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Der Herbst ist da - wir feiern ihn mit saftigem Apple Pie!

Samstag, 29. September 2012

Den diesjährigen Sommer habe ich irgendwie nicht mitbekommen.
Als er in Deutschland angefangen hat stand ich entweder ganztägig in einem ohnehin schon warmen Backwagen und habe mit Kindern diverse Backwaren produziert oder aber ich war im Urlaub.
Im Grunde finde ich das auch nicht bedauerlich, denn ich bin mehr so der Herbst-Winter-Frühling-Typ.
Das einzige, was ich bedauere ist, dass ich in diesem Jahr nur einmal wirklich reife Pfirsiche und Aprikosen gegessen habe. Auch die heimische Tomatenernte ist in diesem Jahr an mir vorbeigegangen. Ich habe nur einmal Eis gemacht und gar keine Limonade und keinen Eiskaffee...
Dafür blicke ich jetzt aber nach vorne und freue mich auf all die Dinge, die der Herbst zu bieten hat: ich freue mich besonders auf deftige Suppen und Eintöpfe, Quiche und Tartes, geschmortes Wurzelgemüse aus dem Ofen, Kürbis in allen Variationen und vor allem auch auf Apfelkuchen.

Als ich heute an meinem kleinen Gemüsestand vorbeigegangen bin, habe ich die ersten heimischen Äpfel aus der Region entdeckt. Und da sich für heute nachmittag außerdem Besuch angekündigt hatte, war das für mich die Gelegenheit endlich mal wieder einen richtig schönen klassischen Apple Pie zu backen.
Weil ich mich nicht entscheiden konnte, landeten direkt ein paar "Roter Boskoop", "Elstar" und "Cox Orange" in meiner Einkaufstasche.

Apple Pie-Rezepte gibt es ja bekanntlich wie Sand am Meer. 
Doch weil ich meine kleine Martha Stewart-Kochbuchsammlung durch ein Urlaubsschnäppchen erweitern konnte, entschied ich mich für das Apple Pie-Rezept aus diesem Buch
Das wird auf jeden Fall noch mein Herbstbegleiter werden!
Ich habe das Rezept umgerechnet und noch ein bisschen nach meinem eigenen Geschmack angepasst und ich kann sagen: Nachmachen lohnt sich!
Alleine der Duft der durch die Wohnung wabert erinnert an Herbstspaziergänge, buntes Laub und kuschelige Sofadecken. Mit einer Kugel Vanilleeis und einem Latte Macchiato serviert, schwelgt man im 7. Apfelhimmel.


Klassischer Apple Pie
für eine Standard-Pieform oder Springform mit 24-26 cm Durchmesser

Für den Teig:
300 g Mehl
1/2 Tl Salz
1 Tl Zucker
225 g kalte Butter (wer hat nimmt gerne zur Hälfte Shortening, damit lässt sich der Teig leichter verarbeiten)
60-100 ml eiskaltes Wasser
etwas Mehl zum Ausrollen
Fett für die Form

Mehl, Salz und Zucker in einer großen Schüssel vermischen.
Die kalte Butter in Stücken dazu geben und mit einer Gabel, einem Messer oder einem Pastry Blender kurz unterarbeiten. In der Küchenmaschine klappt es auch, mit den Knethaken des Handrührers aber eher weniger.
60 ml eiskaltes Wasser dazugießen und alles kurz und kräftig zu einem glatten Teig verkneten. Sollte der Teig danach noch zu trocken sein, weiteres Wasser teelöffelweise unterkneten.
Den Teig zu einer flachen Scheibe drücken, in Frischhaltefolie einschlagen und für eine Stunde in den Kühlschrank legen.



