Mein letzter Blogeintrag ist über einen Monat her! Das ist unverzeihlich und nicht entschuldbar.
Deswegen auch nur ganz kurz: ich war tatsächlich noch mal krank (kein Scherz, das dritte Mal in Folge!) und lag wieder 10 Tage wimmernd im Bett, bis ein starkes Antibiotikum mir wieder auf die Beine geholfen hat.
Dann war ich für ein langes Wochenende in Hamburg, um mich an der guten Seeluft auszukurieren und seitdem hatte ich jede Menge Arbeitsstress.
Und das, obwohl es endlich hübsch draußen ist, man so langsam tolle regionale frische Zutaten bekommt und ich auch das ein oder andere leckere Gericht gemacht habe.
Nun gut, alles jammern hilft nicht, ich nehme mir fest vor mich hier wieder regelmäßig blicken zu lassen, bevor hier keiner mehr mitlesen will. Neeeiiiinnn, bleibt...
Ich fange jetzt einfach mal an und berichte von meinem Hamburg-Trip. Der war nämlich ganz wunderbar!
Vom 17.-20. Mai 2012 bin ich mit meinem Liebsten mal relativ spontan in den hohen Norden gedüst. Er wollte mal raus, ich war zuletzt vor 15 Jahren in Hamburg und es bot sich über den Feier- und Brückentag ein Wohnungstausch mit einem Freund aus Hamburg an.
Also sind wir am Feiertags-Donnerstag nachmittags in unser Auto gehüpft und einfach mal die A1 hochgefahren. Man braucht auch kein Navi, denn es geht ungefähr 384 km nur geradeaus.
Und dann gings am Freitag so richtig los - ich fahre ja nicht unvorbereitet in DIE Foodie-Stadt schlechthin, nee, so bin ich nicht.
Mir war das ja so im Vorfeld gar nicht so klar, dass Köln für koch- und essbegeisterte Menschen im Vergleich zu Hamburg ja eher ein Dorf ist!
(Sollte ich Köln unrecht tun und jemand weiß zufällig, wo ich gute gefriergetrocknete Beeren, reines Fruchtpulver und eckige Tarteformen bekommen würde, darf er mich gerne eines Besseren belehren und mir die ultimativen Tipps liefern oder soll für immer schweigen)
Und so habe ich mir für einen wunderschönen Freitag in Hamburg die wohl beste Fremdenführerin der Welt ausgesucht.
Es ist natürlich... tadaaa... Die liebe Steph vom Kuriositätenladen!
Hach, das war wie ein 6er im Lotto. Nachdem ich ja schon beim legendären 3. KuLa-Geburtstag ein tolles KuLa-Care-Paket gewonnen habe, also viele der leckeren Sachen schon probieren durfte, konnte ich jetzt auch erfahren, wo sie denn so herkommen.
Los ging es also am Freitagmorgen in Eppendorf auf dem Isemarkt. Die Kulisse des Marktes unter einem U-Bahn-Viadukt ist einfach großartig. Mit einer Länge von fast 1km soll es außerdem Europas längster Freiluftmarkt sein. Sagt man zumindest so.
Natürlich war es rappelvoll am Brückentag, aber das Angebot war auch wirklich beeindruckend. Auf dem Markt gibt es quasi nichts, was es nicht gibt!
Ich
Steph zeigte mir ihre Lieblingsstände und natürlich bin ich auch nicht mit leeren Händen nach Hause gegangen. Bzw. vielmehr der Liebste, der alles brav getragen hat...
Am Aromagarten-Stand habe ich zum Beispiel endlich gefriergetrocknete Himbeeren gefunden (in Köln bisher nicht, siehe oben!).
An einem anderen Stand dann noch gefriergetrocknete Erdbeeren und den guten französischen Knoblauch, der gerne mal als Confit die Runde macht.
Für mich als Kleinstädterin (*hüstel*) war das Angebot jedenfalls beeindruckend.
Aber gut, Hamburg hat natürlich auch das Alte Land vor der Tür und so gab es massig regionale und saisonale Produkte.
Weiter ging es zu Cucinaria, dem Traum jedes Hobbykochs!
Aber wir waren ganz tapfer und haben nur geguckt. Interessant war aber, dass man Steph dort kannte und persönlich begrüßte, hm...
Bei einem kleinen Spaziergang durch Eppendorf machten wir dann noch einen Abstecher zu Burg's Kafferösterei, einem wunderschönen kleinen nostalgischen Laden.
