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Jahresrückblick 2011

Samstag, 31. Dezember 2011

Zum Ende des Jahres wird man ja immer irgendwie besinnlich.
Oder man fasst das vergangene Jahr statistisch zusammen und guckt, was dabei so in Summe herauskommt.
Ich mache einfach beides, denn dieses Jahr ist mein erstes Bloggerjahr - ich bin quasi noch ein Küken unter den Foodbloggern.
Oben sehr ihr eine Zusammenfassung der häufigsten Wörter in meinem Blog. Puh, immerhin erkennt man trotz der vielen Füllwörter, dass es sich um einen Foodblog handeln muss.

Und ich fange direkt mal mit was ganz tollem an, denn auch wenn das Jahr insgesamt eher holprig war und ich bisher von niemandem gehört habe, dass 2011 DAS Jahr schlechthin war, war 2011 im wahrsten Sinne des Wortes ein Gewinnerjahr für mich:
Los gings im August bei Charlotte's Diner, wo ich einen Gutschein für einen Online-Gewürzshop gewonnen habe.
Bei Alice im kulinarischen Wunderland habe ich dann im November bei ihrem Event zur Rettung ihrer Geburtstagsparty den Hauptpreis, einen Stabmixer von Braun gewonnen.
Weiter ging es dann bei Steph, die anlässlich des 3. Geburtstags des Kleinen Kuriositätenladens kleine Care-Pakete mit hausgemachten Köstlichkeiten verlost hat.
Als nächstes flatterte mir ein Brief von Gruner + Jahr ins Haus, dass ich beim eat&style-Gewinnspiel ein Jahresabo des Jamie-Magazins gewonnen habe.
Und heute, pünktlich zum Jahresabschluss die Krönung: Ich habe das airberlin-Weihnachtsgewinnspiel gewonnen und bekomme einen Gutschein für 2 Flüge in die USA.
Ich war dann eben direkt mal Lotto spielen... Das nenne ich Glückssträhne!

Kommen wir aber jetzt mal zurück zum Blog und was da so passiert ist.
Am Montag, den 10. Januar 2011 habe ich meinen Blog eingerichtet und meine ersten Postings erstellt.
Anfangs dachte ich noch, dass mein Blog ein reiner Cupcake-, USA-Food- oder Backblog sein würde, habe aber schnell gemerkt, dass mir das nicht reicht und ich von allem etwas veröffentlichen möchte.
Jetzt stehe ich hier, ein knappes Jahr später und kann stolz auf das zurückschauen, was so klein angefangen hat.
Anfangs hatte ich lange maximal eine Hand voll User und Kommentare gab es eher gar nicht.
Ich habe trotzdem immer weiter gemacht, meine Fotos verbessert, meine Gerichte ausgebaut und immer mehr gezeigt, was in meiner Küche so passiert.
Klar gab es auch mal Pausen wie Urlaube oder Krankheiten, aber bisher bin ich immer wieder gekommen.
Bis heute habe ich 133 Blogeinträge verfasst, das sind in diesem Jahr im Schnitt immerhin alle 2,7 Tage ein Neuer. Das ist natürlich noch steigerungsfähig und ich hoffe, dass es im kommenden Jahr noch mehr werden.

Gehen wir mal etwas tiefer in die Statisiken:
Hatte ich in den ersten Monaten noch vielleicht mit viel Glück um die 100 Seitenaufrufe am Tag, hatte ich im vergangenen Monat im Schnitt 780 Aufrufe pro Tag, Tendenz steigend.
Seit November befinde ich mich ganz klar auf dem Höhepunkt meiner bisherigen Aktivitäten und Besucher - im Augsut fing es schon ganz gut an, bekam dann aber einen Dämpfer, als ich durch meinen Umzug im Oktober fast einen Monat ohne Internet war.
Ihr seid aber zum Glück treue Leser und kommt immer alle wieder.

Das mit Abstand beliebteste Rezept bei mir mit 1.667 Seitenaufrufen ist die Apfeltarte mit Mascarponecreme und Mandeln, dicht gefolgt vom Französischen Apfelkuchen mit 1.649 Aufrufen. Notiz an mich: Nächstes Jahr noch mehr mit Äpfeln machen, das scheint gut anzukommen.
Meine Tiramisu-Cupcakes sind mit 1.509 Aufrufen schließlich auf Platz 3. 

Ich freue mich über 123 Google- und 74 Facebook-Leser und jeden weiteren, der ohne bestimmte Software regelmäßig bei mir reinguckt.

Lieblingsrezepte benennen fällt mir schwer. Dafür habe ich einfach zu viele zu leckere Sachen gekocht, die ja alle irgendwie ziemlich gut schmecken.
Deswegen hier der Versuch einer monatlichen Bestimmung meiner Highlights:
Mein Monatshighlight im Januar war zum Beispiel mein Granola, an das ich an dieser Stelle gerne noch mal erinnere. Ein einfaches, aber unheimlich leckeres Knuspermüsli!

Im Februar war das amerikanische Weißbrot eins meiner Highlights - schnell und einfach gemacht und sowohl frisch als auch getoasted immer lecker. Wer braucht da noch pappiges Toastbrot?!

Im März haben mir meine Zitronen-Cupcakes mit Lemon Curd-Füllung und Creamcheese-Frosting besonders gut geschmeckt. 

Im April habe ich zum ersten Mal Macarons gebacken, nachdem ich beruflich in London war, dort köstlich gespeist habe und einige Bücher mitgebracht habe. Mein Highlight war aber mein Bärlauch-Risotto. Ich freue mich schon wieder auf die nächste Bärlauch-Saison!

Im Mai gab es viele leckere Sachen, am liebsten mag ich aber meine Ravioli mit getrockneten Tomaten, Serranoschinken und Büffelmozzarella und einen Klassiker, mein Chili con Carne.
Dazu hatte ich einen wunderschönen Kurzurlaub in Barcelona, wo ich kulinarisch wirklich verwöhnt wurde.