Für die Füllung:
1,5 kg Äpfel (ich empfehle saftige und nicht zu süße Sorten)
Zitronensaft von 1/2 Zitrone
3 El Mehl
50 g Zucker
1 Tl Zimt
1/4 Tl frisch geriebene Muskatnuss
1 Prise Salz
30 g Butter
1 Eigelb
1 El Sahne
Hagelzucker oder brauner Zucker zum Bestreuen

Die Äpfel schälen, vierteln, entkernen und in etwa 1 cm große Würfel schneiden. In eine große Schüssel geben und direkt mit dem Zitronensaft beträufeln, damit die Äpfel nicht braun werden.
Mehl, Zucker, Zimt, Muskatnuss und Salz darüber geben und alles gründlich in der Schüssel vermischen.

Den Ofen auf 225 °C vorheizen.
Den Teig halbieren, eine Hälfte in Größe der Form auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen.
Die Backform einfetten und die ausgerollte Hälfte des Teigs in die Form legen. Gut andrücken und am oberen Rand etwas Teig überstehen lassen.
Den Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen.
Die Füllung auf den Teig geben und gleichmäßig andrücken - sie darf in der Mitte ruhig etwas höher stehen.
Die Butter in Flöckchen auf der Füllung verteilen.
Eigelb und Sahne gründlich verquirlen und etwas davon mit einem Pinsel auf dem Rand des Teigbodens verstreichen.
Die zweite Teighälfte etwas größer als die Form ausrollen und vorsichtig auf die Füllung legen.
Beide Teigränder nun gut aneinander andrücken und festigen. Wer mag (und künstlerisch begabt ist) kann jetzt noch kunstvolle Muster in den Rand drücken.
Den Teigdeckel mit dem restlichen Ei-Sahne-Gemisch bestreichen und mit einem scharfen Messer Schlitze einschneiden, damit Luft während des Backens entweichen kann und der Deckel nicht aufplatzt.

Die Backform auf ein mit Backpapier ausgelegtes Rost oder direkt auf ein Blech stellen und im unteren Drittel des Ofens 20-25 min backen, bis die Oberfläche leicht gebräunt ist.

Die Temperatur nun auf 170 °C zurückschalten und den Apple Pie weitere 60-70 min backen. Sollte er zu schnell bräunen entweder mit Alufolie abdecken oder die Temperatur weiter reduzieren.

Die Form aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Mit Schlagsahne oder Vanilleeis servieren.
Reste lassen sich gut einfrieren und bei Raumtemperatur wieder auftauen.


Ich und die Silikonformen oder Mini-Zitronen-Gugl

Sonntag, 23. September 2012

Mit Anlauf - hüpf - springe ich noch schnell auf den vorbeifahrenden Zug auf, bevor er auch schon wieder weg ist.
Der Trend heißt Minigugl oder auch Kuchenpralinen und is(s)t momentan in aller Munde. Kaum ein Blog, der noch keine Minigugl-Rezepte veröffentlicht hat. 

Auslöser ist wohl die Seite http://www.dergugl.de/. Die niedlichen Küchlein sind dort bestellbar und in München in diversen Läden käuflich zu erwerben.
Und ich kann mich diesen entzückenden kleinen Backwerken einfach nicht verwehren - kleine Guglhupfe sind einfach nur süß. So wie Hundebabies und denen kann man sich ja schließlich auch nicht verwehren.

Immer wieder bin ich um das Feine Kuchenpralinen-Set herumgeschlichen, geschrieben von der "Erfinderin" und Seiteninhaberin der genannten Seite oben, allerdings haben mich die Amazon-Rezensionen zu den Fehlern im Buch immer wieder abgeschreckt. Und sooo nötig brauche ich das ja auch nicht.

