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Einen Frankfurter Kranz zum Geburtstag

Sonntag, 26. Juni 2011

Ich kenne gleich mehrere Leute, die am 26.06. geboren sind und heute bei strahlendem Sonnenschein ihren Geburtstag feiern durften.
Meinen herzlichsten Glückwunsch an alle heutigen Geburtstagskinder!
Unter anderem gehört auch mein Vater zu den Geburtstagskindern, der allerdings in den letzten Jahren nie gefeiert hat.
Heute jedoch kam die Familie im Garten meiner Oma im Taunus zusammen und hat einen wunderbaren Nachmittag miteinander verbracht.

DIE Gelegenheit für mich, meinem Vater endlich mal seinen Lieblingskuchen zu backen!
Als ich ihm heute sagte, dass ich seinen Lieblingskuchen gemacht habe, rief er zunächst erfreut: "Oh, Tiramisù!", woraufhin ich nur erwidern konnte: "Nein Papa, da kommst du ein paar Tage zu spät und außerdem rede ich doch von richtigem Kuchen bzw. einer Torte!".
Daraufhin war schnell klar, dass es sich um einen Frankfurter Kranz handeln musste.

Wir haben in unserer Familie schon jahrelang Frankfurter Kranz gegessen, mussten aber feststellen, dass der Kranz vom Konditor arg nachgelassen hat. Statt echter Buttercreme wird häufig nur noch ein angerührtes Pulver verwendet, dazu schmeckte der Teig immer mehr nach künstlichen Aromen.

Und da ich mir vor einiger Zeit eine Kranzform zugelegt habe, war das jetzt die Gelegenheit das erste Mal selber einen Frankfurter Kranz zu backen - und zwar mit richtiger Buttercreme und ohne sonstige Aromen.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen, der Kuchen war köstlich!


Es gibt verschiedene Rezepte für einen guten Frankfurter Kranz. 
Häufig backt man einen Rührteig, tränkt die Böden mit Läuterzucker und Rum und bestreicht sie mit Johannisbeergelee, später dekoriert man den Kranz mit Haselnusskrokant.

Ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht wieder aus der Reihe tanzen würde...
Ich habe mich für einen luftigen Biskuitteig entschieden, habe natürlich auf das Aromatisieren verzichtet und selbst gemachte Erdbeer-Vanille-Konfitüre verwendet. Da wir auch keine Cocktailkirschen mögen, gab es Amarenakirschen zur Dekoration und außerdem Mandelkrokant.


Für eine 26 cm Frankfurter Kranz-Form

Für den Boden
4 Bio-Eier
200 g feinster Zucker
100 g Mehl
100 g Speisestärke
1 Tl Weinsteinbackpulver

Die Eier trennen. Das Eiweiß mit 4 El eiskaltem Wasser sehr steif schlagen, dann den Zucker einrieseln lassen und gut unterschlagen. Die 4 Eigelb einzeln in die Masse gleiten lassen und gut verrühren.
Mehl, Speisestärke und Backpulver vermischen, auf die Eimasse sieben und nur kurz unterrühren.
Den Teig in eine gefettete und bemehlte Kranzform geben und bei 190 °C etwa 30 Minuten backen.

Den Kuchen erst kurz in der Form auskühlen lassen, dann herausnehmen und auf einem Kuchengitter vollständig erkalten lassen.
Nach dem Auskühlen zweimal waagerecht durchschneiden.



Für die Buttercreme und Füllung
750 ml Milch
2 Päckchen Vanillepuddingpulver
100 g Zucker
300 g zimmerwarme Butter
ca. 3-4 El rote Konfitüre nach Geschmack (bei mir Erdbeer-Vanille)

Von der Milch etwa 6 El abnehmen und mit dem Puddingpulver und dem Zucker gut verrühren. Die restliche Milch zum Kochen bringen. Puddingpulver einrühren, gut unterrühren und den Pudding noch mal aufkochen.
Danach direkt in eine Schüssel gießen und ein Stück Frischhaltefolie direkt auf die Puddingoberfläche legen.
Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, damit Pudding und Butter die gleiche Temperatur haben.

Sobald beides die gleiche Temperatur hat, die Butter in einer großen Rührschüssel cremig aufschlagen. Esslöffelweise den Pudding dazugeben und gut unterschlagen, bis eine geschmeidige Creme entstanden ist.

Den untersten Kuchenring mit der Konfitüre bestreichen. Direkt darauf eine dünne Schicht Buttercreme geben und den nächsten Ring darauf setzen. Mit einer etwas dickeren Schicht Buttercreme bestreichen und den letzten Ring aufsetzen.
Den Kuchen rundherum mit der restlichen Buttercreme einstreichen (wer mag hebt etwas für die Verzierungstupfen auf - ich habe dafür aber Sahne verwendet).
Das ganze jetzt mindestens für ein paar Stunden, besser über Nacht in den Kühlschrank stellen, damit die Creme fest wird und der Boden gut durchzieht.



Für den Mandelkrokant
25 g Butter
100 g Zucker
200 g gehackte, blanchierte Mandeln
Die Butter in einer großen beschichteten Pfanne bei niedriger Temperatur zerlassen. Den Zucker einrieseln lassen und gut vermengen. Die Temperatur etwas erhöhen und solange gleichmässig rühren, bis der Zucker anfängt sich aufzulösen. 
Dann die gehackten Mandeln dazugeben und immer weiter rühren, bis sich das ganze verbindet und die Mandeln leicht Farbe annehmen.
Die Masse auf ein kaltes Blech geben und gleichmäßig verteilen. Vollständig auskühlen lassen. Fall die Stücke aneinander kleben mit einem Nudelholz zerbrechen. Nach dem Auskühlen in eine fest verschließbare Box packen.

Am nächsten Morgen den Krokant auf die Buttercreme pressen. Da die Creme recht fest ist, funktioniert es ganz gut, wenn man einfach Krokant in die Hand nimmt und diesen dann unter stetigem Drehen der Kuchenplatte auf die Creme drückt.



