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Hummus mit geröstetem Knoblauch und selbstgemachter Tahina-Paste

Dienstag, 31. Januar 2012

Dank Heike wird diesen Monat getunkt was das Zeug hält.
Das ist ein sehr spannendes Thema, denn ich liebe es vor allem frisches Brot zu tunken: in Knoblauchöl, in Aioli, in Salzbutter, in Grüne Sauce, einfach in alles. Und obwohl ich zum Beispiel keine Gambas mag, liebe ich das Öl, in dem sie mit Knoblauch im Ofen brutzeln. Ich bin quasi ein Tunkfan.
Das diesmonatige Motto kommt mir geradezu wie gerufen, weil es da etwas gibt, was ich schon lange mal ausprobieren wollte: Frisches(n? r?) Hummus mit geröstetem Knoblauch und selbstgemachter Tahina-Paste.
Meine Kollegin, begeisterter England-Fan, bringt neben Lemon Curd auch regelmäßig Hummus mit von der Insel. Mit dem abgepackten Kühlregal-Zeug werde ich einfach nicht warm, obwohl ich Kichererbsen furchtbar gerne mag!
Deswegen musste ich jetzt mal selber ran und habe hier einen köstlichen Tunktopf bereitgestellt:


Das besondere an diesem Hummus ist, dass die Tahina-Paste selber angerührt ist und dass der Knoblauch reichlich und vor allem im gerösteten Zustand untergemengt wird.
Das gibt einen wahnsinnig leckeren, ganz eigenen Geschmack!
Wem das Einweichen und Kochen der trockenen Kichererbsen zu viel Aufwand ist oder wer einfach spontan Hummus zubereiten möchte, dem kann ich die Bio-Kichererbsen von Alnatura empfehlen, dann einfach ein 200g Aptropfgewicht-Glas verwenden.

Für eine Tunktopfportion braucht man:
250 g getrocknete Kichererbsen
50 g Sesam
gutes kaltgepresstes Olivenöl
1 schöne große Knolle (!) Knoblauch
Zitronensaft von 1/2 ausgepressten Zitrone
Salz, Pfeffer
gemahlener Kreuzkümmel
einige Zweige glatte Petersilie, gehackt
nach Belieben: Sumach oder geröstetes Paprikapulver zum Garnieren

Die Kichererbsen mit etwa einem Liter Wasser in einen Topf geben und ungesalzen über Nacht einweichen lassen.
Am nächsten Tag das Wasser abgießen und die Kichererbsen in frischem Wasser zum Kochen bringen und weich kochen, das dauert etwa eine Stunde. Danach abgießen, etwas vom Kochwasser auffangen und dann auskühlen lassen.

Den Sesam in einer beschichteten Pfanne ohne Fett anrösten, bis er duftet. Aufpassen, dass er nicht anbrennt.
In einen Mörser geben und zu einem möglichst feinen Pulver zerstoßen.


Etwa 1- 2 El Olivenöl dazugeben und weiter mörsern, bis man eine dicke, cremige Paste erhält.


Die Pasta mit Folie abgedeckt bis zur Verwendung zur Seite stellen.

Den Knoblauch von den äußeren Schalenschichten befreien.
Das obere Drittel abschneiden, die Knolle auf auf ein Stück Alufolie setzen und mit etwas Olivenöl beträufeln.
Das Alupäckchen verschließen und den Knoblauch bei 200 °C etwa 30-45 Minuten im Ofen garen.
Danach sollten die Zehen butterweich sein und sich leicht aus der Schale lösen lassen.


Die Kichererbsen in einen Blender oder einen hohen Rührbecher geben.
Die Knoblauchzehen aus den Schalen drücken und dazugeben, die Tahina-Pasta ebenfalls.
Zitronensaft darüberträufeln, etwa 75 ml Olivenöl angießen und das ganze mit Salz, Pfeffer und etwas gemahlenem Kreuzkümmel würzen.
Die Mischung zu einer Paste verrühren. Falls sie zu dick ist, etwas von dem Kochwasser oder noch etwas Olivenöl dazugeben und unterrühren.
Hummus in eine Schüssel geben, etwas Olivenöl darüber träufeln und nach Geschmack mit gehackter Petersilie und Sumach oder Paprikapulver bestreuen.
Hummus hält sich im Kühlschrank ein paar Tage und schmeckt besonders gut, wenn es einen Tag durchgezogen ist.
Wer es besonders knoblauchlastig mag, kann die abgeschnitte Knollenspitze in dem Olivenöl erwärmen und gut durchziehen lassen und dann dieses Knoblauchöl zur Mischung geben.