Just in in einem dieser Momente hatte ich eine unheimlich nette und persönliche Mail von einer netten Dame von der Firma Silikomart im Postfach.
Ich bekomme - wie vermutlich jeder andere Blogger auch - relativ häufig und regelmäßig Anfragen von Firmen zu Produkttests, Werbeplatzierungen usw. Da sind oft die absurdesten Sachen dabei, die mit meinem Blog so gut wie null komma gar nix gemeinsam haben und so werden die meisten dieser Anfragen erfolgreich von mir ignoriert oder abgelehnt. Mal abgesehen davon bin ich langsam auch wirklich gelangweilt von diversen halbherzigen Tests und Vorstellungen von Produkten, mit denen man sich nicht identifizieren kann - Hauptsache sie sind umsonst. Das bin ich nicht und das ist nicht mein Stil und das dürftet ihr mittlerweile mitbekommen haben.
Manchmal ist aber auch etwas dabei, das mich interessiert und so eben auch geschehen bei dieser wahnsinnig netten Anfrage von Silikomart.
Die Firma vertreibt - wie der Name schon sagt - Silikon-Produkte in Form von Pralinen- und Backformen jeder Art.

Silikonformen und ich, wir sind uns aber bisher nicht so ganz geheuer und genau das schrieb ich auch an Silikomart. Irgendwie traue ich diesen wabbeligen, grellbunten Plastikformen einfach nicht. Ich hätte immer Angst, dass alles in sich zusammensackt oder ich Plastikteile in meinen Backwaren habe. Deswegen besitze ich genau eine einzige Form und die war ein Geschenk...

Die Dame am anderen Ende der E-Mail war aber weiterhin sehr nett und sehr bemüht und lud mich zu einem unverbindlichen Test ein. Ich dürfe gerne ehrlich sein und es ginge nicht darum zu "erzählen, wie toll unsere Produkte sind, sondern um Ihre konkrete Erfahrung mit den Formen". 
Nachdem ich dann noch bei Paule gesehen hatte, dass sie diverse Silikomart-Formen besitzt und diese empfiehlt, war ich durchaus interessiert den Silikonformen doch noch mal eine Chance einzuräumen. Und ich hatte ja nichts zu verlieren. Nachdem dann auch Alice über ihre anfängliche Silikon-Abneigung  berichtete und einen Produkttest machte, sagte ich schließlich zu.

Die nette Mitarbeiterin schickte mir eine Broschüre mit verschiedenen Produkten, die für den Test vorgesehen waren und da dort rein zufällig eine Minigugl-Form auftauchte, nahm ich natürlich diese und erhielt kurz darauf ein Päckchen aus Italien.

Und deswegen kommt jetzt hier von mir ein ganz leckeres Zitronenkuchen-Rezept samt ehrlichem Produkttest.
Der Geburtstag einer lieben Freundin stand an und das war für mich die perfekte Gelegenheit für mich die Form zu testen, um ihr ein kleines Mitbringsel fertig zu machen.



Mini-Zitronen-Gugl
für ca. 18 Stück (1 Form)

50 g weiche Butter
75 g feinster Zucker
2 Eier Größe M
90 g Mehl
1/4 Tl Natron
50 g Saure Sahne
abgeriebene Schale von 1/2 Bio-Zitrone
nach Belieben Puderzucker

Den Backofen auf 175 °C vorheizen.
Die Minigugl-Form einfetten und mit Mehl bestäuben, dann gut ausklopfen.

Die Butter zusammen mit dem Zucker einige Minuten lang cremig rühren.
Die beiden Eier einzeln unterrühren und alles zu einer dickcremigen Masse aufschlagen.

Mehl und Natron vermischen und abwechselnd mit der Sauren Sahne unterrühren, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Der Teig darf nicht zu dick sein, ggf. etwas mehr Saure Sahne unterrühren.
Zuletzt die Zitronenschale unterrühren.

Den Teig in einen Spritzbeutel oder in einen Gefrierbeutel füllen und eine Ecke abschneiden.
Mithilfe des Beutels lässt sich der Teig nun problemlos in die kleinen Öffnungen der Form einfüllen.
Die Form nicht zu hoch befüllen, da der Teig noch aufgeht.