Für die Dekoration
100 ml Sahne
1 Päckchen Sahnesteif
20 g Zucker
10-15 Amarenakirschen, je nach Anzahl der Sahnetupfen

Die Sahne in eine Rührschüssel geben und kurz aufschlagen. Sahnesteif und Zucker vermengen und unter Rühren unter die Sahne mischen. Die Sahne steif schlagen, dann in einen Spritzbeutel mit Sterntülle geben und gleichmäßig Tupfen auf die Torte spritzen.
Die Amarenakirschen kurz abwaschen, trocken tupfen und auf die Sahnetupfen setzen.

Den Frankfurter Kranz bis zum Anschneiden kühl stellen. 
Er schmeckt auch sehr gut, wenn er noch einen weiteren Tag im Kühlschrank durchzieht.

Der Aufwand und das Warten lohnen sich!



Und noch ein paar Sommertagsimpressionen...









Tiramisù - Kann denn Genuss Sünde sein?

Samstag, 25. Juni 2011

Nachdem Alex auf Mittelmeerdiät ist und es auch sonst eine rege Diskussionen zum Thema Diäten gab und ich über eine noch verrücktere Diät gestolpert bin, als alles was ich zuvor kannte, habe ich mir erst mal den Bauch getätschelt und ein schönes Tiramisù gemacht. 
Das Wort Diät schlägt bei mir irgendwie immer ins Gegenteil um...


Aber Tiramisù ist eines der Desserts, die ich mittlerweile im Schlaf zubereiten könnte, weil ich es einfach so gerne mache, esse und die verzückten Blicke meiner Mitesser so gerne sehe.

Auch hier ist es allerdings wieder der Fall, dass bei mir kein Alkohol dran kommt, auch wenn das vielleicht gänzlich untypisch ist. (An mein Tiramisù kommt aber auch Sahne...).
Ich mag einfach keinen Alkoholgeschmack (geschweige denn Alkoholaroma, wie zum Beispiel Rumaroma) in meinem Essen, Punkt. 
Ausnahme sind da nur gekochte Gerichte, wo selbstverständlich Wein dran gehört, wie Risotto, Schmorgerichte usw.
In mein Tiramisù kommt aber eben genausowenig Alkohol wie in meine Backwaren und es schmeckt auch so einfach nur göttlich!


Und so einfach gehts:

2 sehr frische Bio-Eier trennen. 
Das Eiweiß mit einer Prise Salz sehr steif schlagen und beiseite stellen, das Eigelb in eine Rührschüssel geben.

Eigelb mit 100 g Puderzucker cremig aufschlagen, dann 500 g Mascarpone gut unterrühren. 

4 Tassen starken Espresso kochen, 1 El abnehmen und unter die Mascarponemasse rühren.

200 ml Sahne steif schlagen und zusammen mit dem Eischnee unter die Creme heben und gut vermischen.

Restlichen Espresso in eine flache Schüssel geben und 200 g Löffelbiskuits kurz darin tränken, dann in einer ersten Lage in eine Auflaufform geben. 
Diese Lage mit Creme bedecken, dann eine weitere Schicht Löffelbiskuits daraufgeben und wieder mit Creme abschließen.

Das ganze mit Frischhaltefolie bedecken und mindestens über Nacht, eher aber länger kalt stellen. 

Kurz vor dem Servieren mit Kakaopulver (ungesüßt) bestäuben.


Sehr hübsch anzusehen ist es, wenn man die Löffelbiskuits mit einem Stößel zerkleinert, direkt mit etwas Espresso mischt und in einem Glas andrückt, mit Creme bedeckt, wieder etwas von der Biskuitmasse daraufgibt und so weiter.



Lammkarree mit Kartoffelwürfeln und mediterranem Gemüse

Freitag, 24. Juni 2011

Manchmal muss man es sich einfach gut gehen lassen.
Einfach das essen, wo man wirklich richtig Lust drauf hat, auch wenn man dafür etwas tiefer in die Tasche greifen muss.
So ein Fall war einfach, als wir vor ein paar Tagen vor der Fleischauslage standen und ein wunderbares Lammkarree gesehen haben.
Wieder so eine Sache, die ich bisher noch nicht selber gemacht habe, aber im Restaurant durchaus gerne bestelle. 
Also ran an das Stück Fleisch und ein köstliches und aromatisches mediterranes Gericht gezaubert!


Für 2 Personen benötigt man ein Stück Lammkarree mit etwa 8-10 Knochen, das dürften so etwa 500 g sein.
Das Lamm abwaschen, mit Küchenpapier gut abtupfen und dann mit einer Marinade bestreichen.
Für die Marinade frischen Thymian, Oregano und Rosmarin klein hacken, 1 Knoblauchzehe dazupressen und mit einem Schluck Olivenöl aufgießen. Das Lammfleisch von beiden Seiten mit dieser Mischung einpinseln, gut in Frischhaltefolie packen und mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank legen.

In der Zwischenzeit das Gemüse vorbereiten.
Bei mir waren das 1 rote Paprika, 1 Aubergine und 1 Zucchini. Gelbe Paprika hätte noch einen netten farblichen Kontrast gegeben, das wäre allerdings zuviel geworden.
Das Gemüse waschen und in etwa 0,5 cm große Würfel schneiden. In einer Schüssel vermengen, 1 Knoblauchzehe dazupressen, 1 El Olivenöl darüber geben und mediterrane Kräuter nach Wahl dazumischen (bei mir waren es wieder Thymian und Rosmarin). Mit Salz und Pfeffer würzen. Bis zur Verwendung kalt stellen.

3 große fest kochende Kartoffeln gut waschen, aber nicht schälen. Ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Eine kleine Auflaufform mit Olivenöl einpinsen und die Kartoffelwürfel hineingeben. Mit Pimentón de la Vera (scharfem gerösteten Paprikapulver), Salz und Pfeffer würzen. Ich habe auch hier wieder Rosmarin dazugegeben, auch wenn sich das jetzt in allen drei Komponenten wiederfindet. Es passt nur einfach zu allem sehr gut!