Blog-Event LXXIV - Tunken (Einsendeschluss 15. Februar 2012)

Schwarzwurzelrisotto mit Hähnchenbrustfilet unter der Ziegenkäsehaube

Sonntag, 29. Januar 2012

Weiß.
Weiß wie Schnee, wie man zu dieser Jahreszeit eigentlich passend sagen würde.
Ich habe jedenfalls noch keinen Schnee in diesem Winter gesehen. Mal sehen ob und was da noch kommt.

Uwe von HighFoodality ruft jedenfalls jetzt im Januar zu einer neuen Event-Reihe auf: Cookbook of Colors. Das Thema ist wirklich wahnsinnig interessant und mal etwas ganz anderes und auf das Endergebnis bin ich jetzt schon gespannt.
Und im Januar heißt es nun also weiß:
HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

Ich habe wirklich einige Tage gegrübelt. Ich bin grübelnd ins Bett gegangen und grübelnd aufgestanden, weil ich nach etwas gesucht habe, was ich einreichen kann und was es so vielleicht noch nicht gab.
Und dann kam mir die zündende Idee: Hähnchenbrust mit Frischkäsehaube sieht immer sehr weiß aus, das könnte passen. Risotto ja eigentlich sowieso. Und Schwarzwurzeln als passendes Wintergemüse auch. Wunderbar, ich habe einen Beitrag!

Und dann kommt natürlich immer alles anders als geplant.
Als ich heute gekocht habe, nahm das Drama quasi seinen Lauf.
Das Hähnchenbrustfilet habe ich schon zig mal gekocht, nur heute natürlich wurde die Haube eher gelb als weiß. Ist das Ei schuld? Vielleicht sogar das Huhn? Kam es zu einer chemischen Reaktion in meinem Ofen, die dazu führte, dass die weiße Haube sich gelb verfärbte? Man weiß es nicht. Jedenfalls wurde die Haube gelb.
Dann zum Risotto. Der Reis muss ja schön mit den Zwiebeln angeschwitzt werden. Das trägt wesentlich zum Geschmack bei. Aber hat sich der Reis schon immer in dieser Stufe bräunlich verfärbt, obwohl die Zwiebel noch schön glasig ist? Oder bilde ich mir das nur ein? 
Spätestens als ich dann die erste Suppenkelle von der Gemüsebrühe aus selbst gemachtem Brühpulver zum Reis gegeben habe, war das Spiel eigentlich schon vorbei. Offenbar färben die Möhrenstückchen stärker als gedacht. Buhu, ich kann einstecken, das wars.
Die Schwarzwurzeln, die ich clevererweise direkt in dem Gemüsebrühentopf gegart habe, haben ebenfalls eine Gelbfärbung angenommen, obwohl sie vorher schneeweiß waren.
Der Zug ist abgefahren, ich bin wohl raus...
Allerdings bin ich ja nicht auf den Kopf gefallen und versuche mit Lightroom aus meinem Bild zu holen, was geht.
Und ich finde was es bei Zähnen gibt, die mit der falschen Zahnpasta geputzt werden, kann es auch bei meinem Gericht geben: ich präsentiere ein Essen im elfenbeinanmutenden Dunkelweiß.
Tadaaaa:


Lieber Uwe, ich hoffe das geht noch durch und passt in eine der 17 Eskimobezeichnungen für Weiß.

Deswegen jetzt hier mein Rezept für ein ganz köstlichen Schwarzwurzelrisotto mit einem Hauch Zitronenschale und Pecorino und ein saftiges, im Ofen gegartes Hähnchenbrustfilet mit Ziegenkäsehaube. Schaf meets Ziege (und die sind ja in der Regel auch nicht schneeweiß):

Schwarzwurzelrisotto mit Hähnchenbrustfilet unter der Ziegenkäsehaube
für 2 Portionen

Für das Risotto:
500 g Schwarzwurzeln
ca. 750 ml Gemüsebrühe, bei mir aus Suppengemüse selbst gemacht
1 Zwiebel
200 g Risottoreis, bei mir Arborio
Pecorino Romano
abgeriebene Schale von 1/4 Bio-Zitrone
Weißweinessig
Mehl
Olivenöl
Butter