Im Juni gab es auch viele tolle Sachen, besonders stolz war ich aber auf meinen ersten Frankfurter Kranz, den ich meinem Vater zum Geburtstag gebacken habe. Das Lammkarree mit Kartoffelwürfeln und mediterranem Gemüse war sonst auch ein echtes kulinarisches Highlight.

Mein Juli-Highlight war auf jeden Fall unser Sonntagsfrühstück deluxe mir Ricotta-Pancakes mit karamellisierten Pfirsichen und Semifreddo von weißer Schokolade. Außerdem gefiel mir meine Mangold-Quiche mit Feta ziemlich gut. In diesem Jahr habe ich den Mangold für mich als Lieblingsgemüse entdeckt.

Im August gefiel mir der Geburtstagkuchen für meine Arbeitskollegin besonders gut: Marzipankuchen mit Vanille-Pflaumen und Crème fraîche. Sehr lecker fand ich auch die Nektarinentarte mit Vanillecreme.

Im September hat mich mal wieder der Mangold überzeugt, vor allem die wirklich schnelle und unkomplizierte, aber sooo leckere Mangoldpfanne mit Knoblauchjoghurt.
Dazu hatte ich einen wunderschönen Urlaub im Norden von Mallorca, habe jeden Tag köstlich gegessen und bin leider aufgrund meines kurz darauf folgenden Umzugs nie dazu gekommen einen kulinarischen Reisebericht darüber zu schreiben.

Im Oktober war ich leider komplett internetlos, war aber nicht ganz untätig und habe den Fondant au chocolat für mich entdeckt.

Der November war bis jetzt mein fleißigster Monat und am besten gefielen mir die Mini-Quiches mit Feta und Tomaten und der Renner hier im Blog, die Apfeltarte mit Mascarponecreme und Mandeln.

Mein Dezember-Highlight ist absolut mein letztes Pasta-Rezept: Frische Pappardelle mit Mandel-Nuss-Pesto und knusprigem Parmaschinken.

Insgesamt hatte ich kulinarisch ein ganz hervorragendes Jahr, war in London, Köln, Barcelona und auf Mallorca in Spitzenrestaurants essen und habe auch in meiner eigenen Küche köstliche Dinge gezaubert.

A propos meine Küche:
Nachdem ich im Oktober umgezogen bin, war ich bis Anfang Dezember nur sehr eingeschränkt in meinen Möglichkeiten, weil meine Küche noch angepasst werden musste und ich neue Arbeitsplatten brauchte.
Nun ist sie aber endlich fertig und ist absolut nach meinen Vorstellungen.
Ich präsentiere euch: das ist moey's kitchen:




Um den Roman abzuschliessen, komme ich jetzt noch auf ein für mich sehr wichtiges Thema zu sprechen: KOCHBÜCHER.
Ich liebe Kochbücher. Ich sammel sie und lese sie leidenschaftlich gerne. Ich kaufe mir im Schnitt etwa 2-3 neue Kochbücher im Monat und verschlinge sie wie Romane. Leider dokumentiere ich das nicht vernünftig und kann gar nicht sagen, wie viele und was ich mir in diesem Jahr eigentlich gekauft habe.

Hier mal ein Blick auf mein Kochbuch-Regal (ohne Zeitschriften, dich ich auch gerne sammel...):


Ungefähr die Hälfte aller Bücher ist alleine in diesem Jahr dazugekommen, nachdem ich in den letzten Jahren immer wieder aussortiert hatte.

Ein Lieblingsbuch kann ich gar nicht benennen und auf die einzelnen Bücher einzugehen schaffe ich auch nicht, weil ich viele noch gar nicht "durchgearbeitet" habe.

Mein Lieblingsverlag in diesem Jahr ist aber Dorling Kindersley
Neben der kompletten Jamie-Oliver-Reihe, die ich vollständig habe und seit Anfang an sammel, habe ich in diesem Jahr bei DK neu gekauft: Genussvoll vegetarisch von Ottolenghi, Griechenland in meiner Küche, Mexikanisch kochen, Mamma Mia, Raffinierte Tartes von Schubeck und Wecker und Tartes & Pies. Ich mag den DK-Stil mit etwas dickerem, matten Papier und den typisch englischen Style einfach sehr. Und wenn ich so in die Neuerscheinungen für das nächste Jahr gucke, werde ich sicher auch fleissig weiter DK-Bücher kaufen...

Meine Lieblingsautorin ist Tanja Dusy, die als Redakteurin für Gräfe und Unzer arbeitet.
Los ging es mit der Sommerküche, aus der ich vieles nachgekocht habe. Ein wirklich tolles Buch und sicherlich eines meiner Lieblingsbücher in diesem Jahr.  Weiter ging es mit Frankreich, ebenfalls eines meiner Lieblingsbücher. Das Buch ist so liebevoll und authentisch gemacht, mein liebstes Buch zur französischen Küche! Jetzt pünktlich zum Winter kam dann noch die Winterküche dazu. Regionale und saisonale Gerichte, Klassiker und altes Gemüse wiederentdeckt. Auch dieses Buch ist wieder so schön gestaltet und enthält so tolle Rezepte, dass es zu meinen Lieblingsbüchern gehört.
Auf meiner Wunschliste stehen deswegen jetzt noch das Suppen-Buch von ihr und das neue Vegetarisch kochen.

Im kommenden Jahr wird deswegen auch wieder das ein oder andere neue Kochbuch in meinem Regal landen.
Außerdem habe ich mir vorgenommen wieder häufiger Rezensionen zu schreiben, Gerichte aus Kochbüchern nachzukochen und darüber zu berichten. Das ist in der Vergangenheit etwas untergegangen, aber ein fester Vorsatz für das neue Jahr.


Ihr lieben Leser -
ich danke euch für eure Treue 
und ich freue mich über jeden weiteren Mitleser, 
der sich auch im neuen Jahr hoffentlich 
an meinen Rezepten und Beiträgen erfreut.