Die Form in den Ofen schieben und die Gugl auf der mittleren Einschubleiste etwa 18-20 Minuten backen.
Danach in der Form auf einem Kuchengitter auskühlen lassen, dann stürzen und die Minigugl vorsichtig aus der Form lösen. Vollständig auskühlen lassen, dann je nach Wunsch nett verpacken oder mit Puderzucker bestäuben und sofort servieren.

Für die Verpackung habe ich einfach eine weiße Pappschachtel verwendet, diese mit Hilfe eines Anhängers und mit Masking Tape zugeklebt und schließlich mit einem Labelgerät beschriftet und beklebt.



Kommen wir jetzt aber mal zu der besagten Form, die ich in dem Rezept verwende.
Geliefert wird sie in einer durchsichtigen Plastikverpackung, Modell "SF 132 Mini Fantasy".  Hier erhältlich
Das Erste, was mir auffällt ist, dass die Form aus zwei Teilen besteht. Der Silikonform an sich und dem "Backrahmen", der die Form in Form (haha) halten soll. Das finde ich schlau und habe es bisher noch nirgendwo sonst gesehen. Kein Wunder, offenbar ist das ganze auch patentiert.





Der Zusammenbau ist kein Problem, das ganze fühlt sich dank des Rahmens auch recht stabil an.
Vor der ersten Anwendung sollte man die Form gründlich reinigen - keine Frage, erledigt. Zur besseren Antihaftwirkung soll man die Form dann einmalig einfetten und bemehlen - auch das ist nachvollziehbar und klappt problemlos.

Der Trick mit dem Gefrierbeutel oder Spritzbeutel ist wirklich gut - ein Eisportionierer zum Einfüllen ist definitiv zu groß, mit einem Teelöffel gibt es vermutlich nur Schweinerei. Nachteil ist allerdings: man produziert Müll. Oder aber verwendet einen wiederverwendbaren Spritzbeutel.
Das Einfüllen klappt also problemlos und ohne große Schweinerei.



Wie man allerdings sehen kann liegt die Form nicht ganz plan im Rahmen und ich frage mich, ob das halten kann.

Der Ofen bestätigt schließlich den Verdacht - in der Hitze ploppt die Form hoch und rutscht von einem der vier Eckpunkte ab, dabei wölbt sie sich nach oben. Ganz optimal ist das nicht, dadurch geraten einige der Gugl in Schieflage.

Das Backergebnis ist allerdings umso besser, alle Gugl sind relativ gleichmäßig aufgegangen und schön goldgelb gebräunt.

Die nette Dame von Silikomart erklärt, dass man die Silikonformen lieber bei 10 °C weniger Temperatur und dafür 10-15 Minuten länger als handelsübliche Backformen im Ofen lassen soll, weil Silikon sich langsamer erwärmt, die Temperatur danach aber besser hält.

Für die winzigen Teigportionen reichen 15-18 Minuten bei 175 °C aber wunderbar aus für ein saftiges und gleichmäßiges Ergebnis.



Silikon kühlt dann auch relativ schnell wieder aus, wie man sieht bleibt die gewölbte Form aber erst noch bestehen.
Dafür lassen sich die Minigugl kinderleicht aus der Form lösen. Es klebt nichts an und es bleibt nicht dran hängen.
Hier mein Backergebnis:




Insgesamt bin ich doch erstaunt, wie gut die Silikonform und ich uns vertragen haben. Dafür, dass ich ihr vorher nichts zugetraut habe, hat sie mich von ihren Backeigenschaften überzeugt.
Es riecht nach nichts außer frisch gebackenem Kuchen und ich habe nicht das Gefühl, dass es sich um ein billiges Material handelt, auch wenn es sehr dünn ist. Dafür wirkt das Material sehr glatt und gleichmäßig und in keiner Form spröde.