Zunächst die Schwarzwurzeln vorbereiten.
Dazu in einer ausreichend großen Schüssel einen Esslöffel Mehl und drei Esslöffel Essig in etwa einem Liter Wasser auflösen.
Einmalhandschuhe anziehen und die Schwarzwurzeln unter fließendem Wasser gut abbürsten.
Die Stangen schälen, dabei unbedingt Handschuhe tragen. Die Enden abschneiden und die Stangen sofort in das Essigwasser legen, damit sie weiß bleiben.
Die Gemüsebrühe vorbereiten und in einem Topf auf dem Herd ständig simmern lassen. Die Schwarzwurzeln in etwa 1- 1,5 cm lange Stücke schneiden und entweder direkt in der Brühe garen oder für 20 Minuten in leicht gesalzenem Wasser köcheln lassen.
Etwas Butter und Öl in einem weiteren Topf erhitzen.
Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Bei mittlerer Temperatur glasig dünsten, dann den Reis dazugeben und einige Minuten anrösten.
Mit einer Suppenkelle voll Brühe ablöschen und die Flüssigkeit einkochen lassen. Immer nur so viel köchelnde Brühe zugeben, dass der Reis leicht bedeckt ist. Bis zur gewünschten Konsistenz köcheln lassen, etwa 20 Minuten.
Die gegarten Schwarzwurzeln am Ende unterrühren. 
Nach Belieben etwas frisch geriebenen Pecorino und Zitronenschale unterrühren und noch heiß servieren.

Für das Hähnchenbrustfilet:
2 Hähnchenbrustfilets
1 Ei
150 g Ziegenfrischkäse
Olivenöl
Salz
Pfeffer

Die Hähnchenbrustfilets trocken tupfen und Haut und Sehnen entfernen.
Von beiden Seiten salzen und pfeffern und in eine leicht eingeölte Auflaufform legen.
Das Ei trennen. Eigelb zusammen mit dem Ziegenfrischkäse cremig aufschlagen, etwas pfeffern.
Eiweiß zu Eischnee schlagen, dabei eine Prise Salz dazugeben.
Den Eischnee vorsichtig unter die Frischkäsemasse rühren, bis eine locker-schaumige Creme entsteht.
Die Creme auf dem Hähnchenbrustfilet verteilen.
Im unteren Drittel des Ofens bei 200 °C je nach Dicke des Fleischs etwa 20-25 Minuten garen.
Sofort heiß servieren.

Guten Appetit - ob cremeweiß, elfenbeinweiß oder eben dunkelweiß - schmecken tut es auf jeden Fall ganz hervorragend!

Spaghetti mit Spitzkohl und Pute

Montag, 23. Januar 2012

Ich muss sagen, so langsam finde ich Gefallen am gesunden Essen.
Gerade Vollkornpasta möchte ich nicht mehr missen. Die schmeckt überhaupt nicht Öko oder so, sondern einfach kernig und viel gehaltvoller als normale Pasta. Wer es noch nicht getestet hat, unbedingt mal probieren!
Meine Favoriten sind die Bio-Vollkorn-Penne und Bio-Vollkorn-Spaghetti von Aldi Süd und die Bio-Vollkorn-Farfalle von Alnatura (dm).
Das ist so ein Punkt, da fällt mir das Umdenken überhaupt nicht schwer.
Natürlich ist das kein Vergleich zu selbsgemachter frischer Pasta. Die wird es bei mir auch immer weiter geben, aber alleine aufgrund des Aufwands nicht tagtäglich, sondern lieber am Wochenende, wenn ich dafür Zeit und Muße finde.
Und obwohl ich ja eigentlich, wie schon mehrfach erwähnt, eher so der Kartoffelesser bin, finde ich so langsam Gefallen an Pastagerichten. Die Mischung macht es einfach.
Dieses Mal habe ich mich todesmutig an Spitzkohl gewagt, noch ein Gemüse auf meiner Liste, das ich bisher nicht verwendet habe, weil ich einfach nicht wusste, was ich damit anfangen sohl. Dabei soll Kohl in sämtlicher Form hervorragend zu Pasta harmonieren.
Und seit ich den kleinen Geflügelhof-Stand gegenüber von meinem Haus entdeckt habe, kaufe ich dort auch wieder (relativ) guten Gewissens Geflügel. Ohne Antibiotika, laut Verkäuferin. Dafür aus Freilandhaltung. Und das schmeckt man auch - nix läuft ein, kein wässriges Fleisch, sondern Solches mit Eigengeschmack. Und wie zart es ist, muss ich wohl nicht mehr erwähnen.