Ich wünsche euch allen einen tollen Silvesterabend mit vielen Köstlichkeiten, 
einen guten Rutsch und vor allem 
ein gesundes, erfolgreiches und glückliches neues Jahr!

Frische Pappardelle mit Mandel-Nuss-Pesto und knusprigem Parmaschinken

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Nach der Weihnachtsvöllerei geht es bei mir wie versprochen jetzt auch wieder normal weiter. Kehren wir zum Alltag zurück. 
Fällt dieses Jahr leider auch gar nicht schwer.
Da Weihnachten so arbeitnehmerungünstig lag, hat man gar nicht mehr wirklich die ruhige Zeit zwischen Weihnachten und Silvester. Das hätte in diesem Jahr einfach noch 4 Tage Urlaub gekostet und das war es mir und einem Teil meiner Kollegen einfach nicht wert. 
Dafür ist es im Büro aber relativ entspannt - nur das Aufstehen nervt, wenn der Liebste frei hat und weiter schnarchen schlafen kann.
Freuen wir Arbeitnehmer uns also auf 2012, da liegen Heiligabend und Silvester jeweils auf einem Montag, dem Schaltjahr sei Dank.

Nun aber zum Essen - heute verblogge ich wirklich etwas ganz köstliches!
Ich bin ein Fan der Rezeptsammlung auf lecker.de und kaufe mir auch immer wieder die zugehörige Zeitschrift, auch wenn mich manchmal nur 2 oder 3 Sachen interessieren. Ich mag das Layout und die Aufmachung einfach und für mich hat so eine Kochzeitschrift auch einfach einen größeren Unterhaltungswert als eine Gala oder Bunte.
Im Dezember gab es das "Pasta des Monats" Rezept in Form von Pappardelle mit Nusspesto und Schinkenchips, das mich direkt angesprochen hat. 
Zufällig hatte ich auch alle Sachen im Haus und habe direkt losgelegt und das ganze ein bisschen nach meinem Geschmack abgewandelt. Und natürlich war die Pasta bei mir frisch und selbstgemacht.

Herausgekommen ist das:



Frische Pappardelle mit Mandel-Nuss-Pesto und Parmaschinken
für 2 Portionen

Für die Pasta:
150 g Mehl
50 g Hartweizengrieß
2 Eier

Aus den Pastazutaten einen glatten und elastischen Pastateig kneten, in Frischhaltefolie wickeln und bei Raumtemperatur eine Stunde ruhen lassen.
Danach mit der Nudelmaschine zu Lasagneplatten ausrollen und von Hand in breite Pappardelle schneiden.
Pappardelle auf einem Küchenhandtuch ausbreiten und mit einem weiteren Tuch bedecken, damit sie nicht austrocknen.
In der Zwischenzeit das Pesto zubereiten.

Für das Mandel-Nuss-Pesto:
2 El gemahlene Mandeln
2 El gemahlene Haselnüsse
1/2 Bund krause Petersilie
einige Zweige Thymian
2 Knoblauchzehen
gutes Olivenöl
Salz, Pfeffer

Mandeln und Haselnüsse in einer trockenen Pfanne ohne Fettzugabe etwas rösten, bis sie duften. Sie dürfen aber nicht zu dunkel werden.
In einen Mixbecher geben und abkühlen lassen.
Kräuter waschen und trocken schütteln. Thymian von den Stielen ziehen, Petersilie grob zupfen und beides in den Mixbecher geben.
Die Knoblauchzehen schälen und einen großzügigen Schluck Olivenöl angießen.
Mit Salz und Pfeffer würzen und die ganze Mischung mit dem Pürierstab zu einem geschmeidigen Pesto verrühren. Evtl. noch etwas Öl dazugeben, bis eine glatte Mischung entsteht.

Zur Fertigstellung des Gerichts:
4 Scheiben Parmaschinken
1 mittelgroße Zucchini
2 El Mandelblättchen
Grana Padano zum Servieren

Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den Parmaschinken darin knusprig ausbraten. Auf Küchenpapier legen und abtropfen lassen.
Die Zucchini putzen, abtrocknen und mit einem Kartoffelschäler längs in feine Streifen schneiden.
Bei mittlerer Hitze im Bratfett andünsten, bis sie weich werden.
In der Zwischenzeit die Pappardelle in reichlich gesalzenem Wasser etwa 2-3 Minuten sprudelnd kochen, bis sie aufsteigen.
Die Pasta etwas abtropfen lassen, aber noch tropfnass zur Zucchini geben und gut vermengen.
Die Pfanne ausschalten und das Pesto unter die Pasta rühren.
Die Pasta auf 2 Teller geben und den Schinken grob darüber zerpflücken.
In der noch heißen Pfanne gleichzeitig die Mandelblättchen noch kurz rösten, dann über der Pasta verteilen.
Mit frisch geriebenem Grana Padano bestreuen und sofort servieren.



Das ganze ging wirklich relativ fix (bis auf die Pastaherstellung, man kann natürlich auch fertige Pasta verwenden) und schmeckt wirklich unglaublich lecker. Die verschiedenen Aromen die da aufeinander treffen harmonieren hervorragend miteinander.
Das werde ich ganz sicher noch mal wieder machen.

Weihnachten 2011

Dienstag, 27. Dezember 2011

Habt ihr auch alle Weihnachten gut überstanden?
Ich hatte ja erst die Befürchtung, dass es in diesem Jahr ziemlich stressig werden könnte, nachdem wir im letzten Jahr ganz entspannt mit meiner Schwester in den USA gefeiert haben.