Den Ofen auf 180 °C vorheizen. Zuerst die Kartoffeln für etwa 10 Minuten in den Ofen stellen, dann das Gemüse ebenfalls in den Ofen geben.
Eine ofenfeste Pfanne stark erhitzen, etwas Olivenöl hineingeben und das Lammkarree von beiden Seiten stark anbraten. Kartoffeln und Gemüse auf die untere Ofenschiene stellen, den Ofen auf Umluft umstellen und die Pfanne mit dem Lamm auf die mittlere Schiene geben. 10 Minuten im Ofen lassen. Danach den Ofen ausschalten, die Ofentür öffnen und das Lamm noch etwa 5 Minuten ruhen lassen.

Das Karree danach in Scheiben schneiden, salzen und pfeffern und mit dem Gemüse und den Kartoffeln servieren. 


Gut dazu passt Ajvar oder Balsamicocreme, uns hat es pur aber am besten geschmeckt, weil das Lamm sehr zart war und durch Marinade würzig genug.
Wer lieber Sauce dazu möchte kann den Bratensatz mit Lammfond und Rotwein loskochen und einkochen lassen.

Ein unheimlich leckeres und aromatisches Gericht, das an Mittelmeerurlaub erinnert!

Gianduja-Stracciatella-Eis

Montag, 20. Juni 2011

Ich finde, dass es mal wieder Zeit für ein Eis wird.
Natürlich wieder eins nach Lebovitz aus diesem Buch: The Perfect Scoop: Ice Creams, Sorbets, Granitas, and Sweet Accompaniments
Und geschmacklich meiner Meinung nach bisher das leckerste Eis, das ich je gemacht habe!
Lecker schokoladig, zartcremig, dazu knusprige Schokostückchen und ein dezenter Nutellageschmack - genau das richtige für Schocoholics!

Ich verliere auch gar nicht mehr viele Worte, sondern zeige es euch einfach mal:


Sieht das nicht lecker aus?

Für etwa 500 ml Eis:

100 g Haselnusskerne auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben und bei 190 °C im vorgeheizten Ofen für etwa 12-15 Minuten rösten, bis die Nüsse duften, aber noch nicht zu schwarz sind.
Sofort vom Backpapier auf ein Geschirrtuch gleiten lassen, dieses zusammenfalten und die Nüsse kräftig mit den Händen durchrubbeln, bis sich die Nusshäute lösen. Die gehäuteten Nusskerne in einem Mixer zermahlen.

125 ml Vollmilch mit 125 ml Sahne und 75 g Zucker in einem Topf bei mittlerer Hitze leicht erwärmen. Topf vom Herd ziehen und die gemahlenen Haselnusskerne in die Milch rühren. 1 Stunde durchziehen lassen.

125 ml Sahne zum Kochen bringen und wieder vom Herd nehmen. 75 g Vollmilchschokolade in Stücke brechen und in der Sahne auflösen. Die Mischung gut durchrühren.

Die Haselnussmilch durch ein feines Sieb in einen Topf gießen, die Nussmasse dabei gut mit den Händen ausdrücken. Die Nüsse wegwerfen (schmecken jetzt sowieso kaum noch nach Haselnuss), die Milch auf mittlere Temperatur erwärmen.

5 Eigelb in einer Rührschüssel dick und cremig aufschlagen. Langsam die Haselnussmilch zugießen, dabei immer weiter rühren. Die ganze Masse zurück in den Topf geben und bei mittlerer Hitze erwärmen, bis die Masse langsam andickt. Dabei immer weiter mit einem Silikonteigschaber über den Boden streichen, damit nichts ansetzt. Sobald die Masse etwas angedickt ist, diese vom Herd nehmen. Das Ganze durch ein Sieb auf die Schoko-Sahne-Mischung geben. Gut durchrühren.

Die Masse gut im Kühlschrank auskühlen lassen, danach nach Herstellerempfehlung in der Eismaschine zubereiten. Während das Eis zubereitet wird 100 g Zartbitterschokolade in Stücke brechen und bei niedriger Temperatur schmelzen lassen, danach abkühlen lassen. Kurz vor Ende der Eisbereitung die flüssige Schokolade in dünnem Strahl unter stetigem Weiterrühren in der Maschine in die Eismasse laufen lassen. Das ganze weiter gut durchmengen lassen, dann direkt servieren oder noch mal einfrieren.





Red Velvet Cupcakes mit weißer Schokoladen-Buttercreme

Sonntag, 19. Juni 2011


Naja, das "Red" setze ich mal in Anführungszeichen...

Red Velvet reizt mich irgendwie ganz besonders. In den USA habe ich verschiedene Varianten von Red Velvet Cakes, Cheesecakes und Cupcakes probiert und liebe einfach die samtige Konsistenz und die krasse Farbe.

Deswegen habe ich bisher schon zwei Mal Red Velvet Cupcakes nachgebacken, war aber vom Ergebnis jedes Mal nicht so begeistert. Ich fand die Cupcakes irgendwie bitter und langweilig, jedenfalls ganz anders als ich sie in Erinnerung hatte. Und wirklich rot waren sie auch nie. Ich habe überlegt, ob es vielleicht am verwendeten Öl lag, was wirklich ganz frisch geöffnet sein sollte. Oder am Essig oder der Farbe.

Mittlerweile habe ich alle erforderlichen amerikanischen Zutaten zusammen und habe heute einen erneuten Nachbackversuch gestartet. Geschmack und Konsistenz sind diesmal hervorragend: weich, samtig, leicht schokoladig, nicht zu süß!
Und ich habe ein für mich passendes angenehm süßes Buttercreme-Frosting gefunden, da ich das säuerliche klassische Creamcheese-Frosting nicht passend zu dem ohnehin nicht sehr süßen Cupcake finde.


Was mir mal wieder nicht gelungen ist, ist die Farbe. Ich bin einfach nicht mutig genug und habe nur 1/2 Tl Pastenfarbe genommen, weil der Teig schon damit extrem giftig aussah. Bis Minute 12 im Ofen sah auch alles super aus, aber dann ist die Farbe förmlich "rausgebacken" worden.
Ich muss wohl einfach mal die Sau rauslassen und einen ganzen Teelöffel nehmen. Jetzt habe ich schon das super helle amerikanische Kakaopulver und original Baking Soda genommen und es scheitert wieder an der Farbe.


Ich poste das Rezept natürlich dennoch, den der Geschmack ist spitze und ich empfehle einfach mehr Farbe zu nehmen. Wenn man denkt, dass es genug ist ruhig noch ne Portion reinhauen!