Deswegen serviere ich heute ein richtig leckeres Souldfood-Gericht:


Spaghetti mit Spitzkohl und Pute
für 2 Portionen

160 g (Vollkorn-)Spaghetti
1 Stück Putenbrustfilet, ca. 250 g
1 gelbe Paprikaschote
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
1/2 Spitzkohl
1/2 Tl selbsgemachtes Brühpulver ohne Salz
Sonnenblumenöl
Sojasauce
Salz, Pfeffer

Spaghetti nach Packungsanleitung bissfest garen und abtropfen lassen.
Währenddessen die Putenbrust in Streifen schneiden.
Paprika putzen, waschen und ebenfalls in feine Streifen schneiden. Frühlingswiebel putzen und in Ringe schneiden.
Vom Spitzkohl den Strunk entfernen, den Kohl vierteln und ebenfalls in Streifen schneiden.
Etwas Öl in einer tiefen Pfanne erhitzen. Die Putenbrust hineingeben und rundherum anbraten. Aus der Pfanne nehmen, salzen und pfeffern.
Im Bratfett die Paprika, die Frühlingszwiebeln und den Kohl rundherum anbraten.
Mit dem Brühpulver bestäuben, salzen und pfeffern und etwa 100 ml Wasser angießen.
Das Gemüse etwa 5 Minuten offen dünsten. 
Die Pute wieder in die Pfanne geben und mit dem Gemüse weitere 5 Minuten dünsten, evtl. noch etwas Wasser angießen.
Die abgetropften Nudeln in die Pfanne geben, alles gut vermengen und noch mal heiß werden lassen, mit Sojasauce nach Belieben abschmecken und dann sofort servieren.

Winter vegetarisch: Steckrüben-Kartoffel-Eintopf mit Rosenkohl

Dienstag, 17. Januar 2012

Ich liebe Gemüse.
Das ist schon mal eine Tatsache, allerdings muss ich immer mehr feststellen, dass es unheimlich viele - selbst heimische - Gemüsesorten gibt, die ich selber noch nie verarbeitet habe. Meist weil ich einfach keine Ideen hatte.
Im letzten Jahr habe ich den Mangold neu für mich entdeckt und zum Beispiel hier, hier und hier zu drei völlig verschiedenen, aber köstlichen vegetarischen Rezepten verarbeitet. Seitdem gehört er ganz klar zu meinem Lieblingsgemüse. Wie konnte ich nur ohne Mangold leben?
Nach und nach entdecke ich so immer neues und leckeres.
Weihnachten habe ich zum ersten Mal mit Pastinaken hantiert und eine köstliche Pastinakencremesuppe serviert. Geschmacklich top, die Pastinake wandert sicher wieder in meinen Topf.
Dennoch gibt es ein paar weitere Dinge, die ich unbedingt noch ausprobieren will. Dazu gehören die guten alten Schwarzwurzeln und die Petersilienwurzeln. Für beides habe ich schon ein paar Ideen, die ich noch in diesem Winter umsetzen möchte. Und da Winter bei uns gefühlt gerade mal anfängt, sollte ich das auch noch hinkriegen.

Ein anderes Gemüse, mit dem ich selber noch nie etwas gemacht habe, ist jetzt aber in meinem Topf gelandet: Die Steckrübe (oder auch Wruke, Kohlrübe, Butterrübe oder Erdkohlrabi, falls das jemandem geläufiger ist).


Obwohl sie etwas unförmig und schrumpelig aussieht, finde ich sie dennoch hübsch. Diese Mischung aus beige und lila steht ihr echt gut.

Ich erinnere mich, dass es bei meiner besten Freundin früher zu Hause häufiger klare Suppen mit Steckrübeneinlage gab und das war immer sehr lecker.
Also musste ich jetzt mal selber ran.
Rausgekommen ist eine wahre Winterwonne in Form eines Eintopfs aus Steckrüben, Kartoffeln, Möhren und Rosenkohl.



 
Hier das Rezept für einen Topf voll Glück:



Steckrüben-Kartoffel-Eintopf mit Rosenkohl
für 4 Portionen
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 kleine Steckrübe, ca. 900 g
700 g festkochende Kartoffeln
2 mittelgroße Möhren
selbstgemachte Gemüsebrühe aus getrocknetem Suppengemüse
300 g Rosenkohl
1 El Balsamico bianco oder Weißweinessig
Sonnenblumen- oder Rapsöl
Majoran, getrocknet
Muskatnuss
Salz, Pfeffer
Schmand zum Servieren