War aber völlig unbegründet. Es war nett, harmonisch, entspannt und vor allem lecker!
Heiligabend haben wir ganz gemütlich zu zweit verbracht und Raclette gegessen. Es gab ein köstliches Premium-Rinderfilet, das nur so auf der Zunge zerfallen ist, einfach großartig!
Am 1. Weihnachtsfeiertag haben wir uns von meiner Familie im Taunus mit Schweinebraten, Rotkohl und Knödeln verwöhnen lassen und gestern schließlich war die Verwandtschaft von meinem Liebsten zu Gast und ich habe ein wirklich leckeres Weihnachtsmenü serviert:

Mein Problem: 
Im Gegensatz zu meiner sonstigen Verrücktheit vor jedem Essen meine Softbox und mein Stativ samt Kamera zu positionieren wäre das in diesem Fall einfach unangebracht gewesen meine Gäste warten zu lassen oder mit einem "fangt schon mal an, ich muss nur mein Essen noch mal kurz fotografieren" abzuspeisen. 
In der Küche war es einfach zu unordentlich zum Fotografieren und ich hatte schon Stress genug jeweils 6 Teller gleichzeitig fertig zu bekommen. Deswegen gibt es leider keine Bilder von mir.
Aber ihr könnt euch ja sicher vorstellen, wie es ausgesehen haben könnte.

Mein zweites Problem: 
Es gibt keine Rezepte! Wenn ich in der Küche stehe und was neues ausprobiere, nehme ich mir normalerweise immer die Zeit und notiere alles, um es nachher veröffentlichen zu können.
In dem Fall hatte ich allerdings weder die Zeit noch die Muße und habe wie immer "aus'm Handgelenk" gekocht, hier noch gewürzt, da noch gewürzt und schon kriege ich es nicht mehr einwandfrei zusammen.

Im Groben gebe ich aber doch noch wieder, was ich so gemacht habe:

Für die Pastinakencremesuppe habe ich mich von dem Buch Winterküche von Tanja Dusy inspirieren lassen.
Im Grunde genommen werden einfach 1 kg Pastinaken geschält, längst geviertelt und in schmale Scheibchen geschnitten. Eine Zwiebel wird in etwas Butter angebraten, die Pastinaken werden kurz mitgedünstet und dann mit etwa 1,3 - 1,5 l Gemüsebrühe aufgegossen. Das ganze wird geköchelt, bis die Pastinaken weich sind, das dauert nicht länger als 10 - 15 Minuten.
Dann werden 200 - 300 ml Sahne bis zur gewünschten Konsistenz angegossen, das ganze püriert und die Suppe schließlich mit Muskatnuss abgeschmeckt. Das war es schon.
Für die Thymian-Croûtons wird einfach Baguette gewürfelt, in etwas Butter geröstet und mit Thymianblättchen verfeinert.

Zur Entenkeule mit Rotkohl hat mich Tim Mälzer inspiriert - ich fand die Idee toll die Ente auf dem Rost im Ofen zu garen und den Rotkohl im Bräter darunter zu stellen, damit das Fett aus den Keulen da hinein tropfen kann. Der Rotkohl bekommt ein tolles Aroma, wird schön glänzend und verkocht vor allem nicht, sondern behält einen angenehmen Biss ohne zu hart zu sein.
Ich habe die Ente allerdings mit einer Mischung aus Honig, Olivenöl, Wasser, Paprikapulver, Salz und etwas Lebkuchengewürz eingerieben.
Den 2kg-Brocken Rotkohl habe ich gehobelt und mit Salz und Zucker geknetet. 5 Zwiebeln in etwas Butter in einem großen Bräter angebraten, den Rotkohl dazugegeben, 4 Lorbeerblätter dazu und das ganze kurz gedünstet, bis der Rotkohl leicht zusammenfällt. Ich habe dann etwa 150 ml trockenen Rotwein angegossen, etwas Himbeeressig dazugegeben und das ganze mit etwas Zimt bestäubt.
Das alles kam dann für 1 1/4 Stunden in den Ofen.
Da ich ja kein Bratfett von der Ente hatte, habe ich die Portwein-Sauce wie folgt gekocht: Einen großzügigen Schluck Portwein und etwa 150 ml trockenen Rotwein mit einem daumengroßen Stück geschältem Ingwer, einer zerteilten Vanilleschote, einer Zimtstange und einer Nelke in einen beschichteten Topf geben und bei starker Hitze sirupartig reduzieren, dabei noch etwas Himbeeressig und Johannisbeergelee dazugeben und gut unterrühren. Dann das ganze etwas abkühlen und durchziehen lassen. Ingwer, Vanilleschote, Zimtstange und Nelke entfernen, den Sirup noch mal aufkochen und das ganze mit Enten- oder Geflügelfond loskochen. Den Saft einer halben Orange dazugeben und das ganze noch mal etwas einkochen lassen. Entweder weiter reduzieren oder mit etwas kalter Butter montieren oder Mehlbutter abbinden.
Den Rotkohl aus dem Ofen holen und mit Salz, Himbeeressig und Johannisbeergelee abschmecken und einen geschälten Boskoop-Apfel fein reiben und unterheben.
Dazu gab es einfache Kartoffelklöße.

Für das Bratapfel-Tiramisu habe ich Gewürzspekulatius im Mörser zerkleinert, in kleine Gläschen gegeben, etwas angedrückt und mit etwas naturtrübem Apfelsaft beträufelt.
Ich habe 3 Boskoop-Äpfel geschält und fein gewürfelt und zusammen mit etwas Zimptpulver und 2 Vanillestangen in eine beschichtete Auflaufform gegeben. Etwa 3 El Zucker darüber streuen, mit etwas Apfelsaft begießen und so lange im Ofen garen bis es karamellisiert und weich wird, aber noch stückig ist. Evtl. noch etwas Apfelsaft angießen, damit es eine kompottartige Konsistenz bekommt.
Das Kompott noch warm auf die Spekulatiusschicht geben, dann vollständig auskühlen lassen.
250 g Mascarpone mit ca. 5 El Puderzucker cremig aufschlagen. Esslöffelweise etwa 100 ml Sahne unterrühren, dabei immer weitermixen, bis eine dicke Creme entsteht.
In einen Spritzbeutel füllen und die Gläschen mit der Creme auffüllen.
Über Nacht kalt stellen und vor dem Servieren entweder mit Zimtpulver oder gerösteten gehackten Mandeln bestreuen.