Zutaten für 12 Cupcakes:

170 g feiner Zucker
180 ml ganz frisches Sonnenblumenöl
1 Ei
1/2 Tl Vanilleextrakt
1-2 Tl (!) rote Lebensmittelfarbe in Pastenform (oder entsprechend Pulver bzw. Flüssigkeit)
150 g Mehl
1 El unbehandeltes, ungesüßtes Kakaopulver (Seelensturm hat hier mal sehr schön den Vergleich gezeigt)
1 Prise Salz
120 g Saure Sahne
1 Tl Baking Soda
1 Tl Weißweinessig

Zucker und Öl in eine Schüssel geben und gründlich verrühren. Das Ei dazugeben und ebenfalls gut unterrühren, dann Vanilleextrakt und Lebensmittelfarbe ebenfalls untermischen.

Mehl, Kakaopulver und Salz gut vermischen und durchsieben.

Die Hälfte der Mehlmischung unter die Zucker-Öl-Mischung rühren, dann die Hälfte der Sauren Sahne unterrühren. Den Rest der Mehlmischung, dann den Rest der Sauren Sahne untermengen.

Das Baking Soda im Essig auflösen (schäumt stark!), dann diese Mischung zum Teig geben und noch mal kurz und gründlich untermischen.

Den Teig auf 12 Papierförmchen verteilen und die Cupcakes im vorgeheizten Ofen bei 190 °C etwa 20-25 Minuten backen.

Die Form für 5 Minuten auf einem Gitter abkühlen lassen, dann die Cupcakes herausnehmen und vollständig auskühlen lassen.



Zutaten für das Frosting:
150 ml Milch
1 El Sahnepuddingpulver oder Stärke
125 g weiße Schokolade oder Kuvertüre
100 g weiche Butter
50 g Puderzucker, gesiebt

Die Milch bis auf 2 El in einen Topf geben und einmal aufkochen lassen. Puddingpulver oder Stärke in die restliche Milch einrühren, dann die Mischung in den Topf geben und 1 Minute lang gründlich durchrühren.

Den Pudding sofort in eine Schüssel geben und eine Frischhaltefolie direkt darüber legen, damit sich keine Haut bildet. Abkühlen lassen.

Die weiße Schokolade bei sehr niedriger Temperatur in einem kleinen Topf schmelzen und wieder abkühlen lassen.

Die weiche Butter mit dem gesiebten Puderzucker sehr cremig aufschlagen. Den Pudding teelöffelweise dazugeben und jeweils gut unterrühren. Zum Schluss die geschmolzene Schokolade unterrühren.

Sollte das Frosting zu weich sein, kurz im Kühlschrank anziehen lassen.

In einen Spritzbeutel mit großer Sterntülle füllen und die Cupcakes damit dekorieren.


Couscous-Linsen-Salat mit Paprika

Samstag, 18. Juni 2011

Mittagessen im Büro.
Als in Vollzeit arbeitender Mensch muss man Mittags irgendwie im oder rund ums Büro essen.
Da ich in einem Industriegebiet arbeite, sind meine Möglichkeiten beschränkt. Ikea ist da eine gute Alternative für viele Kollegen, mehr als 1 x pro Woche kann ich da aber unmöglich Essen gehen. Ein Metzger im Nachbarort wäre noch eine Alternative, da es dort wechselnde Tagesgerichte gibt. Aber da will man auch nicht immer hin müssen, zumal es Zeitstreß in der Pause bedeutet. Und auch sonst ist die Auswahl eher begrenzt und meist teurer oder es gibt immer nur ein Tagesgericht, das mich nicht anspricht.
Wir haben zwar eine eigene Köchin im Haus, die auch ein Tagesgericht anbietet, aber das ist mir häufig zu mächtig oder ich mag es einfach nicht.

Alternative ist also sich selber was einzupacken. Immer nur belegte Brote sind aber langweilig und so versuche ich oft durch verschiedene Salate etwas Abwechslung in mein Mittagessen zu bringen.

So zum Beispiel diesen Couscous-Linsen-Salat mit Paprika.


Ich weiß ehrlichgesagt gar nicht mehr, wie ich darauf gekommen bin Couscous und Linsen zu mischen, aber es war eine tolle Kombi und sehr sättigend.
Mit Mengenangaben tue ich mich allerdings wieder sehr schwer, deswegen nur grob als Fahrplan für diesen Salat. Bei mir ist es eine recht große Schüssel geworden, die auch noch ein paar Kollegen mitversorgt hat.

Etwa 1 Tasse Linsen, die für einen Salat geeignet sind nach Packungsanleitung garen. Ich habe rote Linsen verwendet, stelle es mir mit Puy-Linsen aber auch ganz hervorragend vor, zumal das einen schönen Farbkontrast gibt.
2 Tassen Couscous nach Packungsanleitung quellen lassen. Ich habe Gemüsebrühe statt Wasser genommen, um direkt etwas Geschmack dran zu bringen.
Beides gut auskühlen lassen, dann in einer großen Schüssel miteinander vermengen. 

Je 1 gelbe und 1 rote Paprikaschote putzen, entkernen und in kleine Würfelchen schneiden. 
Nur das Weiße von 1 Bund Frühlingszwiebeln ebenfalls sehr fein hacken. Alles unter Couscous und Linsen mischen.
Etwa 3-4 getrocknete und in Öl eingelegte Tomaten sowie 1/2 Bund Basilikum ebenfalls fein hacken und gut unterrühren. 
125 g Ziegenfrischkäse zerböckeln und unter den Salat heben.

Ein Dressing aus 1-2 El Zitronensaft, 4-5 El Olivenöl (lecker ist es auch etwas von dem Tomatenöl zu verwenden), Salz und Pfeffer herstellen und über den Salat geben.
Sollte der noch zu trocken sein, evtl. etwas Gemüsebrühe angießen.
Gut durchziehen lassen, dann kalt servieren.

Der Salat lässt sich prima abends vorbereiten und morgens mit ins Büro nehmen.