Etwas Öl in einem großen Topf auf mittlere Temperatur erhitzen.
Zwiebel und Knoblauch schälen, fein würfeln und sanft anschwitzen.
Steckrübe schälen und in ca. 1,5 x 1,5 cm große Würfel schneiden. Mit andünsten.
Kartoffeln und Möhren schälen, Kartoffeln ebenfalls in Würfel, Möhren in Scheiben schneiden und mit in den Topf geben. Rundherum gut anbraten.
Selbstgemachte Brühe in ca. 750 ml Wasser auflösen (ich hatte 1 l genommen und das ganze wurde doch eher zu suppenartig) und das Gemüse damit ablöschen.
Einen Deckel auflegen und das ganze etwa 15 Minuten sanft köcheln lassen.
Den Rosenkohl putzen, waschen und den Struck jeweils x-förmig einschneiden.
Mit in den Topf geben und das ganze noch etwa 10 Minuten weitergaren lassen, bis das Gemüse gar ist, aber noch Biss hat.
Etwa 1/3 der Kartoffeln und Steckrüben mit etwas Flüssigkeit abnehmen und pürieren, danach wieder in den Topf geben - dadurch wird der Eintopf schön sämig und cremig.
Den Eintopf mit dem Essig, etwas Majoran, frisch geriebener Muskattnuss, Salz und Pfeffer abschmecken und noch kurz durchziehen lassen.
Auf tiefe Teller oder Suppenschüsseln verteilen und mit einem Klecks Schmand servieren.

Reste kann man übrigens wunderbar zu einer cremigen Suppe verarbeiten.
Dafür die komplette Mischung einfach mit dem Pürierstab komplett durchpürieren und etwa 100 ml Sahne oder Cremefine unterziehen. Ggf. noch etwas Muskatnuss hinzufügen.

Ist schön warm und genau das richtige für kalte Tage.
Allerdings habe ich festgestellt, dass mir die Kombination aus Steckrübe und Möhre insgesamt zu süß wird, trotz des Essigs.
Evtl. würde ich statt der Möhre beim nächsten Mal ein anderes Wurzelgemüse, wie z.B. Pastinake oder Petersilienwurzel verwenden. 
Lauchringe könnte ich mir im Eintopf auch ganz gut vorstellen.

Schoko-Mandel-Geburtstagskuchen

Sonntag, 15. Januar 2012

Manchmal bin ich ganz schön verpeilt.
Irgendwie war ich der felsenfesten Überzeugung, dass ich am 15. Januar 2011 den ersten Blogeintrag verfasst habe. Keine Ahnung, was mich da geritten hat. Als ich nämlich noch mal nachgeguckt habe, habe ich mit Erschrecken (ach was, Entsetzen!) festgestellt, dass ich am 10. Januar 2011 gestartet habe, wuah. Mein armer kleiner Blog hatte seinen ersten Geburtstag und ich habe es verpasst. Stattdessen habe ich nichtsahnend ein Pastarezept gebloggt. Wen interessiert, was hier so in einem Jahr passiert ist, den verweise ich auf meinen Jahresrückblick 2011 - da habe ich ausführlich berichtet.

Um es irgendwie wieder gut zu machen, spendiere ich dafür jetzt eine Runde oberleckeren Schoko-Mandel-Kuchen. 
HAPPY BIRTHDAY, moey's kitchen!

Das ist aber auch wirklich nur eine Geburtstagsausnahme, ansonsten befasse ich mich nämlich weiter mit gesunden Gerichten.
Ich habe gerade eine Woche ohne Zuckerkonsum hinter mir und was soll ich sagen - als ich dann gestern das erste Mal wieder etwas zuckriges gegessen habe, war es einfach nur bäh. Viel zu übersüßt und ganz ungewohnt. Wie kann das erst werden, wenn ich mal eine Woche nicht salze, so als absolute Salzliebhaberin?! Mal gucken, wann und ob ich zu diesem Experiment bereit bin.
Hier gibt es jetzt noch mal eine volle Schokodröhnung, damit ich meine lieben Blogleser nicht vergraule, ansonsten mache ich aber mal zuckerfrei weiter - interessante und ungewohnte Erfahrung bisher.