Für das Zimtparfait werden 200 ml Milch mit 1 Tl Zimtpulver und 1 zerteilten Vanilleschote zum Kochen gebracht und wieder vom Herd genommen. Etwa 15 Minuten ziehen lassen.
In der Zwischenzeit 4 frische Bio-Eigelb zusammen mit 120 g feinstem Zucker dickschaumig und weißcremig aufschlagen.
Die Milch nochmal zum Kochen bringen, die Vanilleschote entfernen und die Temperatur auf sehr niedrige Hitze stellen. Esslöffelweise die Eiercreme in die Milch einrühren und gut untermischen. Die Mischung bei niedriger Temperatur so lange unter ständigem Rühren mit einem Teigschaber erhitzen, bis die Creme dicklich wird, dabei aber nie kochen lassen, weil das Eigelb sonst gerinnt.
Die Creme vollständig abkühlen lassen.
400 ml Sahne steif schlagen und nach und nach unter die abgekühlte Creme heben.
Eine Eisbox oder Plastikdose mit ca. 900 ml Inhalt mit Frischhaltefolie auslegen und die Masse hineingießen.
Über Nacht gefrieren lassen.
Vor dem Servieren etwa 5 Minuten antauen lassen, den Eisblock mit Hilfe der Folie aus der Dose heben und mit einem in heißes Wasser getauchten Messer in Scheiben schneiden.

Da ich von dem Parfait noch die 4 Eiweiß übrig hatte und diese ungern wegschmeißen wollte, habe ich noch schnell Stephs Bisous au chocolat gebacken und später zum Kaffee serviert.

Alles in allem ein wirklich gelunges Menü, das auch sehr gut ankam.
Ich werde das ein oder andere bestimmt noch mal wieder machen und dann auch die Bilder nachreichen.
Vom Rotkohl habe ich zum Beispiel noch etwas eingefroren und die Pastinakensuppe wird es ganz sicher bald wieder geben.

Ich hoffe ihr hattet auch so schöne Feiertage!

Ich bin jetzt wieder normal arbeiten, habe auch keinen Urlaub mehr und Silvester wird es bei mir auch nur wieder Raclette im kleinen Kreis geben.
Deswegen geht es hier morgen wieder wie gewohnt weiter.

Die Plätzchenwoche Teil IV: Vanilla Meltaways

Freitag, 23. Dezember 2011

Meine Lieben, kommen wir nun zum letzten Plätzchenrezept für dieses Jahr.
Irgendwie wurde dann doch wieder alles stressiger als ursprünglich geplant, wie das eben immer so ist...

Aber immerhin habe ich in diesem Jahr 6 Plätzchensorten hinbekommen, das ist ja schon mal was.
Die letzte Sorte in diesem Jahr ist ebenfalls von Martha Stewart adaptiert. Ihre Lime Meltaways wurden schon letztes Jahr von Steph nachgebacken und sind als Lemon Meltaways dieses Jahr in aller Munde und unter den Bloggern schon legendär: Christina hat dieses Jahr angefangen, A.D. und Zorra folgten kurz darauf und dann kamen noch Nina und schließlich Paule.


Bevor ich das gleiche Rezept jetzt auch noch mal verwurste, habe ich mich bewusst gegen Zitrone entschieden - eigentlich wollte ich ein anderes zitroniges Rezept ausprobieren. Das ist aber komplett in die Hose gegangen und landete in der Tonne. Das ist mir übrigens auch bei einem zweiten Rezept passiert. 
Zwei Versuche, sechs gelungene Plätzchenrezepte, der Schnitt ist also so lala.

Hier jedenfalls war mir nach Vanille! Vanillekipferl sind Klassiker, aber wie wäre es mit puren köstlichen Vanillekeksen, die auf der Zunge zergehen?
Statt Lime oder Lemon gibt es bei mir als Vanilla - sehr empfehlenswert!
Und die beiden anderen Sorten probiere ich ganz sicher auch mal aus.
Genauso wie noch etwa 50 weitere markierte Rezepte in Marthas Cookies-Buch...


Hier aber erst mal das Rezept für etwa 40 Vanilla Meltaways:

170 g weiche Butter
50 g gesiebter Puderzucker
2 Vanilleschoten, davon das ausgekratzte Mark
250 g gesiebtes Mehl
50 g gesiebte Maisstärke
2 El Milch
ca. 50 g gesiebter Puderzucker zum Wälzen

Butter, Puderzucker und das Vanillemark mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer dickschaumig zu einer hellen Creme aufschlagen.
Mehl und Stärke vermischen und nach und nach kurz unter die Buttermischung rühren, nachdem ca. die Hälfte davon verbraucht ist die Milch untermischen und alles zu einem glatten Teig formen.
Den Teig in zwei Teile aufteilen.
Jedes Stück zu einer etwa 5cm dicken Rolle formen, das klappt am besten mit Hilfe eines Stücks Backpapier oder Pergamentpapier, in das man den Teig einwickelt und straff zieht. 
1- 2 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.
Den Backofen auf 175 °C vorheizen und zwei Bleche mit Backpapier belegen (oder das Papier verwenden, in dem die Rollen eingewickelt waren).
Jede Rolle vorsichtig mit einem scharfen Messer in etwa 20 ca. 3 - 5 mm dicke Scheiben schneiden.
Die Scheiben auf das Backblech legen und auf der mittleren Schiene etwa 13 - 15 Minuten backen, die Kekse sollen aber hell bleiben und nicht zu sehr bräunen, deswegen lieber zu früh als zu spät aus dem Ofen holen.
Aus dem Ofen nehmen und sofort auf ein Kuchengitter geben, damit die Plätzchen auskühlen können.
Den Puderzucker zum Wälzen in einen tiefen Teller oder eine kleine Schüssel geben und die Plätzchen nach ca. 10 Minuten (sie dürfen nicht schon zu kalt sein, aber auch nicht mehr heiß) rundherum im Puderzucker wälzen, danach vollständig auskühlen lassen.