Viola's - Stephs Tipp für Gewürze aus aller Welt musste natürlich auch ein Besuch abgestattet werden. Eine wirklich tolle Auswahl!
Aus Eppendorf ging es dann weiter Richtung Sternschanze, ein bisschen Kultur inklusive mit einem Blick auf die Rote Flora und eine kleine Mittagspause mit Rhabarberschorle und Tomate-Mozzarella-Toast in einem der portugiesischen Straßen-Bistros gegenüber.
Und wenn man schon mal da ist, muss man zumindest auch mal einen Blick in Tim Mälzer's Bullerei werfen.
Tolles Gebäude, super Lage, angenehme Atmosphäre. Hat mir wirklich gut gefallen, das Deli war aber natürlich auch gut besucht zur Mittagszeit.
Von da ging es dann weiter zu den Landungsbrücken.
Es war wirklich ganz schön was los bei dem schönen Wetter und auf die typischen Touri-Hafenrundfahrten hatten wir auch nicht wirklich Lust.
Nachdem wir da also so ein bisschen rumgelaufen sind und uns auch gut warm wurde, sind wir stattdessen zum alten Elbtunnel gegangen und in die Tiefe geklettert. Faszinierend, diese ganze Konstruktion mit den Autoaufzügen und so.
Wir sind dann einmal unter der Elbe durch auf die andere Seite gewandert und haben Hamburg mal aus einer anderen Perspektive angeguckt.
Von dem Tunnel war ich wirklich beeindruckt. So einmal quer unter dem Wasser durch zu laufen finde ich schon ziemlich faszinierend.
Auf dem Rückweg durften wir dann sogar als Fußgänger mit dem Autoaufzug hochfahren, weil der Aufzugführer wohl einen netten Tag hatte. Was waren wir stolz, das erlebt nicht jeder!
Vom alten Elbtunnel sind wir dann schön an der Elbe entlang bis zur Speicherstadt und Hafencity gelaufen. Vor allem die Speicherstadt gefiel mir wirklich gut.
Allerdings muss ich sagen, dass wir danach echt platt waren - oder, wie Steph so treffend formuliert hat: Uns qualmten die Socken!
Insgesamt war das aber ein super Tag. Kilometer um Kilometer herumgelaufen, wahnsinnig viel gesehen und umso mehr eingekauft (was der arme Mann dann samt Kamera tragen musste).
Am Samstag sind wir dann zum Frühstücken in die MarktZeit in der Fabrik in Ottensen gegangen (gut, es waren auch nur 2 Minuten Fußweg vom Wochenenddomizil). Das war mein kulinarisches Highlight an diesem Wochenende und natürlich kam auch dieser Tipp von Steph.
Wenn ihr gute Produkte mögt und in Hamburg wohnt oder zu Besuch seid - geht da hin! Drei Ausrufezeichen! Fußläufig zum Bahnhof Altona und wirklich ein wunderschöner kleiner Markt in toller Kulisse.
Verschiedene regionale Produzenten und Händler bieten dort ihre Ware an. Ein aktuelles Ausstellerverzeichnis gibt es immer hier.
Ich kam aus dem Schwärmen nicht mehr raus.
Und das schönste ist wirklich das Frühstück: Man bekommt ein hübsches Körbchen für 1, 2 oder 4 Personen, das mit all den Köstlichkeiten der Aussteller gefüllt ist. Vermutlich ist das Angebot immer ein anderes, wir hatten aber 4 köstliche Brötchen, Butter, 2 Sorten Bio-Bergkäse, Serranoschinken, Löwenzahn-Apfelgelee, 2 Desserts, griechische Oliven, 2 Äpfel aus dem alten Land, 2 Latte Macchiato und 2 Gläser köstlichen Apfelsaft aus eben diesen tollen Äpfeln. Und das für 9 € pro Person!
Es war wirklich mehr als gelungen und natürlich habe ich auch fleißig eingekauft...
Gegen Mittag kann man dann hausgemachte Bio-Nudeln mit diversen Saucen oder aus einer reichen Auswahl an Tartes wählen und es sich gemütlich machen.
Ich war wirklich begeistert und lasse lieber mal ein paar Bilder für sich sprechen:
Danach sind wir satt und zufrieden zum Jungfernstieg gefahren und haben uns das Alsterhaus mal näher angeguckt. Insgesamt ist die Gegend ziemlich schick und eigentlich auch nicht unbedingt meine Preisklasse, aber die Häuser dort sind einfach wunderschön und die kleinen Brücken machen das ganze wirklich einzigartig.