Was nehmt ihr so mit ins Büro? 
Habt ihr irgendwelche Tipps und Tricks, was man gut mitnehmen kann, wenn einem nur eine Mikrowelle zur Verfügung steht? 
Im Winter gibt es viele Suppen und Eintöpfe, ansonsten immer auch gerne Quiches, Tartes und eben Salate. 
Aber ich freue mich immer über neue Tipps und Anregungen!

Spargelquiche mit zweierlei Spargel

Freitag, 17. Juni 2011

In allen Blogs ein großer Aufschrei: Die Spargelzeit neigt sich dem Ende zu! Wuah! In einer Woche ist es soweit, vielerorts gibt es jetzt schon keinen Spargel mehr, weil die Saison so früh angefangen hat.
Natürlich bin ich deswegen am Mittwoch erst mal auf den Markt gestürmt und hab mich nach Spargel umgeguckt. Und siehe da: es gab noch Feldfrischen! Puh, aufatmen. Und gleich mal jeweils ein Pfund Grünen und Weißen mitgenommen. Sicher ist sicher.

Was ich als alter Quiche-Fan schon die ganze Zeit mal machen wollte war eine Spargelquiche. Da wurde auch so einiges gebloggt und nachdem ich vergangene Woche bei einem Kundenevent eine wirklich schlechte "Quiche" gegessen habe, bei der schon mein Stück aus scheinbar 7 Eiern bestand und die im Grunde nur ein großes Omelette mit hartem Spargel war, wollte ich es jetzt also besser machen.
Das ist mir übrigens auch gelungen.



Ich hab einfach geguckt, was ich so im Kühlschrank hatte und habe ein frei-Schnauze-Rezept gemacht, dass ich hiermit niederschreibe, um es wiederholen zu können. Es lohnt sich nämlich, dass ich mir dieses Rezept merke, damit es nicht wie so viele andere meiner Gerichte in meinem Hirn-Nirvana verschwindet. Habe ich schon mal erwähnt, dass bei mir ein und dasselbe Gericht beim zweiten Mal niemals genauso schmeckt wie beim Ersten?!
Jedenfalls war meine Überlegung, dass eine einfache Quiche nur mit Spargel vielleicht etwas langweilig sein konnte. Deswegen habe ich zum Ziegenfrischkäse gegriffen, um etwas Pepp reinzubringen - eine tolle Kombi!

Für die Quiche habe ich mich für einen "klassischen" Mürbeteigboden entschieden. Obwohl, es ist eher eine Abwandlung.
Gefunden habe ich das gute Stück in Nicoles Buch. Da dient es als Boden für eine bunte Gemüsequiche. 
Mürbeteig und ich stehen nämlich grundsätzlich auf Kriegsfuß. Wenn ich ja auch schon einiges kann, Mürbeteig gehört nicht dazu. Egal ob ich kurz oder lange knete, die Butter hart oder weich ist, der Teig lange oder kurz gekühlt wird - bei mir steht die Herstellung von Mürbeteig unter keinem guten Stern. Spätestens beim Ausrollen und in die Form legen zerbricht und zerbröckelt mir die Masse, ich fluche nur noch und würde am liebsten alles in die Tonne kloppen.
Jetzt habe ich ein paar Mal gelesen, dass das bei Nicoles Teig nicht passiert, sondern dass es ein ganz geschmeidiger, weicher, gut zu verarbeitender Teig wird. Das Geheimnis? Quark im Teig!
Beim ersten Versuch nach dem Originalrezept war mir das ganze zu klitschig, deswegen habe ich den Teig auf meine Bedürfnisse abgewandelt.

Für den Boden einer 26cm-Springform habe ich deswegen 100 g kalte Butter in Flöckchen geschniten und mit 100 g Magerquark (nicht abgetropft) sowies 1/2 Tl Salz und 200 g Mehl kurz und gründlich von meiner Kenwood durchkneten lassen. Dann habe ich den Teig gar nicht erst ruhen lassen, sondern direkt auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausgerollt und in die gefettete Springform gelegt. Und vòila - es hat super geklappt. Ohne Wutausbrüche, ohne erhöhten Puls.
Den Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen, mit etwas Paniermehl bestreuen und dann ruhen lassen.

Für die Füllung habe ich mich dann zunächst dem Spargel gewidmet:
500 g grünen Spargel gut waschen, die Enden etwas abschneiden, dann die Stangen in etwa 3-4 cm lange Stücke schneiden.
500 g weißen Spargel gründlich schälen, die Enden abschneiden und ebenfalls in Stücke schneiden.
3 El Olivenöl in einer großen beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen, dann den kompletten Spargel in die Pfanne geben und etwa 10 Minuten dünsten. Mit grobem Meersalz würzen.

In der Zwischenzeit 4 Eier (ich denke 3 Eier hätten auch gereicht - fürs nächste Mal!) schaumig aufschlagen. 400 g Schmand (oder Saure Sahne) und 125 g Ziegenfrischkäse gut unterrühren, mit Salz und Pfeffer würzen.
Den Spargel direkt aus der Pfanne zur Schmand-Mischung geben und das ganze auf den Teig gießen.

Ab in den Ofen und bei ca. 190 °C etwa 35-40 Minuten backen, bis der Teig schön knusprig und die Füllung goldbraun ist.



Schmeckt sowohl warm als auch kalt ganz hervorragend. Meine Kollegin und ich waren uns da nicht so ganz einig...

Die Konsistenz fand ich super - warum wird mein Cheesecake nie so super? Muss da jetzt auch Ziegenfrischkäse rein, oder was?

Was ich neben einem Ei weniger beim nächsten Mal noch machen würde ist es den Boden etwa 15 Minuten vorzubacken. Wenn die Quiche ausgekühlt ist, wirkt der Boden schon etwas durchgeweicht. Tut dem Geschmack aber auch keinen Abbruch.


Spinatsalat mit Ziegenkäse und karamellisierten Haselnüssen

Donnerstag, 16. Juni 2011

Ich hatte ja vor kurzem von meinem Kurztrip nach Barcelona geschrieben. Und auch von dem tollen Tapas-Restaurant und dem Spinat-Salat.
Der ist mir, trotz seiner Einfachheit, so sehr im Gedächtnis geblieben, dass ich ihn direkt ausprobieren musste.