Schoko-Mandel-Kuchen
für eine 20 cm Springform

Für den Kuchen:
120 g Edelbitterschokolade (60-80%)
120 g Butter
3 Eier
120 g Zucker
60 g geschälte gemahlene Mandeln
60 g Mehl
Fett für die Form

Für den Guss:
40 g Vollmilchschokolade
30 g Butter
50 ml Sahne
30 g Mandelblättchen

Für den Kuchenteig die Edelbitterschokolade in Stücken zusammen mit der Butter im Wasserbad oder Simmertopf schmelzen und abkühlen lassen.
Die Eier zusammen mit dem Zucker dickschaumig aufschlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Nach und nach die Schoko-Butter-Masse unterrühren und alles gut durmischen.
Zum Schluss die Mandeln und das Mehl dazugeben und vorsichtig unterheben.
Die Masse in die gut gefettete Springform geben und bei 180 °C etwa 20 min backen und vollständig auskühlen lassen. Der Kuchen darf nicht zu trocken werden, lieber zu früh als zu spät aus dem Ofen holen.
Für den Guss die Schokolade mit der Butter und der Sahne im Wasserbad oder Simmertopf schmelzen und die Masse auf dem Kuchen verstreichen.
Die Mandelblättchen in einer Pfanne ohne Fett rösten und auf die noch weiche Creme geben.
Den Kuchen für mehrere Stunden kalt stellen und vor dem Servieren etwa 15 Minuten lang Zimmertemperatur annehmen lassen.


Penne mit Tomaten, Thunfisch und Rucola

Dienstag, 10. Januar 2012

Jaja, ich und die Vorsätze. Ich weiß schon, öfter bloggen und so. Klappt halt nicht immer so, wie man will.
Bei mir ist die Küche nur in den letzten Tagen öfter mal kalt geblieben, ich hatte das ganze Wochenende Besuch und da steht das Bloggen dann eben hintenan.
Aber ich bin nicht mit allen Vorsätzen so nachlässig.
Ich habe mir nämlich auch vorgenommen gesünder und vollwertiger zu kochen. Jaha, kein Witz! 
Nach diesen ganzen deftigen Eintöpfen, dem ganzen Fleisch, den Naschereien usw. sehnt sich mein Körper quasi nach gesunden, nahrhaften Speisen. Und die will ich ihm natürlich nicht verwehren.
Keine Sorge, mein Blog wird jetzt nicht zum Diät-Blog und glänzt durch verschiedene Blattsalatvariationen mit fettfreiem Dressing - ganz im Gegenteil. Ich koche sehr schmackhafte Gerichte, die aber eben etwas leichter und bekömmlicher sind. Natürlich gibt es auch noch die guten Fleischeintöpfe, süße Naschereien und Frittiertes, aber eben etwas weniger. 2012 steht bei mir etwas mehr unter dem gesunden Aspekt.
Ich hoffe ich verjage euch damit nicht, aber lasst euch ruhig überraschen, was da so kommt.

Los geht es direkt mit meinem heutigen Abendessen, einem Pastagericht aus Vollkornpasta (schmeckt so viel kerniger und besser als normale Hartweizengrieß-Pasta!) und einer cremigen Thunfisch-Tomaten-Rucola-Sauce mit Frischkäse. 
Das ist extrem köstlich, macht richtig schön satt, ohne dass man sich danach zu voll gefressen fühlt. Und lauter gute Dinge sind auch noch drin. Und schnell geht es sowieso. Eine klare Nachkochempfehlung - für Vegetarier auch ohne den Thunfisch.



Penne mit Tomaten, Thunfisch und Rucola
für 2 Portionen

100-150 g Vollkornpenne
1 El Olivenöl
1-2 Zwiebeln
1-2 Knoblauchzehen
300 g kleine reife Tomaten
1 El Weißweinessig oder Balsamico bianco
1 Tl selbstgemachtes Gemüsebrühpulver
1 Dose Thunfisch im eigenen Saft (Abtropfgewicht 150 g)
1/2 Bund Rucola
einige Stiele Basilikum
50 g Frischkäse
Salz, Pfeffer
Grana Padano zum Bestreuen
evtl. etwas mehr Rucola und Basilikum zum Anrichten