Die Plätzchen halten sich sehr gut, wenn sie luftdicht verpackt werden, aber selbst offen liegend schmecken meine auch nach mehreren Tagen noch und zerfallen auf der Zunge.


Das wars dann aus meiner Weihnachtsbäckerei für dieses Jahr.
Ich begebe mich jetzt auch in eine weihnachtliche Blog-Pause und bin dann nächste Woche wieder da. Dann auch wieder mit was richtig Herzhaftem...



Ich wünsche allen meinen Lesern 
wunderschöne Feststage und entspannte Weihnachten. 
Lasst es euch gut gehen und
verbringt eine schöne Zeit mit euren Lieben!

Die Plätzchenwoche Teil III: Lebkuchen

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Weihnachten kommt irgendwie immer so plötzlich und irgendwie auch viel schneller als man denkt.
Es ist noch soviel zu machen, da ich aber die ganze Zeit normal arbeite (bis auf die Feiertage natürlich), muss ich alles irgendwie nebenbei machen.
Deswegen liefere ich jetzt nur schnell ein tolles Lebkuchen-Rezept zum unbedingt Nachbacken ab.
Das Rezept bedarf nicht vieler Worte, es ist einfach köstlich!
Ich habe eine Herde Rudolphs daraus gebacken, aber auch die der Gingerbread Man ist natülich ein Klassiker.
Genau wie das Rezept. Das Bedarf etwas Zeit, die wir jetzt zugegebenermaßen nicht mehr haben, aber vielleicht ist es ja für jemanden eine Anregung für nächstes Jahr.
Der Teig ruht nämlich erst mal 2-3 Tage abgedeckt im Kühlschrank und entfaltet dabei sein volles Aroma. Nach dem Backen liegen die ausgestochenen Kekse dann erst mal 1-2 Tage an der Luft, damit sie richtig schön weich werden. Die Wartezeit lohnt sich aber absolut, denn der Aufwand ist ansonsten relativ gering und das Ergebnis ist ein saftiger, würziger Lebkuchen, den man beliebig dekorieren und verzieren kann.




Lebkuchen zum Ausstechen

500 g Mehl
10 g Weinsteinbackpulver
40 g Kakaopulver, ungesüßt
125 g gemahlene Haselnusskerne
350 g Rohrohrzucker
1 Bio-Zitrone, davon die abgeriebene Schale
1 Vanilleschote, davon das ausgekratzte Mark
1-2 Tl Lebkuchengewürz 
1 Tl gemahlener Zimt
2 Eier
200 g cremiger Honig
125 g kalte Butter in Flocken

Für den Lebkuchenteig zuerst das Mehl mit dem Backpulver gut vermischen, dann Kakao und gemahlene Haselnusskerne gut untermischen. Den Zucker ebenfalls gut unter die Mischung rühren.
Zitronenschale, Vanillemark, Lebkuchengewürz und Zimt zuerst seperat vermengen, dann sorgfältig unter die Teigmischung heben.
Eine Mulde in die Mischung drücken und die beiden Eier hineingleiten lassen. Von innen nach außen mit den anderen Zutaten vermengen. Bei mir hat das mein Knethakenaufsatz an der Küchenmaschine sehr gut gemacht, ein normaler Knethaken am Handmixer tut es aber bestimmt auch.
Den Honig zusammen mit der Butter dazugeben und alles gründlich durchkneten, bis ein homogener Teig entsteht. Sollte der Teig noch zu fest sein, kann man noch etwas Milch drangeben.
Der Duft dürfte bereits jetzt betörend sein!
Den Teig gut in Frischhaltefolie einwickeln und 2-3 Tage in den Kühlschrank legen.

Am Backtag den Ofen auf 175 °C vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.
Jeweils kleinere Portionen vom Teig abnehmen und auf einer bemehlten Arbeitsplatte etwa 3-5 mm dick ausrollen. Den Rest immer im Kühlschrank lassen. Der Teig lässt sich auch kalt sehr gut in Form drücken und dann ausrollen. 
Beliebige Formen ausstechen oder ausschneiden und auf die Bleche legen. Je nach Ofen etwa 15-20 Minuten backen - die Ränder dürfen sich leicht bräunen, allerdings dürfen die Kekse nicht zu dunkel und fest werden. Lieber etwas zu kurz als zu lang drin lassen.
Sofort auf ein Kuchengitter setzen und auskühlen lassen.
Danach entweder direkt verzieren, oder die Plätzchen erst mal 1-2 Tage liegen lassen, damit sie schön weich werden.


Royal Icing

1 frisches Bio-Eiweiß ohne Faden
einige Tropfen Zitronensaft
ca. 250 g gesiebter Puderzucker

Eiweiß und Zitronensaft in einer sauberen und fettfreien Schüssel kurz mit einem Schneebesen verquirlen.
Den Puderzucker esslöffelweise dazugeben und immer gut unterrühren, bis das Icing eine glatte und glänzende Konsistenz hat. Wenn die gewünschte Dicke erreicht ist keinen weiteren Puderzucker mehr dazugeben.
Die Schüssel luftdicht mit Klarsischtfolie abdecken und das Icing 1 Stunde ruhen lassen.
Danach nach Belieben entweder aufteilen und mit Lebensmittelfarbe in Pastenform einfärben oder direkt in einen Spritzbeutel mit kleiner Lochtülle füllen und die Plätzchen nach Belieben verzieren.


Weihnachten kann kommen!
Morgen kommt dann erst mal das letzte Rezept für dieses Jahr - mehr werde ich nicht mehr schaffen oder hebe sie für nächstes Jahr auf.

Bevor übrigens jemand was gegen mein Ausstechförmchen sagt - ich finde ebenfalls, dass die Rentiere eher aussehen wie Hasen. Es handelt sich aber um eine original amerikanische Form namens "Reindeer". Vielleicht ist es ja auch praktisch gemeint, so dass man keine eigene Form für Ostern mehr braucht... Dank der roten Nase sollte man meine Absicht aber hoffentlich erkennen können.