Im Grunde besteht er nur aus 4 Komponenten, die aber alle für sich schon so geschmackvoll sind und eine ganz tolle Kombination ergeben! Ich kann auch nicht so wirklich Mengenangaben machen, weil man einfach das nimmt, was man da hat und wo man gerade Lust drauf hat...



Für die karamellisierten Haselnüsse habe ich zunächst eine Hand voll Haselnüsse bei 200 °C für etwa 10 Minuten im Ofen geröstet und sie dann direkt in ein Geschirrtuch gegeben und die Häute abgerubbelt. 

Etwa 2 El Zucker in einem Topf mit schwerem Boden erhitzen, bis sich der Zucker gelöst hat. Sofort die Haselnusskerne dazugeben und unter Rühren goldgelb karamellisieren. Danach auf einen Teller geben und abkühlen lassen, falls nötig auseinanderbrechen.

Ich habe für 2 Personen dann einfach 2 große Hände voll frische junge Spinatblätter gewaschen, trocken geschleudert und auf Schüsseln aufgeteilt.

In dem Fall hatte ich einen jungen spanischen Ziegen-Hartkäse am Stück (Name leider entfallen, Schande über mich... Cabra Semicurado) und insgesamt etwa 100 g verwendet. Funktioniert mit Sicherheit auch mit Feta, Manchego o.ä. Ziegen- oder Schafskäse. Den Käse fein würfeln und mit den Haselnüssen über dem Spinat verteilen.

Für die Vinaigrette verwende ich in der Regel 1 El Balsamico rosso, in dem ich etwa 1/2 Tl Honig auflöse, dann 1/2 Tl grobes Meersalz. Pfeffer dazumahlen und unter Rühren mit einem guten Olivenöl aufgießen (etwa 2-3 El Öl), dabei kräftig rühren.
Vinaigrette über den Salat geben und sofort servieren.

Eine wirklich leckere, süß-salzig-würzig-milde Kombination als leckere Vorspeise!

Die ultimative Versuchung: Frischkäse-Brownies mit Walnüssen

Dienstag, 14. Juni 2011

Dieses Rezept landet direkt auf den Hüften - versprochen!
Für den Geburtstag meiner Cousine habe ich nach einer süßen Überraschung gesucht und in Cynthia Barcomi's Backbuch gefunden. Der Name ist Programm: MONSTER BROWNIES steht groß darüber!
Wie immer habe ich das Rezept auf meinen Geschmack hin umgewandelt und herausgekommen ist ein großes Blech feinstes Schokoladenglück...


Sieht zugegebenermaßen aus wie mit Käse überbacken, ist aber ein süßer Hochgenuss!

Für eine Backform mit den ungefähren Maßen 25 x 35 cm:

5 Eier zu einer dicklichen Creme aufschlagen, 1 El light corn syrup unterschlagen, dann 400 g braunen Zucker gut unterrühren.

250 g Butter in einen kleinen Topf geben und bei niedriger Temperatur schmelzen lassen. 300 g Zartbitterschokolade in Stücke brechen und in der Butter schmelzen. Gut verrühren, etwas abkühlen lassen und dann unter die Ei-Creme rühren.

200 g Mehl mit 1 Tl Weinsteinbackpulver und 1/2 Tl Salz verrühren und nur kurz mit einem Holzkochlöffel unter die Butter-Ei-Masse rühren. 

3/4 der Teigmasse in die gut gefettete Form gießen und mit 100 g grob gehackten Walnusskernen bestreuen.

300 g Philadelphia Doppelrahmstufe mit 100 g weicher Butter, 2 Eiern und 100 g Zucker nur kurz verrühren und nicht zu lange aufschlagen. Diese Masse auf dem Schokoteig verteilen.

Den restlichen Teig in Kleksen auf die Frischkäsemasse geben und mit einem Schaschlik-Spieß marmorieren.

Das ganze mit 150 g Walnusskernen bestreuen und bei 180 °C im vorgeheizten Ofen etwa 45 - 60 Minuten backen. Die Brownies sollten innen noch weich sein.




Kleine Erdbeer-Charlotte

Montag, 13. Juni 2011

Lustigerweise hatte ich letztes Wochenende offenbar genau die gleiche Idee wie Schokolia von süße Kreativität.
Ich hatte noch eine Schale mit köstlichen Erdbeeren, aber keine richtige Idee, was ich daraus machen sollte. Deswegen habe ich fleißig gesucht und bei lecker.de ein tolles älteres Rezept für eine Art umgedrehte Charlotte mit Erdbeeren gefunden und auf meine Weise interpretiert.



Für 2 Charlotte(s)

2 Blatt weiße Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Etwa 250 g Erdbeeren putzen und entstielen. Gut die Hälfte der Erdbeeren in sehr feine Scheiben schneiden.
2 breite Tassen oder Dessertschälchen (zu je etwa 200-250 ml Inhalt) mit Frischhaltefolie auskleiden und die feinen Erdbeerscheiben dachziegelartig darin verteilen. Am einfachsten ist es, wenn man unten anfängt und sich dann an den Seiten hocharbeitet.
Übrige Erdbeeren mit 3 El Zucker und 1 El Zitronensaft verrühren, dann 100 g Topfen (oder Speisequark) untermischen.
Die Gelatine gut ausdrücken und in einem kleinen Topf bei niedriger Temperatur etwas auflösen. Einen Löffel der Creme gut unter die Gelatine rühren, dann das ganze zurück in den Erdbeerquark geben und gut unterrühren.
100 ml Schlagsahne mit 1 El Zucker und dem Mark 1 ausgekratzten Vanilleschote steif schlagen und unter die Quarkmischung heben. Die Creme auf die beiden Tassen verteilen und randhoch auffüllen.
75 g Vollkornbutterkekse in einen Gefrierbeutel geben und mit einem Nudelholz fein zermahlen. 75 g Butter schmelzen und mit den Keksbröseln vermischen. Auf der Creme verteilen und zu einem Boden andrücken. Mit Frischhaltefolie abdecken. Über Nacht oder mindestens 12 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.
Zum Servieren einfach auf Teller stürzen und die Folie abziehen.