Im Oschätzchen in der Gourmetabteilung des Alsterhauses hat mein Genießer-Herz dann wieder höher geschlagen und ich habe zum Beispiel feine Bouquet-Garni-Sträußchen und Valrhona Kakaopulver gefunden.
Nach einer kleinen Pause an der Binnenalster habe ich dann mit Freuden festgestellt, dass das unter Food-Bloggern und Back-Feen weltberühmte (naja fast) Handelshaus Laegel nur einen Katzensprung entfernt ist.
Ihr kennt es noch nicht? Es ist ein wahrer Traum für Hobbyköche und -bäcker. Und hier gibt es die sagenumwobenen eckigen Tarteformen auch wirklich!
Ich habe natürlich gleich beide verfügbaren Formen mitgenommen und war wirklich begeistert von der Auswahl.
Ich sag nur Keksausstecher...
Der Liebste war etwas gelangweilt, ich war im 7. Backhimmel. Was es da alles zu gucken gab - toll!
Ich war jedenfalls begeistert (wie man sieht) und habe mich dann doch irgendwann wieder herausziehen lassen - schweren Herzens...
Weiter ging es dann von Schickimicki nach St. Pauli. Jetzt war der Mann mal mit Programm machen dran und wollte in einen Plattenladen, mitten drin irgendwo im Kiez.
Also sind wir vom Beatles-Platz durch die Große Freiheit gewandert und ich habe schließlich neben dem Plattenladen die wohl urigste Konditorei aller Zeiten gefunden. Ein wunderschöner winzig kleiner Laden mit einem etwa 100 Jahre alten Konditor samt etwa gleichaltriger Frau und Kasse, die Konditorei Holger Rönnfeld.
Und ich bin nicht die Erste, die den Laden entdeckt hat. Durch Zufall habe ich nach meinem Besuch diesen Eintrag von HamburchBackblech gefunden (warum haben wir uns da eigentlich nicht auf eine Bahamas-Schnitte getroffen?).
Ich habe mich jedenfalls mit ein paar tollen Kleinigkeiten eingedeckt. Es gab dort sogar Leipziger Lerchen, nur leider mag ich kein Marzipan.
Nach einem kleinen Schlenker über die Reeperbahn hatten wir dann aber auch erst mal genug.
Samstagabend haben wir dann eine Freundin im schönen Winterhude besucht und waren vor dem Fußballspiel (ich war übrigens als einzige für Chelsea, nachdem ich deren Finaleinzug in London live vor dem Stadion miterlebt habe) im Deseo Tapas essen. Und auch hier war ich mehr als begeistert. Tolle Karte, wunderbare Auswahl und vor allem faire Preise. Wir saßen gemütlich draußen im lauen Sommerwind und es war einfach nur schön.
Sonntagmorgen hat es uns dann zum Frühstück ins Frieda am Park nach Altona verschlagen. Ich hatte extra einen Tisch für den schönen Biergarten reserviert, allerdings hat das Wetter nicht mitgespielt und es war kalt, diesig und hat gelegentlich genieselt.
Drinnen war es aber auch ziemlich nett und das Gourmet-Frühstück war der Hammer! Ich glaube wir saßen 4 Stunden in diesem netten Café, haben ganz köstlichen Kaffee getrunken und das selbstgebackene Vollkornbrot und die tolle Essensauswahl genossen.
Von dem Café aus ist es nur einen Katzensprung bis zur Elbchaussee und so sind wir noch runter ans Ufer geschlendert und haben einen Blick auf viele rostige Container im Hafen geworfen. Es war aber netter als es klingt und die Sonne war mittlerweile auch aufgetaucht.
Nachmittags hat es uns dann zu einer weiteren Freundin erneut nach Winterhude verschlagen und um 21 Uhr sind wir dann zurück nach Köln gefahren. Punktladung 1 Uhr nachts. 4 Stunden - kann man also öfter mal machen.
Ich war insgesamt sehr angetan. Wunderschöne Stadt, nette Leute, die beste Reiseführerin der Welt, tolle Geschäfte mit großer Auswahl und vor allem lauter leckeres Essen.
Wer jetzt nicht sofort nach Hamburg will, der muss noch mal von vorne anfangen zu lesen!
Ich werde definitiv wieder hinfahren und beende diesen Bericht mit den Worten





