Der Backrahmen konnte mich aber nicht überzeugen. Leider hält er nicht und die Form springt immer wieder ab. Das Material der Form ist auch so dünn, dass genau der von mir befürchtete "Wabbel"-Effekt eintritt und man die Form kaum vernünftig auf ein Blech stellen kann. Also versuche ich den Rahmen so gut wie möglich festzuhalten - solange die Form darin eingespannt ist, hat alles eine Top-Stabilität.

Alles in allem ist mein erster Versuch sehr gut gelungen und ich konnte die Form danach problemlos in der Spülmaschine reinigen.

Selbstverständlich mache ich aber noch einen weiteren Test. Dieses Mal habe ich mich für Schokoladengugl entschieden (Rezept folgt).
Laut Hersteller muss man die Form beim zweiten Mal nicht mehr einfetten. Ich frage mich, wie das funktionieren soll, denn eingebrannt sieht sie nicht aus und selbst wenn, ist bei der Fahrt in der Spülmaschine bestimmt alles abgegangen.
Dennoch fülle ich den Teig in die unvorbereitete Form und backe Schoko-Minigugl.
Nach dem Auskühlen tritt aber genau das ein, was ich erwartet habe - etwa 1/3 der Minigugl bleibt zur Hälfte in der Form kleben und lässt sich nicht sauber herauslösen.
Ein weiterer Test mit dem selben Teig steht also an, dieses Mal fette und bemehle ich die Form jedoch vorher. Und tada - dieses Mal geht im wahrsten Sinne des Wortes alles glatt. Auch hier kann mich das Backergebnis wieder überzeugen - gleichmäßige Bräunung, schön saftige und lockere Minigugl.

Insgesamt kann ich sagen, dass mich das Backergebnis überzeugt. Die Form hat eine tolle Größe für nette kleine Mitbringsel und ich kann mich über die grundsätzliche Handhabung nicht beschweren.
Lediglich der Backrahmen ist verbesserungswürdig und ich hoffe, dass der Hersteller sich da noch was einfallen lässt.
Auch vertraue ich nicht auf die angebliche Antihafteigenschaft, sondern werde die Form auch weiterhin vor dem Gebrauch einfetten und bemehlen.
Im Gegensatz zu anderen Formen aus Silikon, die ich schon in der Hand hatte, kommt mir dieses Material hier am Vertrauenswürdigsten vor. Insgesamt glaube ich, dass es sich um eine sehr gute Qualität handelt.
Ich bin jetzt jedenfalls neugierig auf weitere Produkte der Firma geworden - die Auswahl an Backformen ist wirklich riesig und gerade die für die kleineren Backwerke interessieren mich brennend, gerade nachdem ich dies hier bei Paule entdeckt habe...

Wieder da! Mit frisch gebackenen Pizza Style Sandwiches

Freitag, 21. September 2012

Nach fast 2 Monaten melde ich mich mal wieder in alter Frische zurück.

Das Kinderstadtprojekt Pänzhausen im August war ein voller Erfolg für alle Beteiligten und vor allem hatten wir grandioses Wetter. Mir hat es wahnsinnig Spaß gemacht die kleinen Bäcker anzuleiten und die Kinder waren sehr motiviert, wissbegierig und vor allem begeistert.

Nach der Kinderstadt stand mein (wie ich finde - wohlverdienter) Jahresurlaub an. Es ging mal wieder für knapp 3 Wochen an die Westküste der USA.
Start und Ziel war auch wie schon 2009 (danach habe ich übrigens angefangen Cupcakes zu backen) und 2010 (nach diesem Besuch habe ich meinen Blog hier mit amerikanischen Rezepten gestartet, guckt nur mal im Archiv in den Januar 2011) San Francisco. Ich liebe diese Stadt und vor allem das Umland herum, die so genannte Bay Area.
Dieses Mal haben wir eine Städtetour geplant, die uns über Las Vegas nach San Diego und von da aus über LA und Monterey zurück nach San Francisco geführt hat.
Es war wie immer einfach nur großartig und überwältigend und auch in kulinarischer Hinsicht wieder ein absolutes Erlebnis!
Ich werde noch einen kulinarischen Reisebericht verfassen, dafür brauche ich aber noch ein bisschen, da ich leider sowohl jetlaggeplagt bin als auch beruflich bedingt mitten in den Vorbereitungen zur anstehenden Frankfurter Buchmesse stecke.