Ich denke nächstes Mal würde ich die Creme auch eher wie im Originalrezept mit Mascarpone machen, um etwas mehr Geschmack reinzubringen. Es könnten auch noch mehr Erdbeeren in die Creme.
Die Erdbeeren, die in der Tasse gefächert waren, sahen nicht mehr ganz so hübsch aus. Ich könnte mir auch vorstellen sie mit rotem Tortenguss zu stabilisieren und haltbarer zu machen.
Dazu hatte ich etwas zu viel Sahne in der Creme, die dadurch zu weich war. Dadurch ließ der Boden sich nicht optimal andrücken.
Insgesamt aber eine wirklich nette Idee!

PS: Ich sehe gerade, dass ich genau 50 Leser mit meinen Rezepten (hoffentlich) beglücke - wow!

Sauce Hollandaise - Ein Klassiker zu Spargel und Salzkartoffeln

Sonntag, 12. Juni 2011

Tatsächlich war ich gerade eine komplette Woche blogabstinent, was zugegebenermaßen eine sehr lange Zeit ist. Man muss seinen Lesern ja was bieten! Und außerdem habe ich etliches nachzulesen und zu kommentieren.
Beruflich hatte ich ein wichtiges 3tägiges Meeting, auf das ich seit Oktober hingearbeitet hatte und jetzt überstanden habe. Dazu war ich Kaninchenpflegestelle und habe jetzt zwei Kaninchen vermittelt, die in meinem Arbeitszimmer gewohnt haben. Jetzt habe ich soviel Platz, dass ich ein Gästezimmer einrichten kann. Und dazu war ich dann auch direkt noch bei Ikea, um neue Schlafzimmerkommoden zu kaufen.
Ich hatte also eine tubulente Woche und kam deswegen weder zum Kochen noch zum Bloggen.
Stattdessen habe ich noch etwas vom letzten Wochenende und muss mich ranhalten, bevor die Saison in 2 Wochen vorbei ist: Klassischer weißer Spargel mit Sauce Hollandaise und Salzkartoffeln- yummie!


Ich muss zugeben, dass ich noch nie in meinem Leben eine Sauce Hollandaise gemacht habe. Keine Ahnung wieso. Ich dachte immer, dass es hochgradig kompliziert wäre. Das Thema ist irgendwie ein Schreckgespenst in meiner Umgebung. Immer wenn ich es mal anspreche, ernte ich entgeisterte Gesichtsausdrücke und hochgezogene Augenbrauen: "Wieso machst du das selber? Ist das nicht irre aufwendig? Das dauert doch stundenlang? Hast du nicht Angst, dass es gerinnt?" Entsprechend verunsichert war ich deswegen bei dem Thema, habe aber fleissig Mut gesammelt, nachdem ich schon diverse Hollandaise-Variationen in den letzten Wochen in den Blogs gelesen habe.
In bester Ghostbustermanier habe ich mich dem Gespenst gestellt und am vergangenen Wochenende eine Hollandaise gemacht. Und was soll ich sagen?! Sie war perfekt! Es hat nicht stundenlang gedauert, sie ist nicht geronnen und nein, Fertigzeug aus Tüte und Packung kommen da definitv nicht gegen an!

Ich bin jedenfalls sehr begeistert davon und nehme die Sauce definitiv in mein Standardrepertoire auf. Auch außerhalb der Spargelsaison muss sie bei mir zukünftig kein Schattendasein mehr fristen, sondern hat einen ehrenwerten Platz in meiner Küche verdient.

Und hier mein Rezept:

170 g Butter
2 frische Bio-Eigelb
2 El Spargelsud
1 El Zitronensaft
Salz, Pfeffer

Die Butter in einem kleinen Topf bei niedriger Temperatur schmelzen lassen, dabei aber nicht zu stark erhitzen oder bräunen! Zur Seite stellen und etwas abkühlen lassen.
Ein Wasserbad vorbereiten und dafür einen großen Topf mit Wasser auf mittlere Temperatur erhitzen. Das Wasser darf dabei nie kochen. 
In eine Schüssel oder einen weiteren Topf, der in den größeren passt, die beiden Eigelb und den Zitronensaft geben und mit dem Handmixer überm Wasserbad cremig aufschlagen. Sobald die Masse etwas warm geworden ist 2 El Wasser vom parallel gekochten Spargel abnehmen und gut unterrühren. 
Jetzt nach und nach, teelöffelweise die Butter unter die Masse rühren. Gut vermischen, dann erst den nächsten Löffel dazugeben. Sobald die Sauce etwas angedickt ist, kann die Butter esslöffelweise dazugegeben werden, zuletzt in einem dünnen Strahl. Nochmal alles kräftig verrühren.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken und sofort servieren.

Passt wie gesagt ganz hervorragend zu neuen Kartoffeln, die als Salzkartoffeln im Wasserdampf gegart wurden und frischem Stangenspargel.
Lecker!


Maple-Walnut-Icecream nach Lebovitz

Sonntag, 5. Juni 2011

Verrückt. Da mache ich wochenlang nichts aus meinen Kochbüchern, starte ein Projekt, bei dem ich einmal wöchentlich was aus einem Kochbuch machen will und schon läufts wie geschnitten Brot.
Das nun folgende Eisrezept stammt nämlich auch wie das vorherige aus diesem tollen Eisbuch.
Dieses Mal habe ich mich für eine etwas aufwändigere Zubereitungsart entschieden und es hat sich absolut gelohnt! So ein tolles Maple-Walnut Eis hatte ich bisher noch nie.


Das Eis besteht aus zwei Komponenten: einmal aus der Basiscreme und dann aus "Wet Walnuts". Man schmeißt da nämlich nicht einfach so Walnüsse rein, nein nein! Die werden noch gesondert vorbereitet!

Für eine 500 ml Portion Eis habe ich deswegen erst mal die Walnüsse vorbereitet:

80 g Walnusskerne grob hacken, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und im vorgeheizten Ofen bei 180 °C etwa 10 Minuten rösten, bis die Nüsse duften.
Vom Papier sofort in ein sauberes Geschirrtuch geben, das ganze zusammenschlagen und die Nüsse dann zwischen den Händen verreiben, bis sich die Schalen ablösen.

