das Rezept einfach nachmachen.
Statt Lavendelzucker und Himbeeren habe ich die Madeleines aber abgewandelt, indem ich das Mark von einer halben Vanilleschote in den Teig gegeben habe.
Außerdem habe ich die Butter nicht nur weich werden lassen, sondern schmelzen lassen. Und ich verwende wie immer statt normalem Backpulver Reinweinstein-Backpulver.
Und eine vierte Änderung gab es dann auch noch - meine Silikonform produziert "normal" große Madeleines, hat aber nur 9 Mulden. Das Rezept ist jedoch für 12-15 große Madeleines ausgelegt. Doch was für Madeleines gut ist, kann ja für Minigugl nicht schlecht sein, oder? 
Also habe ich den restlichen Teig in meiner Minigugl-Form gebacken und heraus kam ein zuckersüßes Potpourri an Kleingebäck für die sonntägliche Kaffeetafel oder einen schnellen Happs für zwischendurch.

Das Rezept ist wirklich kinderleicht und blitzschnell zusammengerührt und eignet sich nicht nur für Madeleines, sondern auch für Minigugl. Wenn man die Silikonformen oder Bleche vorher gut mit Butter einfettet, hüpfen die kleinen Köstlichkeiten schon fast von alleine in den Mund.
Genau das Richtige für spontanen Besuch oder spontanes Kuchen-Verlangen.



Hier das Rezept:

Feine Madeleines und Minigugl mit Vanille
nach einem Madeleines-Rezept von der Küchenflüsterin
für ca. 12-15 Madeleines oder 20-24 Minigugl - oder einfach beides

2 Eier Größe M
80 g feiner Zucker
ausgekratztes Mark von 1/2 Vanilleschote
85 g Mehl
1 Tl Weinsteinbackpulver
90 g geschmolzene Butter
Puderzucker zum Bestreuen
Butter für die Form


Den Ofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
Die gewünschte Form gut mit weicher Butter einfetten.

Eier, Zucker und Vanillemark dickschaumig aufschlagen. Das klappt mit einem Handmixer oder in der Küchenmaschine am besten.
Mehl und Backpulver vermischen und bei niedriger Geschwindigkeit langsam unter die Eier-Mischung rühren.
Zum Schluss noch die geschmolzene Butter gut unterrühren.

Den Teig gleichmäßig mit Hilfe eines Tee- oder Esslöffels oder eines Spritzbeutels in die vorbereiteten Mulden der Form füllen. Die Form dabei mindestens zu 3/4 füllen und nur einen sehr kleinen Rand freilassen - das Gebäck geht nur ganz leicht auf.

Die Form in die Mitte des Ofens stellen und die Madeleines oder Minigugl etwa 8-11 Minuten lang backen. Dabei gut aufpassen, das Gebäck wird schnell braun. Die größeren Madeleines brauchen etwas länger als die kleineren Minigugl. Das Gebäck ist fertig, wenn es an den Rändern etwas gebräunt ist.

Die Form aus dem Ofen nehmen und die fertigen Madeleines bzw. Gugl direkt auf ein Kuchengitter stellen, um sie etwas auskühlen zu lassen. Lauwarm oder ausgekühlt mit Puderzucker bestreuen und sofort servieren.



Guten Appetit!
Und herzlichen Glückwunsch noch mal zum zweiten Blog-Geburtstag, liebe Maria!

Pastinakengratin mit Comté und Thymian

Freitag, 9. November 2012

Freitags habe ich frei, so wie Herr Taschenbier, falls den noch jemand kennt. Praktischerweise habe ich Freitags auch einen kleinen Wochenmarkt fast direkt vor der Tür und drehe da deswegen allwöchentlich meine Runde. Frisches kerniges Vollkornbrot vom Eifeler Mühlenbäcker, weiter gehts zur Kartoffel- und Zwiebelfrau, die immer ganz tolle Sorten anbietet. Am Gewürzstand finde ich meist auch noch irgendetwas, was ich brauche und dann klappere ich die 4-5 Gemüsestände noch ab, auf der Suche nach Ideen.

Heute war es jedoch anders, denn ich hatte schon im Vorfeld eine Idee!
Neulich bin ich beim Stöbern bei Foodgawker über ein ganz köstlich aussehendes Pastinaken-Gratin gestolpert und wollte das unbedingt bei nächster Gelegenheit nachmachen. Bisher habe ich Pastinaken nur in Suppen gegessen und wollte sie jetzt mal als Gratin zubereiten. Ich dachte mir, dass die Kombination mit violetten Möhren sicher ganz toll schmecken würde.
Leider hat mein Markt dann aber nicht so ganz mitgespielt: Jeder hat Petersilienwurzeln, keiner Pastinaken. Als ich an einem Stand dann immerhin violette Möhren erspäht habe, gab es offenbar ein kleines Verständigungsproblem zwischen dem netten türkischen Verkäufer und mir. Oder aber es war sein erster Tag - als ich nach Hause kam hatte ich jedenfalls keine violetten Möhren sondern ein Bund roten Rettich erworben... 