Um aber zumindest mal ein kleines Lebenszeichen von mir zu geben, habe ich heute ein Urlaubsgericht nachgekocht, von dem ich mehr als begeistert bin.
Meine in San Francisco lebende Schwester hat uns zu Waypoint Pizza im beschaulichen Tiburon - einem noblen Vorort in der Bay Area - geführt, weil sie dort so begeistert von den "Between the Sheets" Pizzen ist. Nachdem wir uns also durch "Walk the Flank" und "Shamrock" gefuttert hatten, kann ich ihre Begeisterung absolut teilen.

Es handelt sich dabei um ein so genanntes "Pizza Style Sandwich" - Basis ist ein Pizzateig, der vorgebacken und dann mit Salat und weiteren frischen Zutaten gefüllt wird. So eine Art offene Calzone oder auch Taco.
Mir hat es so gut gefallen, dass ich das sofort zu Hause nachmachen musste - und mir kam zur Zubereitung direkt mein Kontaktgrill in den Sinn. Auf einem Kugelgrill funktioniert es sicher auch und wer beides nicht hat, kann es bestimmt wie meine Pan-Pizza oder eben einfach auf einem Blech im Ofen zubereiten.
Leider hat mittlerweile der Herbst Einzug gehalten - das Tageslicht reicht abends nicht mehr richtig zum Fotografieren aus, wie man sieht. Ich muss jetzt schon meine Tageslichtlampe wieder auspacken und für das Fotografieren meines Abendessens verwenden.

Der Zubereitung und Füllung sind natürlich keine Grenzen gesetzt und ich habe mich für die folgende Variante entschieden, die noch saftiger und leckerer als das Original ist:



Pizza Style Sandwich mit Pesto, Hühnchenbrust, karamellisierten Schalotten und Knoblauchsauce
für 4 große Sandwiches (reicht für 4-6 Personen)

Für die Knoblauchsauce
2 El Weißweinessig
2-3 zerdrückte, geschälte Knoblauchzehen
1 frisches Bio-Eigelb
1 El Puderzucker
ca. 200 ml Sonnenblumenöl
frisch gemahlenes Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer

Weißweinessig, Knoblauchzehen, Eigelb und Puderzucker in eine hohe Rührschüssel mit Stabmixer, in einen Blender oder einen Multizerkleinerer geben und gut vermixen. Ich habe meine Moulinette verwendet, das hat wunderbar funktioniert.
Das Öl dazugeben und alles so lange vermixen, bis es sich in eine cremige, weiße Sauce verwandelt hat. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Mindestens 1-2 Stunden in den Kühlschrank stellen und vor der Verwendung noch mal gründlich umrühren, die Sauce dickt im Kühlschrank nämlich weiter an.
Schmeckt auch als Salatsauce oder zu Kartoffelsalat ganz hervorragend.


Für den Pizzateig
550 g Weizenmehl 405
150 g Hartweizengrieß
2 Tl feines Meersalz
1/2 Würfel frische Hefe
1 El Zucker
2 El Olivenöl
ca. 400 ml handwarmes Wasser
Mehl zum Ausrollen

Mehl, Grieß und Salz in einer großen Schüssel miteinander vermischen.
Die Hefe stückchenweise mit den Fingerspitzen in die Mehlmischung einarbeiten.
Zucker, Olivenöl und Wasser dazugeben und mit den Knethaken des Handrührers oder mit Hilfe der Küchenmaschine zu einem elastischen Teig verkneten.
Wenn der Teig zu trocken ist etwas mehr Wasser hinzufügen, wenn er zu weich ist, weiteres Mehl.
Die Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken und den Teig etwa 1 Stunde bei Raumtemperatur gehen lassen.
Den Teig danach in vier Teile teilen, jedes Teil zu einer Kugel formen, gut mit Mehl bestäuben und auf eine bemehlte Arbeitsplatte setzen. Wieder abdecken und noch mal weitere 30 Minuten gehen lassen.