Weihnachtsmenü aus dem Archiv

Dienstag, 20. Dezember 2011

Da ich meine Plätzchenwoche ja nur ungern unterbreche, gibt es heute ausnahmsweise mal zwei Beiträge hintereinander.
Aus Zeitgründen kann das aber nicht zur Gewohnheit werden...

In letzter Sekunde möchte ich noch bei HighFoodalitys Blogevent "Euer Weihnachtsmenü 2011" mitmachen.

HighFoodality Blog-Event Weihnachtsmenü 2011


Obwohl ich noch nicht mal ein Jahr dabei bin, habe ich doch schon einiges zusammengetragen und kann deswegen auch schon ein recht ordentliches Archiv vorweisen.

Deswegen kommt hier mein Beitrag zum Blogevent, ich präsentiere: Mein Menüvorschlag aus dem Archiv!

Mein Menü beginnt mit einem leichten frischen Salat, der durch das Aroma von gerösteten Haselnüssen eine weihnachtliche Note bekommt. 
Danach gibt es ein feines Maronensüppchen, das ganz hervorragend in diese Jahreszeit passt.
Es folgt ein rosa gegartes Lammkarree, das mit gebackenen Kartoffelwürfeln und einer mediterranen Gemüsemischung serviert wird.
Zum Dessert gibt es dann noch ein klassisches Tiramisú, das dieses sehr mediterran angehauchte Menü perfekt abrundet.

Hier das Menü im Einzelnen:

VORSPEISE





ZWISCHENGANG





HAUPTGANG





DESSERT





Für mich muss es nicht immer ein klassischer Braten zu Weihnachten sein.
Ich mag mediterrane Gerichte sehr gerne, also warum auch nicht zu einem festlichen Anlass?
Solange sich einiges an Wintergemüse, Nüssen oder anderen typischen Winteraromen in den einzelnen Gerichten finde, finde ich das ganze sehr passend zu Weihnachten.

Die Plätzchenwoche Teil II: Thumbprint Cookies

Weiter gehts in der Plätzchenbackstube, diesmal doch etwas klassischer.

Nachdem mir gestern Abend ein Rezept für Zitronenplätzchen völlig misslungen ist und ich leider alles wegwerfen musste, weil es ungenießbar war, gibt es auch mal wieder was schönes zu vermelden, nämlich gelungene und leckere Plätzchen!

In den USA nennt man sie "Thumbprint Cookies" und das finde ich auch irgendwie schöner als "Engelsaugen".
Zumal sie laut Aussage meines Liebsten auch eher wie Zombieaugen aussehen würden.
Und da man die Plätzchen mit dem Daumen formt, finde ich Thumbprint passender.


Hier das Rezept für ca. 40 leckere Kekse:

250 g Mehl
1 Tl Weinsteinbackpulver
150 g kalte Butter in Flöckchen
100 g feinster Zucker
3 Eigelb
Mark von 1 Vanilleschote
ca. 50 g rotes Johannisbeergelee, Zimmertemperatur
Puderzucker zum Bestäuben

Alle Zutaten bis einschließlich des Vanillemarks in eine Rührschüssel geben und mit den Knethaken zu einem krümeligen Teig verarbeiten. Diesen dann mit den Händen kurz glatt kneten.
Den Teig in vier gleich große Stücke teilen, diese zu länglichen Rollen formen, in Frischhaltefolie wickeln und eine Stunde in den Kühlschrank legen.
Danach jede der Rollen in ca. 10 gleichmäßige Stücke schneiden, mit den Händen schnell zu Kugeln formen und diese auf zwei Stücke Backpapier setzen. Mit dem Daumen die Kugeln etwas flach drücken und dabei eine Mulde formen, ausreichend Abstand zueinander lassen.
Das Backpapier nochmal für etwa 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
Danach den Ofen auf 175 °C vorheizen, das Backpapier auf zwei Bleche geben und die Mulden der Kekse mit etwas Johannisbeergelee füllen.
Die Kekse ca. 12-15 Minuten leicht goldbraun backen, dann direkt auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Sobald sie abgekühlt sind mit Puderzucker bestreuen.


Als Füllung eignet sich jede Form von glatter Marmelade oder auch gehackte Schokoladen in Würfeln, Nuss-Nougat-Creme o.ä.

Die Kekse sind sehr mürbe und halten einige Tage in einer Plätzchendose.


Die Plätzchenwoche Teil I: Schoko-Knusper-Kekse

Montag, 19. Dezember 2011


Ich hänge ja zugegebenermaßen wieder mal etwas hinterher.
Die meisten haben pünktlich zum 4. Advent ihre Plätzchenbackerei beendet, ich fange jetzt erst so richtig an...
Bisher hatte ich erst 2 Plätzchensorten gebacken und wie man sehen kann, findet man bei mir auch nicht gerade die Klassiker wie Zimtsterne und Vanillekipferl. Stattdessen gab es bisher Macadamia-Weiße-Schokolade-Lieblingsplätzchen und Nougat-Haselnuss-Plätzchen.
Ein paar Rezepte habe ich allerdings noch, die ich umsetzen möchte und da ich ja nun eine Woche ans Bett gefesselt war und nicht zum Backen gekommen bin, läute ich nun eben jetzt offiziell meine Plätzchenwoche ein und liefere noch bis Heiligabend Plätzchenrezepte.


Los gehts heute mit den Schoko-Knusper-Keksen, die ich gestern gebacken habe.
Die Rezeptidee stammt aus dem großartigen Cookies-Buch von Martha Stewart und heißt eigentlich "Chocolate Crackles". Ich habe das ganze etwas umgerechnet, angepasst und Schoko-Knusper-Kekse daraus gebacken, die bei den Testessern so gut angekommen sind, dass ich das Rezept unverzüglich verbloggen muss.