Die Pastinaken habe ich dann schließlich doch noch in meinem Bio-Laden entdeckt und so konnte ich mich zumindest nach dem Original-Rezept an ein Gratin "pur" halten.
Pastinaken haben einen ganz speziellen Eigengeschmack, der leicht süßlich und nussig ist. Das ist nicht Jedermanns Sache und gerade wenn man Pastinaken noch nie oder noch nie pur gegessen hat, sollte man für das Gratin vielleicht mit halb Kartoffeln und halb Pastinaken anfangen, um sich an den Geschmack heranzutasten.
Ich habe den süßlichen Geschmack noch verstärkt, indem ich süße französische Zwiebeln mit ins Gratin gegeben habe. Die Sorte hat sogar einen eigenen Wikipediaeintrag und schmeckt wunderbar mild.

Ich bin kein großer Fan von sehr würzigen Käsesorten wie Gruyère oder Bergkäse, deswegen habe ich mich für einen milderen, fein würzigen Comté entschieden, der sehr gut zu den Pastinaken und Zwiebeln passt. Thymian rundet das ganze noch ab und passt ohnehin immer ganz hervorragend zu Pastinaken.



Hier nun das Rezept:

Pastinakengratin mit Comté und Thymian
für 4 Portionen als Beilage

etwa 750 g Pastinaken
1 mittelgroße süße Zwiebel oder normale Speisezwiebel
etwa 75 g Comté oder anderer Käse nach Geschmack
einige Zweige frischer Thymian
200 ml Sahne
2 Knoblauchzehen, geschält
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss
Butter für die Form



Den Ofen auf 175 °C vorheizen.
Eine Auflaufform gut einfetten.

Die Pastinaken säubern und schälen und auf einem Gemüsehobel in sehr dünne Scheiben hobeln.
Die Zwiebel ebenfalls schälen und fein hobeln.
Den Käse auf einer Käsereibe fein reiben.
Den Thymian waschen, trocken schütteln und die Blättchen alle bis auf einen Zweig abzupfen.

Einige größere Scheiben der Pastinaken zur Seite legen, sie bilden später die oberste Schicht des Gratins.
Die Hälfte der restlichen Pastinakenscheiben in die Auflaufform geben, die Hälfte der Zwiebeln darauf schichten und alles glatt andrücken.
Etwa die Hälfte des Käses darüber verteilen, dann einige Thymianblättchen darüber streuen.
Jetzt die andere Hälfte der Pastinakenscheiben daraufgeben und mit den restlichen Zwiebeln abschließen, alles wieder glatt und gleichmäßig andrücken. Die verblieben großen Pastinakenscheiben dachziegelartig auf dem Auflauf verteilen.



Die Sahne in einen kleinen Topf gießen und die beiden Knoblauchzehen hineinpressen.
Großzügig mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Unter Rühren einmal aufkochen lassen, dann gleichmäßig über die Pastinaken gießen.
Zuletzt die restlichen Thymianblättchen und -zweige und den übrigen Käse darüberstreuen.

Die Auflaufform gut mit Alufolie abdecken und das Gratin auf der mittleren Schiene für etwa 45-50 Minuten backen.
Danach die Alufolie entfernen und das Gratin weitere 15-20 Minuten backen, bis der Käse goldbraun und knusprig ist.
Bei ausgeschaltetem Ofen und geöffneter Ofentür weitere 15 Minuten stehen lassen, damit sich das Gratin etwas setzen kann, dann servieren.


Pumpkin Spice Syrup und Pumkin Spice Latte - Kürbis ist in aller Munde!

Montag, 5. November 2012

Diesmal bin ich Trendsetter, ich sag es euch!
Gestern habe ich bereits auf meiner Facebook-Seite vorab einen Sonntagsgruß mit einem oberleckeren Pumpkin Spice Latte veröffentlicht. Und jeder möchte das Rezept haben!