70 ml Ahornsirup in einem kleinen Topf aufkochen. Walnusskerne ohne Schale dazu geben, nochmal kurz aufkochen lassen, gut durchrühren und dann vollständig abkühlen lassen.
Die Masse bleibt etwas flüssig und klebrig, das wollen wir aber.


Für die Eismasse 200 ml Milch in einem kleinen Topf lauwarm erhitzen. 3 Eigelb schaumig aufschlagen, dann langsam und unter Rühren die Milch zugießen. Die ganze Maße zurück in den Topf geben und bei mittlerer Temperatur erhitzen, dabei immer weiter umrühren, bis die Masse leicht andickt. Dabei nicht kochen lassen!
200 ml Sahne in eine Schüssel geben und die Eiermilch hineinrühren. 
90 ml Ahornsirup und ein paar Tropfen Vanillextrakt einrühren und die Masse solange weiterrühren, bis sie etwas abgekühlt ist. 
Dann für eine Stunde in den Kühlschrank stellen, bevor man die Masse in den Eisbereiter gibt.
Kurz vor Ende der Eisbereitung die Walnüsse samit Ahornsirup dazu geben und nur kurz unterrühren. 

Ein sehr leckeres, cremiges und nussiges Eis!



Sommerliche Ricotta-Tarte mit Kräutern

Samstag, 4. Juni 2011

Momentan macht dank Steph ein Kochbuch ganz besonders die Runde in der Bloggerwelt: Sommerküche: voller Sonne und Aroma von Tanja Dusy aus dem GU Verlag.

 
Das Buch ist zwar schon im letzten Jahr pünktlich zum Sommer erschienen, ich bin jedoch jetzt erst darauf gestoßen, als Steph diesen grandios aussehenden Lime Cheesecake vorgestellt und von dem Buch geschwärmt hat.
Ich kaufe mir jetzt nicht unbedingt ständig mal eben für 25 Euro neue Kochbücher, wenn mir was gefällt - da wäre ich schon längst pleite... Aber in diesem Fall habe ich nur Lobeshymnen auf dieses Buch gelesen und konnte nicht nein sagen, als ich es günstig als Mängelexemplar bekommen habe.

Kaum war es da, habe ich mich sofort in dieses Buch verliebt!
Wunderschöne sommerliche Fotos, herrliche Voralpenkulisse, im Garten tollende Kinder und vor allem aber frische, sommerliche und hausgemachte Rezepte aus saisonalen und regionalen Zutaten - traumhaft! Dazu gibt es viele vegetarische Rezepte, Marmeladen, Dips und Eis kommen auch nicht zu kurz und es ist einfach für jeden etwas dabei.
Ich habe das Buch direkt verschlungen und mit Post-Its tapeziert und habe tatsächlich auch sofort etwas daraus ausprobiert.


Der Titel im Buch lautet "Knusprige Ricotta-Kräuter-Tarte" und da ich gerade ohnehin noch einen Becher Ricotta im Kühlschrank hatte, meine Kräuter wie verrückt sprießen (man vergleiche mal dieses Bild meines Oreganos und Majorans aus dem April mit dem obigen...) und auch die anderen Zutaten alle im Haus waren, konnte ich direkt damit loslegen. Ich habe das Rezept (wie ich es eigentlich immer mache) etwas auf meine Wünsche und Ansprüche abgewandelt, das Originalrezept könnt ihr aber ja im Buch nachlesen ;-)

Für 1 Tarte- oder Springform mit ca. 26 cm Durchmesser:
250 g Mehl
1 Tl Salz
150 g kalte Butter in Stückchen
2 El Balsamico bianco
5 Eier
250 g Schalotten
1 Knoblauchzehe
je 1 Handvoll frischen Majoran, Thymian und Oregano (Menge nach Geschmack)
Olivenöl
250 g Ricotta
200 g Schmand
Piementon dolce (geräuchertes spanisches Paprikapulver)
Salz, Pfeffer
Butter für die Form
Mehl für die Arbeitsfläche

Zunächst aus Mehl, Salz und Butter einen krümeligen Mürbeteig herstellen. Ich habe dafür einen "Dough cutter", es geht aber auch mit einem Messer. Balsamico dazugeben und unterkneten. Alle Eier trennen. Ein Eigelb zum Teig geben und alles elastisch und fest zusammenkneten. In Frischhaltefolie wickeln und für 1 Stunde kalt stellen.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und in die gut gefettete Tarteform geben, leicht andrücken, einen Rand hochziehen und mehrmals mit einer Gabel einstechen. Bei 180 °C Ober- und Unterhitze 20 Minuten vorbacken.

In der Zwischenzeit Schalotten und Knoblauch schälen. Schalotten fein würfeln, Knoblauch durchpressen und beides zusammen in etwas Olivenöl bei mittlerer Hitze anschwitzen und glasig braten.
Kräuter waschen, trocknen, dann die Blättchen abzupfen, fein hacken und zu den Schalotten geben. Gut untermischen.

Die 5 Eiweiß mit einer Prise Salz sehr steif aufschlagen und zur Seite stellen.
Die 4 Eigelb zu einer dicklichen Creme aufschlagen, dann Ricotta und Schmand gut unterrühren. Mit reichlich Paprikapulver, Salz und Pfeffer würzen, dann die Schalotten-Kräuter-Mischung daruntermischen. Zum Schluß das steifgeschlagene Eiweiß vorsichtig unterheben.

Die Füllung auf dem vorgebackenen Boden verteilen und nochmal etwa 35 Minuten weiterbacken, bis die Tarte fest und goldgelb gebräunt ist.
Danach in der Form abkühlen lassen und entweder warm oder kalt servieren.



Ich hatte die Tarte als Mittagessen im Büro mit und sie hat kalt einfach großartig geschmeckt. 
Der Mürbeteigboden war dank des Balsamicos sehr lecker und würzig, das hat mir gut gefallen. Der Boden hatte außerdem eine tolle Konsistenz und ließ sich problemlos schneiden und aus der Form heben.
Diese Tarte wird es bei mir ganz sicher wieder geben. Ich stelle sie mir auch super auf Buffets, zum Brunch oder fürs Picknick vor.

 

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