Die Penne nach Packungsanleitung in Salzwasser garen, abgießen und kurz abschrecken, damit die Nudeln nicht zusammenkleben. Beiseite stellen.
Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen.
Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein würfeln oder hacken (macht bei mir die Moulinette).
Beides im Olivenöl andünsten.
Tomaten waschen, den Strunk entfernen und die Tomaten inkl. Fruchtfleisch in etwa 1 cm große Stücke schneiden. 
Ebenfalls in die Pfanne geben und mit andünsten.
Den Essig dazugeben und die Mischung einige Minuten bei mittlerer Hitze sanft köcheln lassen. Gemüsebrühpulver, Salz und Pfeffer dazugeben (bei nicht selbstgemachter salzloser Brühe besser auf das Salz verzichten).
Etwa 100 ml Wasser angießen, bis eine sämige Sauce entsteht.
Den Thunfisch in ein Sieb geben, abtropfen lassen und zu den Tomaten in die Pfanne geben.
Den Rucola waschen und trocken schleudern, dann zwei mal durchschneiden, damit die Blätter nicht zu lang sind. 
Den Basilikum ebenfalls waschen und trocknen.
Sollte die Sauce zu dick sein, evtl. noch etwas Wasser einrühren und wieder aufkochen lassen.
Die Pfanne vom Herd nehmen, den Frischkäse gut unterrühren, dann die abgetropfte Pasta in die Sauce geben und gut durchmengen.
Rucola und Basilikum dazugeben und vorischtig unterheben.
Die Pasta auf zwei Pastateller verteilen, nach Belieben mit frisch geriebenem Grana Padano bestreuen und mit etwas frischem Rucola und Basilikum anrichten.
Sofort servieren.

Hähnchen-Rouladen mit Mangold

Mittwoch, 4. Januar 2012

So, nach den ganzen Keksen und dem Süßkram, der Ente und den deftigen Eintöpfen, kommen wir mal wieder zum "normalen" Essen. Schnell nach der Arbeit gemacht, frisch gekocht, man braucht nicht viele Zutaten und auf jeden Fall lecker.
Dazu gehören für mich ganz klar diese Hähnchenrouladen. 
Lockerer Basmatireis ist immer ein Genuss und Mangold ist seit dem letzten Jahr ja ohnehin mein Lieblingsgemüse geworden.



Hähnchen-Rouladen mit Mangold und Basmati-Reis
für 2 Portionen

2 Hähnchenbrustfilets
2 El Frischkäse
1 Mangold
1 Zwiebel, geschält und fein gehackt
1 Tl Gemüsebrühe
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Die Hähnchenbrustfilets mit einem Küchenpapier etwas abtupfen, Fett und Sehnen abschneiden und die Filets waagerecht vorsichtig mit einem Messer halbieren, damit man jeweils zwei dünne Schnitzel erhält.
Das Hähnchen von beiden Seiten salzen und pfeffern.
Jeweils eine Seite mit dem Frischkäse bestreichen.
Die Bläter vom Mangold abnehmen und putzen. Die Stiele v-förmig aus dem Blatt schneiden und in feine Streifen schneiden.
Insgesamt 4 der Blätter etwa 1 Minute blanchieren, danach abtropfen lassen und auf den Frischkäse legen. Die restlichen Blätter auch in feine Streifen schneiden.
Die Hähnchenschnitzel vorsichtig von der schmalen Seite her aufwickeln und mit Zahnstochern feststecken.
Etwas Olivenöl in einer nicht zu flachen Pfanne erhitzen und die Hähnchenrouladen von beiden Seiten gut anbraten.
Die Zwiebel dazugeben, kurz anschmoren, dann mit heißem Wasser ablöschen, bis die Hähnchen ungefähr zur Hälfte bedeckt sind.
Das Wasser zum Kochen bringen, die Gemüsebrühe einrühren und den Mangold dazugeben. Etwa 15-20 Minuten köcheln lassen, dabei die Rouladen einmal umdrehen.
Die Rouladen und den Mangold auf einen Teller geben. Die verbliebene Sauce weiter stark reduzieren und dann auf den Tellern verteilen.
Dazu passt lockerer Basmatireis.

Die Rouladen gibt es immer wieder mal bei uns. Es schmeckt auch super, wenn man Ziegenfrischkäse und Spinat verwendet, Pesto statt Frischkäse auf die Hähnchen streicht oder noch eine Scheibe Parmaschinken mit einwickelt.
Das Fleisch wird durch das Garen in der Brühe besonders zart und saftig.

Na das geht ja gut los... Weltbeste Schokokekse mit Flor de Sal

Dienstag, 3. Januar 2012

Hallo und herzlich Willkommen im Jahr 2012!
Ich bin gut reingekommen, hatte einen köstlichen Silvester-Raclette-Abend und seit heute ist schon wieder alles wie immer. 
Außer dass einem jeder ein frohes neues Jahr wünscht. Aber das ist ja nur nett gemeint und das macht man eben so.

Eigentlich ist die Weihnachtssaison vorbei und die meisten Leute können keine Kekse mehr sehen.
In unserer Büroküche stand heute eine Schüssel mit Dominosteinen. Mal abgesehen davon, dass ich die sowieso nicht mag, war das auch irgendwie befremdlich.