Sirup für Kaffee gibt es ja diverse - von Karamell über Haselnuss bis hin zu Vanille. Das sind die Klassiker.
Aber "Pumpkin Spice Syrup" (oder auch "Pumpkin Spice Sirup") ist für uns eher eine Besonderheit, die immer im Herbst in amerikanischen Kafferöster-Ketten auftaucht. Natürlich bei Starbucks, aber auch die kleineren Läden und Ketten tischen rund um Thanksgiving und Halloween Specials rund um den Kürbis auf.
Pumpkin Spice Latte ist dabei so ein Klassiker, der jedes Jahr wiederkehrt.
2009 habe ich ihn zum ersten Mal probiert und war sehr angetan. Dieses Jahr hatte ich meinen ersten Pumpkin Latte im September in einem Peet's Coffee in Napa Valley. Dabei fällt mir ein, dass ich meinen kulinarischen Reisebericht Kalifornien immer noch schuldig bin...

Danach habe ich ihn jedenfalls irgendwie aus den Augen verloren, bis ich ihn bei Miri, die gerade von einer New York Reise zurückgekommen ist, wieder entdeckt habe: Pumpkin Spice Latte.
Sie hat sich direkt daran gemacht und ein Rezept für den Sirup ausgetüfelt. Auf die Idee bin ich nach dem Urlaub ehrlichgesagt überhaupt nicht gekommen. Und meistens schmecken tolle Urlaubserinnerungen zu Hause dann ganz anders.
Like a piece of New York Cheesecake hat dann pünktlich zu Halloween aber ebenfalls einen Kürbis-Latte präsentiert und spätestens da MUSSTE ich mich auch an den Kürbis begeben und meinen eigenen Pumpkin Spice Syrup kreieren!

Da ich am Wochenende ohnehin geplant hatte einen Butternut-Kürbis zu verarbeiten, hatte ich endlich die Gelegenheit.
Für den Sirup braucht man nämlich nur etwa 100 g Kürbispüree - es bietet sich also an ihn herzustellen, wenn man ohnehin Kürbis verarbeiten möchte.

Die beiden anderen Mädels haben Hokkaido verwendet, ich kann diesen Kürbis aber ehrlichgesagt langsam nicht mehr sehen. Suppe hier, Suppe da - Hokkaido ist einfach nicht mein Lieblingskürbis. Ich mag andere vom Geschmack her einfach lieber. In diesem Fall war eben Butternut meine erste Wahl und harmoniert ganz wunderbar mit den Gewürzen.

Nicht jeder hat Nelken, Zimt, Ingwer und Muskatnuss in Pulverform oder am Stück im Haus oder will es für ein bisschen Sirup extra kaufen, deswegen habe ich das ganze einfach vereinfacht - man nehme einfach fertig gemischtes, gutes Lebkuchengewürz in Bio-Qualität. Etwas zusätzlichen Zimt und Vanille und frisch geriebene Muskatnuss dazu, fertig ist das Kürbisgewürz!

Für das selbstgemachte Kürbispüree einfach etwa 100 g vom geschälten Butternut-Kürbis abnehmen, in Würfel schneiden und in wenig Wasser etwa 10 min weich kochen, danach in einem Multizerkleinerer oder mit dem Pürierstab glatt pürieren. Ggf. etwas von dem Kochwasser dazugeben und unterrühren, um wieder auf 100 g Gewicht zu kommen.



Hier nun das Rezept für den Sirup:

Pumpkin Spice Syrup
für ca. 400 ml

300 ml Wasser
300 g Zucker
100 g Kürbispüree
1 Tl Bio-Lebkuchengewürz
1/2 Tl Zimt oder 1 Zimtstange
1/4 Tl frisch geriebene Muskatnuss
1/2 aufgeschnittene Vanilleschote

Wasser und Zucker in einen Topf geben und verrühren.
Auf den Herd stellen und die Temperatur auf mittlere Hitze einstellen.
Unter ständigem Rühren solange erhitzen, bis der Zucker vollständig aufgelöst ist, dabei aber nicht aufkochen, sondern maximal zum Simmern bringen.

Sobald der Zucker vollständig aufgelöst ist, das Kürbispüree und die Gewürze dazu geben und gut unterrühren.
Die Mischung etwa 10 Minuten bei mittlerer Temperatur ziehen lassen, dabei wieder darauf achten, dass das Ganze nicht kocht, sondern nur sanft simmert. Immer wieder gut verrühren.

Währenddessen ein Sieb in eine ausreichend große Glasschüssel hängen und das Sieb mit einem Käseleinen oder Mulltuch auslegen.

Den heißen Sirup vorsichtig duch das Tuch abgießen, dabei immer wieder abtropfen lassen und am Schluss gut ausdrücken, damit nur die festen Stoffe übrigbleiben.