Für die karamellisierten Schalotten
1 El Olivenöl
3-4 Schalotten
1-2 Tl Puderzucker
1-2 El Weißweinessig

Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen.
Die Schalotten schälen und in dünne Ringe schneiden.
Schalottenringe rundherum gut anbraten, dann die Temperatur deutlich reduzieren und die Zwiebeln glasig dünsten.
Den Puderzucker darüber streuen und warten, bis er karamellisiert. Erst dann gut verrühren.
Mit dem Essig ablöschen und die Zwiebeln so lange weiterdünsten, bis die Flüßigkeit verdampft ist.


Für das Pesto
2 El Pinienkerne
2 El frisch geriebener Grana Padano oder Parmesan
1-2 geschälte Knoblauchzehen
1 Bund Basilikum, gewaschen und die Blättchen abgezupft
ca. 50 ml Olivenöl
frisch gemahlenes Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer

Alles zusammen im Multizerkleinerer oder mit dem Pürierstab mixen, bis eine homogene Masse entsteht. Das Pesto soll etwas flüssiger als klassisches Pesto sein, deswegen bei Bedarf noch etwas mehr Öl unterrühren.


Für den Belag:
2 Hühnchenbrustfilets
2 Romana-Salate
3-4 nicht zu große, aromatische Tomaten
3 Kugeln Mozzarella 
frisch gemahlenes Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer

Den Kontaktgrill auf höchste Stufe vorheizen. 
(Alternativ eine entsprechende Pfanne vorbereiten, den Grill anzünden oder den Ofen vorheizen.)

Die Hühnchenbrustfilets waschen, trocken tupfen und von beiden Seiten salzen und pfeffern.
Auf dem heißen Grill je nach Dicke 5-7 Minuten braten, bis das Fleisch gar ist. Danach auf einen Teller legen und beiseite stellen. Sobald das Fleisch etwas ausgekühlt ist, in Streifen schneiden.

Die Salate nicht zu fein hacken, waschen und trocken schleudern und in eine Schüssel geben.

Die Tomaten waschen, den Strunk entfernen und in Scheiben schneiden. Ebenfalls in eine Schüssel geben.

Die Mozzarellakugeln jeweils halbieren und in Scheiben schneiden.



Die Sandwiches können gut am Tisch zusammengestellt werden, dazu dann einfach Salat, Knoblauchsauce, Tomaten, Hähnchenbrustfilet und karamellisierte Schalotten bereitstellen.

Jede der vier Teigkugeln zu runden Fladen in gewünschter Pizzagröße und -dicke ausrollen.
Den ersten Teigfladen auf den Grill legen, den Deckel komplett schließen und den Boden etwa 1-2 Minuten vorbacken, bis er auf beiden Seiten leicht gebräunt und knusprig ist. Den Boden danach wenden, so dass die Seite mit Grillstreifen unten liegt, mit 1/4 des Pesto bestreichen und mit 1/4 der Mozzarellascheiben belegen. Den Grilldeckel soweit schließen, dass der Deckel den Käse nicht berührt und noch einige Minuten überbacken lassen.
Diese Pizzabasis auf einem Teller servieren.
Jeder Fladen wird dann am Tisch frisch nach Geschmack mit Salat, Tomaten, gebratener Hühnchenbrust und Schalotten belegt und mit Sauce beträufelt.
Die Fladen in der Mitte zusammenklappen, nach Belieben halbieren und dann wie ein Sandwich aus der Hand essen.


 

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