Trotzdem komme ich jetzt mit einem Keksrezept um die Ecke.
Doch bevor ihr genervt aufstöhnt und meine Seite zumacht - es handelt sich hier nicht um irgendwelche Kekse!
Es handelt sich um die weltbesten Schokoladenkekse, die ich je gegessen habe. Und ich habe schon viele gegessen!



Alles fing so an, dass ich ja bei Stephs KuLa-Geburtstagsverlosung ein tolles Care-Paket gewonnen habe.
Und da waren sie drin. 5 Stück, liebevoll mit Anhänger im Zellophan-Tütchen: DIE Kekse!
Ich habe sie sofort verschlungen, weil sie einfach sooo köstlich waren.
Also habe ich nicht lange gefackelt und habe die Kekse unverzüglich - nur leicht verändert - nachgebacken. Fleur de Sel habe ich nämlich nicht im Haus, ich liebe aber das mallorquinische Flor de Sal.

Das Rezept macht in der Blogwelt ja schon länger die Runde, wie bei Steph nachzulesen ist, aber bei mir sind sie eben erst jetzt angekommen. Besser spät als nie, denn die Kekse sind einfach nur der Wahnsinn.
Der Schokoladenduft und -geschmack, dazu ein leicht prickelndes Salzaroma durch die feinen Flocken - einfach irre und eine wirklich starke Kombination.

Deswegen hier noch meine kleine Abwandlung von Stephs Rezept für den Hausgebrauch und weil nicht jeder an Valrhona-Kuvertüre kommt oder eine Löffelwaage hat. Letztere ist aber gerade fürs Backen wirklich immer eine Anschaffung wert. Ich habe meine mal im Discounter besorgt und sie wiegt auf 0,1 g genau.


Schokoladenkekse mit Flor de Sal
für 2 Bleche

150 g sehr weiche Butter
120 g Rohrohrzucker
50 g Puderzucker
1/2 Tl Vanilleextrakt
150 g Zartbitterkuvertüre
175 g Mehl
5 g Natron (= ca. 1 gestrichener Tl)
30 g Kakao
4 g Flor de Sal oder auch Fleur de Sel (= ca. 1 gestrichener Tl)

Die Butter zusammen mit dem Rohrohrzucker, Puderzucker und Vanilleextrakt mit dem Handmixer cremig schlagen.
Die Zartbitterkuvertüre ganz fein raspeln. Ich habe sie in der Moulinette fast zu Pulver verarbeitet. Eine Parmesanreibe tut es aber auch. Gründlich unter die Buttermasse rühren.
Mehl, Natron und Kakao vermischen und zwei Mal gründlich durchsieben, bis alles gut vermischt und ganz fein ist.
Die Mehlmischung vorsichtig und zügig unter die Buttercreme mischen und nur kurz durchkneten.
Das Salz dazu geben und ebenfalls kurz untermischen.
Den Teig in zwei Teile teilen und ganz vorsichtig mit Hilfe eines Stücks Frischhaltefolie zu zwei Rollen mit ca. 3 cm Durchmesser rollen. Dafür den Teig etwas vorformen, auf die Frischhaltefolie legen, diese darum schlagen und dann die Teigrolle mit Hilfe der Folie vorsichtig unter den Händen rollen.
Fest in die Folie einschlagen und 2 Stunden in den Kühlschrank legen.
Danach aus dem Kühlschrank nehmen und 15 Minuten lang Raumtemperatur annehmen lassen. In der Zwischenzeit den Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
Die Rollen vorsichtig in ca. 0,5 cm dicke Scheiben schneiden und behutsam auf zwei mit Backpapier ausgelegte Bleche legen. Dabei ausreichend Abstand zueinander lassen, da die Kekse noch etwas auseinander gehen.
Auf der mittleren Schiene etwa 8-10 Minuten backen. Da sie noch weich sind, wenn sie aus dem Ofen kommen, einige Minuten auf dem Blech fest werden lassen, dann auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen und anschließend in luftdichte Behälter geben. Lange halten werden sie sowieso nicht...

So unscheinbar die Kekse auch aussehen - man muss sie einfach probiert haben!
Und passend sind sie sowieso immer für jeden Anlass. Bei mir werden sie jetzt zum Standardrezept.



Hier habe ich noch ein Bild von einem kleinen Saboteur, der mein Fotoset geentert und neugierig in meine Kamera gelinst hat. Kann man diesen Augen böse sein?

 

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