Also bitte, hier sind sie:

Schoko-Knusper-Kekse
für ca. 45-50 Stück

225 g dunkle Schokolade (70% Kakaoanteil)
125 g weiche Butter
200 g Rohrohrzucker oder brauner Zucker
2 Eier Größe L, Raumtemperatur
170 g Mehl
30 g ungesüßtes Kakaopulver
2 Tl Backpulver
60 ml Milch
normaler weißer Zucker und Puderzucker zum Fertigstellen

Die Schokolade im Wasserbad oder Simmertopf zum Schmelzen bringen und abkühlen lassen.

Die Butter schaumig aufschlagen, den Zucker hineinrieseln lassen und zu einer luftigen Creme verschlagen. 
Die beiden Eier einzeln gut unterrühren, dann die Schokolade untermixen.

Mehl, Kakaopulver und Backpulver sehr gut vermischen und die Hälfte der Mischung unter die Schokoladenmasse rühren.

Die Milch gut unterrühren, dann erst den zweiten Teil der Mehlmischung.

Den Teig für 1-2 Stunden kalt stellen, damit er sich danach weiter verarbeiten lässt.

Den Ofen auf 175 °C vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.

In eine flache Schale normalen weißen Zucker geben, in eine zweite Schale Puderzucker. 

1/4 des Teigs abnehmen, den Rest wieder kalt stellen.
Mit Hilfe eines Teelöffel etwa walnussgroße Teigstücke abnehmen und zwischen den Händen zu Kugeln formen. Der Teig ist recht klebrig, sollte sich aber ganz gut verarbeiten lassen.

Die Teigkugeln zuerst rundherum im normalen Zucker wälzen, dann großzügig im Puderzucker wenden.

Die Kugeln mit ausreichend Abstand zu einander auf ein Blech setzen und ca. 14 Minuten backen.
Der Kern darf gerne noch etwas weich sein.

Die Kekse sofort auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und abgekühlt in Dosen verpacken.

Nach und nach den ganzen Teig verarbeiten, diesen zwischendurch aber immer wieder kalt stellen, damit er sich besser formen lässt.























Das Ergebnis sind knusprige, super leckere und sehr schokoladige Kekse, die nicht nur an Weihnachten gut schmecken!

Mein Ragù Bolognese

Samstag, 17. Dezember 2011

Dank einer fiesen Grippe lag ich in der vergangenen Woche komplett flach. Einfach so umgehauen, mit allem drum und dran. Am PC Sitzen war so gar nicht möglich. Und Kochen leider auch nur eingeschränkt.

Von davor habe ich allerdings noch einen Klassiker, den ich unbedingt verbloggen will.
Klar, alles schon da gewesen, hat doch jeder schon mal gemacht usw.
Macht man Ragù Bolognese wirklich mit Milch? 
Und was kommt dran, Rot- oder Weißwein? 
Rind oder Schwein oder gar beides?

Ich weiß, dass es ein so genanntes Originalrezept gibt und das ist meins ganz sicher nicht.
Ich habe mir jedoch Marcella Hazan zum Vorbild genommen. Die Frau muss es wissen, ist sie schließlich DIE Ikone der italienischen Küche.
Nach ihrem Rezept habe ich mir eine Bolognese für meinen Geschmack zurechtgebastelt und nenne es jetzt einfach mein Ragù Bolognese. 
Und es kommt Milch dran! Und statt Rot- natürlich Weißwein. Und sowohl Rind als auch Schwein. Und es schmeckt fantastisch lecker!
Kräuter kommen überhaupt nicht dran, genausowenig wie irgendwelche Brühenzusätze. 
Als einziges Gewürz gibt eine Prise Muskatnuss den richtigen Pfiff. Allerdings schummel ich ein bisschen, denn bei mir kommt Olivenöl mit dran, was im Originalrezept nicht vorgesehen ist. 

Für solche Art von Gerichten, die stundenlang vor sich hin schmoren oder köcheln müssen, habe ich mir vor einigen Jahren eine einzelne energiesparende Induktionsplatte angeschafft, die sich sehr bewährt hat.



Mein Ragù Bolognese

Zutaten für einen großen Topf (etwa 8-10 Portionen)
3 kleine Zwiebeln
5 kleine Möhren
4 dünne Stangen Staudensellerie
1,5 kg Hackfleisch (2 Teile Rind, 1 Teil Schwein)
1/2 l Milch
1/4 l trockenen italienischen Weißwein
1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
2 kg sonnengereifet italienische ganze Tomaten aus der Dose
Olivenöl
Butter 
Salz, Pfeffer

Die Zwiebeln und Möhren schälen und sehr fein würfeln.
Den Sellerie putzen und ebenfalls in sehr feine Würfel schneiden.
Etwas Olivenöl und Butter in einem großen Topf mti schwerem Boden zerlassen und das klein gewürfelte Gemüse darin unter Rühren gut andünsten.
Das Hackfleisch dazu geben und so lange unter Rühren braten, bis es durchgegart ist.
Die Milch angießen und die Flüssigkeit bei mittlerer Hitze und offenem Deckel vollständig verdampfen lassen, das dauert etwa 20-30 Minuten.
Danach den Weißwein zum Ablöschen angießen, eine Prise Muskatnuss dazugeben und das ganze wieder leicht einköcheln lassen.
Die Tomaten angießen, grob im Topf zerhacken und das Ragù bei sehr niedriger Temperatur etwa 3-4 Stunden nur leicht simmern lassen. 
Sollte zuviel Flüssigkeit verkochen, wenn nötig nach und nach Wasser nachgießen, nicht mehr als 100 ml auf einmal.
Danach muss man erkennen können, wie sich das Fett von der Flüssigkeit trennt und wie das Fleisch ganz weich wird.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Das Ragù zusammen mit heißer Pasta, die kurz in Butter geschwenkt wurde, servieren und mit Parmesan oder Grana Padano bestreuen.
Zum Aufwärmen das Ragù nochmal mindestens 10 Minuten köcheln lassen.
Man kann es auch sehr gut auf Vorrat kochen und einfrieren.
 

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