Den Sirup im offenen Gefäß auf Raumtemperatur abkühlen lassen, erst dann in vorher heiß ausgespülte, fest verschließbare Flaschen oder Weck-Gläser füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Zur Haltbarkeit kann ich leider nicht viel sagen, bei mir wird der Sirup ohnehin nicht länger als 1-2 Wochen halten, bis ich ihn aufgebraucht habe...



Für einen Latte Macchiato oder Caffé Latte einfach je nach Geschmack 1-2 El des Sirups in ein Glas füllen und mit etwas heißer Milch bedecken. Gut verrühren, dann erst die restliche Milch samt Milchschaum daraufgeben und erst zum Schluss einen Espresso in das Glas gießen.



Pimp my Butterbrot - Club-Sandwich-Röstbrot

Donnerstag, 1. November 2012

Die liebe Heike fragt seit September nach Butterbroten.
Viele hat sie seitdem schon bekommen - mit dick Butter, mit dünn Butter, mit Knoblauchbutter, mit Kräuterbutter, ohne Butter usw.

Butterbrot ist ja nicht gleich Butterbrot und ich möchte ihr etwas anderes zeigen. Das Butterbrot 2.0 sozusagen. Die Stulle meiner Generation quasi.

Klar bin ich auch mit Butterbroten aufgewachsen - bis heute gibt es nichts schöneres als frisch gebackenes Brot mit Salzbutter.

Das kam aber ja alles schon und bevor ich hier noch eine Scheibe Brot mit Butter präsentiere, zeige ich Heike mein gepimptes Brot.

Da es ja eine Ode an das gute alte Brot sein soll, habe ich mich entschieden das übliche pappige Sandwichbrot durch ein frisch gebackenes No-Knead-Bread zu ersetzen und daraus trotzdem einen Klassiker, nämlich das gute alte Club-Sandwich in moderner Variante zu zaubern. 
Butterbrot trifft auf Sandwich. Deutschland trifft auf Amerika. Alt trifft auch neu. 
Und es mundet vorzüglich! Warum also nicht mal so genießen?

Mein Club-Sandwich-Röstbrot (oder auch Panini, wer es noch mehr multikulti haben möchte) ist ein warmes Abendbrot - schnell gemacht und doch was dahinter. Das macht satt und glücklich!



Club-Sandwich-Röstbrot
für 2 belegte Brote

1 kleines Hähnchenbrustfilet ohne Knochen (ca. 150 g)
4 Scheiben Bacon oder Frühstücksspeck
1 kleine reife Hass-Avocado
2 Scheiben milder Cheddar-Käse
4 Scheiben frisches helles Weizenbrot, z.B. No-Knead-Bread, Ciabatta oder französisches Landbrot
Salz, Pfeffer
ggf. Öl für die Pfanne

Zur Zubereitung in der Grillpfanne oder auf dem Kontaktgrill - ich empfehle den Kontaktgrill, sofern vorhanden.



Das Hähnchenbrustfilet abwaschen, trocken tupfen und mit Salz und Pfeffer einreiben.
In einer leicht eingeölten Pfanne bei mittlerer Temperatur oder auf dem Kontaktgrill gut durchgaren.
Herausnehmen und einige Minuten ruhen lassen.

In der Zwischenzeit die Bacon- oder Speckstreifen knusprig braten, danach herausnehmen und auf einem Küchenpapier abtropfen lassen.

Die Avocado halbieren, den Stein entfernen, schälen und in schmale Spalten schneiden.

Das Hähnchenbrustfilet nun in Streifen schneiden.

2 Scheiben Brot bereitlegen. 
Abwechselnd mit Hähnchenbrustfiletstreifen, Avocado und Speck belegen.
Zuletzt jeweils eine Scheibe Cheddar drauflegen.
Mit den verbliebenen beiden Brotscheiben abdecken und die zusammengeklappten Brote in der heißen Pfanne oder auf dem Grill so lange rösten, bis der Käse schmilzt und das Brot knusprig ist.
Sofort heiß servieren.


Da ich keine warmen Tomaten mag, habe ich sie mir hier gespart - wer mag legt sie aber gerne in Scheiben mit aufs Brot. Das gleiche gilt für einen Klecks Mayonnaise - wer mag gibt sie auf die untere Brothälfte.
Für das echte Butterbrotfeeling die Brotscheiben vor dem Rösten von außen mit Butter bestreichen - dann werden sie noch knuspriger.


Liebe Heike, ich hoffe dir gefällt mein gepimptes Club-Sandwich-Röstbrot!

Butterbrot Event


 

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